Das Haus in den Wolken

Erschienen: Januar 2008

Bibliographische Angaben

  • Piper, 2008, Titel: 'Before the Storm', Originalausgabe

Couch-Wertung:

89

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Rita Dell'Agnese
Ein gekonnt aufbereitetes Familien-Epos

Buch-Rezension von Rita Dell'Agnese Okt 2008

Kurzgefasst:

Irland, zu Beginn des 20. Jahrhunderts: Bei einer Autopanne an der Küste Devons begegnet Richard Finborough Isabel Zeale, einer jungen Frau von kühler Schönheit aus kleinen Verhältnissen. Umso erstaunter ist der Frauenschwarm und einzige Sohn eines irischen Gutsbesitzers, als sie ihn zurückweist. Fast gegen seinen Willen verliebt er sich; eine Liebe, die gegen die Konventionen ist und dennoch in eine Ehe mündet, die viele Höhen und Tiefen überdauern wird. Isabel und Richard bekommen drei Kinder, Richards Geschäfte florieren - bis der Erste Weltkrieg der glücklichen Zeit ein Ende zu setzen droht. Und längst hat Isabel den richtigen Augenblick verpasst, um ihrem Mann ihr Geheimnis anzuvertrauen. Es belastet sie, seit sie vor Jahren eine falsche Entscheidung traf. Es verfolgt sie, wenn sie am wenigsten daran denken will. Und eines Tages wird es sie und diejenigen, die ihr am wichtigsten sind, einholen...

 

Der Roman beginnt, wie ein man es von einem Liebesroman erwartet: Eine Autopanne zwingt den aufstrebenden Unternehmer Richard Finborough zu einem Aufenthalt in einem kleinen Küstenort. Dort begegnet ihm die verschlossene Isabel Zeale. Richard ist fasziniert und versucht, mit der geheimnisvollen Schönheit in Kontakt zu kommen. Doch Isabel will zunächst nichts von ihm wissen. Erst nach und nach gelingt es dem jungen Mann, Isabels Widerstand zu brechen und ihr Herz zu gewinnen.
Wer nun glaubt, damit sei die Geschichte um die Finboroughs erzählt, irrt. Denn nun zeigt die Autorin Judith Lennox, die für ihre Generationen umfassenden Familien-Geschichten bekannt ist, ihre wahre Stärke. Zwar lässt sie das Paar zueinander finden, doch Isabel hütet ein dunkles Geheimnis, das sie nie richtig frei sein lässt. Selbst als die drei Kinder des Paares älter werden und beginnen, eigene Wege zu gehen, fürchtet sich Isabel davor, Richard zu verlieren, sollte er ihr Geheimnis je aufdecken.

Dicht eingebunden

Judith Lennox lässt es nicht dabei bewenden, den Lesern eine nette Geschichte zu präsentieren. Sie lässt ihre Protagonisten langsam Formen entwickeln und versäumt es dabei nicht, die Leser dicht einzubinden und zu einem Teil des Geschehens zu machen. Kaum jemand kann sich der intensiven Szenen im Schützengraben entziehen, die weniger auf Effekthascherei denn auf menschliches Grauen, wie der Krieg es tausendfach hervorbrachte, setzen. Richard Finborough kommt mit einem veränderten Charakter aus dem Krieg zurück und muss nach und nach erleben, wie seine Familie ihm aus den Händen gleitet. Lange Zeit versucht er dies zu verleugnen und Kindern wie Ehefrau seinen Stempel aufzudrücken. Doch je mehr er sich bemüht, desto deutlicher wird der Bruch. Die Abläufe sind so gut nachvollziehbar und so nah, dass der Leser oft gerne eingreifen und dem Manne raten möchte.

Kompaktes Geschehen

Obwohl sich die einzelnen Protagonisten nach und nach einem eigenen Leben zuwenden und dort Schmerz und Freude erfahren, bleiben die einzelnen Handlungsstränge dicht miteinander verwoben. Judith Lennox erlaubt sich keinen Ausreisser. Sie verfolgt kontinuierlich das Ziel, eine Familien-Saga zu präsentieren, die bei näherem Hinsehen mit einer Vielzahl von fein geschliffenen Facetten aufwarten kann. Es braucht allerdings Ausdauer und die Bereitschaft, sich ganz auf den Roman einzulassen, um die wirklich schönen Feinheiten von Das Haus in den Wolken zu erkennen. Wer eine leichte Lektüre sucht, sollte die Hände von diesem Buch lassen. Durch die Nähe zu den Protagonisten wird deren Schrecken erlebbar und kann durchaus noch länger beschäftigen.

Stil treu geblieben

Mit Das Haus in den Wolken ist Judith Lennox ihrem Stil treu geblieben. Wer mit ihren bisherigen Werken nicht warm geworden ist, wird auch hier kaum einen Ansatz finden. Wer aber bereit ist, sich einer neuen Lennox-Geschichte zu öffnen, kommt voll auf seine Kosten. Bemerkbar macht sich hier auch die professionelle Sprache einer versierten Autorin. Hier wäre ein wenig mehr Spritzigkeit aber durchaus wünschenswert. Ansonsten wird sich die Autorin wohl bald ein etwas angestaubtes Image verpasst haben.

Grundsätzlich geeignet ist Das Haus in den Wolken für all jene Leserinnen und Leser, die die Zeit um das frühe 20. Jahrhundert mögen und sich gerne auf längere Familien-Geschichten einlassen. Die Hände vom Werk lassen sollte, wer mit dem Begriff "Historischer Roman" ein gewisses Mass an "Action" verbindet. Diesen Wunsch kann Judith Lennox mit dem vorliegenden Roman nicht erfüllen.

 

Das Haus in den Wolken

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Letzte Kommentare:
21.05.2012 17:21:08
PrinzessinPing

Mein erster Roman von Judth Lennox und - ich bin hingerissen. genau das, was ich lesen will. Ein Liebesroman, der aber überhaupt nicht platt ist, angesiedelt in der von mir bevorzugten Zeit in der ersten Hälfte des vorigen Jahrhunderts mit viel geschichtlichem Hintergrund. Für mich auch sehr interessant, die ja bekannten politischen Gegebenheiten aus englischer Sicht zu lesen. Leider bin ich in der englischen Geographie nicht übermäßig bewandert und konnte so die Fahrten der Familie Finborough durch Süd- und Mittelengland beim Lesen nicht *mitmachen*.
Gibt's so was, was in Deutschland spielt?

01.11.2009 14:38:29
HelgaR

Es handelt von der Lebensgeschichte der Familie Finborough und ihren drei Kindern sowie von Ruby Chance, ein Kind, welches sie zusätzlich bei sich aufnehmen. Das Buch ist in vier Teile untergliedert und erzählt die Geschichte über insgesamt 33 Jahre von 1909-1942.

Isabel und Richard leben in London in gehobener Gesellschaft, was für Isabel nicht immer einfach ist, weil es eben nicht ihre Welt ist. Sie bekommen drei Kinder, Philip, Theo und Sara und die beiden Firmen florieren. Dann kommt der 1.Weltkrieg und er verändert einiges. Isabel und Richard nehmen danach Ruby Chance, das Kind eines Kriegskameraden, der plötzlich verschwunden ist, zu sich. Es ist für alle eine schwere Zeit, Isabel hütet ein großes Geheimnis, welches sie Richard nie erzählt hat, Ruby, die verzweifelt ihren Vater sucht, erlebt eine große Überraschung und auch Richard ist nicht immer der, als den man ihn gerne sehen würde.

Die Kinder gehen jeder ihren eigenen Weg und haben total unterschiedliche Charaktere. Die Geschichte wird äußerst interessant erzählt und ist zum Teil, auch wenn es nicht immer angenehm ist, doch nachvollziehbar. Die Menschen verändern sich in diesen 33 Jahren und der 2.Weltkrieg tut sein Übriges. Wie immer sind bei Judith Lennox die Personen sehr gut und detailliert dargestellt und die Geschichte wird sehr interessant erzählt, so dass man kaum aufhören kann.

Ich war jedenfalls wieder einmal sehr begeistert von diesem Roman und er hat auch zum Nachdenken angeregt. Eine Familiengeschichte, die ich wirklich wärmstens empfehlen kann.

Zeitpunkt.
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