Die Bernsteinsammlerin

Erschienen: Januar 2009

Bibliographische Angaben

  • Droemer-Knaur, 2009, Titel: 'Die Bernsteinsammlerin', Originalausgabe

Couch-Wertung:

76

Leser-Wertung

-
Zum Bewerten, einfach Säule klicken.
1 50 100

Zum Bewerten, einfach Säule klicken.

Bitte bestätige - als Deine Wertung.

Gebe bitte nur eine Bewertung pro Buch ab, um die Ergebnisse nicht zu verfälschen. Danke!

0 x 91-100
2 x 81-90
0 x 71-80
0 x 61-70
0 x 51-60
0 x 41-50
0 x 31-40
0 x 21-30
0 x 11-20
0 x 1-10
B:85
V:1
W:{"1":0,"2":0,"3":0,"4":0,"5":0,"6":0,"7":0,"8":0,"9":0,"10":0,"11":0,"12":0,"13":0,"14":0,"15":0,"16":0,"17":0,"18":0,"19":0,"20":0,"21":0,"22":0,"23":0,"24":0,"25":0,"26":0,"27":0,"28":0,"29":0,"30":0,"31":0,"32":0,"33":0,"34":0,"35":0,"36":0,"37":0,"38":0,"39":0,"40":0,"41":0,"42":0,"43":0,"44":0,"45":0,"46":0,"47":0,"48":0,"49":0,"50":0,"51":0,"52":0,"53":0,"54":0,"55":0,"56":0,"57":0,"58":0,"59":0,"60":0,"61":0,"62":0,"63":0,"64":0,"65":0,"66":0,"67":0,"68":0,"69":0,"70":0,"71":0,"72":0,"73":0,"74":0,"75":0,"76":0,"77":0,"78":0,"79":0,"80":0,"81":1,"82":0,"83":0,"84":0,"85":0,"86":0,"87":0,"88":0,"89":1,"90":0,"91":0,"92":0,"93":0,"94":0,"95":0,"96":0,"97":0,"98":0,"99":0,"100":0}
Rita Dell'Agnese
Von der Fingerfertigkeit, die das Überleben sicherte

Buch-Rezension von Rita Dell'Agnese Jul 2008

Kurzgefasst:

Lübeck 1806: Die Thuraus sind eine Familie, die durch den Handel mit Wein reich und mächtig geworden ist. Ihre Tochter Femke aber, deren meeresgrüne Augen schon so manchen fasziniert haben, zaubert aus dem Bernstein, den sie am Ostseestrand sammelt, wahre Meisterwerke, denen man sogar magische Fähigkeiten nachsagt. Als die Familie aufgrund der Bedrohung durch Napoleons Truppen in wirtschaftliche Bedrängnis gerät, ist es Femkes Talent, das den Thuraus das Überleben sichert. Femke ahnt nicht, dass sie ein Findelkind ist und dass ein dunkles Geheimnis in ihrer Herkunft sie mit dem Stein verbindet, der ihr Schicksal ist...

 

Femke hat es gut - ihre Mutter legt sie als frisch geborenes Baby auf die Schwelle eines jungen Paares, das sich nichts sehnlicher wünscht, als ein Kind zu haben. Die beiden nehmen das Findelkind als ihre eigene Tochter an und lassen sie in einer Umgebung voller Liebe und Reichtum aufwachsen. Doch dann bricht über die freie Hansestadt Lübeck der Krieg herein. Französische Truppen unter Napoleon besetzen die Stadt. Die ehemals wohlhabenden Thuraus, die vor allem mit französischem Wein handelten, stehen vor dem Nichts. Einzig Femkes Talent, aus unscheinbaren Bernsteinklumpen filigrane Kunstwerke zu schaffen, kann sie vor dem Untergang und der Not retten. Doch Femke zahlt einen hohen Preis dafür, ihre Familie zu schützen.

Gut eingefangene Atmosphäre

Die Geschichte, in deren Mittelpunkt die junge Femke mit ihrer geheimnisvollen Herkunft steht, lebt von der atmosphärisch dichten Schilderung der Autorin. Sie versteht es sehr gut, die Angst und Verzweiflung der Lübecker wiederzugeben, die jahrzehntelang geglaubt hatten, ihnen könnte nichts passieren, die sich dann aber plötzlich fremden Mächten ausgesetzt sahen. Mit der Familie Thurau hat Lena Johannson eine für diese Zeit typische Kaufmannsfamilie gewählt, die versucht, mit den neuen Begebenheiten umzugehen. Lena Johannson gelingt es mühelos, in ihren Roman die düstere, oft hoffnungslose Stimmung wiederzugeben, die die Menschen Lübecks in ihrer Umklammerung hält. Sehr schön ist der Einstieg in den Roman, der es schnell schafft, die Leser in die Geschichte hinein zu begleiten. Sehr gut eingearbeitet ist die Geschichte rund um den Bernstein, die dem Roman ein besonderes Gepräge gibt.

Eine etwas farblose Heldin

Femke mit ihrem flammend roten Haar bleibt leider trotz allem etwas farblos. Zwar ist erkennbar, wie sich das verwöhnte Kind aus behütetem Haus in eine junge Frau, die sich dem Leben stellt, verwandelt, doch hätte man sich von dem Mädchen die eine oder andere Ecke oder Kante gewünscht. So bleibt Femke den ganzen Roman über das liebe Mädchen, das - etwas verängstigt zwar - an die große Liebe glaubt und bereit ist, dafür einiges auf sich zu nehmen. Allerdings passt Femke gut ins Bild des Romans, und so bleibt die Geschichte stimmig, auch wenn die Protagonistin nicht nur überzeugt.

Solide Sprache

Lena Johannson kann auch mit der unprätentiösen Sprache punkten. Das Buch liest sich flüssig und ohne große Hürden, kann durch die Sprache aber doch sehr lebendige Bilder hervor rufen, die dem Roman zusätzliche Tiefe verleihen. Nicht ganz so konstant ist hingegen der Spannungsbogen. Immer mal wieder verliert sich die Autorin hier in Längen, die sich dem Lesefluss etwas in den Weg stellen. Es ist aber nie so ausgeprägt, dass Langeweile aufkommen könnte.

Die Bernsteinsammlerin ist ein Roman für jene Leserinnen und Leser, die sich für das 19. Jahrhundert interessieren und sich mit der Geschichte der freien Hansestädte auseinander setzen mögen. Wer atemlose Spannung sucht, wird eher enttäuscht. Wer die gut beobachteten Details liebt, wird das Buch mögen.

 

Die Bernsteinsammlerin

Die Bernsteinsammlerin

Deine Meinung zu »Die Bernsteinsammlerin«

Hier kannst Du einen Kommentar zu diesem Buch schreiben. Wir freuen uns auf Deine Meinungen. Ein fairer, respektvoller Umgang sollte selbstverständlich sein. Danke!

Letzte Kommentare:
13.04.2009 08:43:39
Eliza08

Ich habe das Buch vor zwei Tagen angefangen und (fast) an einem Stück ausgelesen. Ich wollte es nicht mehr aus der Hand legen.
Das Buch erzählt die Geschichte von Femke. Femke wird von ihrer Mutter, an einem Sommerabend vor das Haus der Thuraus abgelegt, weil sie das Kind nicht behalten kann (so steht es in dem Brief, der bei dem Kind gefunden wird). Die Thuraus nehmen sich Femke an, da sie keine eigenen Kinder haben und erziehen sie als wäre sie ihre Tochter. Bei Femke wurde neben dem Brief auch ein besonderes Bernsteinammulett gefunden. Dieser Stein fasziniert Femke sofort, so dass sie später, als sie Meister Delius (einen alten Bernsteindreher) kennen lernt, sofort ihrer Liebe zum Bernstein vertiefen will.
Schon bald fertigt sie Stücke die ihrer Familie das Auskommen während des Krieges sichern.
Lena Johannson ist ein beeindruckender Roman über eine mutige und eigenwillige Frau gelungen.
Allein das Ende der Geschichte hätte ich mir anders gewünscht (genaueres wird aber nicht verraten ;-) ) Dennoch bleiben für mich schöne Lesestunden in Erinnerung.

28.02.2009 01:04:51
Nomadenseele

Bis zur Hälfte des Buches dachte ich: *Was für ein Dreck, dieser Roman erfüllt alle Klischees, die ich an historischen Romanen hasse*. Das hat er zwar bis zum Ende durchgehalten, aber immerhin war es unterhaltsam:

Findelkind (immerhin mal nicht von adeliger Herkunft) hat besondere Begabungen, ist natürlich eine Frau, gerät in Kriegswirren, hat Vorahnungen, die sich alle erfüllen hält mit ihrer Begabung die Familie über Wasser und findet natürlich auf unwahrscheinlichste Art und Weise ihre richtige Familie. Kurzum, das Buch läßt absolut nichts aus, aber ist dafür sehr unterhaltsam. Allerdings gibt es für meinen Geschmack zuviele Zufälle, aber das gehört zum Genere Kitsch-Historienroman wohl dazu.

Fazit:
Ausgesprochen unterhaltsam, wenn man bis zur Mitte durchhält und damit leben kann, dass einem klischeemäßig nichts erspart bleibt.

23.02.2009 19:00:31
arno

Es hat keine 2 Tage gedauert und das Buch war ausgelesen. Die Handlung spielt zur Zeit Napoleons und Königin Luise von Preusen. Es ist ein Buch in dem Kein Schlachtgetümmel beschrieben wird, sondern wie die Leute in einer besetzten Stadt unter erschwerten Bedingungen leben müssen. Es ist ein Buch der sanften Töne welche sich einem ins Herz schleichen und einem Anteil nehmen lässt am Schicksal des Lü- becker Mädchens Femke. Das Buch bekommt 87 Punkte

23.02.2009 17:44:30
Margret Jennrich

Ich habe an einer Lesung von Frau Johannson teilgenommen wo sie ihr Buch vorgestellt hat. Es hat mich so in den Bann gezogen, dass ich noch in der Nacht angefangen habe das Buch zu lesen. Es ist wunderbar geschrieben und man kann sich gut in die einzelnen Personen und die Zeit in der es spielt hinein versetzen. Ich freue mich schon auf das folgende, von ihr schon angekündigte Buch: Die Tochter der Bernsteinsammlerin.