Göttertrank

Erschienen: Januar 2008

Bibliographische Angaben

  • Blanvalet, 2008, Titel: 'Göttertrank', Originalausgabe

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85

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Katharina Lewald
Ein wahrhaft wohlschmeckender Roman

Buch-Rezension von Katharina Lewald Feb 2008

Auch wenn eigentlich Kaffee das Lieblingsgetränk der Deutschen ist -  der Kakao hat nicht nur eine ebenso spannende historische Entwicklung durchgemacht. Verschiedene Herstellungsprozesse, Mythen, die sich um ihn rank(t)en, unzählige Rezepte - und um all das dreht sich der neue Roman ";Göttertrank" der Erfolgsautorin Andrea Schacht.

Viele Personen bereichern die Geschichte

Die kleine Amara wächst auf einem mecklenburgischen Gutshof auf, auf dem ihre Mutter in der Küche arbeitet. Schon lange fasziniert sie der unnachahmliche Duft der Schokolade, die für die hohen Damen und Herren dort zubereitet wird. Was so gut riecht, muss auch gut schmecken! Doch einen richtigen Geschmacksschock erleidet das Mädchen, als es die Kakaorohmasse verbotenerweise kostet - furchtbar bitter! Und obwohl Amara von nun an nicht gern Schokolade trinkt, findet sie es doch rätselhaft, wie aus dieser bitteren Masse eine so süße, wohlschmeckende Köstlichkeit zubereitet werden kann.

Amara wächst nicht nur zu einer selbstbewussten jungen Frau heran, sondern erlernt an verschiedenen Stationen ihres Lebens auch den Beruf der Zuckerbäckerin. Schokolade herzustellen, ob nun als Getränk oder später sogar als Tafel - wird zu ihrer Berufung. Doch nicht nur Amaras Leben ist untrennbar mit der süßlich-bitteren Leckerei verknüpft - auch der schüchterne Dr. Jan-Martin Jantzen, der erfolgreiche Ingenieur Masters und viele weitere Personen begegnen Amara auf ihrem Lebensweg.

Vor dem Hintergrund der Industrialisierung

Schön, dass ein historischer Roman, noch dazu von einer sehr erfolgreichen Autorin des Genres, mal nicht im Mittelalter oder in der Frühen Neuzeit angesiedelt ist! Die Geschichte der Amara ereignet sich vor dem Hintergrund der Industrialisierung, die Anfang des 19. Jahrhunderts in Deutschland einsetzt. Plötzlich werden Kinderarbeit und mangelnde Sicherheit in riesigen Fabriken, die Ingenieurskunst und der industrielle Vorreiter England zu den Tagesthemen, über die alle Welt redet. ";Göttertrank" spielt während eines Großteils des Geschehens in Berlin und Bonn, wo immer mehr kleinere Salons entstehen (heute würde man sie ";coffee shops" nennen), in denen sich die intellektuellen Herren (und später auch Damen) der Gesellschaft treffen und nicht nur süße Schokolade, sondern auch Schokolade mit Pfeffer oder Chili genießen und wirtschaftliche sowie politische Vorfälle diskutieren.

Spannend an diesem Roman sind insbesondere die Lebens- und Leidenswege mehrerer verschiedener Personen, die nach und nach einander kennenlernen und deren Geschichten sich verstricken und zusammenfügen. Auch sind die Menschen, die die Autorin für diesen Roman geschaffen hat, sind so lebensnah gezeichnet - während man sich eine Frau wie Amara als beste Freundin wünscht, möchte man der Gräfin Dorothea von Finckenstein wohl lieber nicht über den Weg laufen... Auch für Leser mit wenig Fantasie ist ";Göttertrank" geeignet, denn es braucht nicht viel davon, um sich trotzdem alles bildlich vorzustellen - Andrea Schacht wird Liebhaber einer bildhaften Sprache begeistern.

Ein kleiner Wehrmutstropfen

Trotz all dem bleibt ein kleiner Wehrmutstropfen. Gegen Ende des Buches kann die Geschichte nicht mehr 100%ig fesseln - sämtliche Figuren scheinen so viel durchgemacht zu haben, dass es für zwei Leben reicht. Zwar ist es schön, wenn sie sich ihre Träume erfüllen können, doch irgendwann möchte man Amara und Co. doch ein wenig Ruhe gönnen. Einhundert oder einhunderfünfzig Seiten weniger hätten nicht geschadet und die Flaute zum Ende des Buches sicher verhindern können. Und doch:

Mit ";Göttertrank" ist Andrea Schacht wohlschmeckender Roman gelungen! Lesern vermittelt er nicht nur anschaulich und lebensnah die Zeit der aufkeimenden Industrialisierung in Deutschland, sondern zeigt er auch wie viele verschiedene Rezepte für Schokolade es gibt - Ihr nächster Besuch in einer Buchhandlung wird womöglich einen Titel über jenes beliebte Heißgetränk über die Ladentheke wandern lassen. Viel Spaß beim Nachmachen und Ausprobieren!

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Letzte Kommentare:
30.05.2010 00:12:46
Mary Schiller

Göttertrank ist mal wieder ein typischer "Schacht" Roman. Einfach nur supergut. Diess Buch legt man nicht weg bis man auch die letzte Zeile verschlungen hat. Die Akteure sind sympatisch und man kann sich voll und ganz in sie hineinversetzen. Ich bin ja ein totaler Schacht Fan und habe jede Zeile, aber auch wirklich jede Zeile von ihr einfach nur genossen.

01.04.2010 09:00:59
gitta

"Göttertrank" - einfach nur göttlich. man kann nicht von den Buch lassen und hofft, das es noch lange nicht zu Ende geht. ein total gelungener "Schacht".

die Hauptdarsteller gut beschrieben, die Handlungen übersichtlich. Klasse
Mein Mann braucht für so ein dickes Buch normalerweise 2 Monate, er hatte es in 2 Wochen durch. Auch er war begeistert.

06.12.2009 14:04:39
M-L. Bakhaus

Dieses Buch hat mir gut gefallen. Sie verwebt viele Handlungsstränge, aber sehr schnell kann man die auftretenden Personen einordnen und verfolgt begannt ihr Schicksal.Beim Lesen verspürte ich den Duft derZzutaten in der Nase und glaubte den Kakao in seinen verschiedenen Variationen zu schmecken. Sie bringt dem Leser die Anfänge der Industrialisierung näher und beschreibt sehr anschaulich diese Epoche. Es ist ein Buch, das sich zu lesen lohnt.

25.06.2009 21:02:35
krystal

Ich habe fast alle Bücher von Andrea Schacht gelesen und war auch von Göttertrank sehr begeistert.Ich finde es war sehr kurzweilig geschrieben,sehr lehrreich.Vor allem was die Kinderarbeit in den Webereien angeht.Ihre Charaktäre sind immer sehr facettenreich und vor allem ihre vorliebe immer einer Katze eine rolle zu geben finde ich sehr sympathisch.Was mir auch gut gefällt ist die Tatsache das man Bekannte aus vorhergehenden Büchern wiedertrifft

22.06.2009 21:03:49
spandaukarin

Also ich kann die Begeisterung der anderen Rezensionen nicht so ganz teilen. Ich hatte mit Spannung erwartet, wann es diesen Roman zu einem geringeren Preis als dem für ein gebundenes Exemplar geben würde und habe dann eine Weltbild-Ausgabe erstanden und gleich angefangen zu lesen. Aber so richtig ist die ganze Handlung meiner Meinung nach nicht in Schwung gekommen. Die Verknüpfungen der Hauptpersonen schienen mir manchmal sehr gewollt und ich habe ständig nachgeschlagen, wer wer ist. Außerdem habe ich nicht wirklich viel über die Schokoladenherstellung erfahren, dieses Thema scheint mir für die Autorin eigentlich nicht so wichtig gewesen zu sein. Schade, ich hätte gerne mehr darüber erfahren.
Da dies mein erster Roman von Andrea Schacht ist, weiß ich nicht so recht, ob ich noch einen weiteren Versuch wagen soll, denn ich habe bei dem Roman über den Bau des Doms (oder Kathedrale) gesehen, dass das Personenregister ebenso lang ist und das schreckt mich ein wenig ab.

31.01.2009 21:47:22
elisabeth

"Göttertrank" ist einfach ein tolles Buch. Ich lese unheimlich gerne und man weiß das oftmals so dicke Bücher schnell langweilig werden oder Autoren nur noch sinnlose Sätze schreiben, nur um ein dickes Buch heraus zu bringen. Aber nicht so bei diesem. Die vielen Charaktäre sind so gut beschrieben das man mit jedem mitfiebern kann und ich habe beim lesen sicher 2-3mal geweint, weil es mich so berührt hat.
Ich mag schokolade auch sehr, sehr gerne und es macht spaß zu lesen wie man sie schon früher begehrt hat und alles möglicher versucht hat um sie billiger und noch besser zu machen.

Es gibt den spruch:
ein buch das nicht wert ist zweimal gelesen zu werden, ist auch nicht wert einmal gelesen zu werden

"Göttertrank" ist wert mehr als zweimal gelesen zu werden!

21.04.2008 18:30:54
Slafhuot

Ein absolut gelungenes Buch, das sich sofort in die Reihe meiner persönlichen Lieblingsbücher eingereiht hat. Schon die Leseprobe war sehr fesselnd und hat mich dazu gebracht, das teure Hardcover zu kaufen - ich konnte es einfach nicht erwarten, weiterzulesen; habe das (doch beachtlich dicke) Buch dann binnen weniger Tage verschlungen (und das obwohl mein Hauptinteresse ja normalerweise Mittelalter ist). Die Sprache und der Stil der Autorin sind einfach herzerwärmend. Mal muss man lachen, dann wieder mit den Protagonisten mitleiden. Die Figuren wachsen einem schnell ans Herz - besonders die Hauptfigur Amara ist sehr sympathisch, aber auch die anderen Figuren sind alle auf ihre Weise gewinnend, plastisch und lebendig, und selbst die 'Bösewichte' sind nicht einfach scheinbar unmotiviert böse, sondern ihr Charakter erschließt sich dem Leser, die Motivation ihrer Handlungen wird nachvollziehbar, und sie erregen zum Teil sogar etwas wie mitleidiges Verständnis (v.a. die Baroness Dotty). Alles in allem ist es einfach wundervoll, die Lebenswege der unterschiedlichen Figuren zu verfolgen, die alle irgendwie mit dem Kakao zu tun haben und deren Lebenswege sich auch an verschiedenen Stationen wegen des Kakaos kreuzen, und zu sehen, wie sie aufeinander reagieren und ihre Schicksale sich verflechten. Es ist schön, die Freundschaften nachzuempfinden, die zwischen manchen von ihnen entstehen. Es ist schön, die pralle Atmosphäre des 19. Jahrhunderts mit seinem technischen Fortschritt und zahlreichen Neuerungen zu spüren, aber auch die weniger guten Seiten dieser Epoche zu erfahren - so viele Dinge, die heute selbstverständlich sind, haben damals erst ihren Anfang genommen, egal ob Schokoladetafeln, medizinische Erkenntnisse oder der Kampf um bessere Arbeitsbedingungen in Fabriken. Ganz nebenbei lernt man auch einiges über Kakao und ein wenig über Technik - doch die Autorin schafft es, dabei nie langatmig oder gar langweilig zu werden. Alles ersteht in bunten Farben und Gerüchen und Geräuschen im Kopf des Lesers zum Leben. Es ist einfach schön! Ja, natürlich gib es schon SEHR viele glückliche Fügungen und schicksalhafte Begegnungen in dem Buch; andererseits vermitteln die Figuren aber auch den Eindruck, aktiv ihr Leben zu gestalten und geben dem Leser das Gefühl, dass man durch einen starken Willen und den unerschütterlichen Glauben an seine Ziele sein Glück machen kann, was das Buch im Endeffekt auch zu einer so durch und durch positiven Leseerfahrung macht. Deshalb: 97 Grad von mir für den 'Göttertrank'.

26.02.2008 15:27:55
guschak

Ich fand das Buch einfach wunderbar und konnte keine Flaute am Ende feststellen. Im Gegenteil, wegen mir hätte das Buch noch 400 Seiten mehr haben können. Durch die geschickte Verwebung von 4 Hauptschicksalen, den detaillierten Beschreibungen von Technik, Rezepten, Geschichte und Lebensgeschichten war das Buch einfach sehr kurzweilig zu lesen. Selten habe ich so ein gutes Buch gelesen und gebe ihm volle Sternzahl.