Das Schwert von Karthago

Erschienen: Januar 2005

Bibliographische Angaben

  • Heyne, 2005, Titel: 'Das Schwert von Karthago', Originalausgabe

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Annette Gloser
Wahlen in Qart Hadasht

Buch-Rezension von Annette Gloser Jun 2006

Karthago im Jahr 228 v. C. Kurz vor den anstehenden Wahlen wird ein Ratsherr aus alteingesessener Familie getötet, der Mörder ist schnell gefasst. Aber ein wichtiger Gegenstand, den der Ratsherr bei sich trug, bleibt verschwunden: Das Schwert von Qart Hadasht, Zeichen der Macht Karthagos über die numidischen Stämme. Bomilkar, Herr der Wächter, macht sich auf die Suche nach dem Schwert. Sehr schnell aber muss er feststellen, dass offenbar einige Richter und Ratsherren weitaus größeres Interesse am Verschwinden Bomilkars als am Wiederauffinden des Schwertes haben. Als Bomilkars römischer Freund-Feind Laetilius Mucro plötzlich wieder in Karthago auftaucht, bringt er eine erschütternde Nachricht mit: Der von Bomilkar zutiefst verehrte und bewunderte Hamilkar Barkas ist in Iberien gefallen. So wie Bomilkar trauern viele Menschen in der reichen Stadt. Aber Bomilkar muss das Schwert finden, von dem er nur weiß, dass es mittlerweile schon nach Alexandreia gebracht wurde. Gemeinsam mit Laetilius und seiner Gefährtin Aspasia macht sich Bomilkar auf den Weg, um das Schwert zu finden und in die Stadt zurück zu holen. Allerdings ist auch Alexandreia nur eine Zwischenstation, denn Bomilkars Weg führt über Iberien zurück nach Karthago, mitten hinein in eine Verschwörung gegen die Stadt.

Das Bild einer interessanten, blühenden Stadt

Das Schwert von Karthago ist der zweite Krimi mit dem ebenso integren wie klugen Bomilkar als Detektiv im alten Karthago. Nun ist Karthago (Qart Hadasht) zwar ein außergewöhnlicher Handlungsort für einen Histo-Krimi, aber Gisbert Haefs kann seine Leser wunderbar mitten in diese untergegangene Stadt hinein versetzen, kann deren Bewohner zu neuem Leben erwecken und den heutigen Lesern die Politik dieser Großmacht am Mittelmeer nahe bringen. Die Sprache, die er seine Protagonisten sprechen lässt, ist ein wenig gewöhnungsbedürftig, sehr blumig und ständig mit Ironie durchsetzt, jedoch entsteht dadurch eine ganz besondere Atmosphäre, die authentisch wirkt und die den Leser sehr nah an die Personen heran bringt, die diesen Roman bevölkern. Gisbert Haefs kann man sicher als Spezialisten für Karthago bezeichnen, stammen doch aus seiner Feder insgesamt vier Karthago-Krimis und ein Roman über Hannibal. Insofern kann man davon ausgehen, dass der Autor sehr intensiv recherchiert hat. Das spürt man beim Lesen auch deutlich, denn viele Details sowohl aus der damaligen Politik als auch aus dem täglichen Leben der kleinen Leute machen diesen Krimi bunt und lebendig. Selbst wenn man nicht unbedingt an dem Kriminalfall interessiert ist, so entsteht doch durch die Schilderung des Lebens und Treibens, der Politik und der maßgebenden Persönlichkeiten, das Bild einer interessanten Stadt, in die man sich gern für ein paar Stunden versetzen lässt.

Politik das dreckige Geschäft

Der Kriminalfall selbst ist Bomilkar-typisch verwickelt. Schließlich ist der Herr der Wächter ein kluger Mann, der sehr schnell begreift, dass nicht alles so ist wie es scheint. Einer, der die Informationen hinterfragt, die man ihm gibt und der sich nicht mit dem scheinbar Offensichtlichen zufrieden gibt. Mit Laetilius wurde ihm sein römisches Alter Ego zur Seite gestellt und die beiden geben ein kongeniales Duo ab, ebenso voller Misstrauen gegeneinander wie voller freundschaftlicher Gefühle. In diesem Roman werden sie mit den Abgründen der Politik und der Machtgier konfrontiert und müssen viele Nebenwege gehen, ehe sie endlich zum Ziel kommen. Auch die jüngere Geschichte der Stadt, der verlorene Krieg gegen Rom und der Söldnerkrieg spielen eine wichtige Rolle und wirken in das Geschehen mit hinein. Gelegentlich wird es auch zu viel des Guten, der blumigen Schilderungen und ironischen Sätze. Dann bekommt man als Leser das Gefühl, irgendwohin zu driften, abzuschweifen, und der Spannungsbogen flacht ab. Dennoch findet der Autor immer wieder Möglichkeiten, die Spannung erneut aufzubauen und gegen Ende des Romans erreicht sie ihren Höhepunkt. Dabei ist es nicht so einfach, als Leser mit zu rätseln und eigene Schlussfolgerungen zu ziehen, denn oft behält Bomilkar seine Erkenntnisse für sich und überrascht den Leser dann ein paar Seiten weiter mit Aktionen, die man im ersten Moment nicht immer nachvollziehen kann. Trotzdem ist der Krimi letztendlich logisch und spannend.

Lesenswerter Krimi mit gelegentlichen Atempausen

Das Schwert von Karthago ist ein spannender und lesenswerter Krimi mit gelegentlichen Atempausen. Aber dieser Roman ist auch empfehlenswert für alle Leser, die mehr über das alte Karthago wissen möchten. Der Heyne Verlag hat das Buch mit einer Karte der Stadt ausgestattet, so dass man sich gut orientieren kann. Dazu kommen ein Glossar am Ende des Buches und kurze Anmerkungen des Autors zur Verfassung von Karthago. Damit ist man als Leser bestens gerüstet, sich in ein punisches Abenteuer zu stürzen. Eine interessante Story und liebenswerte Protagonisten sorgen dafür, dass es im Lesesessel garantiert nicht langweilig wird.

Das Schwert von Karthago

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Letzte Kommentare:
01.05.2009 20:25:33
sulla

Krimi aus der Antike. Zweiter Fall der Stadtwächter Bomilkar. Diesmal geht um ein verlorenes Schwert. Intelligent gebundene Story an die Geschichte Kartaghos. Der untersuchte Fall, aber ziemlich undurchsichtlich. Hanno der Große, karthagischer Herrscher nicht nur im diesem Buch,kein Liebling des Autors. Ein bisschen Toleranz hat der Mann wohl verdient.

24.08.2008 12:11:25
H.S.

Das Schwert von Karthago ist ein historischer Kriminalroman und eine Art Fortsetzung von “Das Gold von Karthago”.
Eine der Stärken des Romans ist der ungewöhnliche Schauplatz: das antike Karthago mit seiner fremden eigenständigen Kultur, Hauptstadt eines großen Reiches und reiche Handelsmetropole. Dem zur Weltmacht strebenden Rom war der reiche Nachbar ein Dorn im Auge und nach drei verlustreichen Kriegen und der Demütigung durch Hannibals Krieg auf römischem Gebiet wurde Karthago letztendlich von den Römern völlig zerstört. Tausende Bewohner getötet und der Rest in die Sklaverei verkauft. Außer einigen bösen Gerüchen über Menschenopfer des alten Baal Kultes ist von der ursprünglichen punischen Kultur nicht viel übrig geblieben. Auch dies greift der Autor in den ersten Seiten des Romans auf.
Besonders Haefs Sprache ist bemerkenswert. Überraschende Ausdrücke, verdrehte Redewendungen und eine Menge Wortwitz prägen die Dialoge und lassen sie frisch und überaus innovativ wirken. Zwar stellt sich die Frage, ob es realistisch ist, dass die meisten Hauptcharaktere sich diesem außergewöhnlichen Sprachstil bedienen, doch den Leser wird das wenig stören, denn Haefs Sprache bringt immer wieder frischen Wind in die muffige Sprachbude historischer Romane. Abgedroschene Phrasen zeigen unter der Feder des deutschen Autors ein überraschend neues Gesicht. Oft fragt man sich, warum nicht alle so frisch daher reden, wie die Charaktere in diesem Roman. Hier wird einem eine lebendige und farbenreiche Sprache vermittelt, die man so schnell nicht vergisst.
Die Beziehungen der Hauptcharaktere untereinander werden immer wieder neu definiert und machen die Personen des Romans interessant und facettenreich. Eine weitere Stärke des Autors.
Die Story ist interessant, jedoch nicht gerade ungewöhnlich. Ein Ermittler muss einen Mordfall an einem Ratsmitglied aufklären und gerät in ein Netzwerk verwickelter Intrigen. Es geht um Macht, Gier, Rache. Das alles ist nicht neu.
Unter Strich also trotzdem ein toller historischer Krimi für alle die mal wieder über die deutsche Sprache staunen möchten……

01.02.2008 13:16:52
Leb

dieses buch ist sehr gelungen
aber trotzdem muss ich sagen...es ist sehr schwer zu verstehen..ich musste auch öffters seiten 2 mal lesen damit ich den zusammenhang verstanden habe...aber wenn man es erstmal verstanden hat dann lässt man es nicht mehr los !! ein tolles buch mit viiel spannung !