Sein Blut komme über uns

Erschienen: Januar 2008

Bibliographische Angaben

  • Heyne, 2008, Titel: 'Sein Blut komme über uns', Originalausgabe

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89

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Carsten Jaehner
Vielversprechender Beginn einer neuen Krimi-Reihe

Buch-Rezension von Carsten Jaehner Nov 2008

Kurzgefasst:

Rom 1700: Die Stadt gleicht einem Hexenkessel. Der Sohn einer armen Fischerfamilie wird ausgeblutet in der Synagoge gefunden. Alles weist auf einen Ritualmord hin. Die Christen sind kurz davor, den Juden Gewalt anzutun. Der junge Kardinal Prospero Lambertini untersucht sonst Wunderberichte auf ihre Wahrheit, aber hier muss er weitere Tote verhindern: Er will mithilfe der schönen und klugen Tochter des angeklagten Rabbis den wahren Mörder finden und geht dabei oft ganz unchristliche Wege.

 

Im Jahr 1700 wird in Rom der Sohn einer Fischerfamilie ausgeblutet in der Synagoge gefunden. Sofort werden die Juden verdächtigt und der Rabbi in die Engelsburg gesperrt. Die Stimmung in der Stadt brodelt, die Christen sind kaum mehr zu halten.

Währenddessen macht der junge Geistliche Prospero Lambertini Karriere in der Römischen Kirche. Er wird von Kardinalvikar Francesco Carasoli gebeten, den Heiligsprechungsprozess seiner Tante auf Herz und Nieren zu überprüfen. Zusammen mit seinem Gönner, dem Auditor Alessandro Caprara und Deborah, der Tochter des Rabbis, versucht Lambertini, hinter das unglaubliche Geheimnis des Ritualmordes zu kommen. Dabei geraten sie tief in die Geheimnisse der katholischen Kirche und begeben sich in Gefahren, deren Auswirkungen sie nicht einmal erahnen können.

Spannender Erstling

Nicholas Lessing ist ein spannender Erstling gelungen, der über die ganze Strecke seine Leser unterhält und nie Langeweile aufkommen lässt. Romane, in denen die Machenschaften innerhalb der Kirche, und besonders im Vatikan, dargestellt werden, sind ja besonders beliebt, und mit Sein Blut komme über uns beginnt Lessing eine neue Reihe um Prospero Lambertini, der 40 Jahre später selber Papst Benedikt XIV. werden wird.

Lambertinis Karriere in Rom beginnt gleich mit einem Ritualmord, und sein Glaubhe wird direkt auf die Prüfung gestellt, als er fast mehr als Sympathie für Deborah, die Schwester des ermordeten Jungen, empfindet. Immer tiefer geraten die beiden in die Intrigen der Kirche, zwielichtige gestalten und zweifelhafte Freunde begleiten die beiden auf ihren Forschungen. Das ist von der ersten Seite an spannend und wird sich auch bis zu letzten Seite nicht ändern. Natürlich gibt es neben den undurchsichtigen Figuren auch Sympathieträger wie den Wirt Gioacchino aus dem Viertel Trastevere, wohin Lambertini immer wieder kehrt, um seine Gedanken zu sammeln. Das nimmt etwas Tempo aus der Geschichte, aber das tut dem Roman nur gut.

Gute Dramaturgie und spannende Historie

Lessing schafft es, die Zeit einzufangen und den Leser in den Beginn des 18. Jahrhunderts zu entführen. Dabei legt er ein enormes Tempo vor und zeigt auch großes Wissen über die Verhältnisse innerhalb der katholischen Kirche. Wie die Regularien sind, die Traditionen und die Hierarchien, wer welche Aufgaben hat und wer wem in die Suppe spucken muss, damit er voran kommt, das ist spannend und fesselt den Leser an einen Roman, der mit 416 Seiten leider viel zu schnell ausgelesen ist. Gerade die Gespräche der Kardinäle untereinander, die bereits darauf hinarbeiten, den nächsten Papst zu stellen, teilen bereits die Ämter neu untereinander auf, bevor der alte Papst gestorben ist, aber das kann ja auch schneller gehen als man denkt.

Obwohl Lessing eine moderne Sprache wählt, rutscht er nie ins banale ab und schafft es trotzdem, die Stimmung des Barock einzufangen. Wie er in seinem interessanten Nachwort schreibt, hat es fast alle Figuren seines Buches wirklich gegeben, und somit bekommt der Roman noch einen realistischeren Anstrich. Positiv anzumerken sind auch die erfreulich kurzen Kapitel (manchmal nur eine Seite), die erstaunlicherweise das Tempo des Buches noch erhöhen, anstatt des zu bremsen.

Insgesamt ist Sein Blut komme über uns ein gelungener Einstand für einen neuen Helden einer Romanreihe, bei dem man sich auf kommende Fälle freuen kann, in der Hoffnung, sie behalten das hohe Tempo und die geschickte Dramaturgie des Erstlings. Gerade der ungewöhnliche Handlungsrahmen und die Zeit des Aufbruchs bieten viele Möglichkeiten, um eine historische Krimi-Reihe zu etablieren, die viele geneigte Leser finden mag. Weiter so!

 

Sein Blut komme über uns

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Letzte Kommentare:
19.11.2013 18:16:12
Derfel

Der erste von bisher zwei literarischen Fällen um den Hilfsauditor Prospero Lambertini.
Das Buch wigt 341 Gramm und kostet 8,95€. Das ergibt einen Kilopreis von 26,25€. (Kleiner Scherz)

Die Geschichte selbst wird oben ja schon ausführlich beschrieben. Für einen Nichtkatholiken tut man sich manchmal schwer, die unterschiedlichen Bezeichnungen einzuordnen. Sei es die Rangfolge der Geistlichkeit, die diversen Gebetsstunden oder verschiedenen Räume.
Der Zwist zwischen Christen und Juden ist meiner Meinung nach inzwischen auch ausgelutscht.
Aber nun zum positiven: Das Buch ist spannend, flüssig zu lesen und als Krimi hervorragend.
Ein gutes Lesevergnügen, nicht nur für historisch interessierte.

16.01.2010 19:33:06
taon

Der erste Fall des Hilfsauditors Prospero Lambertini ereignet sich vor dem Hintergrund der Konflikte zwischen Christen und Juden um 1700 in Rom. Prospero soll den Mord an einem christlichen Jungen, der in einer Synagoge gefunden wird, aufklären. Dabei wird er in den Strudel aus Intrigen und Machtspielen rund um die Wahl des nächsten Papstes hineingezogen.
Der Autor gewährt einen tiefen Einblick in die Kirchengeschichte, die Regeln der katholischen Kirche und die Rituale der jüdischen Religion. Der Konflikt zwischen Christen und Juden wird anschaulich dargestellt und man kann förmlich spüren wie leicht Religion in Fanatismus umschlagen kann.
Der Roman liest sich sehr flüssig und schnell, auch bedingt durch die kurzen Kapiteln, und der Kriminalfall bleibt bis zum Ende sehr spannend. Ich hatte bis zur Auflösung keine Idee was tatsächlich hinter dem Mord stand.

Störend für mich waren allerdings die immer wieder auftretenden Schreibfehler im Buch.

Ich bin jedenfalls gespannt wie sich die Prosperos Karriere in Rom weiterentwickeln wird.

16.01.2010 12:54:28
Jana Kretschmer

Spannung kommt über uns!
Im Mittelpunkt dieses Krimis, der in Rom 1700 spielt, steht der sympatische Held Prospero Lambertini. Er ist ein Mensch mit Charakter, Edelmut, aber auch Gefühlen und Schwächen. Er lebte zudem wirklich, was ihn noch faszinierender macht. Der Streit zwischen Wissenschaft und Religion, Wissen und Glauben, Juden und Christen erschwert seine Aufklärung des Mordes an einem Jungen, der tod in einer Synagoge gefunden wird. Trotz der zahlreichen Intrigen um Macht und Einfluß schafft er es, den Fall zu lösen. Der Autor schreibt sehr anschaulich, so daß die Vorstellungskraft angeregt wird und man einen sehr detaillierten Einblick in die Geschichte, die Lebensweisen und Gepflogenheiten der Menschen bekommt. Dazu steigert sich die Spannung bis zum Schluß, so das man das Buch nicht mehr aus der Hand legen möchte. Man verspürt den Wunsch, noch mehr Fälle mit Prosbero Lambertini zu erleben.

07.01.2010 23:09:46
anath

Dieses Buch ist ein Festschmaus für jeden Histo-Krimi-Fan! Lessing bietet dabei im barocken Rom ein opulentes Menü mit tragischer Liebe, Mord und Totschlag, undurchsichtigen Kardinälen, einem richtig bösen Böesewicht,Freundschaft und Aufopferungsbereitschaft.
Seine Protagonisten sind greifbare,bunte Gestalten,vom Papst über die Mutter eines ermordeten Kindes bis zur verreckenden Hure. Der Hauptheld Pospero erringt duch seine gradlinige,der Wahrheit verbundene und (trotz Doktorhut) z.T. naive Art schnell die Sympathie des Lesers,sein Freund Gonzaga brilliert mit Frechheit und grandiosen Fechtkünsten. So entsteht ein wundervolles Genrebild Roms anno 1700 . Alles in allem das Szenario für einen echten Historienschinken à la \\\\\\"Drei Musketiere\\\\\\" oder \\\\\\"Zorro\\\\\\".Dazu kommt ein kniffliger Kriminalfall, der den Leser packt und in Versuchung führt, doch mal auf den letzten Seiten schon mal zu gucken, wie es denn nun aus geht. Spannung pur! Ich muß unbedingt ganz schnell den nächsten Band haben!
Ich ziehe vor dem Autor übrigens meinen Hut für sein intensives Studium jüdischer Bräuche und Rituale,für seine Kenntnis der Literatur. Nicht mal ich olle Mäkeltante -speziell in dieser Hinsicht- habe was zu mäkeln gefunden (bis auf einen kleinen und problemlos verzeihbaren Ausrutscher).Ganz großes und ehrliches Kompliment.
Ein wunderbares Buch das ich nur weiter empfehlen kann.

21.04.2009 10:41:36
arno

Ich hab das Buch beim Osterwichteln bekommen, es war reine Neugier, ein neuer Autor auf der Bühne der historischen Romanschreiber mal sehen was der geschrieben hat. Der Klattentext las sich schon mal vielver- sprechend. Nicolas Lessing hat einen neuen Pater Brown kreiert und ich will hoffen, das er uns noch viele Jahre erhalten bleibt. Ich war wirklich fasziniert,"Sein Blut komme über uns ist hoffetlich der Anfang einer langen Reihe von Abenteuern des jungen Priesters Prospero Lambertini.

18.12.2008 15:06:42
Sandra Kempf

Einfach ein tolles Buch!! Die Geschichte des jungen Prospero Lambertini, der der bedeutendste Papst des 18. Jahrhunderts werden sollte, nämlich Benedikt XIV., hat mich von der ersten Seite an in in den Bann gezogen. Die Stadt gleicht einem Hexenkessel. Der Sohn einer armen Fischerfamilie wird ausgeblutet in der Synagoge gefunden. Alles weist auf einen Ritualmord hin, der Rabbi wird eingekerkert. Die Christen sind kurz davor, den Juden Gewalt anzutun. Im Jahr 1700 muß er als Wunderdetektiv einen Fall aufklären, der zu einer entsetzlichen Katastrophe führen würde. Es gibt alles, Liebe und Tod, Spannung und Humor. Da der Autor als Historiker offensichtlich weiß, wovon er schreibt, spürt manin jedem Satz und jeder Wendung, dass die spannende Story authentisch ist. Für mich war das Buch das Highlight des Jahres! Mehr davon!!

Zeitpunkt.
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