Der verborgene Garten

Erschienen: Januar 2009

Bibliographische Angaben

  • Diana, 2008, Titel: 'The Forgotten Garden', Originalausgabe

Couch-Wertung:

88
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Rita Dell'Agnese
Gelungener Zeitenmix mit<br> spannender Story!

Buch-Rezension von Rita Dell'Agnese Feb 2009

Kurzgefasst:

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts: An ihrem 21. Geburtstag ist etwas vorgefallen im Leben ihrer Großmutter Nell. Das erfährt ihre Enkelin, die Australierin Cassandra, als sie auf der Beerdigung mit ihren beiden Tanten Dot und Phyllis spricht. Bei ihrem letzten Besuch im Krankenhaus hatte Nell von einer merkwürdigen Dame gesprochen, der sie versprochen hätte, am Hafen von London auf sie zu warten. Cassandra hatte dies zunächst für die Äußerung eines verwirrten Geistes gehalten. Aber die Tanten öffnen ihr auf ihr beharrliches Nachfragen hin die Augen.

Denn Nell ist keineswegs jene Person, die Cassandra bis zu ihrem Tod in ihr gesehen hat. Das Erlebnis mit der Dame hat es tatsächlich gegeben. Nells vermeintlicher Vater fand die verstörte Vierjährige mit nichts als einem kleinen weißen Kinderkoffer am Hafen und nahm sie mit. Groß gezogen als leibliche Lieblingstochter mit zwei Schwestern wuchs Nell wohlbehütet in ihrem Elternhaus auf -- bis ihr Vater ihr die erschütternde Wahrheit offenbarte. Cassandra, die als Kind ein ganz persönliches Verhältnis zu ihrer als verbittert und biestig geltenden Großmutter aufgebaut hatte, erbt deren Cottage in Cornwall. Und sie beginnt, in der Familiengeschichte zu recherchieren, wobei sie der Weg mitten in den dunklen Garten von Blackhurst Manor führt. Dabei ist das, was sie da entdeckt, ist wirklich erschreckend...

 

Nach dem Tod ihrer Großmutter Nell erfährt die junge Australierin Cassandra, dass sie ein Cottage in Cornwall geerbt hat. Cassandra ist irritiert, wusste sie doch nichts von einer Verbindung ihrer Großmutter zu England. Die Sache wird noch mysteriöser, als Cassandra von Nells jüngeren Schwestern erfährt, dass ihre Großmutter einst ein Findelkind gewesen ist, das mit einem großen Schiff alleine aus England kam. Um dem Geheimnis auf die Spur zu kommen, macht sich Cassandra auf nach Cornwall. Dort findet sie ein völlig vernachlässigtes Cottage vor, das sie zunächst verkaufen möchte. Doch die Geschichte ihrer Großmutter lässt sie nicht mehr los und so beginnt sie nachzuforschen.

Mehrere Erzählstränge gleichzeitig

In ihrem Roman "Der verborgene Garten" spielt Kate Morton virtuos mit drei Erzählsträngen, die zeitlich klar getrennt sind. Da ist zum Einen Nell, die an ihrem 21. Geburtstag erfahren musste, dass sie nicht der Mensch ist, für den sie sich gehalten hatte. Viele Jahre später macht sich Nell auf die Suche nach ihren Wurzeln. Zum Anderen ist es Cassandra, die ebenfalls nach Jahren dem einstigen Besuch Nells in Cornwall nachspürt. In einem dritten Erzählstrang geht es um die kleine Waise Eliza, die sich um 1900 auf den Straßen Londons durchzuschlagen versucht. Dank der gut gelösten Gliederung in zeitlich zusammenhängende Kapitel kommt von Anfang an kaum Verwirrung auf, der Leser weiß immer, in welcher der drei Epochen er sich gerade aufhält.

Fast vorhersehbarer Plot

Zugegeben, der Plot, dem die Geschichte folgt, ist weitgehend voraussehbar. Dennoch bleibt die Spannung erhalten, tauchen immer wieder unerwartete Details auf. Auch was zunächst sicher scheint, stellt sich nach und nach als Trugschluss heraus. Zudem schafft es Kate Morton, die Zeit von 1900 und 1913 atmosphärisch so dicht zu schildern, dass alleine dieser Erzählstrang schon einen Lesegenuss bietet. Die Verknüpfung mit den Personen der späteren Jahrzehnte ist sehr feinfühlig erarbeitet und verhindert, dass es zwischen den einzelnen Erzählsträngen zu einem Bruch kommen kann. Zudem erläutert Kate Morton auf gekonnte Art die Handlungsweise eines jeden Protagonisten, ohne dass auch nur ein Mal Langeweile aufkommen würde.

Ausgereifte Geschichte

So präsentiert Kate Morton mit "Der verborgene Garten" letztlich eine ausgereifte Geschichte, die zu lesen einfach nur Spaß macht und die ohne bemüht wirkende, langatmige Erklärungen auskommt. Die bildliche Erzählweise und die gut nachvollziehbaren Handlungen lassen vor dem inneren Auge Bilder entstehen. Einziger Schwachpunkt des Buches ist die persönliche Geschichte von Cassandra, die zwar zunächst nur angedeutet, nach und nach aber gelüftet wird. Hier ist das Fuder überladen worden, ist es zu viel des Guten. Da dieser Part aber nur einen ganz kleinen Teil des Buches ausmacht, ist er durchaus zu vernachlässigen.

Der verborgene Garten

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