Schwert und Krone - Der junge Falke von Sabine Ebert

Buchvorstellung

Originalausgabe erschienen 2017unter dem Titel „Schwert und Krone - Der junge Falke“,deutsche Ausgabe erstmals 2017, 640 Seiten.ISBN 3-426-65413-X.

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In Kürze:

Sommer 1147. Lübeck brennt, in Regensburg zieht das Kreuzfahrerheer über die als Wunderwerk bestaunte Steinerne Brücke, und in Nürnberg bleibt ein zehnjähriger Kindkönig als Mitregent zurück. Gegen den Willen seines Vaters reitet auch der junge Friedrich von Schwaben, der als Barbarossa in die Geschichte eingehen wird, mit den Kreuzfahrern ins Heilige Land. Unterdessen bekriegen die Fürsten von Meißen, Sachsen und Anhalt die benachbarten Slawenstämme. Die zurückgelassenen Frauen müssen sich allein gegen Hungersnot und Angreifer behaupten. Schwer krank kehrt der König mit wenigen Überlebenden in sein zerstrittenes Reich zurück. Als er stirbt, kommt für den jungen Friedrich die Stunde der Entscheidung. Hilft er seinem minderjährigen Cousin auf den Thron – oder greift er selbst nach der Krone?

Ihre Meinung zu »Sabine Ebert: Schwert und Krone - Der junge Falke«

Kveta Stodolka zu »Sabine Ebert: Schwert und Krone - Der junge Falke«21.01.2018
Nachdem ich den ersten Band der Reihe Schwert und Krone gelesen habe stand fest: den nächsten lese ich auf jeden Fall. Über den Wendenkreuzzug war mir bis dato nichts bekannt. Deshalb fand ich diesen Teil besonders spannend. Aber auch die Parallelen zu den Hebammen Büchern gefielen mir gut. Das Buch ist wieder eine gelungene Mischung aus Fakten und Fiktionen. Für mich persönlich war auch alles in Verbindung mit Uta von Calw und Schauenburg interessant. Denn ich sehe von meinem Arbeitszimmer aus auf die Burgruine Schauenburg. Uta hat diese Burg anlässlich ihrer Hochzeit vom Vater als Geschenk erhalten. Später hat sie in unserem Tal ein Kloster gegründet. Das sie die Tante von Barbarossa war, wusste ich z.B. nicht. Mann lernt eben nie aus. Ich hoffe, der nächste Band lässt nicht so lange auf sich warten. Danke Sabine Ebert, dass sie uns dieses brillante Fachwissen auf so anschauliche Weise präsentieren.
Mary zu »Sabine Ebert: Schwert und Krone - Der junge Falke«11.12.2017
Nachdem ich den ersten Band der Reihe Schwert und Krone gelesen habe stand fest: den nächsten lese ich auf jeden Fall. Über den Wendenkreuzzug war mir bis dato nichts bekannt. Deshalb fand ich diesen Teil besonders spannend. Aber auch die Parallelen zu den Hebammen Büchern gefielen mir gut. Das Buch ist wieder eine gelungene Mischung aus Fakten und Fiktionen. Für mich persönlich war auch alles in Verbindung mit Uta von Calw und Schauenburg interessant. Denn ich sehe von meinem Arbeitszimmer aus auf die Burgruine Schauenburg. Uta hat diese Burg anlässlich ihrer Hochzeit vom Vater als Geschenk erhalten. Später hat sie in unserem Tal ein Kloster gegründet. Das sie die Tante von Barbarossa war, wusste ich z.B. nicht. Mann lernt eben nie aus. Ich hoffe, der nächste Band lässt nicht so lange auf sich warten. Danke Sabine Ebert, dass sie uns dieses brillante Fachwissen auf so anschauliche Weise präsentieren.
hasirasi2 zu »Sabine Ebert: Schwert und Krone - Der junge Falke«05.11.2017
Deus lo vult - Gott will es!

... damit rief der Papst 1095 zum ersten Jerusalem-Kreuzzug auf und auch 1147 werden die deutschen Ritter mit diesem Leitspruch aufgefordert, ins Heilige Land zu ziehen.

Aber will ER wirklich diesen Kreuzzug? Will er, dass die Ritter ihre Frauen und Haushalte ohne Schutz und ausreichend Mittel mehr oder weniger auf sich allein gestellt zurücklassen? Um neue Gebiete zu erobern und Ungläubige zu bekehren? Will ER das? Oder geht es den Mächtigen nur darum, ihre Gebiete zu erweitern und ihre Machtbereiche auszudehnen?!
Ist es gottgewollt, dass alten Männern minderjährige Frauen gegeben werden, die bei der Geburt des ersten Kindes sterben und auch noch froh sind, dass ihre Leiden jetzt wenigstens ein Ende haben?!

Heinrich der Löwe, Albrecht der Bär und Konrad von Wettin (eigentlich Erzfeinde) – erst im Jahr zuvor von einem Kreuzzug zurückgekehrt – wollen das unbedingt vermeiden und rufen ihren eigenen Kreuzzug gegen die Wenden aus. „Taufe oder Tod!“ (S. 55) ist ihr Motto, schließlich gilt es, den einzig waren Glauben zu verbreiten. Dass dabei aus Freunden bzw. Bündnispartnern Feinde werden, nehmen sie billigend in Kauf.

Friedrich von Schwaben (später Barbarossa) hingegen zieht mit König Heinrich und wird im Laufe der Geschichte immer wichtiger. Er zeichnet sich bald als gewagter Stratege aber auch politischer Unterhändler und Taktiker aus. Friedrich macht sich einen Namen, Freunde und Verbündete, die er für die spätere Königswahl brauchen wird.
Zurück lässt er seine ungewollte und ungeliebte Frau Adela – er hat sie nur auf Wunsch seines Vaters und wegen ihrer Mitgift geheiratet. Aber sie ist nicht genug für ihn meint er, und lässt es sie auch spüren.
Dabei ist sie die Gesellschafterin des erst 10jährigen Kindkönigs und Mitregenten Heinrich-Berengar. Er verehrt sie und nimmt sogar ihre Ratschläge an. Sein Vater Konrad von Staufen hat zum Stellvertreter ernannt (und dabei so ganz nebenbei die erbliche Thronfolge wieder eingeführt), solange er sich im Heiligen Land aufhält. Dass Heinrich-Berengar von seinen Beratern ignoriert und bevormundet wird, nur ein König ohne Macht, eine Marionette ist, erfährt Konrad erst nach seiner Rückkehr - von Friedrich, der auch hier politisches Geschick beweist.

Kunigunde von Plötzkau hat ebenfalls keinen leichten Stand. Nach zwei Missernten bleiben sie mitten im Winter ohne Geld, Saatgut und ausreichend Schutz zurück. Außerdem ist sie auch nach 9 Ehejahren immer noch nicht von ihrem Mann schwanger. Als dann auch noch unzählige Gesetzlose die Burg belagern, kann sie nur noch ein Wunder retten ...

Kaum ein Autor schreibt so mitreißend und fesselnd über unsere Geschichte wie Sabine Ebert. Bei ihr sind auch Könige und Kaiser menschlich, wird deren Versagen genau so spannend geschildert wie ihre Siege. Ich war wieder mittendrin im Geschehen und habe aufmerksam die politischen Ränkespiele verfolgt. Zudem bewundere ich wie sie es immer wieder schafft, auch den fast ausschließlich rechtlosen Frauen dieser Zeit eine Stimme zu geben, ihre Stärken darzustellen. Für echte Fans gibt es ein Wiederlesen mit Protagonisten Personen aus dem ersten Band „Schwert und Krone - Meister der Täuschung“ und der Hebammen-Saga.

Abschlusszitat: „Sie sind so anders, mit ihren Sitten und Gebräuchen – und doch Menschen wie wir. Und sie siedelten hier schon lange, bevor wir kamen. ... Warum zerstören wir all das Schöne? Wo doch wir Christen es auch lieben, und seien es nur die Krüge und Fibeln? Ihre Lieder, Tänze, Märchen, Ornamente ... ausgelöscht.“ (S. 260)

Sabine Ebert zeigt das Mittelalter von allen Seiten, verherrlicht oder beschönigt nichts und unterhält ihre Leser dabei wieder ausgezeichnet. Sie räumt mit Illusionen auf, zeigt politische Winkelzüge und macht Geschichte lebendig.
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