Der schwarze Saphir

Erschienen: Januar 2008

Bibliographische Angaben

  • Lübbe, 2008, Titel: 'Der Sklavenkönig', Originalausgabe

Couch-Wertung:

56

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Annalena Brix
Karibisch-britischer Cocktail<br> - zu kurz gemixt!

Buch-Rezension von Annalena Brix Mai 2008

Kurzgefasst:

Ingmale, ein afrikanischer Königssohn, wird zu Beginn des 18. Jahrhunderts nach Haiti verschleppt und versklavt. Als er schließlich elend zugrunde geht, hinterlässt er einen magischen schwarzen Stein. Hundert Jahre später verschlägt es den Londoner Tom Elliott auf eine Karibikinsel. Dort kursieren seltsame Gerüchte über den geheimnisvollen Edelstein und einen schwarzen Rebellen namens Fedon. Elliott schenkt den Erzählungen zunächst keinen Glauben, doch als er kurz darauf von Fedon entführt wird, packt auch ihn das Jagdfieber nach dem geheimnisvollen Saphir ...

 

Die Voodoo-Puppe für den Hausgebrauch gibt es heute in jedem zweiten Schnick-Schnack-Lädchen, was leider mit der alltäglichen Veralberung einhergeht. Dabei ist Voodoo-Zauberei ein spannendes Feld, dem immer etwas Mysteriöses anhängt. Das hat sich vermutlich auch Sabine Werz (alias Hannes Wertheim) beim Roman "Der schwarze Saphir" gedacht, denn die geheimnisvollen Flüche und Zaubereien durchziehen die verwickelte Geschichte um den schwarzen Saphir und werden sogar auf die britische Insel importiert.

Ingmales Vermächtnis

";Sklave Nummer 66" ist Ingmales neue Bezeichnung. Er, der als Sohn des Königs von Ika Ibo geboren wurde, befindet sich nun an Bord eines Sklavenschiffes. Auf Haiti angekommen, schindet er sich zu Tode, Ingmale schläft und isst nicht, bis der Tod ihm die letzte Gnade erweist. Sein Geheimnis haben seine Unterdrücker nicht entdeckt, der schwarze Saphir wird mit ihm begraben. Eine Ibo-Frau entnimmt ihn dem Grab und die Bruderschaft Ingmales ist begründet.

Hundert Jahre später begeben sich drei Männer auf die Spuren Ingmales und des schwarzen Saphirs: Der Londoner Tom Elliott, der Rebell Julien Fedon und der Sklave Phileas. Sie begegnen sich auf Grenada, wo nicht alle drei freiwillig zum gemeinsamen Abenteuer aufbrechen. Doch schließlich verfolgt jeder sein eigenes Interesse. Phileas will die Seele seines einstigen Dienstherrn Broderick Kellynch retten, Fedon jagt dem Saphir hinterher und Elliott sucht nach einem Familiengeheimnis, welches mit Vivian Kellynch, Brodericks Tochter, in Zusammenhang steht.

Rebellische Charaktere

Julien Fedon ist der wiedergekehrte Rebell in der Geschichte. Allerdings ist Fedon die Figur, die mitunter am besonnensten und immer mit Bedacht handelt. Das Attribut "rebellisch" kann man dafür einigen anderen Figuren ebenso zusprechen. Tom Elliott rebelliert gegen seinen Vater und dessen Ziele, Vivian begehrt gegen ihr fragliches Schicksal im Londoner Milieu auf und Dr. Noggs will die Schatten der Vergangenheit besiegen. Die unterschiedlichen Rebellionen und persönlichen Kämpfe der Figuren stellen durch ihre Verstrickung untereinander eine Spannung im Roman her, die Neugier weckt. Die Lösung erfolgt häppchenweise und hätte manchmal detaillierter ausfallen dürfen.

Interessanter Themenmix

Vivian Kellynch wächst in einem heruntergekommenen Erziehungsheim für junge Mädchen auf. Ihre Herkunft kennt sie nicht, doch genau das beschließt sie zu ändern und gibt eine Anzeige auf. Als sie von Lord Elliott als Gouvernante angestellt wird, ist Vivian zuversichtlich, dass alles besser wird. Außerdem wissen der Lord und sein Freund Dr. Noggs mehr über ihre Vergangenheit und kannten ihre Mutter. Bis Vivian aber herausfindet, was geschehen ist, muss sie viele Schwierigkeiten überstehen und sich mehr als einmal vor Angriffen auf ihr Leben schützen. Von einem besseren und selbstbestimmteren Leben träumte auch Tom Elliott, als er nach London ging und schließlich auf einem Schiff anheuerte.

Die britische Kolonialherrschaft mit Voodookult und einer verzweigten Familiengeschichte zu verweben, ergibt eine interessante Mischung aus verschiedenen Themen. Gerade das Geheimnisvolle des Voodoo gibt dem Roman eine exotische Note. Die verschiedenen Rituale oder Pflanzengifte, die beschrieben werden, machen neugierig und sind manchmal befremdlich. Dieser Mix aus Neugier und Skepsis, den auch einzelne Figuren wiederspiegeln, überträgt sich auf den Leser. Man muss sich jedenfalls wirklich auf das Buch einlassen, um nicht an dem Themenmix anzuecken. Wenn man dies aber tut, kann man eine recht flüssige Geschichte lesen. Leider hat sie jedoch auch Schwächen.

Kurz und knapp

Insgesamt sind viele gute Ideen zusammen gekommen, die einen netten Roman mit ein paar Schwachstellen ergeben. Viele Verwicklungen werden gut angesetzt, kommen aber bei ihrer Auflösung zu kurz. Es wäre wünschenswert gewesen, wenn manches einfach ausführlicher erzählt worden wäre. Durch die unterschiedlichen Schauplätze und Reisen wird die Geschichte etwas unruhig und wenn dann einzelne Erzählstränge zu knapp ausfallen, kriegt das Ganze etwas Gehetztes. Gerade der Schluss hätte noch weitschweifiger sein dürfen, weil man sich nach dem unruhigen Mittelteil doch einen deutlicheren Abschluss wünscht. Das Ende lässt einige entstandene Fragen offen.

Durch die Exotik des Voodookultes und die unterschiedlichen Figuren bietet der Roman von Sabine Werz durchaus nette Unterhaltung. Ein dringender Lesetipp ist er allerdings nicht. Es gibt bessere historische Romane über die Kolonialzeit. Wer sich aber für den Voodookult begeistern kann, den vermag dieses Buch vielleicht zu verzaubern.

Der schwarze Saphir

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Letzte Kommentare:
04.10.2013 13:34:24
Leseratte Sonja

Ich bin beim Lesen des Buches fast durch und gespannt auf die Auflösung.
Die Verknüpfung historischer Geschehnisse mit Voodookult und der Darstellung des Lebens im alten London sowie auf dem Landsitz finde ich gelungen. Wenn man dranbleibt, machen die Sprünge der Handlungsebenen kein Probleme,es ist spannend und gut zu lesen.
Meine Neugier auf weitere Romane der Autorin ist geweckt!