Scarlet - Herr der Wälder

Erschienen: Januar 2008

Bibliographische Angaben

  • Lübbe, 2007, Titel: 'Scarlet', Originalausgabe

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Carsten Jaehner
Verschwörung der Normannen gegen König Wilhelm den Roten

Buch-Rezension von Carsten Jaehner Okt 2008

Kurzgefasst:

Britannien Ende des 11. Jahrhunderts. Die Normannen halten das friedliche Wales besetzt. König William der Rote hat den Baronen freie Hand gegeben, zu plündern und zu morden. In ihrer Verzweiflung wenden sich die Menschen an Bran ap Brychan, den man den Rabenkönig nennt und dessen Taten Legende geworden sind. Sie wollen Gerechtigkeit und Freiheit, und sie sind bereit, dafür zu kämpfen. Einer von Brans Getreuen ist der Bogenschütze Will Scatlocke, der sich selbst Scarlet nennt. Seit vielen Generationen diente seine Familie als Vasallen eines angelsächsischen Adeligen am Ufer des Tyne. Dann enteignete der König sie mit einem Federstrich. So floh Will Scarlet in die Wälder und schloss sich der Schar von Geächteten um den Rabenkönig an. Doch nun hat man Will in den Kerker geworfen, für ein Verbrechen, das er nicht begangen hat. Ihm droht der Tod durch den Strang. Oder er soll den König der Raben und dessen verschworene Schar von Geächteten verraten. Aber das wird Will Scarlet niemals tun.

 

 

 

Im Wales des elften Jahrhunderts ist Britannien immer noch von den Nromannen besetzt. Im Landstrich Elfael herrscht immer noch das Geschlecht der de Braoses, die sich dieses Land ergaunert haben. Bran up Brychan, ein junger Prinz, lebt mit seinen Gefolgsleuten in den Wäldern, verfolgt von den Schergen des Grafen und denen des Sheriffs. In Gestalt eines überdimensionalen Raben rauben sie von den Reichen, um den Armen zu geben.

Dieser Gruppe schließt sich Will Scatlocke, genannt Scarlet, an, um seine Dienste den Gesetzlosen und der Führung von Bran anzubieten. Er kann sehr gut mit Pfeil und Bogen umgehen und wird gerne aufgenommen, vor allem von der gerade verwitweten Nóinína und ihrer kleinen Tochter. Bei einem ihrer Raubzüge erbeutet sie neben einem Ring auch ein paar noble Handschuhe und eine Schriftrolle, die allerdings niemand von ihnen entziffern kann. Erst in einem Kloster, in dem sie Freunde haben, kann man ihnen weiterhelfen, doch verstehen sie den Inhalt der Botschaft nicht - noch nicht.

Erst als Will in Gefangenschaft gerät, hat er Zeit, sich über den Inhalt Gedanken zu machen und deckt so eine Verschwörung auf, die den amtierenden König Wilhelm vom Thron stürzen könnte. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt, und schließlich muss er ja zunächst einmal die Gefängniszelle verlassen und Bran benachrichtigen. Dann wird es für alle sehr eng...

Angenehme Erzählsprache

Der zweite Roman aus Stephen Lawheads Robin Hood-Trilogie liest sich ebenso flüssig wie sein Vorgänger und verwendet die bekannten Motive erneut. Wer die Sage um den Mann aus Sherwood Forest kennt, wird hier einige Handlungsstränge wiedererkennen, wenn auch in abgewandelter Form. Aber das tut dem Roman keinen Abbruch, er ist spannend, zumal er teilweise aus der Sicht von Will Scarlet erzählt wird.

In Gefangenschaft des Klosters unter Abt Hugo, der auch zu den Schergen des Barons de Braose gehört, erzählt Will dem Mönch Odo seine Geschichte. Im Wechsel mit den Geschehnissen bis zu seiner Gefangenschaft entsteht so ein geschickt verwobener Roman, der bisweilen sogar recht spannend, aber durch Wills Gefangenschaft auch ein Stück weit vorhersehbar ist. Immerhin sind die Erzählungen des Lebens im Wald gelungen, und das Eintauchen in die politischen Verhältnisse der Zeit ist trotz allem interessant.

Die "Bösen" sind interessanter als die "Guten"

Leider bleiben einige Figuren recht blass, wie beispielsweise Bran, der, wie der Titel bereits verrät, nicht die Hauptperson des Romans ist. Obwohl Kopf der Rabenbande, hätte man ihm mehr Raum im Roman gegönnt, und auch das Geplänkel mit Prinzessin Mérian, die sich wohl mehr eine Art Hassliebe verbindet, kommt viel zu kurz. Im Gegensatz dazu bekommen die "Bösen" mehr Raum, wie der Marschall Guy de Gisburne oder der Sheriff Richard de Glanville. Die kleinen Grausamkeiten verleihen dem Roman und der Glaubwürdigkeit ihrer Person die rechte Würze. Anscheinend geben die "Bösen" - wie meist - doch mehr her als die "Guten".

Die Geschichte ist geschickt konstruiert und der Plot am Ende gut entwickelt. Auch wenn es Bran und seine Leute schaffen, bis zum König persönlich vorzudringen, kann man ahnen, dass dies nicht das Ende der Geschichte sein wird und daher der Gerechtigkeit (noch) nicht genüge getan sein wird - immerhin fehlt noch ein Roman zum Abschluß der Trilogie.

Mit einer Karte und Anmerkungen zur Aussprache sowie einem historischen Nachwort des Autors werden die 450 Seiten des Romans optimal ergänzt. Warum der Roman im Deutschen den Untertitel "Herr der Wälder" bekommen hat, bleibt allerdings bis zum Schluß schleierhaft. Wer eine Neuerfindung der Robin Hood-Geschichte erwartet, sollte diesen Roman meiden oder zumindest zuvor den ersten Teil Hood lesen, damit er weiß, was ihn erwartet. Scarlet ist allerdings in sich etwas geschlossener und flüssiger erzählt als Hood. Wer eine nette Abenteuergeschichte aus der mittelalterlichen Geschichte Wales' lesen möchte, ist mit diesem Buch bestimmt gut beraten, sollte aber nicht zu viel erwarten. Eine nette Geschichte, nach der man den dritten Teil Tuck auch bestimmt gerne lesen wird.

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