Die Kalligraphin

Erschienen: Januar 2008

Bibliographische Angaben

  • Heyne, 2008, Titel: 'Die Kalligraphin', Originalausgabe

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Rita Dell'Agnese
Zwei Welten werden verbunden

Buch-Rezension von Rita Dell'Agnese Jul 2008

Kirsten Schützhofer hat sich in ihrem jüngsten Buch einem Kapitel der Geschichte zugewandt, das nur sehr selten überhaupt angesprochen wird: bei Kriegen erbeutete Sklaven in Deutschland. Dabei hat die Autorin jedoch nicht mit dem erhobenen Mahnfinger gearbeitet. Habar und ihr Bruder Ibrahim, die der türkischen Oberschicht entstammen, allerdings aus dem ungarischen Ofen kommen, werden von einem schmierigen Soldaten erbeutet. Dieser erhofft sich vor allem von Habar einige entspannende Stunden. Doch noch bevor der Soldat das noch nicht einmal zwölfjährige Mädchen missbrauchen kann, nimmt ihm der aus gutem Hause stammende Georg von Hartleben die beiden Kinder beim Spiel mit gezinkten Würfeln ab.

Die Kalligraphin

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Letzte Kommentare:
09.10.2013 21:36:44
hasirasi2

Ich habe das Buch auf dem "Grabbeltisch" entdeckt und eigentlich nur gekauft, weil ich mich für alte Bücher und Schriften und damit auch für Kalligraphie interessiere. Da ich nicht besonders viel von dem Buch erwartete (nur ein hoffentlich kurzweiliges Lesevergnügen), war ich umso überraschter, das mich es mich von der ersten Seite an gefesselt hat und ich es in 2 Tagen durchgelesen habe.
Wie schon in der obigen Inhaltsangabe beschrieben, geht es um eine junge Türkin (Habar) die zusammen mit Ihrem aus Ungarn verschleppt und versklavt wird. Leider trennen sich die Wege der Geschwister bald und doch berühren sich ihre Schicksale im Laufe der Jahre immer wieder. Ihr Bruder wird irgendwann Christ und fügt sich fast natlos in seine Umgebung ein, veschließt seine Herkunft tief in sich, während Habar immer "gespalten" bleibt und ihr altes Leben und ihre Kultur nicht vergessen kann.
Es ist ein sehr schönes stilles und doch aufwändiges Buch, das den geneigten Leser zu fesseln weiß. Ich bin nachhaltig beieindruckt.

15.02.2009 02:22:15
Nomadenseele

Kurzbeschreibung
Eine starke Frau zwischen Kunst und Verbrechen

1689: Als Sklavin gelangt die junge Habar aus ihrer Heimat Ungarn auf das Gut Schwarzbach in Sachsen. Dort wird das exotisch aussehende Mädchen bestaunt, aber auch wegen seiner Fremdartigkeit und seines muslimischen Glaubens angefeindet. Kraft schöpft sie aus der Kunst der Kalligraphie, die ihr Vater sie gelehrt hat. Als sie jedoch gezwungen wird, diese besondere Fähigkeit zur Fälschung von Dokumenten einzusetzen, gerät Habar in höchste Gefahr … Ein opulenter, genauestens recherchierter historischer Pageturner - mit Zeittafel und Glossar.

Über den Autor
Kirsten Schützhofer, 1972 geboren, war als Englischlehrerin in der Erwachsenenbildung tätig, bevor sie 1999 in Leipzig den Studiengang Bibliothekswesen begann. Sie verbrachte längere Zeit am Goethe-Institut in Bordeaux sowie in Bibliotheken in Colmar und in den Archives de Paris. Heute arbeitet sie als Bibliothekarin.




Normalerweise mag ich historische Romane nicht, vor allem nicht solche, die in irgendeiner Form auf -in enden, wie die Buchhändlerin, die Schneiderin und blablabla - historisch verbrämter Mist a`la *Ein Frau geht ihren Weg* mit obligatorischen Bösewicht, der ihr irgendetwas mißgönnt obendrein.
Ganz anders kommt *Die Kalligraphin* (ein leider sehr irreführender Titel) daher:
Die Beutetürkin ist ein Spielball ihrer Umwelt und hat ihr Schicksal nicht in der Hand. Zusammen mit ihrem Bruder Ibrahim muß sie sich an fremde Sitten und Gebräuche anpassen; sehr schön wird immer wieder von den Schwierigkeiten erzählt, die es mit sich bringt, einer fremden Kultur zu begegnen oder gar in ihr Leben zu müssen.

Ich hätte im übrigen nie geglaubt, dass es im 18. Jahrhundert in Deutschland noch Sklaven gegeben hat. Bis jetzt habe ich immer lieber historische Romane gelesen, die in Italien, England, Frankreich, Spanien oder gar im Orient spielen. Auch im Studium habe ich es bis jetzt geschafft, Deutschland weitestgehend außen vor zu lassen. Vielleicht sollte ich das ändern, die deutsche Geschichte scheint doch fazinierender zu sein, als es auf den Blick scheint - davon, dass es ein bißchen peinlich ist, die Geschichte anderer Länder besser zu kennen, als die des eigenen Landes mal ganz abgesehen.

Fazit:
Ein historischer Roman, der Anspruch und Lesevergnügen verbindet und sich so wohltuend aus der Masse abhebt.