Heeresbericht

Erschienen: Januar 1930

Bibliographische Angaben

  • , 1930, Titel: 'Heeresbericht', Originalausgabe

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Heeresbericht schildert den wahnwitzigen Weg des Studenten Adolf Reisinger, dessen anfängliche Kriegsbegeisterung der Erkenntnis weichen muß, das Krieg ";befohlener Mord"; ist. Erst in der Spätphase der Weimarer Republik veröffentlicht, von den Nazis verboten, viele Jahrzehnte nicht lieferbar, ist Heeresbericht eine der bedeutendsten literarischen Verarbeitungen des Ersten Weltkriegs.

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Letzte Kommentare:
07.09.2009 14:10:31
Franz Vodermayer

Dieses Buch von Köppen läßt mich nicht los. Ein ganz mächtiges Werk - dagegen ist das von Remarque sentimentale Romantik und das von Renn ungestaltete Stoffhäufelung. Heeresbericht ist wirklich erst das deutsche Kriegsbuch. Es gibt in fast grausamer Sachlichkeit den Verlauf des Krieges in seiner trostlosen Furchtbarkeit und dahinter zugleich das ganze Volk

01.07.2009 09:32:52
Bernhard Vilsmeier

Die Lektüre dieses Buches versetzt den Leser direkt in die wahnwitzigen Kampfhandlungen des Ersten Weltkrieges: man hört den Lärm und sieht das Grauen. Die Erlebnisse des Soldaten Reisiger noch beeindruckender zu schildern erscheint kaum möglich. Die Gewaltigkeit der Worte beeinflussen die Gedanken des Lesern nachhaltig; auch in Lesepausen denkt man an Reisiger.
Viele Bücher sind spannend. Dieses jedoch geht darüber hinaus. Man fühlt sich innerlich aufgewühlt, insbesondere gegen Ende des Buches, als die Frage nach dem Sinn, nach dem Warum gestellt wird. Sterben um des Sterbens willen, gleichgültiger Gehorsam: warum habt ihr mitgemacht, hätten ihr nicht ...? Es ging doch zuerst um euer Leben!?
Solche und ähnliche Gedanken zwängen sich auf, jedoch mit der anschließenden, schrecklichen Gewissheit, dass es keinen Ausweg gab.

15.04.2008 22:50:16
Tim

Das Buch zeigt eine für den Expressionismus charakteristische Abkehr von der Kriegseuphorie, welcher Anfang des 20. Jahrhunderts durch den Nationalismus sehr verbreitet war, hin zum Pazifismus "Leck mich am Arsch, es ist ja immer noch Krieg", der dazu führt, dass der Protagonist Reisiger, der als Kriegsfreiwilliger begonnen hat, sich schlussendlich in ein Irrenhaus einweisen lässt, sich für verrückt erklären lässt, um selbst nicht verrückt zu werden.

01.10.2007 12:55:41
Olga Wertz

Der Roman "Herresbericht" schildert nicht nur, wie viele andere Kreigsbücher, das Geschehen an der Front, sondern auch den beeindruckenden Werdegang des Kriegsfreiwilligen Adolf Reisiger. Der im Laufe des Buches seine Gesinnung zum Krieg grundliegend ändert, diese emotionale Veränderung steht komplimentär den militärischen Errungenschaften Reisigers gegenüber. Diese stetig steigende Diskrepanz wird zum Ende des Romans an die Spitze getrieben.
Der Autor arbeite mit dem Montage-Prinzip, was dem Leser ermöglicht noch näher an die Ereignisse heran zurücken. Durch historische Begebenheit, die ebenfalls als Einschübe auftauchen , wird der Bezug zur Realität verstärkt.

20.09.2007 15:02:46
Ricco

Edlef Köppen schildert das Leben des Soldaten Reisinger im Ersten Weltkrieg, dabei verarbeitet er seine eigenen Erfahrungen und Erlebnisse.
Er beschreibt das wahnwitzige aber zugleich eintönige Frontleben eines einfachen Soldaten und geht dabei immer wieder auf die persöhnlichen Gefühle und Empfindungen des Adolf Reisinger ein.
Schonungslos werden dabei die genauen und blutigen Details, wie sie nur ein Soldat wissen könnte, beschrieben. So hat der Leser das Gefühl, dass er mitten in dieser Kriegsmaschienerie steckt, dabei wirkt die brutale Monotonie des Krieges genauso abschreckend auf den Leser, wie auf Adolf Reisinger. Er zeigt dem Wandel vnm einem Mustersoldat zu einem um sein Leben kämpfenden Soldat. Durch das Zitieren von Befehlen, Heeresberichten und Zeitungen zeigt Edlef Köppen den Zwiespalt zwischen Patriotismus,Propaganda und der Wahrheit.
Nicht umsonst wurde das Buch von den Nazis verboten.
Edlef Köppen selbst starb 1939 mit 46 Jahren an den Folgen seiner Kriegsverletzungen.

13.10.2006 23:12:01
hansmeier

Köppen schildert in diesem Roman die Kriegserlebnisse des Kriegsfreiwilligen Artilleristen Adolf Reisiger, wobei er eigene Erfahrungen verarbeitet. Dies unterscheidet \'heeresbericht \' von dem bekannteren \'Im Westen nichts Neues\', ebenso wie das Stilmittel der einmontierten Originaldokumente, wie z. B. Zitate des Kaisers, hoher Offiziere, der Zensurstellen und Zeitungsberichte. Mit diesen Zitaten werden Reisingers Erlebnisse kommentiert und in den zeitgeschichtlichen Zusammenhang eingeordnet. Hierbei wird die Wiedergabe der Kriegsereignisse in den originalen Heeresberichten gegenüber den erlebten Kriegsrealität des Helden ein Zeugnis für Lüge, Aberwitz und Wahnsinn des Krieges.