Reliquiem

Erschienen: Januar 2008

Bibliographische Angaben

  • Emons, 2008, Titel: 'Reliquiem', Originalausgabe

Couch-Wertung:

75

Leser-Wertung

-
Zum Bewerten, einfach Säule klicken.
1 50 100

Zum Bewerten, einfach Säule klicken.

Bitte bestätige - als Deine Wertung.

Gebe bitte nur eine Bewertung pro Buch ab, um die Ergebnisse nicht zu verfälschen. Danke!

0 x 91-100
1 x 81-90
0 x 71-80
0 x 61-70
0 x 51-60
0 x 41-50
0 x 31-40
0 x 21-30
0 x 11-20
0 x 1-10
B:87
V:0
W:{"1":0,"2":0,"3":0,"4":0,"5":0,"6":0,"7":0,"8":0,"9":0,"10":0,"11":0,"12":0,"13":0,"14":0,"15":0,"16":0,"17":0,"18":0,"19":0,"20":0,"21":0,"22":0,"23":0,"24":0,"25":0,"26":0,"27":0,"28":0,"29":0,"30":0,"31":0,"32":0,"33":0,"34":0,"35":0,"36":0,"37":0,"38":0,"39":0,"40":0,"41":0,"42":0,"43":0,"44":0,"45":0,"46":0,"47":0,"48":0,"49":0,"50":0,"51":0,"52":0,"53":0,"54":0,"55":0,"56":0,"57":0,"58":0,"59":0,"60":0,"61":0,"62":0,"63":0,"64":0,"65":0,"66":0,"67":0,"68":0,"69":0,"70":0,"71":0,"72":0,"73":0,"74":0,"75":0,"76":0,"77":0,"78":0,"79":0,"80":0,"81":0,"82":0,"83":0,"84":0,"85":0,"86":0,"87":1,"88":0,"89":0,"90":0,"91":0,"92":0,"93":0,"94":0,"95":0,"96":0,"97":0,"98":0,"99":0,"100":0}
Jörg Kijanski
Auf der Suche nach der heiligsten Reliquie der Welt.

Buch-Rezension von Jörg Kijanski Okt 2008

Kurzgefasst:

März 1181: Tausende Pilger strömen zur Osterzeit in das tief verschneite Köln, da versetzt ein Reliquiendieb die Stadt in Aufregung. Im Dom ersticht er einen Priester, in der Kirche der heiligen Jungfrauen erschlägt er eine Kanonisse. Unter Verdacht gerät der französische Mönch Imbert von Grandmont. Er macht sich gemeinsam mit Jaspar, dem jungen Gebeingräber vom Ursula-Acker, auf die Suche nach dem wahren Mörder. Schon bald befinden sich die beiden mitten in der Jagd nach der heiligsten Reliquie der Welt. Doch der Mörder schlägt wieder und wieder zu...

 

Köln im März 1181: Ostern steht vor der Tür, und so pilgern zahllose Menschen zum Dom nach Köln. Unter ihnen auch der französische Mönch Imbert von Grandmont, der den Kölner Erzbischof Philipp von Heinsberg um die Gebeine einer Jungfrau bitten möchte, da diese angeblich wundertätige Kräfte besitzen. Dabei handelt es sich um die Gebeine der heiligen Ursula und ihrer elftausend Jungfrauen, die auf dem sogenannten Ursula-Acker vergraben sein sollen. Diese wurden der Legende nach im fünften Jahrhundert vom Hunnenkönig Attila und seiner Gefolgschaft niedergemetzelt.

Erzbischof von Heinsberg will Imbert seinen Wunsch erfüllen, verweist aber an die Äbtissin Clementia vom Kanonissenstift an der Kirche der heiligen Jungfrau. Dort wird er zunächst vertröstet und bei Albertus, dem ältesten Kanoniker im Stift, untergebracht. Zu seiner Orientierung, oder besser gesagt Bewachung, wird ihm der junge Gebeingräber Jasper zur Seite gestellt. Bereits am nächsten Tag beginnen die Probleme: Im Dom wird am Grab der heiligen drei Könige ein junger Priester ermordet aufgefunden. Wenig später wird die Leiche einer ebenfalls ermordeten jungen Kanonisse entdeckt, und da weit und breit kein geeigneter Täter in Sicht ist, verhaftet der mit der Situation gänzlich überforderte Hauptmann Volkmann zunächst einmal Imbert. Dieser kommt nach Fürsprache von Albertus zwar schnell wieder frei, doch muss er nun seine Unschuld beweisen, bevor weiteres Unheil geschieht. Gemeinsam mit Albertus, Jaspar und der jungen Magd Klara beginnt er zu ermitteln. Schnell zeigt sich, dass hinter den verschlossenen Klostermauern so manche Person ihr Geheimnis hat...

Reliquiemist ein durchaus spannendes Lesevergnügen, welches seine Leser/innen in das mittelalterliche Köln entführt. Die ersten hundert Seiten dienen vor allem dazu, die handelnden Personen vorzustellen, erst danach nimmt die (Krimi-)Handlung ein wenig Fahrt auf. Doch auch im weiteren Verlauf der Erzählung bleibt der Autor seinem Erzählstil treu: "In der Ruhe liegt die Kraft". Recht mühsam geht es zunächst voran, ein wenig mehr Tempo hätte dem Roman sicher gut getan. So wird man jedoch sehr intensiv in die damalige Zeit hineinversetzt und findet sich sehr schnell in einem undurchsichtigen Netz wieder. Nahezu alle mitwirkenden Personen haben offenbar ihre Geheimnisse. Der monotone Ablauf innerhalb des Kirchenalltags führt zudem dazu, dass persönliche Animositäten wunderbar gedeihen. Ein friedfertiges Miteinander, wie man es in einer Glaubensgemeinschaft eigentlich erwarten sollte, sieht jedenfalls anders aus.

Vom fehlenden Tempo abgesehen, hat Dennis Vlaminck einen sehr gelungenen historischen Roman geschrieben, der alle Leser/innen mit Interesse für die Themenpalette Mittelalter, Religion, Köln (!) und den titelgebenden Reliquien ansprechen dürfte. Was es mit der "heiligsten Reliquie" auf sich hat, irritiert womöglich auf den ersten Moment, wird im "Anhang" aber unter Verweis auf entsprechende Quellen aufgeklärt. Sehr gut wurden die historischen Fakten und die fiktive kriminalistische Handlung miteinander verbunden. Wobei lediglich irritiert, woher der Protagonist der Geschichte seine ermittlerischen Fähigkeiten bezieht? Wer rund zwanzig Jahre seines Lebens in einem Einsiedlerkloster sein von der Außenwelt weitgehend abgeschiedenes Dasein fristet und nur gelegentlich mit einigen Pilgern in Kontakt gerät, dürfte kaum einen derartigen Spürsinn an den Tag legen. Aber sei es drum, die Geschichte ist ansonsten in sich schlüssig und wer sich (atmosphärisch) für Der Name der Rose oder ähnliche Werke begeistern konnte, darf hier gerne zugreifen.

Reliquiem

Reliquiem

Deine Meinung zu »Reliquiem«

Hier kannst Du einen Kommentar zu diesem Buch schreiben. Wir freuen uns auf Deine Meinungen. Ein fairer, respektvoller Umgang sollte selbstverständlich sein. Danke!

Letzte Kommentare:
16.06.2018 17:05:10
PMelittaM

Karwoche 1181: Köln rüstet sich für Ostern. Im Dom sollen die Gebeine der Heiligen Drei Könige einen kunstvollen Schrein erhalten, im Stift der Heiligen Ursula werden weitere Gebeine geborgen und die Bevölkerung freut sich auf das Ende der Fastenzeit. Genau in dieser Zeit geschieht ein Mord im Dom, dem weitere Morde folgen, Erzbischof Philipp von Heinsberg verlangt die Aufklärung noch vor Ostern.

Imbert von Grandmont ist eigentlich nur nach Köln gekommen, um Gebeine vom Ursulaacker für sein Kloster zu erbitten, doch dann findet er sich als Mordverdächtigen wieder. Da die Ermittlungen mehr schlecht als recht vonstatten gehen, nimmt er selbst welche auf, schließlich möchte er sich von jedem Verdacht reinwaschen.

Köln im Mittelalter, die wichtigsten Heiligen der Stadt, Reliquien, Morde – für mich als Kölnerin genau der richtige Lesestoff. Außerdem ein Autor, den ich noch nicht kenne, ich war sehr gespannt darauf, diesen Roman zu lesen. Und er packte mich auch sehr schnell, und hat mich bis zum Ende gut unterhalten.

Schon die Protagonisten haben es mir angetan, vor allem Imbert, der Mönch, der nicht nur sehr gewitzt, sondern auch sehr sympathisch ist. Aber nicht nur er, auch seine Mitstreiter sind gelungen. Besonders gut gefällt mir Jaspar, der sich Sorgen um seinen Freund Zacharias macht, der eine geistige Behinderung hat, und sich ebenfalls verdächtig macht. Insgesamt ist es dem Autor gelungen, eine ganze Reihe sehr unterschiedlicher, durchaus vielschichtig charakterisierter und authentisch wirkender Personen zu kreieren, die den Roman zusätzlich lesenswert machen. Schön auch, dass durch das Ursulastift auch einige interessante Frauengestalten mitwirken.

Der Fall ist interessant, nicht nur wegen des Settings, er gibt dem Leser auch die Möglichkeit mitzuraten, und macht neugierig auf die historischen Hintergründe. Heute kennt man z. B. als Besucher den Schrein der Heiligen Drei Könige, hier kann man etwas über seine Entstehungsgeschichte erfahren. Erzählt wird bildhaft, unterhaltsam und recht spannend. Die Auflösung ist nachvollziehbar und verknüpft die offenen Fragen.

Auch das Nachwort des Autors ist interessant zu lesen, erfährt der Leser doch hier einige Hintergründe.

Der historische Kriminalroman hat mich sehr gut unterhalten, er führt den Leser in ein mittelalterliches Köln, das Setting um die Gebeine der Heiligen Drei Könige und die Reliquien der Jungfrauen der Heiligen Ursula ist passend gewählt, der Roman ist spannend und unterhaltsam mit gelungenen Charakteren und einem interessanten Fall. Ich vergebe sehr gerne eine Leseempfehlung für alle Fans historischer (Kriminal)Romane. 85°

04.04.2009 14:53:15
Silke Bayer

"Einer der besten Mittelalterkrimis auf dem deutschsprachigen Buchmarkt", so war in einer Rezension der Zeitschrift "Karfunkel" zu lesen. Für mich Anlass genug, in die nächste Buchhandlung zu gehen. Der Kauf hat sich gelohnt: Schnelle Szenenwechsel mit offenem Ende halten die Spannung hoch, das Finale überrascht völlig, das Thema Reliquien in Köln ist hochinteressant und gut umgesetzt. Ein umfangreicher Anhang verrät den historischen Hintergrund - völlig verblüfft war ich, dass es die "heiligste Reliquie der Welt", hinter der die Helden und Bösewichte her sind, tatsächlich gegeben hat.
"Reliquiem" hat eine saubere, klare Sprache, das Buch ist trotz seiner über 400 Seiten flüssig und flott zu lesen (in Schätzings "Tod und Teufel" wimmelt es hingegen nur so von störenden Wörtern, die sprachlich überhaupt nicht ins mittelalterliche Köln gehören, etwa Melange, Kilometer, Kurtisane usw.).
Unterm Strich: "Reliquiem" ist absolut empfehlenswert!

14.03.2009 14:49:13
tassieteufel

Auf dem Klappentext stand zu lesen: Ein faszinierender,mitreißender und brillant recherchierter Kirminalroman aus dem Mittelalter. In der Tradition von Frank Schätzings Tod und Teufel! Sicher ist das Buch sehr gut recherchiert, das sieht man auch an den sehr interessanten Ausführungen im Anhang, aber so richtig begeistert hat das Buch mich nicht und es reicht meiner Meinung nach auch nicht an Frank Schätzings Tod und Teufel heran.
Zum einen ist das Buch vom sprachlichen Stil her sehr einfach gehalten und hat mich eher an einen Jugendroman als an einen Krimi für Erwachsene erinnert. Durch die kurzen, die Schauplätze wechselnden Kapitel läßt sich das Buch zwar flüssig lesen, es wird auch nie richtig langweilig, aber richtig spannend wird es eben auch nicht, die Geschichte plätschert so vor sich hin, von der Angst die im Ursulastift wegen des unbekannten Mörders umgeht, konnte ich als Leser nichts spüren, auch Imberts Schlußfolgerungen waren oft
nicht nachzuvollziehen und schienen eher aus der Luft gegriffen, als durch Ermiitlung zu Stande gekommen.
Der Plot und die Auflösung waren ganz originell, wobei ich auch hier sagen muß, das die Motive des Mörders nicht so ganz schlüssig waren. Mit richtig guten Mittelalterkrimis wie dem schon genannten Tod und Teufel oder Cay Rademachers In Nomine Mortis kann Reliquiem aber keinesfalls mithalten.

Fazit: vom Plot her ist das Buch recht interessant, gut recherchiert ist es auf jeden Fall, aber der sprachliche Stil des Buches war mir zu einfach um wirklich zu überzeugen, außerdem fehlt es eindeutig an Spannung und die Figuren waren mir zu oberflächlich und ohne Tiefgang gezeichnet. 60° von mir, da gibt es wirklich besseres.

14.01.2009 07:57:42
J. Kroppa

Hallo zusammen.
Das Buch habe ich mir gekauft, weil der Autor ein "alter Bekannter" von mir ist. Tod und Teufel sowie andere historische Romane habe ich gerne und mit Begeisterung gelesen. Da hatte Reliquiem schon einen "schweren Start", verbunden mit hohen Erwartungen.

Und was soll ich sagen?
Super!!! Spannung, interessante Handlung, 1 a Schreibstil, Fesselung pur. Keine billige Kopie, kein Abklatsch von andern großen Werken
Reliquiem hat meine Erwartungen absolut erfüllt und noch übertroffen. Kann man da auf einen Nachfolger hoffen?