Männersache

Erschienen: Januar 2005

Bibliographische Angaben

  • , 2005, Titel: 'Männersache', Originalausgabe

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Jörg Kijanski
Muss man nicht gelesen haben

Buch-Rezension von Jörg Kijanski Mär 2009

Kurzgefasst:

Hamburg/Halle/Magdeburg 1484: Das mit edlen Berberpferden beladene Schiff Hallenser Kaufmanns Philipp Gervinus ist auf dem Weg nach Hamburg. Gervinus alter Geschäftsfreund Marcus Alemann sagt ihm zu, den Weitertransport der Tiere auf dem Landweg nach Magdeburg zu organisieren. Alemanns Sohn Richard soll in Hamburg für einen reibungslosen Ablauf sorgen. Doch kaum liegt das Schiff im Hamburger Hafen, erkrankt die ganze Besatzung...

 

Für den despotischen Erzbischof Ernst von Wettin ist nur das Beste gut genug, und so soll ihm sein Gefolgsmann, der hallensische Kaufmann Philipp Gervinus, zehn wertvolle Araberpferde besorgen. Doch die Zeit drängt, daher bittet Gervinus seinen langjährigen Geschäftsfreund Marcus Alemann, seine Beziehungen nach Hamburg spielen zu lassen, um das dortige Verladen der aus Genua erwarteten Pferde zu beschleunigen. Alemanns Sohn Richard nimmt die Sache in die Hand, da er mit seiner Frau, der Tochter des Hamburger Senators Jessen, ohnehin nach Hamburg unterwegs ist.

Alles scheint seinen geregelten Lauf zu nehmen, doch dann überschlagen sich plötzlich die Ereignisse. In Magdeburg kommt es zu einem Attentatsversuch auf den Erzbischof, bei dem einer seiner Männer den Tod findet. Ein Zeuge will kurz vor der Tat den Kaufmann Alemann mit dem Mörder zusammen gesehen haben und so wird Alemann kurzerhand verhaftet. Gervinus bietet dessen Frau seine Hilfe an und ist zuversichtlich, dass er mit dem Eintreffen der Pferde den Erzbischof wird milde stimmen können. Die "Santa Anna", Gervinus Schiff, steckt derweil im Hamburger Hafen fest, wo dessen Kapitän tot aus dem Wasser gefischt wurde. Da dieser offensichtlich die Pocken hatte, wird sein Schiff unter Quarantäne gestellt, was insbesondere für die eingepferchten Pferde zu einer Tortur wird...

Historische Atmosphäre, was ist das?

Dass der Roman Männersache im Jahr 1485 spielt, merkt man fast an keiner Stelle, da das Autorinnenduo Waltraut Lewin und Miriam Margraf (Mutter und Tochter) es versäumt hat, grundlegende Elemente historischer Romane zu verwenden. So könnte man über die historischen Gegebenheiten jener Zeit ein paar Sätze verlieren, zum Beispiel über den Zustand und die Bedeutung der Hanse im Allgemeinen und dem Verhältnis zwischen den Städten Halle, Magdeburg und Hamburg im Besonderen. Ende des 15. Jahrhunderts würde man neben den politischen auch gerne etwas über die Lebensverhältnisse der damaligen Zeit erfahren. Wie sah es mit der Hygiene in den Städten aus, welche Kleidung trugen die Menschen, was gab es zu essen und so weiter. Dies alles trägt bekanntlich zur Atmosphäre einer Geschichte entscheidend bei und fehlt hier nahezu völlig.

Auf gerade einmal 200 Seiten die Leserinnen und Leser in eine andere Zeit zu entführen, ist natürlich nicht ganz einfach. Autoren wie beispielsweise Tom Wolf und Frank Goyke beweisen aber regelmäßig, dass dies durchaus machbar ist. Auf der Strecke bleiben dabei recht oft die Charaktere, also lebendige Figurenzeichnungen, welche man hier allerdings ebenfalls vermisst. Lediglich Alemanns Frau Gesine wird gut in Szene gesetzt. Der Rest des Romans konzentriert sich vollends auf die zu erzählende Geschichte, die nach einem gemächlichen Anlauf dann aber doch noch ordentlich in Fahrt kommt. Spätestens nach Alemanns Verhaftung und dem tot im Elbwasser treibenden Kapitän der "Santa Anna" wird es interessant. Besser gesagt, hätte es interessant werden können, denn mögliche Lösungen, wer denn wohl hinter all den Verbrechen stehen mag, gibt es nicht viele. So bleibt "Männersache" ein Roman unter vielen, der sich in wenigen Stunden kurzweilig lesen lässt und genauso schnell wieder aus dem Gedächtnis verschwindet.

 

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Letzte Kommentare:
12.11.2009 15:46:09
anath

Kann man lesen, muß man aber nicht. Schade eigentlich, denn die gesamte Nomenklatur mit der gerade Waldtraut Lewin immer wieder spannende,lesenswerte Bücher zusammenmixt ist auch diesmal mit dabei : Ein bißchen Italien,Mittelalter,Pferde,Frauen mit Aktionspotential...
Irgendwie hatte ich beim Lesen immer den Eindruck als ob da ganze Seiten fehlen: Kaum Emotionen, nur wenige Beschreibungen der Szenerie,selbst der Spannungsaufbau wollte irgendwie gar nicht gelingen, nicht mal in den Katakomben von Magdeburg oder eingeschlossen im Speicherraum eines Handelsschiffes. Die Figuren bleiben blaß, allenfalls Gesine tritt ein wenig mehr in den Vordergrund. Dabei bietet die Geschichte selbst jede Menge Raum für Spannung,Emotionen und Details. Ein halbwüchsiger Diktator auf dem Bischofsstuhl,eine Beziehungskiste,ein totgeborenes Kind und das Warten auf ein Baby. Und welchen Sinn macht eigentlich dieser merkwürdig radebrechende Doktor (die schwierigen Worte kann er auf deutsch, die einfachen fallen ihm nicht ein...)?
Nach \\"Weiberwirtschaft\\" hatte ich mich auf dieses Buch gefreut - nun bleibt zumindest die Hoffnung auf andere,besser gelungene Bücher der Autorinnen. Wobei mir persönlich im Regelfall jene Bücher besser gefallen, die Frau Lewin allein geschrieben hat.
Für dieses Buch gilt:leichte Kost, liest sich schnell weg und hinterläßt leider den Eindruck, daß hier ganz schnell eine Fortsetzung für ein besseres Buch zusammengeschrieben wurde.

14.10.2009 14:05:56
tassieteufel

Der weitgereiste Fernhandeslkaufmann Philipp Gervinus hat dem launischen und herrschsüchtigen Bischof Ernst von Wettin eine Koppel edler Araberpferde versprochen und die Zeit drängt,
liegt doch sein Schiff im Hamburger Hafen und wartet auf die Entladung, die durch diverse Zollfomalitäten verzögert wird. Da Eile genoten ist, reist Gervinus nach Magdeburg und bittet seinen
alten Freund, den Schöffen Marcus Alemann mit Hilfe seiner Beziehungen zum Senator Jessen, für einen schnellen Tranport der Tiere zu sorgen. Scheinbar keine große Sache, doch dann treibt der Kapitän des Schiffes, scheinbar pockenkrank, tot im Hamburger Hafen und in Magdeburg wird ein Anschlag auf den Bischof verübt und Marcus Alemann als Täter beschuldigt, Gervinus verspricht Alemanns Frau, sich für ihren Mann einzusetzen, wenn die Pferde rechtzeitig eintreffen und nun ist Sohn Richard gefragt, der mit seiner Frau Regina in Hamburg weilt.

Also wirklich begeistern konnte das Buch mich nicht, der Krimifall war für mich doch recht vorhersehbar und der historische Hintergrund gleich Null, das Buch hätte in jeder beliebigen Zeit
spielen können, während im Vorgänger "Weiberwirtschaft" noch die gelungene Charakterzeichnung dazu beigetragen hat, die Geschichte interessant zu machen, so bleiben die Figuren hier doch weitestgehend farblos und oberflächlich. Am meisten hat mich aber irritiert, daß das Buch in der Gegenwartsform geschrieben wurde, was ich bei einem historischen Roman als störend empfinde und gerade hier mit dem fehlenden historischen Hintergrund das Gefühl vermittelte, man würde eine in der Gegenwart spielende Geschichte lesen.
Der Krimifall war für mich weitestgehend vorhersehbar, mögliche Verdächtige waren eh nicht allzu viele vorhanden, von daher gab es auch keinerlei Spannung und die Geschichte plätscherte so vor sich hin.

Fazit: enttäuschend, da hätte ich wirklich mehr erwartet, vor allem bei einem historischen Krimi sollte wenigstens ansatzweise etwas zeitgemäße Atmosphäre herrschen, aber das sucht man
hier vergeblich. Enttäuschend war auch die Charakterzeichnung, die immerhin im Vorgänger die Geschichte noch gerettet hat, hier wie der ganze Rest des Buches recht farblos, einzig der flüssige, etwas humorvolle Schreibstil hat mich das Buch zu Ende lesen lassen.
55°