Die Blutsfeinde

  • Blanvalet
  • Erschienen: Januar 2009
  • Blanvalet, 2008, Titel: 'Brethren 3: Requiem', Originalausgabe
Die Blutsfeinde
Die Blutsfeinde
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Birgit Stöckel
75

Histo-Couch Rezension von Birgit Stöckel Jan 2009

Ein farbenprächtiger Abschluß der Trilogie

Kurzgefasst:

Im Jahr 1275 nach Christus: Das Heilige Land liegt in Ruinen, die Überlebenden des letzten Kreuzzugs sind auf dem Rückweg in ihre Heimat. Unter ihnen befindet sich der junge Ritter Will Campbell, dessen größtes Ziel Rache ist an König Edward I., den er verantwortlich macht für den Tod seiner Geliebten Elwen. Doch während Will seine Rachepläne verfolgt, entgeht ihm eine weit schlimmere Gefahr: Auf dem Thron von Frankreich sitzt ein skrupelloser Mann, der in seinem Streben nach Macht vor nichts zurückschreckt - auch nicht vor Wills Tochter Rose...

 

Es ist das Jahr 1295. Nach dem Fall Akkons gelingt dem Templer Will Campbell und seiner Tochter Rose die Flucht. Doch Will schafft es nicht, sich in seinem neuen Leben zurecht zu finden. Zu sehr plagen ihn Verzweiflung und Trauer um seine Geliebte Elwen und der Hass auf König Edward I. von England, den er für ihren Tod verantwortlich macht. Zudem wendet sich auch seine Tochter Rose, die sich nach der Flucht aus dem Heiligen Land von ihm verlassen fühlt, von ihm ab. Noch nicht einmal in der geheimen Bruderschaft des Ordens, der Anima Templi, deren Kopf Will ist, sieht er noch einen Sinn. Als sich dann auch noch der Templerorden bereit erklärt, Edward in seinem Kampf gegen die Schotten zu unterstützen, desertiert Will und schließt sich dem Befreiungskampf der Schotten um William Wallace an.
Zeitgleich versucht König Philipp IV. von Frankreich, genannt der Schöne, seine Grenzen zu sichern. Doch seine angespannte Haushaltslage und seine ständigen Querelen mit dem Papst erleichtern die Sache nicht. Um die finanzielle Situation in den Griff zu bekommen, beschließt er, gegen den Templerorden vorzugehen und sich dessen Schätze zu sichern. Dabei kommt es ihm gelegen, dass sich Wills Tochter Rose in ihn verliebt hat...

Neunzehn spannende Jahre an verschiedenen Schauplätzen

Insgesamt erstreckt sich der Abschlussband von Robin Youngs über knapp zwanzig Jahre und entführt den Leser an eine Vielzahl von Orten in England, Frankreich und Schottland und lässt ihn an bedeutenden Ereignissen dieser Zeit teilhaben. Man erfährt einiges über den Freiheitskampf der Schotten unter William Wallace, dem sich nicht nur Will, sondern auch seine jüngste Schwester Ysenda mit ihren Kindern anschließt, sowie über die Machenschaften des französischen Königs. Philipp IV. strebt nach der absoluten Macht in seinem Königreich, was ihm immer wieder Reibereien mit dem Papst einbringt und versucht verzweifelt, seine chronisch leere Staatskasse wieder zu füllen. Zudem bemüht er sich hartnäckig, einem ihm genehmen Papst auf den Stuhl Petri zu hieven und verlagert das Papsttum von Rom nach Avignon.
Mit ihrem fesselnden Sprachstil gelingt es der Autorin, diese Ereignisse spannend und überzeugend zu schildern, so dass man sich als Leser gut in die Situationen hinein versetzen kann und teilweise das Gefühl bekommt, hautnah mit dabei zu sein. Insgesamt gibt es daher nur wenig Längen in diesem Buch.

Weniger wäre manchmal aber auch mehr gewesen

Allerdings schießt Frau Young teilweise auch etwas über das Ziel hinaus. So sind zum Beispiel ihre detaillierten Schilderungen der Schlachten und Foltern sicherlich nicht jedermanns Sache. Die Schlachten von Stirling Bridge und Falkirk waren damals wichtige Begebenheiten im schottischen Freiheitskampf, aber die doch sehr ausführlichen Beschreibungen der dort stattgefunden Grausamkeiten hätten deutlich kürzer und vor allem dezenter ausfallen können. Ebenso werden die Foltermethoden, besonders gegen Ende des Buches bei den Templern, sehr anschaulich geschildert. Hier hätten oft auch Andeutungen gereicht.
Zudem muss Will in diesem Buch einiges durchmachen: Er wird des öfteren gefangen genommen, verprügelt, verletzt und gefoltert und übersteht das Ganze relativ unbeschadet. Wenn man bedenkt, dass er am Anfang des Buches bereits 48 Jahre zählt und am Ende 67 Jahre alt ist, so ist es zum Teil sehr verwunderlich, wie gut er all diese Übergriffe übersteht, wie rasch er sich erholt bzw. wie er in stark geschwächtem Zustand noch fliehen oder seine Widersacher überwinden kann. Auch hier hätte der ein oder andere Übergriff weniger dem Buch gut getan.

Insgesamt ist das Buch jedoch ein runder Abschluss dieser Trilogie mit interessanten Wendungen und meist gut herausgearbeiteten Protagonisten, so dass das Lesen Spaß macht. Allein Leser, die auf blutige Details gerne verzichten, dürften mit diesem Buch ihre Probleme haben.

 

Die Blutsfeinde

Robyn Young, Blanvalet

Die Blutsfeinde

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