Im Bann des Keltenfürsten von Ronald Hummel

Buchvorstellungund Rezension

Im Bann des Keltenfürsten von Ronald Hummel

Originalausgabe erschienen 2006unter dem Titel „Im Bann des Keltenfürsten“,, 229 Seiten.ISBN 3000198121.

»Im Bann des Keltenfürsten« kaufen oder zum Merkzettel hinzufügen

bestellen bei amazon

Kurzgefasst:

Am Fuß des Ipf, vor 2500 Jahren: Räuber plündern eine Schmiede und legen Feuer. Sie entkommen mit wertvollen Eisenschwertern. Doch wer ließ diese revolutionären Waffen heimlich anfertigen? Der Keltenfürst vom Ipf vermutet Verrat und setzt den Köhlerjungen Itam auf die Sache an. Aber der verliebt sich ausgerechnet in die Frau, die er aushorchen soll. Schließlich wird er ertappt und gerät als Doppelspion zwischen die Fronten. Wird er das Geheimnis trotzdem lüften können?

Das meint Histo-Couch.de: „Auf der Suche nach den Eisenschwertern“80

Rezension von Jörg Kijanski

Fürst Segomar und seine Frau Akiana regieren am Rand der Ostalb auf dem Opios. Während einer lebhaften Diskussion erreicht sie die Nachricht von einem großen Feuer auf dem Hof von Häuptling Targur; Segomars reichster Untertan und zugleich mächtigster Gegner. Der Schaden ist enorm, die wertvolle Schmiede brennt nieder, acht Personen kommen zu Tode, darunter der Schmied und zwei Krieger. Doch irgendetwas erscheint seltsam, denn Targurs Krieger sind offenbar bestrebt, sich bei den Aufräumarbeiten nicht allzu sehr helfen zu lassen. Zudem findet der Spurenleser Fannac heraus, dass die beiden Krieger vor dem Brand ermordet wurden. Mit Hilfe des jungen Köhlers Itam stellt sich heraus, dass in der Schmiede offenbar hochwertige Eisenschwerter hergestellt worden sind, von denen jede Spur fehlt. Eigentlich ein Grund, Targur wegen Hochverrats anzuklagen, doch wichtiger ist zunächst herauszufinden, wo sich die Schwerter befinden und vor allem, für wen sie hergestellt wurden. Sollten diese gewaltigen Waffen, die den Bronzeschwertern klar überlegen sind, etwa für die verfeindeten Skythen sein, die vor fünf Jahren in das Land eingefallen sind?

Itam wird in Targurs Lager beordert, um dort unauffällig zu spionieren. Dabei verliebt er sich ausgerechnet in die bezaubernde Taparu, Targurs Tochter, und so sitzt er schon bald zwischen allen Stühlen. Seine Tarnung hält nur kurz, da ein Spion Targurs ihn auffliegen lässt. Targur seinerseits verdächtigt Segomar, den Diebstahl der Waffen veranlasst zu haben und so weiß Itam schon bald nicht mehr, wem er glauben kann und wie er seine große Liebe retten soll …

Ein seltener Keltenroman

Die Faszination der Kelten und ihres großen Anführers Vercingetorix lassen einen sofort an die Gallischen Kriege und das Duell mit Julius Cäsar denken. So ist es kein Zufall, dass ein Ausschnitt eines bekannten Vecingetorix-Denkmals das Buchcover ziert. Dass es im letzten Jahr bereits eine sehr lesenswerte Ausgabe der Zeitschrift GEO-Epoche über „Die Kelten“ gegeben hat, macht das Thema umso spannender, denn über diese so ferne Zeit – die vorliegende Geschichte spielt vor 2.500 Jahren – gibt es nahezu keine Romane. Interessiert man sich für dieses Thema, helfen einem noch an ehesten die Romane von Patrick Dunne (Keltengrab, Die Keltennadel), die allerdings in der Gegenwart spielen. So kann man die These wagen, dass Ronald Hummel hier eine große Lücke zumindest ein Stück weit geschlossen hat. Mehr noch, auf knapp über 200 Seiten ist ihm ein ebenso spannender wie informativer Plot gelungen, der sowohl Krimi- wie auch „Histo“-Freunden gefallen dürfte.

Vorrangig geht es hier nicht um die Aufklärung der Morde an den beiden Kriegern oder den übrigen Opfern des verheerenden Brandes, sondern um die Fragen, für wen die Eisenschwerter bestimmt waren und wo sie jetzt sind? Wie der Protagonist der Geschichte, der junge Köhlersohn Itam, ist der Leser hin- und hergerissen, wem er glauben soll. Steckt Targur hinter dem Vorfall (was sehr unwahrscheinlich ist) oder tatsächlich Segomar, doch warum sollte dann Segomar seine Leute immer wieder aussenden, um die Schwerter zu suchen beziehungsweise Befragungen durchzuführen? Die Aufklärung überrascht und insgesamt ist die Geschichte durchaus schlüssig.

Ganz nebenbei kann man sein (sofern vorhanden) Wissen über die Kelten auffrischen und erfährt viel über deren Bräuche und Gepflogenheiten und lernt sogar einige Boten aus der Anderwelt kennen. Die eingebaute Liebesgeschichte, ohne die ein Teil des Plots nicht funktionieren würde, gibt es noch gratis oben drauf. Man darf gespannt sein, ob der durchaus sympathische und weitgehend unerschrockene Held ein weiteres Abenteuer erleben darf. Zu wünschen wäre es.

 

Ihre Meinung zu »Ronald Hummel: Im Bann des Keltenfürsten«

Ihr Kommentar zu Im Bann des Keltenfürsten

Hinweis:Wir behalten uns vor, Kommentare ohne Angabe von Gründen zu löschen.Beachten und respektieren Sie jederzeit Urheberrecht und Privatsphäre.Werbung ist nicht gestattet.Lesen Sie auch die Hinweise zu Kommentaren in unserer Datenschut­zerklärung.