Die Bruderschaft der Runen

Erschienen: Januar 2005

Bibliographische Angaben

  • Lübbe, 2005, Titel: 'Die Bruderschaft der Runen', Originalausgabe

Couch-Wertung:

69
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Karin Speck
Ein Stück schottischer Geschichte

Buch-Rezension von Karin Speck Jan 2008

Der Schriftsteller Sir Walter Scott lebt und arbeitet im 19. Jahrhundert in Schottland. Er schreibt historische Romane und ist in seiner Zeit ein erfolgreicher Autor. Ihm zur Seite stehen immer junge Leute, die für ihn recherchieren und ihm helfen. Einer dieser Mitarbeiter ist ein junger Mann, der unter mysteriösen Umständen zu Tode kommt. Nun will Sir Walter natürlich herausfinden, was geschehen ist und warum. Der Inspektor, der eigens aus London angereist ist, lässt ihn im Unklaren und auch die Mönche aus Kelso, bei denen das Unglück geschah, scheinen etwas zu verbergen. Bei weiteren Untersuchungen stößt Quentin, er ist der Neffe von Sir Walter, auf eine geheimnisvolle Rune. Diese wird schnell als Schwertrunde identifiziert, doch was hat sie mit dem Tod des jungen Mannes zu tun? Was verbergen die Mönche und der Inspektor aus London?

Leichter Erzählstil und mehrere Handlungsstränge

Der Erzählstil von Michael Peinkofer ist eigentlich leicht und locker zu lesen. Allerdings beschränkt er sich nicht darauf, seine Geschichte in einem Erzählstrang zu erzählen. Es gibt gleich mehrere. Zum einen natürlich der Handlungsstrang mit Sir Walter Scott und seinem Neffen Quentin. Sie gehen in bester Detektivmanier an den Fall heran, versuchen herauszufinden, was die Mönche verbergen und was es mit der Schwertrune auf sich hat. Es ist spannend zu lesen und nur nach und nach kommt man der Sache näher. Wobei man sich beim Lesen auch schon mal fragt, wie blind Scott eigentlich ist, für den Leser ist schnell klar, wer gut und wer böse ist. Nur Scott und auch sein Neffe scheinen dies nicht zu sehen. Irgendwie stolpern sie ein bisschen hilflos in der Geschichte herum. 

Ein weiterer Handlungsstrang gehört der jungen Lady Mary of Egton. Nur durch einen Zufall stolpern die Männer über die junge Frau. Aus ihrem Leben erzählt der Autor. Zunächst scheint es auch so, als habe sie eigentlich nichts mit der Handlung zu tun, aber bald wird auch klar, dass dies eben nicht so ist. Es ist interessant zu lesen, von ihrem Leben und vor allem von ihren Träumen, denn durch sie erfährt der Leser noch so einiges aus der Geschichte Schottlands. Mary wird als junge Frau dargestellt, die ganz im Sinne der damaligen Zeit erzogen wurde. So nimmt sie auch scheinbar klaglos hin, dass ihre Eltern sie mit einem ihr völlig fremden Mann verheiraten wollen. Dabei hat Mary einen wachen Geist und liest für ihr Leben gern Romane. Sie ist aber einfach zu gut erzogen, um sich gegen diese Ehe aufzulehnen. Erst im letzten Drittel fließen diese beiden Handlungsstränge wieder zusammen und fügen sich zu einem Ganzen.

Trotz spannender Handlung leider mit Längen

Peinkofer hat es mit seinem Roman geschafft, einen schönen Querschnitt der schottischen Geschichte zu gestalten. So hat der Leser alle Helden Schottlands hier vereint. Der Prolog beginnt bereits mit der Schlacht von Bannockburn im Jahre 1314 und erzählt von Robert the Bruce. Außerdem erfährt der Leser ein wenig von den politischen Zusammenhängen der Zeit. Auch wenn die Geschichte an sich spannend zu lesen ist, so hat die Handlung doch auch ihre Längen. Immer wenn der Autor die Handlungsstränge wechselt, gibt es bei dem jeweiligen Protagonisten wieder einen Rückblick, sodass der Leser einige Details doppelt und dreifach zu lesen bekommt. Auf Dauer nervt dies allerdings und schmälert das Lesevergnügen. Dies ist sehr schade, da die Handlung eigentlich spannend ist. Die Suche nach den Runen und den Hintergründen ist richtig interessant. Die Idee einer Bruderschaft der Runen, die über die Jahrhunderte hinweg ihr Unwesen treibt, ist gelungen. Die Verbindung mit der Vergangenheit anhand von den Träumen der jungen Lady ist es ebenfalls.

Ein Nachwort gibt es in dieser Taschenbuchausgabe leider nicht, nur eine kurze Danksagung, wo Peinkofer kurz erwähnt, wie er auf die Idee zu einem Roman mir Sir Walter Scott gekommen ist. Es bleibt hier der Fantasie des Lesers überlassen, was er für Fiktion und Wahrheit hält. Sehr schade, es wäre sicher sehr interessant gewesen, dies auseinanderdividiert zu bekommen.

Die Bruderschaft der Runen

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