Ein Totenhemd für den Erzbischof von Peter Tremayne

Buchvorstellungund Rezension

Ein Totenhemd für den Erzbischof von Peter Tremayne

Originalausgabe erschienen 1995unter dem Titel „Shroud for the Archbishop“,deutsche Ausgabe erstmals 1998, 360 Seiten.ISBN 3-7466-1962-9.Übersetzung ins Deutsche von Irmela Erckenbrecht.

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Kurzgefasst:

Rom 664: Wighard von Canterbury, der künftige Erzbischof, fällt einem Raubmord zum Opfer. In Verdacht gerät ein irischer Mönch, der jedoch seine Unschuld beteuert. Der Fall droht, einen Krieg zwischen Angelsachsen und Iren auszulösen. Um das Schlimmste zu verhindern, wird die unbestechliche Schwester Fidelma mit den Ermittlungen betraut. Bei ihren Nachforschungen stößt sie auf das zwielichtige Vorleben des Ermordeten. 

Das meint Histo-Couch.de: „;Ein ganz besonderer Leckerbissen für Liebhaber historischer Kriminalromane“;98Treffer

Rezension von Elke Röhrig

Ein Mord ist geschehen. Und Geschenke für Seine Heiligkeit Vitalian sowie ein paar Dinge, die gesegnet werden sollten, sind verschwunden. Schwester Fidelma von Kildare und Bruder Eadulf werden beauftragt, den Dieb und Mörder zu finden. Und wieder einmal bewahrheitet sich, dass nicht alles so ist, wie es scheint …

Mörder oder/und Dieb?

Wir schreiben das Jahr 664 und befinden uns in Rom. Wighard von Canterbury soll zum Erzbischof geweiht werden und bewohnt mit einigen Gesandten das Gästehaus des Lateranpalastes. Auch Schwester Fidelma ist nach Rom gereist. Als der zukünftige Erzbischof tot auf seinem Bett gefunden und ein fliehender irischer Mönch ergriffen wird, scheint klar zu sein, wer der Mörder ist. Der Mönch beteuert jedoch seine Unschuld und Bischof Gelasius bittet Fidelma und Eadulf den Fall zu lösen.

Schwester Fidelma und Bruder Eadulf

Peter Tremayne ist als anerkannter Historiker besonders durch seine profunden Kenntnisse auf dem Gebiet der keltischen Kultur bekannt. Mit diesem zweiten Roman seiner Schwester-Fidelma-Reihe führt er seinen Streifzug durch die Geschichte fort und zeigt uns anschaulich, dass die irische Kultur bereits zu dieser Zeit herausragend fortschrittlich war. Vor allem die irischen Frauen waren ihren Männern nicht in der Weise untertan, wie es anderswo der Fall war, sie waren gewissermaßen gleichberechtigt und auch eine Frau hatte die Möglichkeit ein höheres Amt auszuüben. Schwester Fidelma, eine irische Nonne, war außerdem Advokatin am Gericht und wurde gern als Beraterin bei schwierigen Fällen hinzugezogen. Wenn auch ihre direkte Art oft Missfallen erregte, so war sie doch unbestechlich und ging jedem kleinsten Indiz nach bis die Wahrheit ans Licht gebracht war.

Die beiden Protagonisten Fidelma und Eadulf ergänzen sich großartig und sind dabei so klar skizziert, dass man meint, sie zu kennen. Jeder Gedankengang der beiden ist nachvollziehbar, die Handlungen logisch und selbst weitere mitwirkende Personen sind keineswegs oberflächlich gearbeitet.

Herausragendes

Das Buch hat ein Glossar, worin sämtliche historische Persönlichkeiten und Orte, die Teil dieser Geschichte sind, enthalten sind. Zumindest fällt kein Begriff auf, der gefehlt hätte. So ist der Leser noch besser im Bilde, weil er sich in Zeit und Ort besser zurecht findet.

Auch wenn der Roman durch historische Kenntnisse besticht, steht die Spannung im Vordergrund. Unfähig das Buch aus der Hand zu legen, wartet der Leser auf die Auflösung. Und diese wird ihm präsentiert, als Schwester Fidelma – ähnlich Miss Marple – alle beteiligten Personen zum Showdown zusammenrufen lässt.

Ein brillantes Buch und für Liebhaber des historischen Kriminalromans unbedingt eine Empfehlung!

Ihre Meinung zu »Peter Tremayne: Ein Totenhemd für den Erzbischof«

Gaspar zu »Peter Tremayne: Ein Totenhemd für den Erzbischof«06.04.2011
Ein unterhaltsamer Whodunit, der im frühen Mittelalter spielt. Mit der Superfrau Fidelma habe ich auch meine Probleme. Viel zu dominant, selbstbewusst und kampfbereit für eine Nonne dieser Epoche. Die mit dem christlichen Glauben verbundene Demut sucht man vergebens. Der schwache Eadulf an ihrer Seite hat zu wenig entgegen zu setzen, was das Lesevergnügen mindert. Der Kriminalfall ist spannend und gut aufgelöst. An einer Stelle gibt es einen Logikfehler. Das viele Latein und auch Irisch war für mich kein Problem, für andere Leser mag es störend sein.

79°
Thomas71 zu »Peter Tremayne: Ein Totenhemd für den Erzbischof«16.01.2011
Ein leidlich spannender Krimi? Jawohl. Ein gelungener historischer Roman? Eher nicht. Meiner Meinung nach gelingt es Peter Tremayne mit "Ein Totenhemd für den Erzbischof" nicht, einen besonders glaubwürdigen historischen Roman zu veröffentlichen. Die Figuren bleiben zum Großteil blass, einzig Schwester Fidelma fällt aus der Rolle (aber leider auch aus der damaligen Zeit). Sie zeigt für eine Frau des späten siebten Jahrhunderts erstaunlich emanzipierte Züge und sehr wenig Respekt vor kirchlichen Autoritäten. Als Nonne wird sie dadurch äußerst unglaubwürdig. Und dass sie allein auf Mörderjagd geht, macht diese frühmittelalterliche Version des Sherlock Holmes auch nicht unbedingt glaubwürdiger. Für mich eine ziemliche Enttäuschung...
el broto zu »Peter Tremayne: Ein Totenhemd für den Erzbischof«05.03.2008
also historischer Roman absolut empfehlenswert. Themen werden angerissen die man sonst wenig liest: Der Gegensatz Römischer/Irischer Glaubensauffassung, die ersten Eroberungszüge der Araber, der noch nicht als Dogma herrschende, aber schon kontrovers diskutierte Zölibat. Das Ganze eingebettet in eine spannende und facettenreiche Geschichte, bei der man auch mehr über Fidelma erfährt. Allein Eadulf wirkt etwas dümmlich und das hat mich doch etwas gestört. Dafür Punktabzug
olympia zu »Peter Tremayne: Ein Totenhemd für den Erzbischof«12.01.2008
Eine spannende und auch humorvolle Mörderjagd. Fidelma ist für die Römer und deren Würdenträger anfangs eine "kuriose" und respektlose Erscheinung, die sich nicht zu benehmen weiß ("übersieht" z. B. einfach, dass man einem hohen Geistlichen den Ring küsst). Selbstbewußt, klug und mit viel Spürsinn setzt Fidelma jedes Puzzleteil zusammen. Eadulf will mit seinen Kombinationen bei dem Fall Fidelma um nichts nachstehen und verstrickt sich dadurch oft in unhaltbaren Thesen. Dadurch kommt es zwischen den beiden zu "heißen" Wortgefechten, die dem Leser die (erotische?) Spannung zwischen den beiden förmlich zum Greifen nahe bringt.
Die einzelnen Charaktere sind gut ausgeleuchtet und deren Gedankengänge nachvollziehbar.
Das "Spürhundepaar" erinnert irgendwie an die beiden Figuren Sherlock Holmes und Dr. Watson, mit dem Unterschied, dass es zwischen den beiden "knistert".

Mit gut beschriebenem geschichtlichem Hintergrund ist dieser Kriminalfall erzählt. Die Spannung steigert sich bis zum Schluss, als Fildelma dann ala Agatha Christie die Lösung präsentiert.

Einziger "Wermutstropfen" (wenn man das überhaupt so sehen will) ist, dass gänzlich eine Beschreibung der Ordenstracht die Fidelma trägt bzw. überhaupt der Kleidung im 7. Jh. fehlt.............

Die Neugierde über folgende Kriminalfälle und den weiteren Verlauf der Beziehung zwischen Fidelma und Eadulf ist auf jeden Fall geweckt.
anath zu »Peter Tremayne: Ein Totenhemd für den Erzbischof«11.11.2007
Spannend und interessant. Dieses Buch macht den Gegensatz zwischen keltischer und römischer Kirche besonders deutlich und wie ein fremdartiger Vogel flattert die selbstbewußte und gebildete Fidelma durch die Reihen der römischen Würdenträger. Schon allein ihre Auseinandersetzung mit einigen verknöcherten und verbiesterten Vertretern der Gattung Frauenfeind macht das Buch lesenswert. Der Mord mit der dazugehörigen Ermittlung ist somit leckere Hauptspeise in vielfältiger Garnitur.
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