Die Kosakenbraut

Erschienen: Januar 2008

Bibliographische Angaben

  • Schröder, 2008, Titel: 'Die Kosakenbraut', Originalausgabe

Couch-Wertung:

88

Leser-Wertung

-
Zum Bewerten, einfach Säule klicken.
1 50 100

Zum Bewerten, einfach Säule klicken.

Bitte bestätige - als Deine Wertung.

Gebe bitte nur eine Bewertung pro Buch ab, um die Ergebnisse nicht zu verfälschen. Danke!

0 x 91-100
0 x 81-90
1 x 71-80
0 x 61-70
0 x 51-60
0 x 41-50
0 x 31-40
0 x 21-30
0 x 11-20
0 x 1-10
B:73
V:0
W:{"1":0,"2":0,"3":0,"4":0,"5":0,"6":0,"7":0,"8":0,"9":0,"10":0,"11":0,"12":0,"13":0,"14":0,"15":0,"16":0,"17":0,"18":0,"19":0,"20":0,"21":0,"22":0,"23":0,"24":0,"25":0,"26":0,"27":0,"28":0,"29":0,"30":0,"31":0,"32":0,"33":0,"34":0,"35":0,"36":0,"37":0,"38":0,"39":0,"40":0,"41":0,"42":0,"43":0,"44":0,"45":0,"46":0,"47":0,"48":0,"49":0,"50":0,"51":0,"52":0,"53":0,"54":0,"55":0,"56":0,"57":0,"58":0,"59":0,"60":0,"61":0,"62":0,"63":0,"64":0,"65":0,"66":0,"67":0,"68":0,"69":0,"70":0,"71":0,"72":0,"73":1,"74":0,"75":0,"76":0,"77":0,"78":0,"79":0,"80":0,"81":0,"82":0,"83":0,"84":0,"85":0,"86":0,"87":0,"88":0,"89":0,"90":0,"91":0,"92":0,"93":0,"94":0,"95":0,"96":0,"97":0,"98":0,"99":0,"100":0}
Volker Faßnacht
Die Geschichte von den Söhnen der Steppe

Buch-Rezension von Volker Faßnacht Feb 2008

Das Erstlingswerk ";Die Kosakenbraut" von Katerina Timm beschreibt in intensiven Bildern das Leben einer fiktiven kosakischen Sippe.

Elja, die Hauptperson des Romans, ist die Tochter des Atamans Rurik, der mit eiserner Hand über sein Volk regiert. Unter seiner Herrschaft fallen weniger Kämpfer und es wird mehr Beute gemacht, sodass die schlimme Hungersnot zu Beginn des 17. Jahrhunderts in seiner Sippe keinen Schaden anrichten kann. Auch deshalb wird, wie sonst üblich, nicht mehr jedes Jahr ein neuer Ataman bestimmt, sondern er bleibt es und kann sogar seine Tochter zu seiner Nachfolgerin ernennen, die ihm in seinem Wesen sehr ähnlich ist.

Elja jedoch, die seit dem Tod ihrer Mutter immer unsicherer wurde, ob der oft grausame Weg des Vaters auch ihr Weg sein kann, bricht mit ihm, nachdem er einen weiteren Test zur Feststellung ihrer Eignung als Ataman an eigentlich unschuldigen Bauern durchführen lässt.

Sie flieht vor ihm nach Chulyschij ans Schwarze Meer, wo der Roman beginnt, nach einem Prolog, der zu dieser Zeit nicht zu verstehen ist, da er sich in keinen Kontext zum Klappentext einordnen lässt. Das ist zwar etwas verwirrend, fließt aber viel später in die Geschichte ein und ist dafür umso wichtiger für die gesamte Geschichte.

Elja wird dennoch von ihrer Vergangenheit eingeholt. Zu mächtig ist der Arm ihres Vaters.

Kann sie den Kampf mit Hilfe des Erbes ihrer Mutter - Träume sehen, deuten und manipulieren zu können - gegen ihren mächtigen Vater aufnehmen?

Traumhäuser in der Kosakensteppe

Interessant ist die Darstellung der Träume als Gebäude, die so unterschiedlich sind wie die Träumenden selbst. Der Autorin gelingt es damit eine sehr bildliche Traumwelt zu erschaffen, die sich für die Leserschaft in einer Mehrdimensionalität aller Sinne erschließt. Träume werden sichtbar, fühlbar und hörbar. Selbst die Gerüche eines schmiedeeisernen Traumes beispielsweise sind mühelos nachzuempfinden. Wie Kino im Kopf des Lesers.

Geschickt verbindet Katerina Timm die Fantasy-Elemente der Traumwelt mit schönen Landschaftsbildern, einem authentischen Sittengemälde über das Leben der ";Söhne der Steppe" und einer anrührenden, aber niemals kitschigen Liebesgeschichte, die bis zum Schluss zu keiner Zeit vorhersehbar ist. Viele überraschende Wendungen legen den roten Faden des Romans im Zickzack-Kurs aus, ohne jedoch diesen zu zerreißen oder als unlösbares Knotengebilde zu hinterlassen.

Gelungenes Erstwerk der Autorin

Der Schreibstil der Autorin ist sehr schön: Er schmückt aus, ohne schnörkelig oder penetrant zu werden. Besonders die Traumwelten sind sehr anschaulich geschildert und man merkt schon, dass Katerina Timm dabei von dem Wesen ihres Hauptberufs berichtet. Das gut gelungene Lektorat des Verlags trägt seinen Teil zum guten Gesamtbild bei.

Das Buch ist mit einem schönen Cover mit stilisierten Juwelenintarsien, einer wunderbar gestalteten Karte auf den Umschlagseiten und Schlussbemerkungen der Autorin ausgestattet.

Ein gelungener Fantasyroman mit historischem Rahmen, der sicherlich für alle Fans, die ";Die Tatarin" von Iny Lorentz oder ";Die Burgunderin" (auch ";Ein Sturm wird kommen von Mitternacht") von Tilman Röhrig gemocht haben, zu empfehlen ist.

Einziger Wermutstropfen stellt der mit nur 425 Seiten recht geringe Umfang des Romans dar.

Die Kosakenbraut

Die Kosakenbraut

Deine Meinung zu »Die Kosakenbraut«

Hier kannst Du einen Kommentar zu diesem Buch schreiben. Wir freuen uns auf Deine Meinungen. Ein fairer, respektvoller Umgang sollte selbstverständlich sein. Danke!

Letzte Kommentare:
27.12.2009 06:32:53
Lexa

Mit einem umwerfenden Schreibstil nimmt uns die Autorin mit auf die Reise in ein für Historische Romane unbekanntes Land: Zu den Ufern des Don.
Facettenreich erzählt sie die Geschichte von Elja und Andrej, über Sitten und Gebräuche, über Abgründe der menschlichen Seele, über Irrungen, Unverständnis und Leid. Spannende, ereignisreiche Wendungen würzen die Handlungen ebenso wie sinnliche Szenen. Es gelingt ihr hervorragend, den psychischen Krüppel Andrej zu zeichen, den ich schnell ins Herz geschlossen habe ob seiner Unzulänglichkeiten. Elja\'s Traumzeit ist gut vorstellbar und glaubwürdig erzählt und ich habe zu keinem Zeitpunkt das Gefühl, mich in einer Fantasiewelt zu befinden.
Einzig ein Glossar wäre wünschenswert.
Pures Lesevergnügen für schöne Stunden, bitte mehr davon!

26.09.2009 15:08:43
Th. Röthe

Ein faszinierendes und auch psychologisch tiefgründiges Buch, das mich beim Lesen gut in die beschriebene Zeit entführt hat. Noch gelungener erscheint der Roman, wenn man bedenkt, dass es ein Erstlingswerk ist (und hoffentlich folgen noch viele!).

Osteuropäische Geschichte nehmen sich ja eher wenige Autoren vor, um so erfreulicher ist es, hier einen speziellen Aspekt präsentiert zu bekommen, der mir persönlich noch wenig bekannt war. Das Mystische der Traumdeutung passt zu diesem Kontext und fügt sich so gut ein, dass es an keiner Stelle deplaziert oder aufgesetzt wirkt.

Das größte Plus neben der historisch detaillierten und offenbar mit viel Engagement und Feinarbeit recherchierten Hintergrunddaten ist die Darstellung der Figuren. Sie sind allesamt sehr gut gelungen. Ein ganz großartiges Panorama menschlicher Sehnsüchte, Kämpfe und auch Freuden, psychologisch sehr gelungen ausgefeilt.

Eindeutige Empfehlung für die Neuentdeckung einer großartigen und sehr viel versprechenden Autorin!

20.05.2009 21:46:09
Claudia M., Münster

Hervorragend (!) und detailreich recherchiert, wunderbar erzählt - einfach ein packendes und lehrreiches Lesevergnügen. Es gibt nicht viele Autoren, die es schaffen, so viel Atmosphäre zu erschaffen und die Welt und die Vergangenheit so plastisch darzustellen. Ein Riesenkompliment für dieses Buch - und eine ganz klare Empfehlung. Ein Buch für spannende Lesenächte!

26.02.2008 21:17:06
Alex

"Die Kosakenbraut" ist ein sehr schön geschriebener Roman. Besonders das indiviuelle Cover hat es mir angetan. Allein deswegen ist es schon wert gekauft zu werden.
Nachdem ich Die Tatarin von Lorentz gelesen hatte und verzweifelt auf der Suche nach einem weiteren, in Russland bzw. anderen asiatischen spielenden Roman, wo mir dieser sehr Recht war.
Fazit: Sehr lesenswert!