Der verborgene Brunnen

Erschienen: Januar 2008

Bibliographische Angaben

  • Piper, 2008, Titel: 'Der verborgene Brunnen', Originalausgabe

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Rita Dell'Agnese
Eine berührende Story mit Potential - aber leider auch einigen Schwächen

Buch-Rezension von Rita Dell'Agnese Jul 2008

Kurzgefasst:

Ende des 10. Jahrhunderts in Südfrankreich: Nachdem aus der geplanten Hochzeit mit dem alten Witwer nichts geworden ist, kauft sich die junge Kassia, eine sarazenische Schönheit, von ihrer Mitgift ein Häuschen mit etwas Land. Doch die Sommerhitze trocknet den Boden aus. Auch der örtliche Quellenmeister kann ihr nicht helfen bis dessen Sohn Ramon einen verschütteten Brunnen auf Kassias Land entdeckt. Beim Graben stoßen die beiden jungen Leute auf ein Skelett. Wer ist der Tote? Und warum wollen die Leute im Dorf nichts davon wissen?

 

Kassia kommt als Braut in ein kleines Bergdorf in der Provence. Die junge Frau soll dort einen Witwer heiraten. Für Kassia ein Glück, denn sie wurde als Baby - halb Christin, halb Sarazenin - einst vor den Pforten eines Klosters gefunden und von den Schwestern aufgezogen. Doch es kommt nicht zur Heirat, und so beschließt die 16-jährige Kassia, sich von ihrer Mitgift im Dorf ein kleines Anwesen zu kaufen. Das wird von einigen Dorfbewohnern - vor allem aber den Dorfbewohnerinnen - nicht gerne gesehen, geht doch von der exotischen Schönheit ihrer Meinung nach eine Gefahr für die Ehemänner aus. Kassia muss sich in der Folge nicht nur mit den Widrigkeiten der Natur auseinander setzen, sondern sieht sich auch massiven Anfeindungen gegenüber. Trotzdem versucht sie, sich als Bäuerin auf dem abgelegenen Anwesen zu behaupten. Als in einem alten Brunnen auf ihrem Grundstück ein Skelett entdeckt wird, erwacht Kassias Neugier - doch sie sieht sich einer Mauer des Schweigens gegenüber.

Zu dick aufgetragen

Kassia wird als eine junge, temperamentvolle Frau präsentiert, die sich mehr oder weniger klaglos allen Widrigkeiten stellt. Und genau hier offenbart sich eine der größten Schwächen dieses an sich sehr gefühlvollen und tiefgründigen Romans. Die verschiedenen Charaktereigenschaften, die Kassia auf sich vereint, machen sie zu einem wahren "Übermenschen" - oder zu einer unglaubwürdigen Protagonistin. Denn selbst ein sanftmütiges Ding ohne jeden schlechten Gedanken wäre wohl kaum in der Lage, einer Frau, die durch böswillige Sabotage ihre Lebensgrundlage für die nächsten Monate vernichtet hat, mit Mitgefühl und Empathie entgegen zu treten und auch noch zu versuchen, ihr zu helfen. Da die Autorin immer mal wieder betont, welch heißes Temperament in Kassia tatsächlich wohnt, ist eine solche Reaktion absolut nicht nachvollziehbar. Grundsätzlich folgt der Plot einer an manchen Stellen etwas gar lieblichen Liebesgeschichte - was leider die ganz starken Seiten des Romans etwas in den Hintergrund drängt.

Wasser als Lebensgrundlage

Sehr schön hat Sabrina Capitani den Kampf der Menschen in diesem kleinen Dorf ums tägliche Brot eingefangen. Mit großer Empathie beschreibt die Autorin, wie sich die Dorfgemeinschaft mit wenig Wasser und einigen Entbehrungen durchschlägt. Diese Schilderungen, sowie die starken Bilder der Landschaft, die Sabrina Capitani dank ihrem professionellen Umgang mit der Sprache in den Köpfen der Leser entstehen lassen kann, sind die eigentlichen Juwelen des Romans. Sie alleine heben sich von der Masse der Liebesgeschichten mit historischem Hintergrund ab und machen Der verborgene Brunnen zu einem Leseerlebnis. Die Not der Menschen wird ebenso greifbar, wie das Gefüge in der Dorfgemeinschaft, das nicht nur von positivem Miteinander geprägt ist.

Ambivalente Gefühle

So lässt der Roman den Leser letztlich mit ambivalenten Gefühlen zurück. Zwar kann sich kaum jemand den berührenden Seiten der Liebesgeschichte(n) entziehen, doch macht genau dieser Teil des Romans den Zauber, den die Autorin in die Geschichte eingeflochten hat, zunichte. Es bleibt das Gefühl, dass Sabrina Capitani mit einer etwas zurückhaltenderen Charakterisierung Kassias und einem - vor allem in der Auflösung zum Schluss - etwas weniger plumpen Plot eine wirklich überragende und sprachlich feine Geschichte vorgelegt hätte.

 

Der verborgene Brunnen

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Letzte Kommentare:
29.01.2015 12:26:10
Bücherwurm

Wer sich an einem regnerischen Sonntag einmal hinwegträumen möchte in eine andere Zeit und die wunderschöne Provence, der macht mit diesem Buch von Sabrina Capitani "Der verborgene Brunnen" nichts falsch. Eine liebenswerte und starke Heldin, die auf der Suche nach Ihren Wurzeln nicht nur gegen die Widerstände im kleinen Bergdorf Roubian ankämpft, sondern sich mit Willensstärke und Mut eine eigene Existenz aufbaut. Ist einfache in wunderbarer Zeitvertreib. Die Suchtgefahr für Historien-Roman-Fans ist auf jeden Fall sicher.

Vor allem die lebhaften Beschreibungen der Umgebung und die detaillierte Darstellung alltäglicher Aufgaben in einem Bauerndorf, haben mich in besonderem Maße beeindruckt. Denn endlich wird auch mir als Groß-Städter klar, welche Arbeit und welche Hingabe der Anbau von Getreide und Gemüse benötigt. Trotz mehrerer Rückschläge verfolgt die Protagonistin Kassia ihr Ziel einer eigenen, unabhängigen Existenz zielstrebig. Nicht zuletzt auch, Dank der Hilfe zweier junger Männer erreicht sie dieses Ziel innerhalb eines Jahres.

Aber möchte Sie denn nun wirklich allein und unabhängig bleiben? Oder gibt es da jemanden mit dem sie ihr Leben teilen möchte? Wer das genau wissen möchte, sollte dieses wunderbar fesselnde Buch selbst lesen.Viel Vergnügen dabei!

Achtung: Suchtgefahr! Ich konnte dieses Buch nur schwer wieder aus der Hand legen.

29.03.2014 15:18:33
Silky

Spannend und einfühlsam wird die Geschichte von Kassia erzählt. Einer jungen Frau ,die halb Sarazenin ist und deshalb mit der Ablehnung der Leute in ihrem Dorf leben lernen muss. Stück für Stück kommt alles ans Licht, all das was viele vergessen wollten.
Die Zeilen fliegen nur so dahin und man muss sich immer wieder zwingen zu unterbrechen. Für mich war es ein wahrer Lesegenuss und empfehle jeden lesen,lesen,lesen!!!!

08.05.2009 15:22:53
arno

Wieder eine weibliche Hauptperson in einem Buch, trotzdem bin ich von dem Buch sehr beeindruckt. Ich habe das karge Leben der Bauern miterlebt, wie sie um jeden Strohhalm Korn ringen, ihre Pflanzen im Garten einzeln gießen um sie am Leben zu erhalten. Ich habe gespürt wie die Kassia (auchSabrina) durch das Land gehen und den Duft von Rosmarin und Lavendel in der Nase haben. Ich hab gespürt wie hinter ihr die Dorfweiber ihre köpfe zusammen stecken und über das fremde Mädchen herziehen. Ich habe mich auch über das freundliche Ende gefreut. Bitte weiter so Sabine. Arno

27.09.2008 22:49:05
lesemoni

"Der verborgene Brunnen" war mein 1. Buch von Sabrina Capitani und wird auch nicht mein letztes gewesen sein.Sabrina beschreibt die Protagonisten so lebendig die Orte so genau damit man meint man würde die Geschichte nicht lesen sondern life miterleben und direkt daneben stehen.Es war so wunderschön dieses Buch zu lesen ,ich hab mitgehofft ,mitgebangt ,gelacht und auch geweint.Ich hatte das Buch in 2 Tagen verschlungen weil ich einfach wissen wollte wie es weitergeht.Für mich hätte das Buch noch um ein paar hundert Seiten dicker sein können,denn ich hab mich vor der letzten Seite gefürchtet weil dann dieses wunderbare Buch unmißverständlich zu Ende war.
Bitte ,bitte lest das Buch ,ihr werdet es nicht bereuen.Ich werde mir die anderen Bücher und auch alle Neuerscheinungen auf jeden Fall anschaffen denn diese
Autorin macht süchtig nach ihren Büchern .Von mir gab es 100 Punkte

18.09.2008 08:14:32
Wello

Ein wunderschöner, teilweise poetischer und mit viel Gefühl geschriebener Roman über die junge Kassia und ein kleines Dorf in der Provence. Einige male lief auch etwas wässeriges über mein Gesicht. Leider finde ich nicht die richtigen Worte diese Geschichte zu beschreiben.
Auch ist zu spüren das die Autorin dieser Gegend sehr angetan ist. Bei ihren Landschaftsbeschreibungen kann man den Salbe, Rosmarin und Thymian fast riechen.
Ein wirklich gelungener Roman.

09.08.2008 13:53:05
Martina Mattes

Von den vielen wunderbaren historischen Romanen, die ich schon gelesen habe, ist "Der verborgene Brunnen" einer der hervorragendsten. An diesem Buch stimmt einfach alles (nur schade, dass es nicht in gebundener Form vorliegt): die treffend konzipierten Charaktere, interessant und facettenreich; die spannende Haupt- und die zahlreichen unterhaltsamen Nebenhandlungen; die stilistische Treffsicherheit der Autorin. Ein Buch, das man nach der letzten Seite nur mit einem wehmütigen Seufzer aus der Hand legen mag. Mehr von dieser begabten Autorin!

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