Der Katalane

Erschienen: Januar 2008

Bibliographische Angaben

  • C. Bertelsmann, 2007, Titel: 'The Bodega', Originalausgabe

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88

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Annalena Brix

Buch-Rezension von Annalena Brix Jun 2008

Kurzgefasst:

Vier lange Jahre war Josep Àlvarez im fernen Languedoc, um die große Kunst des Weinmachens zu erlernen - und um sich vor den Schergen zu verstecken, die den Grafen von Reus des Nächtens in Madrid kaltblütig ermordet hatten. Nun, zurück in seinem Heimatdorf, hofft Josep, dass er sich seinen Lebenstraum erfüllen kann. Vollmundigen Wein möchte er auf dem Gut seiner Väter kultivieren. Doch die Reben sind vertrocknet, die Geldforderungen seines Bruders für den Erbhof horrend. Tapfer nimmt Josep zusammen mit seiner Geliebten den Kampf ums Überleben auf, bis ihn die Vergangenheit einholt...

Katalonien 1870. Josep erstarrt, als die Schüsse fallen. Der Mann sollte eigentlich nur verhaftet werden. Aus Angst vor den Schergen, die das Leben des Grafen von Reus Juan Prim auf dem Gewissen haben, flieht Josep über die Grenze ins Languedoc. Im französischen Exil entdeckt er seine Leidenschaft für Wein - und träumt schon bald davon, die Kunst des Weinmachens in seine Heimat zu bringen. Als ihn eines Tages die Nachricht vom Tod seines Vaters ereilt, kehrt Josep zurück. Doch ob es ihm gelingen wird, in einer Region, in der Winzer wie sein Vater bisher nur Essig erzeugen konnten, süffigen Wein zu keltern? Außerdem ist das Familiengut heruntergekommen, die Rebstöcke tragen kaum Frucht. Und sein Bruder, der rechtmäßige Erbe des Hofs, presst aus Josep auch noch den letzten cèntim. Josep beginnt gerade, alle Schwierigkeiten zu meistern, er hat eine Frau gefunden, die seinen Traum teilt, da taucht jener Mann im Dorf auf, der weiß, dass Josep als Einziger den Mord an Juan Prim bezeugen kann. Bleibt Josep wieder nur die Flucht?

 

Als Josep Àlvarez nach Jahren wieder in sein Heimatdorf Santa Eulalia in Katalonien zurückkehrt, ist nichts mehr wie es war. Vor Jahren musste Josep fliehen, weil er ein Verbrechen beobachtet hatte und sich in Sicherheit bringen musste. Inzwischen ist Joseps Vaters gestorben, das Land der Familie ist vernachlässigt und steht zum Verkauf. Sein Bruder Donat, der neue Besitzer, lebt jetzt in der Stadt. Wird Josep den Verkauf des Landes abwenden können?

Gegenwart und Vergangenheit

Nachdem in der Gegenwart ein Kontrakt zwischen den Brüdern geschlossen ist und Josep sich mühsam an die Bestellung des alten Weinbergs der Familie macht, nimmt der Autor den Leser mit in die Vergangenheit Joseps und Santa Eulalias. In diesem Teil erfährt man, wie es dazu kam, dass Josep seiner Heimat den Rücken kehren musste und auch dass er in seiner Abwesenheit im Langeduoc vieles über den Weinbau gelernt hat.
Die Reise in die Vergangenheit ist spannend und ansprechend erzählt. Die undurchsichtigen Machenschaften politischer Gruppen, in die Josep hineingezogen wird, werden zwar nicht eindeutig geklärt, eröffnen aber wesentliche Fragen und Aspekte zu Joseps weiterem Leben. Seine Erlebnisse auf der Reise und in Frankreich lassen ein lebendiges Bild der Figur entstehen.

Zurück in der Gegenwart begleitet der Leser Josep durch alle Höhen und Tiefen bei seinem Versuch seinen Traum zu erfüllen, auf dem Weinberg seiner Familie schmackhaften Wein statt sauren Saft herzustellen. Doch auf dem kargen Land ist das gar nicht so einfach...

Ein Leben für den Wein

Die Hauptfigur des Romans erweist sich als zäher Landarbeiter, der zielstrebig seinen Traum verfolgt. Noah Gordon hat keinen außergewöhnlichen Helden, sondern vielmehr einen sympathischen und greifbaren Protagonisten geschaffen, in dessen Sorgen, Nöte, Hoffnungen und Freuden man sich wunderbar hineinversetzen kann. Fast nebenbei erzählt Gordon außerdem die Geschichte des Dorfes, die Probleme von Fabrikarbeitern in der nahe gelegenen Stadt und viele interessante Details über den Weinbau. So wird die recht einfache Geschichte nie langweilig und man folgt Joseps Leben mit anhaltender Lesefreude. Dass Joseps Herz nicht nur für den Wein schlägt, muss er irgendwann selbst feststellen. So kommt also auch die Liebe ins Spiel, doch die Vergangenheit meldet sich noch mal.

Ganz anders und doch schön!

Man mag kritisieren, dass das Buch wenig aktionsreiche, aufregende Handlung zu bieten hat, aber dafür bezaubert es mit einer ruhigen, gereiften und einfachen Dynamik, die das Leben ausmacht. Der Katalane ist kein Buch, wie man es von Noah Gordon erwartet hätte, es ist anders, und das ist schön! Der Autor erzählt mit viel Liebe zum Detail eine Lebensgeschichte, die dem Leser zudem das Land und den Weinbau näher bringt, die nicht nur Lust auf einen guten Tropfen und einen Spanienurlaub macht, sondern auch viel Identifikationspotenzial mit der Hauptfigur bietet. Nichts für Leser mit Lust auf ereignisreiche Abenteuer, aber ein absoluter Darling für Liebhaber von detaillierten und liebevoll erzählten Geschichten. Ein unterhaltsamer Roman!

 

Der Katalane

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Letzte Kommentare:
14.11.2013 20:35:25
Erika

Vielleicht ist es eine Frage des Alters, ob uns der Katalane gefällt oder nicht.
Ich bin 84 Jahre alt und habe das Buch "Der Katalane" mit großem Interesse und Vergnügen gelesen. Mit viel Liebe zum Detail beschreibt Noah Gordon den Werdegang Joseps und lässt uns seine Freuden und seine Gewissensbisse intensiv miterleben. Gerade, weil mir das Lesen solche Freude gemacht hat, habe ich mir jetzt den "Medicus" noch einmal hergeholt.
Die Jugend ist durchs Fernsehen, durch Handys und das Internet ganz andere Geschwindigkeiten gewohnt als die Älteren, die Handlung muss durchweg spannend sein. Mir ist eine leichte Beschaulichkeit angenehm.

10.07.2013 03:37:27
Sia

Ich bin BEGEISTERT von dem Buch. Mit viel Liebe zum Detail, eine Beschreibung der Weinbergarbeiten und eine kurze Einführung in die spanische Gesc hichte, entführt uns Noah Gordon in eine andere Welt in der es allen Anschein nach ruhig und doch actionreich zugeht. Der Charakter von Josep Alvarez wird ganz wunderbar skizziert, man fühlt mit Josep mit und..ganz ehrlich: man hat Lust auf ein gutes Gläschen Rotwein. Hoffe daß wieder so etwas Ähnliches von Noah Gordon erscheint. Das Buch ist eine willkommene Abweschlung vom Alltag! Ich habe es regelrecht verschlungen!!!

26.04.2010 22:36:25
loti

Im Gegensatz zu den bisherigen Kommentatoren war ich vom „Katalanen“ nicht enttäuscht. Sicherlich ist dieses Buch keine „Saga“ wie der „Medicus“. Gordon erzählt die Geschichte eines einfachen Mannes in der kleinen Welt seines Heimatdorfes. Insofern sind die begrenzte Handlung und der ebenso begrenzte Umfang des Romans durchaus stimmig. Falsche Erwartungen wecken da wohl eher der deutsche Titel und die Aufmachung der gebundenen Ausgabe (Großdruck). Gordon schreibt – wie in allen seinen Büchern – flüssig und fesselnd, so dass man es quasi in einem Rutsch durchliest. Schließlich hat mich der Roman dazu gebracht, anschließend ein weiteres „Spanienbuch“ zu lesen, welches seit über zehn Jahren auf meinem SUB lag.
P.S.: Ich sehe gerade, dass man es selbst in der Taschenbuchausgabe auf über 500 Seiten gebracht hat. Ist mir rätselhaft.

04.01.2009 14:02:57
Eliza

Der Katalane ist ein Buch, welches toll beworden wurde, aber letztlich nicht an seine Vorgänger anknüpfen kann.
Interessant sicherlich für alle die sich für den Weinanbau interessieren. Allen andern sei gesagt: Eine nette Geschichte, aber sie wird euch nicht vom Hocker reißen.
Ich hoffe, dass der nächste Gordon besser wird, denn der Autor kann etwas, dass wissen wir alle.

02.01.2009 21:21:18
cherimole

Der Katalane hat mir nicht besonders gefallen, ich habe das Buch als ziemlich "seelenlos" empfunden. Der Protagonist ist recht "nett" aber es fehlt mir der zündende Funke, der bei mir überhaupt nicht übergesprungen ist. Über den Weinbau bekommt man einiges mit, auch darüber, was für ein mühseliges Arbeiten die Bestellung eines Weinberges damals war. Meinem Mann zuliebe, der Katalane ist, und dessen Verwandschaft in der Gegend lebt, habe ich mich durch den Roman gequält.

14.10.2008 20:57:41
Gerrit

Der Katalane erklärt viel über den Weinanbau, ist jedoch nicht erzählerisch. Die einzelnen Kapitel erscheinen lieblos geschrieben und ergeben nie eine dichte Atmosphäre. Allein durch die vielen Kapitel und Kapitelüberschriften wirkt das Buch "in kleine Stücke gehackt". Das Buch ist eine ziemliche Enttäuschung, Schade um das Geld.

02.08.2008 22:23:01
olympia

Ein Buch, welches einem mit zwiespältigem Gefühl zurücklässt. Wäre „Der Katalane“ nicht von einem so bekannten Schriftsteller verfasst, der mit „Der Medicus“ ein absolutes „muss man gelesen haben“ geschrieben hat, so könnte man dem Katalanen vielleicht mehr abgewinnen.
Der Roman ist eigentlich eine „Lebensabschnitterzählung“. Der Protagonist ist sympathisch und seine Handlungen nachvollziehbar. Jedoch erscheinen alle Figuren etwas farblos, da man weder über das Alter noch das Aussehen informiert wird. Lediglich in die Beweggründe für die Handlungen Joseps wird man eingeweiht, alle anderen Figuren agieren nur als etwas seelenlose Nebendarsteller. Der Beginn lässt auf eine spannende Geschichte hoffen und auch die Rückblenden erklären viel über die Hauptfigur. Aber dann wartet man immer darauf, dass irgendetwas „passiert“, was aber nicht der Fall ist.

Geht man von Vornherein davon aus, dass dies eine Erzählung ohne Höhepunkt ist, so wird man als Leser auch nicht enttäuscht. Man erfährt viel über die Weinkultur, den Anbau von Rebenstöcken und auch das Keltern. Die Geschichte plätschert informativ, aber farblos dahin. Gordon Noah hat aber einige Szenen mit eingebaut, die durchaus auf Spannung hoffen lassen. Jedoch kommt diese nie zu tragen, da sich diese Situationen spätestens fünf Seiten später in Wohlgefallen auflösen.
Wäre dieses Buch ein Erstlingswerk eines unbekannten Autors, würde man sagen, dass dieser Talent hat, aber noch nicht endgültig zu seiner Form gefunden hat. Bei einem Autor vom Format Noah Gordon, ist man über so einen blassen und spannungslosen Roman sehr enttäuscht. Schade.

11.07.2008 21:24:54
horst krautstein

Dieser Roman kann mit den Vorgängern Medicus und Schamane nicht standhalten. In Grossdruck geschrieben, ca 450 Seiten, dass wäre nicht schlimm wäre das Buch interessant, oder spannend oder weningstens so ähnlich wie die beiden Vorgänger. Aber es ist nur langweilig, die Protagonisten sagen mir nichts, die Handlung ist vorhersehbar, du weisst eigentlich nicht, warum du das Buch bis zum Ende liest. Schade, ein Alterswerk, einmal noch mal Geld verdienen, so scheint es.