Cusanus

Erschienen: Januar 2007

Bibliographische Angaben

  • , 2007, Titel: 'Cusanus', Originalausgabe

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Carsten Jaehner
Ein Leben für das Volk

Buch-Rezension von Carsten Jaehner Mär 2008

Kurzgefasst:

Europa im 15. Jahrhundert - eine Ära des kulturellen Aufbruchs, die Schwelle vom Mittelalter zur Neuzeit. In dieser Zeit macht Niklas Krebs, genannt Cusanus, Sohn eines Schiffseigners und Kaufmannes, eine außergewöhnliche Karriere. Er wird Mitglied des Basler Konzils, päpstlicher Legat, Bischof von Brixen, Kardinal und schließlich Generalvikar in Rom. Cusanus wird zum bedeutendsten Philosophen seiner Epoche und einer der ersten deutschen Humanisten. Als Universalgelehrter hat er Einfluss auf viele wichtige Entwicklungen seiner Zeit, sei es die Erfindung des Buchdrucks oder die Eroberung der Weltmeere.

Als Kleriker bemüht er sich um die Einheit der Kirche gegen Versuche, regionale Kirchen zu etablieren, während er ebenso bestrebt ist, durch Reformen eine innere Erneuerung des Klerus voranzutreiben. In der Auseinandersetzung mit anderen Religionen, besonders mit dem sich ausbreitenden Islam, sucht er den Ausgleich und predigt Toleranz und Verständnis.

 

In einer Zeit, in der sich Europa im Aufbruch befindet, beginnt das Wirken des Nikolaus Krebs. Aus dem rheinischen Kues stammend, ist er auch unter dem latinisierten Namen Cusanus bekannt. Wilhelm van Eimeren beschreibt in seinem Roman das Leben eines der ersten deutschen Humanisten.

Luthers Vorgänger

Geboren im Jahr 1401 in Kues an der Mosel, studiert Nikolaus mit 16 Jahren in Padua alles, was man zu dieser Zeit studieren kann - außer Theologie. Mit 22 erwirbt er seinen Doktortitel in Jura und beginnt anschließend seine Laufbahn in kirchlichen Diensten. Mit 29 wird er Sekretär des Erzbischofs von Trier und nimmt am Konzil in Basel teil. Von seinem Lehrer, Kardinal Cesarini, wird er zum Vorsitzenden der Deutschen Nation auf dem Basler Konzil berufen und beginnt so eine politische und auch kirchenpolitische Karriere.

Das Kirchenschisma erlebt er aus nächster Nähe mit, 1450 wird er vom Papst zum Kardinal ernannt, dem einzigen deutschen Kardinal seiner Zeit. Durch seine Legationsreisen wollte er dem Volk mehr Wissen zukommen lassen und nahm somit Ansätze der Reformation vorweg. Anfänglich umstritten, doch später papsttreu, wurde er von seinen Feinden verfolgt und bemühte sich trotzdem, eine einheitliche Kirche zu schaffen. Seine Reformbewegungen innerhalb der Kirche waren nicht von allen Kirchenmännern akzeptiert, und so schafft Nikolaus sich gleichermaßen Freunde wie Feinde, von denen manche auch zwischenzeitlich das Lager wechseln.

Gute historische Einordnungen

Wilhelm van Eimeren hat sich mit dem Lebensweg von Nikolaus von Kues, genannt Cusanus, einen bedeutenden und auch spannenden Charakter zum Thema seines historischen Romans gemacht. Historisch-chronologisch, mit Niklas im zwölften Lebensjahr beginnend, zeichnet er ein Leben voller Wechsel und Unwägbarkeiten nach und gibt dabei einen hervorragenden Einblick in die Zeit der Vorreformation. Tagesaktuelle Themen wie Johanna von Orléans oder der Beginn des Buchdrucks durch Gutenberg begleiten das Geschehen und rücken somit das Denken der Zeit in die historisch relevanten Bahnen. Geschickt weiß van Eimeren diese aus heutiger Sicht längst klassischen historischen Themen in seinen Roman zu verweben.

Jedes Kapitel ist mit dem Ort des Geschehens, der Jahreszahl, dem Datum und der Tageszeit überschrieben. Dabei hätte man sich die Uhrzeit eigentlich auch sparen können, denn bis au einen oder zwei Fälle spielt sie für den Inhalt überhaupt keine Rolle. Der Inhalt der angenehm kurzen Kapitel ist gefällig portioniert und sprachlich durchaus der Zeit des beginnenden 15. Jahrhunderts nachempfunden. Dies merkt man gerade in den Dialogen, in den Erzählpassagen wirkt dies allerdings streckenweise etwas steif und dient daher nicht immer dem Lesefluss.

Sprunghafte Erzählweise

Leider merkt man dem Buch an, wann die Quellenlage ausführlicher gewesen ist und wann nicht. Das Konzil zu Basel wird sehr ausführlich behandelt, dagegen die Ernennung zum Kardinal nur in einem Nebensatz als bereits geschehen dargestellt. Aufgrund dieser gelegentlich für den Leser eigenartigen Gewichtung ist der Spannungsbogen der Erzählung doch recht holperig geraten und das macht das Lesen der 326 Erzählseiten teilweise ziemlich mühselig. Zwar weiß van Eimeren dem Leser viel mitzuteilen, hätte aber nicht jede Kleinigkeit wirklich in den Roman mit einfließen lassen müssen.

Besonders störend wirken die teilweise großen Zeitsprünge von einem Kapitel zum nächsten. Da werden halbe Jahre, manchmal auch zwei Jahre übersprungen und wenn man das nicht sofort anhand der Jahreszahl nachvollzieht, denkt man sich häufig, dass zwischen den einzelnen Kapiteln nicht unbedingt ein Zusammenhang besteht. Steuert man im einen Kapitel auf ein Großereignis zu, ist es im nächsten Kapitel bereits vorbei und wird durch eine Rückschau kurz zusammengefasst. Hier spielt der Autor mit den Leseerwartungen des Lesers, ohne sie zu erfüllen und das passiert leider gerade in der zweiten Buchhälfte oft.

So hat das Buch insgesamt zwar einen roten Faden, der allerdings wird zu oft durchschnitten und anders weitergeführt als gedacht. Das kommt auch der Charakterisierung der Personen nicht zugute. Zwar bekommt man einen schönen Einblick in Nikolaus und seine Denkweise, allerdings bleiben die meisten der Nebenfiguren blass. Hier hat es der Autor leider versäumt, seiner Erzählung etwas mehr ";Fleisch" hinzuzufügen und so mehr Spannung aufzubauen.

Lobenswerter Anhang

Lobenswert ist in jedem Fall der fast 20seitige Anhang, der mit einer Chronologie des Lebens und der Schriften, einer Auflistung der Zeitereignisse mit Bezug auf das Leben Cusanus‘, einem Glossar und fünf historischen Karten aufwarten kann. Diese wissenschaftlichen Ergänzungen zeigen, dass der Autor sich intensiv mit der Materie beschäftigt hat. Davon zeugen auch die gelegentlichen philosophischen Exkurse im Roman, die zwar so kurz wie möglich gehalten wurden, einem uneingeweihten Leser aber wohl doch etwas zu hoch vorkommen und ihn vorblättern lassen. Hier hätte man sich gewünscht, der Autor wäre dem Leser sprachlich mehr entgegen gekommen.

Das spannende Leben des Nikolaus von Kues in einem Roman darzustellen, ist ein mutiges Unterfangen, leider hat Wilhelm van Eimeren diese selbst gestellte Aufgabe nicht durchgehend zufriedenstellend erfüllt. Zu einem historischen Roman gehört auch ein gewisser Spannungsbogen und den vermisst man hier streckenweise völlig. Für Kenner der Materie bietet ";Cusanus" bestimmt gute Unterhaltung, für Anfänger in diesem historischen Bereich ist dieses Buch allerdings keine geeignete Einstiegslektüre.

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