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Carsten Jaehner
Revolution in Madrid

Buch-Rezension von Carsten Jaehner Jan 2008

Der Roman wurde 1992 unter der Regie von Pedro Olea verfilmt und war als spanischer Beitrag 1993 für den Auslands-Oscar nominiert. Er erhielt im selben Jahr den spanischen Filmpreis Goya in den Kategorien "Bestes Adaptiertes Drehbuch", "Beste Filmmusik" und "Beste Kostüme".

Im Jahr 1868 sind die Revolutionswirren während der Regentschaft Isabellas II. im vollen Gange. In diesen Tagen bekommt der Fechtmeister Don Jamie Astarloa Besuch von der mysteriösen Adela de Otero. Sie bittet den erzkonservativen Astarloa, ihr den "Stoß der 300 Escudos" beizubringen, einen von ihm selbst erdachten tödlichen Fechtstoß. Doch er lehnt ab, da er keine Frauen unterrichtet. Als sie ihn neuerlich besucht, besichtigt sie seine Sammlung an Fechtwaffen und nach einigen Fechtübungen willigt er schließlich doch in den Unterricht ein.

Bei einem Vortrag lernt Adela den Marques Luis de Ayala kennen und sie bittet Astarloa, die beiden miteinander bekannt zu machen. Astarloa, bereits verliebt in die Dame, stellt die beiden einander vor und schnell beginnen die beiden ein Liebesverhältnis und der Unterricht mit dem Fechtmeister ist abrupt beendet. Als ob er Verdacht schöpfen würde, gibt Ayala Astarloa ein paar Unterlagen zur Aufbewahrung und kurz darauf wird Ayala tot aufgefunden - erstochen durch den Stoß der 300 Escudos". Astarloa wird verdächtigt, aber es gibt keine Beweise gegen ihn ...

Revolutionäre Zeiten gegen zeitgenössischen Sprachstil

Arturo Pérez-Revertes Roman entführt den Leser in die Zeit Spaniens, in der das Land durch revolutionäre Bewegungen stetig im Wandel war und daher sehr unsicher für viele Menschen. Intrigen und Verdächtigungen, Anschläge und Morde bestimmen in diesen Tagen das Leben in Madrid. Diese Stimmung, in der förmlich die Luft brennt, weiß der Autor beeindruckend einzufangen. Das gilt nicht nur für die Atmosphäre im Buch, sondern auch für den Sprachstil, den er sowohl für seine Erzählung als auch für die Dialoge nutzt.

Fechtwaffen konkurrieren mit Schusswaffen

Auf nur 279 Seiten gelingt es Pérez-Reverte, den Leser in ein anderes Denken zu entführen. Der Fechtmeister Astarloa ist der letzte Dinosaurier einer Kunst, in der noch viel auf Ehre und Regeln gehalten wird. Das Aufkommen von Schusswaffen steht dem im Wege und bald werden Fechtwaffen überholt und vergessen sein, Astarloa jedoch will sich nicht mit den neuen Waffen anfreunden und bleibt bei seinen stilvolleren Schätzen. Dieser Konflikt schwelt im ganzen Buch immer mit.

Was Pérez-Reverte allerdings nicht so gut gelingt, ist das Aufbauen eines Spannungsbogens. Zu Beginn plätschert das Buch vor sich hin, während der Beschreibungen des Lebens von Astarloa und seinen Gewohnheiten kommt keine rechte Spannung auf. Mit dem Auftauchen Adelas ändert sich dies, aber auch ab hier gibt es noch einige Längen zu überstehen. Nach dem ersten Mord nimmt die Handlung endlich an Tempo auf, doch leider wird ab hier das Buch sehr vorhersehbar und wenig überraschend. Zwar wird das, was man als Leser bereits vorausahnt, sehr spannend und anschaulich geschildert, allerdings täuscht es nicht darüber hinweg, dass man sich ein etwas anderes Ende gewünscht hätte.

Vorgeplänkel und leere Finten

Neben einer historischen Einordnung findet sich am Ende des Buches ein Glossar, der die wichtigsten Begriffe des Fechtens im Allgemeinen erklärt. Allerdings sind Erklärungen wie zu "Prim" ("eine von acht nach der Klingenstellung benannten Einladungen") für den Laien auch noch recht ungenau und somit wohl auch nur für Kenner der Fechtkunst aussagekräftig. Dennoch ist Arturo Pérez-Reverte mit "Der Fechtmeister" kein schlechter Roman gelungen. Wenn man über die Schwankungen im Erzähltempo und in der Gewichtung des Inhalts hinwegsieht, bekommt man einen guten Einblick in das brisante politische Geschehen der Zeit und solches kann nicht jeder Roman von seiner Intention behaupten. En garde - und demnächst bitte nicht so viel Vorgeplänkel und leere Finten beim Erzählen.

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