Die Fotografin - Am Anfang des Weges von Petra Durst-Benning

Buchvorstellungund Rezension

Originalausgabe erschienen 2018unter dem Titel „Die Fotografin - Am Anfang des Weges“,, 448 Seiten.ISBN 3-7645-0662-8.

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Kurzgefasst:

Minna Reventlow, genannt Mimi, war schon immer anders als die Frauen ihrer Zeit. Es ist das Jahr 1911, und während andere Frauen sich um Familie und Haushalt kümmern, hat Mimi ihren großen Traum wahr gemacht. Sie bereist als Fotografin das ganze Land und liebt es, den Menschen mit ihren Fotografien Schönheit zu schenken, genau wie ihr Onkel Josef, der ihr großes Vorbild ist. Als dieser erkrankt, zieht sie in das kleine Leinenweberdorf Laichingen, um ihn zu pflegen und vorübergehend sein Fotoatelier zu übernehmen. Ihm zuliebe verzichtet sie nicht nur auf ihre Unabhängigkeit, sondern sieht sich in Laichingen zunächst auch den misstrauischen Blicken der Dorfbewohner ausgesetzt, da sie mehr als einmal mit ihrem Freigeist aneckt. Und als bald ein Mann Mimis Herz höher schlagen lässt, muss sie eine Entscheidung treffen …

Das meint Histo-Couch.de: „Vielversprechender Auftakt einer neuen Reihe“92Treffer

Rezension von Alexandra Hopf

Mimi Reventlow wagt das schier Undenkbare. Entgegen aller Normen macht die junge Frau kurz nach der Jahrhundertwende eine Ausbildung zur Fotografin, ein Beruf, in dem eigentlich nur Männer arbeiten. Ihre Eltern sind zwar nicht begeistert, lassen ihre Tochter aber gewähren. Doch als der Angestellte ihres Vaters der Pfarrerstochter einen Heiratsantrag macht, fürchtet die junge Frau um ihre Eigenständigkeit. Ihr wird bewusst, dass das nicht ihr Weg ist. Sie will keine Pfarrersfrau sein, die sich nur um Familie kümmert. Vielmehr träumt sie von einem Leben wie es ihr heißgeliebter Onkel, Josef Stöckle, führt. Er ist Wanderfotograf und zieht von Stadt zu Stadt. Schweren Herzens, aber aus Liebe, stimmen ihre Eltern zu und das Geld, welches für ihre Aussteuer gedacht war, wird in ihre erste eigene Fotoausrüstung investiert. Bei der Auswahl hilft ihr der Onkel und steht außerdem zu Beginn mit Rat und Tat zur Seite. Und so beginnt Mimis aufregender neuer Lebensabschnitt.

Nach anfänglichen Schwierigkeiten, weil die Leute in diesem Beruf an keine Frau gewöhnt sind, gelingt es ihr, Fuß zu fassen. Durch einen glücklichen Zufall gelingt es ihr in Baden-Baden sogar, Bilder für die württembergische Königin zu machen. Ihr völlig eigener, aber frischer Stil bringt ihr mit der Zeit in den größeren Städten einen guten Ruf ein. Nun kommen sogar Anfragen anderer Städte, die Mimi beauftragen, auch bei ihnen einmal ihre Dienste anzubieten.

So vergehen schnell sechs Jahre. Bei einem Halt in Ulm lernt die junge Fotografin den Gewerkschafter Hannes kennen. Mimi ist von dem jungen Mann fasziniert. Es beeindruckt sie, wie er ebenfalls mit Feuereifer für „seine“ gute Sache eintritt. Doch noch ehe sie sich besser kennenlernen können, trennen sich ihre Wege auch schon wieder. Trotzdem geht ihr der junge Mann nicht mehr aus dem Sinn. Die junge Frau reist nach Laichingen auf der schwäbischen Alb. Sie hat erfahren, dass ihr geliebter Onkel, der mittlerweile dort ortsansässig ist, erkrankt ist und möchte diesen besuchen. Vor Ort stellt sich aber heraus, dass der alte Mann doch schwerer erkrankt ist. Aus Liebe zum Onkel beschließt Mimi, länger zu bleiben um die Pflege zu übernehmen und das Fotoatelier Josefs in dieser Zeit zu führen. Aber nun sieht sich die mutige Frau mit vielen Problemen konfrontiert. Immer auf der Durchreise hat sie keine Ahnung von Krankenpflege oder Haushaltsführung. Und auch das Führen der Geschäfte des Onkels erweist sich als schwierig. Laichingen ist eine arme Weberstadt. Die Leute haben kaum Geld und für die freigeistigen Ideen der jungen Frau erst recht kein Verständnis. Wird es der couragierten Fotografin gelingen, alle Hürden zu überwinden?

Interessante Beschreibung historischer Fotografie

Petra Durst-Benning gelingt es, ihre Leser mit einem besonderen Thema an dieses Buch zu fesseln. Nahtlos fügen sich hier fiktiver Roman und historische Begebenheiten ineinander. Über die Länge des gesamten Buches vermittelt sie gut recherchiertes Wissen über das Thema Fotografieren zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Erstaunt sieht man sich mit der Tatsache konfrontiert, welch großes Können und welcher Aufwand früher hinter dem Fotografieren steckte. Anhand der Figur von Josef Stöckle erklärt die Autorin anschaulich, was sich früher hinter einem Wanderfotografen verbarg. Und macht den Leser gleichzeitig neugierig, wie ihre Hauptprotagonistin wohl das Ganze als Frau meistern wird. Es gelingt ihr, diese Neugier über das gesamte Buch hinweg beim Leser aufrecht zu erhalten. Der gleichbleibend hohe Spannungsbogen steigert sich gegen Ende sogar noch.

Liebenswerte Hauptfigur verzaubert Leser

Mimi Reventlow ist eine rundum überzeugende Protagonistin. Schnell schleicht sie sich mit ihrem Mut und Selbstbewußtsein ins Herz der Leser. Gerade deswegen, weil sie sich gleichzeitig trotzdem durch ein gutes Herz auszeichnet und selbstlos anderen helfen will. Das gilt nicht nur für den geliebten Onkel, sondern auch für den armen „Weberjungen“ Alexander. Ohne zu Überlegen und ohne Scheu bietet sie dem Unternehmer Gehringer die Stirn und macht sich diesen damit ungeahnt zum Feind.

Lesevergnügen, welches Lust auf mehr macht

Petra Durst- Benning lässt keine Langeweile aufkommen. Leicht nachvollziehbare wechselnde Erzählstränge beleben den Roman. So erfährt der Leser zudem einiges über die Leinenweberstadt Laichingen. Gerade die Geschichte um die Weberfamilie Schubert ist spannend und verspricht in den nächsten Bänden noch eine interessante Entwicklung.

Leicht verständlicher Sprachstil und Dialoge lassen die knapp 450 Seiten nur so dahinfliegen und viel zu schnell muss man das Buch aus der Hand legen. Auch der Blanvalet Verlag hat mit der Gestaltung des Hardcover ins Schwarze getroffen. Der in sepiafarben gehaltene Schutzumschlag erinnert an ein historisches Bild und die abgebildete junge Dame kann man leicht mit Frau Reventlow assoziieren.

Der Roman endet mit dem Anstieg des Spannungsbogens. Wie ein Feuerwerk explodiert er und hinterlässt viele unbeantwortete Fragen. Und mit diesem gemeinen Cliffhanger bleibt der Leser zurück und kann die Fortsetzung kaum erwarten. Es bleibt nun vorerst seiner Phantasie überlassen, wie die ganzen Fragezeichen wohl im zweiten Teil beantwortet werden.

Ihre Meinung zu »Petra Durst-Benning: Die Fotografin - Am Anfang des Weges«

leseratte1310 zu »Petra Durst-Benning: Die Fotografin - Am Anfang des Weges«12.11.2018
Statt den Heiratsantrag des Vikars Heinrich Grohe anzunehmen, entschließt sich Minna Reventlow, genannt Mimi, als Wanderfotografin ihr Glück zu machen. Ihr Onkel Josef war ihr immer ein Vorbild und nun will sie den Menschen mit ihren Fotografien Schönheit schenken. Es ist nicht leicht für sie, sich in dieser männerdominierten Branche durchzusetzen, aber ihr eiserner Wille und ein Quäntchen Glück sorgen dafür, das ihr Name schnell bekannt ist. Doch dann erreicht sie ein Brief der Mutter, dass ihr geliebter Onkel ziemlich krank gewesen ist und Unterstützung braucht, bis er wieder auf den Beinen ist. Mimi macht sich auf den Weg nach Laichingen auf der schwäbischen Alb. In Ulm begegnet sie Hannes, der mächtig Eindruck auf sie macht. Aber sie muss weiter zu ihrem Onkel.
In Laichingen erkennt sie, dass es ihrem Onkel sehr viel schlechter geht als angenommen. Daher beschließt sie, sein Fotoatelier wieder zu öffnen und eine Weile zu bleiben, bis ihre Mutter die Zeit findet, sich um ihren Bruder zu kümmern.
Die Autorin Petra Durst-Benning hat einen sehr angenehm zu lesenden Schreibstil, mit dem sie die Bewohner und das Leben in Laichingen sehr lebendig werden lässt. In dem Ort leben alle von der Leinenweberei, die Männer in der Fabrik und die Frauen besticken die Wäscheteile zu Hause. Alle sind abhängig von Herrmann Gehringer, dem die Fabrik gehört. Traditionen gelten viel in Laichingen, wenn der Vater Weber bei Gehringer ist, wird es der Sohn auch. Trotzdem herrscht unter den Weberfamilien bittere Not, so bleibt keine Zeit für Freude und keine für Trauer und schon gar keine für Träume, außer man schließt diese Träume fest in sein Herz ein.
Es gibt einige Aufregung als Mimi im Ort auftaucht und sich so gar nicht duckmäuserisch verhält. Aber sie ist eine selbständige Frau, die schon sehr früh selbständig war, da ihre Mutter Amelie immer damit beschäftigt war, sich um Notleidende zu kümmern und kaum Zeit für ihre Tochter hatte. Mimi wusste schon immer, was sie wollte, und wurde von ihren Eltern dabei unterstützt. Als sie das Atelier ihres Onkels wieder öffnet, erzeugt sie unterschiedliche Reaktionen. Was dem einen zu fortschrittlich, sorgt bei anderen für ganz neue Ideen und Hoffnungen.
Mimi ist eine sehr sympathische und starke Frau. Sie setzt sich über Widerstände hinweg, aber sie ist auch mitfühlend und hat einen besonderen Blick für andere Menschen. Auch die anderen Personen sind interessant und vielschichtig. Es gibt einige, die man von Anfang an mag und andere, die man am liebsten auf den Mond schießen würde.
Das Ende ist offen und macht neugierig auf den nächsten Band dieser Reihe. Auf ihn bin ich jetzt schon sehr gespannt.
Das Buch hat mir sehr gut gefallen und ich kann es nur empfehlen.
kessi67 zu »Petra Durst-Benning: Die Fotografin - Am Anfang des Weges«11.11.2018
Eine Reise in die Welt der schönen Bilder

" Die Fotografin" von Petra Durst-Benning ist ein historischer Roman von den Anfängen und Revolution der Fotografie, die eine Frau ihre ganze Leidenschaft schenkt.

Minna Reventlow, genannt Mimi, muss sich in der Männerwelt behaupten und begibt sich auf einen gewagten Weg als Wanderfotografin. Ihre Leidenschaft hat sie von ihrem geliebten Onkel Josef, der als Wanderfotograf schon seit vielen Jahren durch die Lande zieht. Als Kind hat sie das Schöne in der Bildgebung erkannt und hat gegen alle Bedenken der Eltern eine Ausbildung als Fotografin absolviert.

Als sie schon einige Jahre erfolgreich unterwegs ist und sich einen Namen gemacht hat, glaubt sie am Ziel angekommen zu sein. Doch dann erreicht sie ein beunruhigender Brief der Mutter. In dem bittet Amelie Reventlow ihre Tochter, nach Laichingen in die schwäbische Alb zu reisen, um nach ihren Onkel zu schauen, der vor Monaten an einer Lungenentzündung erkrankt war.

Dort angekommen muss sie erkennen, dass der Aufenthalt bei ihrem Onkel nicht mit ein paar Tagen abgetan ist, da der Gesundheitszustand des Onkels sehr beängstigend ist.

Josef ist vor Jahren seiner gefundenen großen Liebe gefolgt und hat sie in Laichingen niedergelassen und ein Fotoatelier eröffnet. Doch seine Liebe ist gestorben, so ist er auf sich allein gestellt.

Als Mimi nach einiger Zeit des Bangens die erschütternde Diagnose des Arztes hört, entschließt sie sich, ihren Onkel zu pflegen. Sie hat das Atelier wieder auf Vordermann gebracht und möchte den Laden führen. Manches Mal kommen jedoch auch kleine Zweifel in ihr auf, wie ihr weiteres Leben auf Wanderschaft aussehen wird. Zum Freundschaften schließen ist nie genügend Zeit, wie soll sie da noch einen Mann für die Liebe finden?

Die Menschen in Laichingen sind sehr arm um ihr hart erarbeitetest Geld für eine Fotografie auszugehen. Und die Oberschicht steht Mimi skeptisch gegenüber. Denn sie ist eine Frau der Moderne und fotografiert nicht alt hergebracht. Sie möchte ihren Bildern Leben einhauchen. Bisher ist sie damit sehr erfolgreich gewesen. Aber viele der Laichinger sehen dies als Gotteslästerung, sie wollen am Althergebrachten festhalten. Nur ein paar wenige sind von Mimi und ihrer Fotografi angetan.

Dann tritt ein Mann in ihr Leben. Dieser ist gegen alles Althergebrachte, hat aber seine ganz eigenen Ansichten. Werden die beiden sich verlieben? Können ihr die paar wenigen Menschen in Laichingen, die auf ihrer Seite sind helfen um das Eis zu brechen?



Meine Meinung:

Vom ersten Moment an habe ich mich in dieser schönen Geschichte aufgehoben gefühlt. Mimi Reventlow ist mir von Beginn an sympathisch gewesen und ans Herz gewachsen. Ist sie doch eine der Frauen, die sich zur damaligen Zeit gegen alle Vorurteile, eine Frau seie fehl am Platze bei ihrer Berufswahl in der Männerwelt. Denn sie konnte mit ihrem Enthusiasmus zeigen, dass dies nicht stimmt.

Die Autorin hat es mir mit ihrem herrlichen Schreibstil auch nicht schwer gemacht. Sehr detailgetreu beschreibt sie das Leben der Laichinger, ohne dabei die Geschichte damit zu überlagern. Es ist oft sehr emotional aber auch humorvoll. Petra Durst- Benning hat mir gezeigt wie glücklich ich mich schätzen kann in diesem Jahrhundert zu leben. Denn die alten Traditionen, wo Männer seit Generationen ihren Ahnen in ihrer Arbeit folgen und Frauen ein tristest Leben führen müssen, sind in ihrer Beschreibung kaum auszuhalten. Die Hoffnungslosigkeit der jungen Generation, in der sie gefangen sind, zeigt ein Bild der Trostlosigkeit. Aber ich hoffe auf ihre Kampfesmut, sich dem entgegen zu stellen, wo sie doch andere Vorstellungen vom Leben haben. Sie möchten mit den alten Traditionen brechen und das hat mich begeistert. Die Autorin beschreibt sehr bildlich, welchen Mut es bedarf sich dem entgegen zu stellen.

Auch die historischen Hintergründe sind spannend und informativ geschildert, was natürlich guten Recherchen zur Grundlage liegt.

Ich bin jetzt schon auf den zweiten Teil gespannt und kann es kaum erwarten die Fortsetzung zu lesen.

Ich spreche hiermit eine Leseempehlung aus, es Lohn sich auf jeden Fall, sich mit Mimi auf den Weg zu machen.
Ariettas Bücherwelt zu »Petra Durst-Benning: Die Fotografin - Am Anfang des Weges«05.11.2018
Meine Meinung
Die Autorin, Petra Durst-Benning, hat es wieder einmal geschafft, mich mit ihrem neusten Roman ihrer Familiensaga in den Bann zu ziehen. Man gewinnt die Figuren sofort lieb, besonders Mimi, dies junge starke , mutige und vom Freigeist getriebene junge Frau habe ich sehr bewundert. Für die damalige Zeit , als Frau einen Beruf zu ergreifen und dann noch als Wanderfotografin, war eine Sensation, den sie reist durch die Lande ohne männlichen Schutz, unvorstellbar. Ihr Sprachstil ist fließend, Bildhaft und sehr mitreißend, man hat das Gefühl ihr sprudeln nur so die Worte und Gedanken aus der Feder. Der Spannungsbogen bleibt von der ersten bis zur letzten Seite sehr hoch. Ihre einzelnen Figuren und deren Charaktere sind sehr liebevoll und glaubhaft gezeichnet, man konnte sich sehr gut in ihre Protagonisten hineinversetzen, sich mit ihnen freuen, bangen und hoffen und deren Verzweiflung spüren. Das historische geschehen zur damaligen Zeit ist sehr Authentisch wiedergegeben, ob es das Leinenweberdorf Laichingen auf der schwäbischen Alb, oder die Fotografie ist. Alles ist sehr gut recherchiert, das karge Leben, die Armut der Leinenweber, der Stand der Frau zur damaligen Zeit. Man spürt beim Lesen, wie viel Herzblut sie in diese Geschichte gesteckt hat. Danke auch für das Nachwort und die schönen Fotografien im Anhang. Jedenfalls fiebere ich schon der Fortsetzung entgegen.....

Zum Inhalt: Von Anfang an habe ich Mimi bewundert, über ihren Mut, Stärke und ihren Freigeist, wie gradlinig sie ihren Weg geht. Auslöser Wanderfotografin zu werden, war ihr Onkel Josef, ein Wanderfotograf, an dem sie sehr hängt und bewundert, sie waren schon immer ein Herz und eine Seele. Mimi. Wäre nicht Mimi, sie schafft es sich gegen alle Widerstände durchzusetzen, und erlernt den Beruf der Fotografin. Besonders ihre Eltern gefielen mir sehr, die mit der Zeit gehen und ihre Tochter unterstützen und ihren Rücken stärken, das sie ihren großen Traum wahr machen konnte. Mimi, ist sehr gefragt, aber als ihr Onkel Josef schwer erkrankt, lässt sie alles stehen und liegen, und reist nach Laichingen ins Leinenweberdorf, hier beweist sie Charakterstärke. Das Leben dort ist am Anfang nicht leicht für sie, verkörpert sie doch überhaupt nicht das Bild der Frau zur damaligen Zeit, dem Heimchen hinter dem Herd. Kein Wunder das die Laichinger sie misstrauisch beäugen. Aber gegen alle Widerstände erobert sie die Herzen der Bevölkerung, auch wenn nicht alle. Da ist der Fabrikbesitzer und Ausbeuter Gehringer, dem sie wagt die Stirn zu bieten, und sich mutig gehen ihn auflehnt und nicht einknickt, dafür habe ich sie sehr bewundert, aber auch meine Hochachtung das sie so für ihren Onkel Josef da ist, und vieles Aufgibt, aber auch neue Ideen umsetzt. Mimi ist sehr kreativ und besitzt ein großes Herz, sie erkennt das Alexander ein sehr begabter Zeichner ist, ob sie es schafft gegen die widerstände seines Vaters ihn auf die Kunstschule zuschicken. Es bleibe viele offene Fragen, wird sich Mimi ganz in Laichingen niederlassen, gerade jetzt wo ihre große Liebe Hannes im Ort auftaucht ?
PMelittaM zu »Petra Durst-Benning: Die Fotografin - Am Anfang des Weges«29.10.2018
Esslingen, 1905: Mimi Reventlow steht vor einer wichtigen Entscheidung. Soll sie sich weiterhin ihrem Lebenswunsch, Fotografin zu werden, widmen, oder soll sie heiraten und eine Familie gründen? Die Entscheidung fällt ihr leicht.

1911 ist Mimi glücklich und zufrieden, sie liebt ihr Leben, und erst kürzlich ist ihr ein Mann über den Weg gelaufen, mit dem sie sich eine Zukunft vorstellen könnte, als sie ein Hilferuf ereilt. Ihr Onkel Josef, der sich vor Jahren in Laichingen auf der Schwäbischen Alb niedergelassen hat, ist schwer erkrankt und benötigt ihr Hilfe. Kurze Zeit kann sie ihre Verpflichtungen verschieben, aber dann kann sie Laichingen nicht so schnell wieder verlassen.

Endlich hat Petra Durst-Benning wieder einen historischen Roman verfasst, und wieder steht eine starke, selbstbewusste und unabhängige Frau im Mittelpunkt. Erzählt wird allerdings nicht nur aus Mimis Perspektive, es gibt noch weitere Charaktere, deren Leben man verfolgen kann, und die, ähnlich wie Mimi zu Beginn der Geschichte, ihrem „vorbestimmten“ Leben entfliehen oder es zumindest verbessern möchten.

Laichingen ist eine Leineweberstadt, die Besitzer der Webereien sind kleine Herrscher, die Arbeiter von ihnen abhängig, und von deren Kindern wird erwartet, dass sie in die Fußstapfen ihrer Eltern treten. Einer dieser Webereibesitzer ist Hermann Gehringer, dem es gar nicht gefällt, als Mimi frischen Wind in den Ort zu bringen versucht. Eveline Schubert und ihre Familie müssen jeden Pfennig umdrehen, und gerade haben sie ein Kind verloren. Sohn Alexander hat ein besonderes Talent, und Eveline würde ihm gerne ermöglichen, etwas daraus zu machen, erwartet wird von ihm jedoch, wie sein Vater in Gehringers Weberei zu arbeiten. Auch Anton, der Gastwirtsohn und Alexanders bester Freund, würde gerne mehr aus seinem Leben machen, doch seine Mutter will seine Ideen nicht hören. Als Leser entwickelt man schnell Emotionen für alle diese Menschen.

Die Autorin zieht den Leser schon nach wenigen Seiten in den Bann ihrer Geschichte, man mag den Roman nur ungern aus der Hand legen und wird sehr gut unterhalten. Besonders gefreut habe ich mich, als eine Protagonistin aus einem anderen Roman Petra Durst-Bennings ein kleines Gastspiel gibt, eine gelungene Überraschung.

Neben der Geschichte an sich erhält der Leser auch einen Einblick in die Arbeit eines Fotografen jener Zeit, und die am Ende von der Autorin angefügten Fotos tragen das ihre dazu bei. Auch über die Arbeit der Weber und ihrer Familien erfährt man so einiges. Die historischen Anmerkungen der Autorin sind ebenfalls lesenswert.

Gestört hat mich vor allem eins: Man bekommt den Eindruck, Gehringer sei der einzige Fabrikant des Ortes, und somit der ganze Ort von ihm abhängig. Nur so nebenbei erfährt man, dass es auch noch andere Fabrikbesitzer geben muss, dass also gar nicht alle Einwohner von Gehringer abhängig sein können. Leider funktioniert die Geschichte für mich dadurch nicht mehr hundertprozentig, ich finde diese Reduzierung nicht gelungen, es hat mich ziemlich gestört, dass hier ein falsches Bild vermittelt wurde.

Insgesamt hat mir der Roman aber gefallen und mich gut unterhalten. Leider ist er ein erster Band, der etwas abrupt und relativ offen endet, so dass man ihn etwas unzufrieden zuschlägt. Aber es ist vor allem meine oben genannte Kritik, die mich den Roman "abwerten" lässt. Eine Leseempfehlung für alle, die historische Romane und/oder die Romane der Autorin mögen gibt es aber trotzdem. 79°
Petra Sch. zu »Petra Durst-Benning: Die Fotografin - Am Anfang des Weges«28.10.2018
Eine starke Frau geht ihren Weg zu Beginn des 20. Jahrhunderts (ich bewerte das Hörbuch)

Kurz zum Inhalt:
Esslingen, 1911. Minna (Mimi) Reventlow arbeitet in einem Fotoatelier, denn ihr Traum ist es, eine bekannte Fotografin zu werden. Sie bekommt von Heinrich einen Heiratsantrag; er jedoch will in eine andere Stadt ziehen, wo er Pfarrer in einer Kirche werden kann. Doch dort gibt es kein Fotoatelier und Mimi müsste ihr Leben als Hausfrau fristen.
Da sie unabhängig sein will und ihren Traum als Fotografin verwirklich möchte, lehnt sie Heinrichs Heiratsantrag ab und macht sich auf den Weg als Wanderfotografin - so wie ihr Onkel Josef einer war, ihr großes Vorbild.
Doch eines Tages braucht ihr Onkel ihre Hilfe, der sich der Liebe wegen in Laichingen, einem Weberei-Ort, niedergelassen hat. Kann Mimi dort ihr Glück finden?



Meine Meinung:
Die Geschichte erzählt von der starken und mutigen Mimi, die sich in Zeiten, wo es für Frauen noch nicht selbstverständlich war, selbst über ihr Schicksal zu verfügen, für ihr Glück entscheidet. Sie hat zum Glück den Rückhalt ihrer Eltern, von denen sie als Aussteuer Geld für einen Fotoapparat erhält.
Die Erzählweise ist sehr bildhaft, man hat alle Protagonisten und vor allem den Ort Laichingen samt den Einwohnern genau vor Augen. Auch die damaligen Zustände sind genauestens beschrieben, und man muss mit Mimi mitfiebern - vor allem in Laichingen, wo sie sich gegen die Einwohner und den dort vorherrschenden Weberei-Besitzer, Herrn Gehringer, durchsetzen muss.
Man bekommt auch sehr gute Einblicke in die damalige Art zu fotografieren.
Sehr schön fand ich, dass sich Mimi trotz ihrer Moderne entscheidet, in Laichingen zu bleiben und ihren geliebten Onkel zu pflegen.
Ich konnte jedoch Mimis Verliebtheit Hannes gegenüber und ihr ständiges Sehnen nach ihm überhaupt nicht nachvollziehen, dies kam mir alles viel zu kurz.

L eider endet die Geschichte sehr abrupt - ohne Hinweis, dass es eine Fortsetzung geben wird. Wenn ich nicht bereits gewusst hätte, dass dies eine zweiteilige Reihe ist, wäre ich sehr enttäuscht gewesen, denn es wird weder auf der CD-Hülle noch eben im Hörspiel darauf hingewiesen. Nicht einmal ein "Fortsetzung folgt" am Ende...

Die Sprecherin Svenaja Pages hat eine angenehme Stimme, nur für meinen Geschmack könnte sie eine Spur schneller sprechen.

Das Cover entspricht jenem der Printausgabe und zeigt Mimi in der damaligen Mode. Auch die Schrift lässt auf einen historischen Roman schließen.


Fazit:
Fesselnde Geschichte über eine starke Frau in schwierigen Zeiten, die ihren Weg geht und sich in einer Männerdomäne durchsetzt; ich bin schon sehr auf die Fortsetzung gespannt. 4 Sterne.
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