Irrwetter

Erschienen: Januar 2006

Bibliographische Angaben

  • Droemer-Knaur, 2006, Titel: 'Irrwetter', Originalausgabe

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Eiergroße Hagelkörner regnet es, und der Himmel verfärbt sich giftgrün, als Anntraut Reiser geboren wird. Ein Kind, das Unglück bringt, das steht für die Dorfbewohner fest. Selbst die Mutter erstarrt vor Angst. Doch erst ein schwerer Schicksalsschlag führt dazu, dass Anntraut den alten Aberglauben hinter sich lässt.

Auf dem Land sind die uralten Riten und Gesetze stärker als jede offizielle Religion und Politik. Als Mädchen stellt Anntraut noch vorwitzige Fragen, doch als junge Frau fügt sie sich schließlich den Erwartungen der Gemeinschaft und setzt alles daran, die Umstände ihrer Geburt vergessen zu machen. Hilfsbereit und selbstlos ist die Anntraut, sagen die Dorfbewohner, und eine Vorzeigechristin. Bis zu jenem Tag, an dem ihr Sohn ums Leben kommt und der Glaube ihr keinen Trost mehr spenden kann. Anntraut beginnt gegen den Fluch, der ihr Leben zu beherrschen scheint, aufzubegehren - und wird in ihrem großen Schmerz wieder sie selbst.

 

Irrwetter

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Letzte Kommentare:
18.05.2009 15:19:46
ImNeu

Das Buch ist mir beim Stöbern in einer Buchhandlung eher zufällig in die Hände gekommen, und ich habe es mit großem Interesse gelesen. Besonders gut gefallen hat mir, wie es der Autorin gelungen ist, die einzelnen Charkatere herauszuarbeiten. Man hat sie wirklich buchstäblich vor Augen.

Was mich ebenfalls sehr fasziniert hat, ist die Art, wie die sogenannte "gute alte Zeit" beschrieben wurde - so gut wie ihr Ruf scheint sie ja doch nicht gewesen zu sein.

Es hat mich sehr betroffen gemacht, welche Macht der Aberglaube doch besitzt - heute tritt an dessen Stelle oft die Esoterik, die nicht minder schwere Folgen haben kann!!!

Das Leben der Anntraud wird wirklich sehr plastisch und realistisch beschrieben, einzig der Schluss des Buches ist meiner Meinung nach ziemlich weit hergeholt und stark übertrieben - schade!

Im Großen und Ganzen ist es aber ein sehr empfehlenswertes Buch, und ich würde mich auch nicht scheuen, es zu verschenken.

11.10.2008 11:35:27
MyLady

Ganau die Beweggründe die Toma zum lesen dieses Romanes animierten haben mich auch dazu getrieben ihn zu lesen!
Auch ich lebe auf dem Land in der kleinsten Gemeinde in unserem Landkreis mit gerade mal 600 Einwohnern.
Auch hier ist es oftmals der Fall, auch heute noch, das man Flecken aus der Vergangenheit nicht mehr auswaschen kann, sprich " Den sei Vater des war a Säufer, da konn ja aus dem Buam nix gescheites werden!" Oder ähnliches.

Monika Bittl hat es geschafft ihre Geschichte so zu schreiben das ich sie auf unser Dorf ausgelegen konnte! Die Protagonisten hatten die Gesichter meiner Nachbarn, bitte nicht übel nehmen:-)
Das ganze Buch war geschrieben als würde ich einen Film schauen! Als Anntrauts Vater in den Krieg zog oder heimlich kurz nachhause kam sah ich meinen Opa in dem alten Bauernhaus.
Die Beschreibung des Landlebens, der Eigenheiten eben dieser Dorfgemeinschaft ist hervorragend getroffen. Keine sagt offen das er an die Geschichte mit dem Grünen Himmel glaubt aber wehe einer tritt die Lawine los.
Eiskalt lief es mir über den Rücken als ich die Stelle von Anntrauts Geburt las mit den Silberdisteln!
Mein Fazit: Ein super Roman der, wie Toma schon sagte, keinesfalls als Heimatroman deklariert werden darf. Er erzählt nicht nur die Geschichte eines unglücklich geratenen Lebens sodern auch den Wandel der Zeit und den Fortschritt!
Echt empfehlenswert!!!

27.09.2008 22:48:48
toma

Ich wollte dieses Buch lesen, weil mein Mann auf einem Dorf in Bayern groß geworden ist und ich bei meinem ersten Besuch dort erfahren musste, dass es für ein weibliches Wesen "nicht schicklich" war ausser bei Hochzeiten oder "Leichenschmaus", mit ins Wirtshaus zu gehen. In Bayern gingen die Uhren sogar 1972 noch anders :-)

Anntraut Reiser wurde 1936 geboren, während eines Hagelsturms, bei dem sich der Himmel grün färbte, nach einem alten ländlichen Aberglauben ein böses Zeichen. Sie ist das Unglückskind, von den Kindern verspottet, von den Erwachsenen mit Vorsicht behandelt. Ihre eigene Mutter zerbricht daran.
Anntraut versucht, es allen Recht zu machen, um die Umstände ihrer Geburt vergessen zu machen. Sie ist eine brave Tochter, eine gehorsame Ehefrau, gute Mutter und fromme Christin. Dabei merkt sie oft selbst, dass sie ihr wahres ICH verleugnet. Erst mit fast 70 Jahren beginnt sie, aufzubegehren und ihren eigenen Weg zu gehen.

IRRWETTER ist alles andere, als ein "Heimatroman", wie man vielleicht zunächst denken könnte.
Monika Bittl beschreibt das Leben der einfachen Leute in einer klaren, bildhaften Sprache. Die Kriegsjahre, in denen Anntraut aufwächst, hinterlassen auch in dem abgelegenen Dorf Spuren.
In einem so überschaubaren Kreis, wo Jeder Jeden kennt, fallen Feigheit, Verrat, aber auch Menschlichkeit ganz besonders ins Gewicht. All das schildert die Autorin so plastisch, dass einem der kleine Ort und seine Bewohner praktisch "vor Augen" stehen.
Als die Zeiten sich bessern, findet auch Anntraud ein paar Jahre zumindest Zufriedenheit, bis ein furchtbarer Schicksalsschlag sie wieder daran erinnert, dass ein Fluch über ihr und ihrer Familie liegt.

Bis dahin war das Buch recht interessant, bisweilen sogar unterhaltsam zu lesen, aber mit diesem Ereignis wurde es wirklich spannend. Ich muss sagen, dass diese Wendung mich völlig überrascht hat und ich das Buch bis zum verblüffenden Ende nicht mehr aus der Hand gelegt habe.

Ein wirklich toller Debutroman, für den ich 95° gebe