Veritas von Moraldi, Rita & Sorti, Francesco

Buchvorstellungund Rezension

Veritas von Moraldi, Rita & Sorti, Francesco

Originalausgabe erschienen 2007deutsche Ausgabe erstmals 2007, 958 Seiten.ISBN 3-463-40521-0.Übersetzung ins Deutsche von Annette Kopetzki.

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Kurzgefasst:

Wien, 1711. Schon seit zehn Jahren wütet der Krieg in Europa. Abbé Melani, ehemaliger Kastratensänger, Diplomat und Spion des Sonnenkönigs, ruft seinen treuen Gefährten nach Wien, damit er ihm bei einer geheimnisvollen Mission hilft. Er muss den jungen Kaiser Joseph I. über einen schrecklichen Verrat informieren, damit dieser dem fortdauernden Konflikt endlich ein Ende bereitet. Zur Überraschung aller meldet sich zur gleichen Zeit eine Delegation des türkischen Sultans in Wien. Es herrscht Frieden zwischen dem österreichischen Kaiserreich und den Osmanen, warum also gerade jetzt dieser Besuch? Bald mehren sich die Hinweise, dass ein jahrhundertealter Machtkampf in einem Mordkomplott zu gipfeln droht. Abbé Melani muss jedes Mittel recht sein, um die Wahrheit ans Licht zu bringen und im Kampf gegen die bösen Kräfte zu bestehen.

Das meint Histo-Couch.de: „Die Osmanen in Wien“68

Rezension von Carsten Jaehner

Im Wien kurz nach der Jahrhundertwende ins 18. Jahrhundert steht der Barock in höchster Blüte. Während in Frankreich noch der Sonnenkönig Hof hält, hat Wien gerade zwei Belagerungen durch die Türken und einen ersten schrecklichen Pestausbruch hinter sich. Zeit für die Osmanen, in Westeuropa ein weiteres Mal Unruhe zu stiften. Diesmal aber richtig und mit weitreichenderen Konsequenzen als geahnt.

Spionage in der Kaiserstadt

Im barocken Italien ist nichts mehr, wie es einmal war. Nachdem seit elf Jahren dort der Krieg wütet, sind immer wieder Anstrengungen unternommen worden, diesen zu beenden, von anderen Seiten aber auch Intrigen gesponnen worden, die Vorteile durch eine Weiterführung der militärischen Auseinandersetzungen haben. In diesen Wirrnissen schickt Abbé Atto Melani, Kastrat und Spion von Ludwig XIV., den immer noch anonymen Ich-Erzähler nach Wien, wo der schwache Kaiser Joseph I. über einen Verrat informiert werden soll.

Der Erzähler bekommt seinen lang ersehnten Lohn für die Hilfe in den vorhergehenden zwei Romanen, indem er sich als Hofrauchfangkehrer in Wien liederlassen darf und dort hauptsächlich für die Gebäude des Kaisers zuständig ist. Das unerwartete Wiedersehen mit seinem Gönner in Wien lässt ihn bereits ahnen, dass beider Anwesenheit hier kein Zufall ist. Zudem liegt der Kaiser mit den Blattern darnieder und der türkische Großsultan ist mit kleinem Gefolge in der Stadt angekommen. Das alles können keine Zufälle sein.

Leerstehende Paläste und fliegende Schiffe

Gemeinsam mit seinem Gesellen, dem griechischen Studenten Simonis, macht sich der Erzähler daran, zum einen einen Brief vom Abbé dem Kaiser zukommen zu lassen, um ihn vor Anschlägen aus den eigenen Reihen zu warnen. Zum anderen zieht der Erzähler über eine illustre Reihe von fünf Studenten Informationen über ein paar Gebäude der Stadt und über einen Satz ein, den der türkische Großsultan beim Einzug in die Stadt hat verlauten lassen. Als nach und nach die Studenten zu Tode kommen, ist klar, dass man sich auf der richtigen Spur befindet.

Zu den Gebäuden, deren Kamine der Erzähler zu reinigen hat, gehört auch ein „Ort ohne Namen“, ein Palast im osmanischen Stil, der von Josephs Vorgängern erbaut wurde, nun aber unbewohnt ist, wenn man von einer illustren Schar exotischer Tiere absieht. Dieses Gebäude, auch „Neugebäu“ genannt, beherbergt daher ungeahnte Winkel und viel Arbeit sowie einen Platz in Größe eines Ballspielfeldes und auch ein fliegendes Schiff, das ein paar Jahre zuvor unbemerkt von Portugal aus in Wien gelandet ist. Nur allmählich decken der Erzähler und seine Studenten die Geheimnisse um all das auf, und langsam werden auch die Dimensionen klar, in denen sich hier Ereignisse miteinander verweben.

Fundierte Zeitkenntnisse

Rita Monaldi und Francesco Sorti beweisen mit ihrem dritten Roman, dass sie fundierte Kenntnisse der Zeit haben und können dies auch mit jeder Silbe belegen. Ihre Bildersprache ist ein Genuss für jeden Barockfan, und man kann sich gut in das Wien des Jahre 1711 hineindenken. Die Figuren sind zum Teil schon aus den beiden Vorgängerromanen bekannt, man den Roman allerdings auch ohne die Kenntnis der anderen beiden lesen. Zwar nimmt der Erzähler immer wieder Bezug auf die Ereignisse der Vorgänger, da aber kein wirklicher Zusammenhang besteht, stört das nicht.

Auf einer stattlichen Länge von 885 kleingedruckten Seiten breiten die Erzähler eine verzwickte, aber gut durchdachte Geschichte aus und verstehen es, den Leser und auch die Figuren ein ums andere Mal hinters Licht zu führen und falsche Fährten zu legen. Man fängt schon selbst an zu zweifeln, ob das ganze ein gutes Ende nehmen kann. Alles geschieht nachvollziehbar, so wie man es denn erahnen kann, denn es gibt schon so manche Verwicklung, und einige Figuren entpuppen sich als Chamäleon und sind nicht immer das, was sie scheinen zu sein. Somit hat das Buch das Zeug zu einem großartigen Spionageroman.

Vollkommen überfrachteter Roman

Vielleicht wäre ja auch ein wirklich spannender Spionageroman entstanden, wenn er denn nicht so überladen wäre mit vielen Details und Erzählungen, die zwar das Hintergrundwissen fördern, aber das Geschehen immer wieder unterbrechen und es daher nicht vorantreiben, so dass man immer wieder überlegen muss, wo man in der Handlung man eigentlich gerade stecken geblieben ist.

Besonders zu Beginn ist die Erzählung sehr stockend und man kann schon ins Zweifeln kommen, ob man sich diesen Erzählstil für weitere 800 Seiten antun will. Dabei entwickeln die Autoren zum Teil eine Art lexikalischen Erzählstil, wie ihn einst Jules Verne in seinen Reiseromanen gepflegt hat, in denen mehr Hintergrundinformationen geliefert werden, als der Handlung wirklich gut tun. Jede Aufzählung (von denen es eine ganze Menge gibt) geht bis ins kleinste Detail, die Erzählung quillt über vor Informationen und man muss schon arg kämpfen, um das Buch nicht beiseite zu legen und es überhaupt wieder aufzunehmen.

Dabei sind diese Nebenerzählungen durchaus lesenswert und interessant geschrieben, gehören aber in dieser Masse nicht in einen spannenden Roman, den somit nimmt sich der Roman selber jegliche Fahrt, die er eh nur schwer aufnehmen kann. Das wird allerdings zum letzten Drittel hin besser und flüssiger, wenn man denn bis dahin durchhält.

Eine Doktorarbeit als Anhang

Ein gut 70seitiger Anhang (darunter eine ausführliche 16seitige Bibliographie!) informiert noch einmal über die wahren Hintergründe der Geschichte, von der bereits noch vor dem Beginn des Romans erklärt wird, alle Ereignisse, egal wie unwahrscheinlich sie einem vorkommen mögen, seien wahr und tatsächlich passiert. Das macht den Anschein, man hätte eine überdimensionierte historische Doktorarbeit in Romanform vor sich liegen und diesen Eindruck wird man auch nicht mehr los.

Diesem dritten Roman sollen noch vier weitere folgen. Bleibt zu hoffen, dass die Spannung der Romane bald an Umfang den Seitenzahlen gerechter wird und der Anhang nicht in dem Maße in den Roman hinein formuliert wird. Dann darf man auch weiterhin gespannt sein, ob man je den Namen des Ich-Erzählers erfahren wird …

Ihre Meinung zu »Moraldi, Rita & Sorti, Francesco: Veritas«

Dipl.-Ing. Helunt Steiner zu »Moraldi, Rita & Sorti, Francesco: Veritas«18.06.2011
Ein Lesevergnügen der besondern Art, welches nur durch intime Kenntnis der Wiener Historie, intensive Recherche, Fleiß, Beinarbeit und sehr viel Fantasie zu bewerkstelligen ist. Die Autoren haben wieder einmal bewiesen, dass Intellekt, Scharfsinn und Gefühl zu einem gleichwohl spannenden, wie auch informativen Gesamtwerk führen. Der Bezug zu Personen aus früheren Werken sei deshalb ebenso verziehen, wie die eher unwissenschaftliche Auseinandersetzung mit einem mysteriösen Luftschiff.
Justus zu »Moraldi, Rita & Sorti, Francesco: Veritas«23.10.2010
Ich bin 15 Jahre alt und habe die Bücherreihe um Atto Melani seit Jahren interessiert verfolgt. Ich bin ein großer Fan der Serie und habe alle Bücher begeistert gelesen.
Die Intriegen und teils traurigen Hintergrundgeschichten um Aufstieg und Fall illusterer Persönlichkeinten machen den besonderen Charme aus und fesseln mich, trotz des teils etwas anspruchsvolleren Schreibstil immer wieder an diese Bücher.

Der dritte Teil der Serie (also Veritas) ist ein würdiger Nachfolger auf die beiden grandiosen Vorgängerwerke und wartet zum wiederholtenmal sowohl mit dem gewohntem und fundiertem Fachwissen, als auch mit ungeheuer Erzählfreude und Einfallsreichtum auf.

Ein muss für geschichtsinterresierte Menschen, die sich in die Geschichte hineinin denken könne und mit den Charaktären mitfiebern
anath zu »Moraldi, Rita & Sorti, Francesco: Veritas«04.10.2010
Dieses Buch ist ganz sicher nicht jedermanns Geschmack. Der Sprachduktus,die Detailversessenheit der Autoren und z.T. auch die Auswahl der Protagonisten heben es deutlich über den Durchschnitt. Aber "Veritas" verlangt dem Leser so einiges ab. Das Lesen gleicht einem Marathonlauf mit vielen Fallen und Umwegen. Die Handlung wird wortreich geschildert, immer wieder stolpert man über seltsame Details, die doch so einfach nicht stimmen können (offensichtlich stimmen sie doch, im Anhang befinden sich ausführlichste Erläuterungen). Und immer wieder führt die Erzählung in die Vergangenheit zurück, berichtet Erstaunliches aus der Zeit, in der Wien von den Türken belagert wurde, aus der Zeit nach der Belagerung, berichtet vom Werdegang des Prinzen Eugen, dito Joseph I. und Maximilian II.. Und ganz nebenbei wird die Geschichte eines Kaisers erzählt, von dem auch Wiki nicht viel Gutes zu berichten weiß, Monaldi und Sorti dagegen schon : Joseph I.. Sie zeichnen ein völlig anderes Geschichtsbild als das offizielle, übrigens ein wesentlich vielschichtigeres und spannenderes.

Gewöhnungsbedürftig ist die Weitschweifigkeit mit der hier erzählt wird. Oft kann deshalb der Spannungsbogen nicht gehalten werden und der Leser wird zum Überblättern der einen oder anderen Seite verleitet - nur um zu merken, daß er nun doch irgendwo was verpaßt hat und zurück blättert, noch einmal das liest, was er eigentlich überblättern wollte. Was mich außerdem bei der Stange hielt war der Witz, der immer wieder zum Vorschein kam. Lange habe ich überlegt, woher ich das Land Pontevedro kenne, ich mußte allerdings bis zum Schluß lesen um erleuchtet zu werden. ;-) Ich glaube, nicht alles in diesem Buch sollte man pur genießen, über manches lohnt es sich zweimal nachzudenken und es schließlich als witzige Anspielung auf etwas zu verstehen, was man vor langer Zeit mal gesehen,gelesen, gehört hat.
Anspruchsvolle Lektüre für Leser mit langem Atem.
Beate Richter zu »Moraldi, Rita & Sorti, Francesco: Veritas«04.05.2009
Ich kann mich "Teoman" nur anschließen: Genau die Details und genauen Beschreibungen sind es, die das Buch für mich so interessant und lesenswert machen. Man taucht ein in eine andere Zeit und ich finde die Hintergründe auch so ausführlich wichtig, um den Zusammenhang zu verstehen. Es zugegebener Maßen kein Buch zum schnelllesen, aber genau das möchte ich auch nicht. Und ich finde gerade die Bibliographie ausgesprochen gelungen und halte das Buch für sehr viel Fleißarbeit. Kompliment!
Teoman zu »Moraldi, Rita & Sorti, Francesco: Veritas«15.04.2009
Zu Ihrer Meinung: "Vollkommen überfrachteter Roman"

So ein Blödsinn. Gerade die vielen Details machen das Buch so interessant. Wer sich ernsthaft für Geschichte interessiert findet gerade diese historischen "Nebensächlichkeiten" extrem spannend. Meiner Meinung dient die "Haupthandlung" sowieso nur als Träger dieser Randereignisse bzw. geschichtlichen Rückblicke.

P.S.: Ich bin Wiener. Das "Neugebau" kann man noch besuchen und ist seltsamerweise auch heute noch kaum auf einem Touristenführer zu finden. ;)

Mein Fazit: Wer ein neugieriger Geschichtsfreak ist der darüberhinaus gleichzeitig einen spannenden Barock-Krimi lesen möchte dem seien Monardi & Sorti ehrlich ans Herz gelegt.

Yours ~
Teoman
birgit haas zu »Moraldi, Rita & Sorti, Francesco: Veritas«27.11.2007
"Veritas" ist nur vordergründig ein Kriminalroman in barocker Kulisse. Im eigentlichen Sinne ist das Buch vielmehr eine Kulturgeschichte des ausgehenden Barock im Romangewand, wie bereits die vorigen Bände "Imprimatur" und "Secretum".
Monaldi & Sorti begründeten ihren Ruf als wissenschaftlich präzise und dabei einfühlsame Schilderer barocken Lebens.
Auch in "Veritas" verstehen sie es meisterhaft, die einzelnen Handlungsfäden zusammenzuführen, historische Figuren in eine erfundene Geschichte einzubinden. Mit großer Sorgfalt und viel Hintergrundwissen schildern sie das Leben im barocken Europa.
"Veritas" wird jedoch nie ein reiner "Professorenroman", der die Handlung ausser Acht läßt. Neben seiner gewaltigen Bildung haben Monaldi & Sorti auch noch die Fähigkeit, eine äußerst spannende Geschichte zu erzählen, den Leser immer wieder auf falsche oder vermeintlich falsche Fährten zu führen und auch die zahlreichen Nebenhandlungen interessant zu gestalten.
Monaldi & Sorti ist schlichtweg gelungen, die Stimmungen im damaligen Europa zutreffend zu beschreiben, die düsteren Anfänge der modernen Welt aufzuzeigen. Der Plot immer dicht, packend und dabei auch informativ. Ein historischer Roman und ein Krimi zugleich. Ein Experiment das hier beispielhaft gelingt. Monaldi & Sorti haben einen genialen Roman zu Papier gebracht.
Entlang eines intelligenten Handlungsfadens entwerfen sie das grandiose Bild eines wunderbaren im Krieg leider aussterbenden barocken Europas. Dies alles erfolgt - und das ist das eigentlich sensationelle! - in einer derart berauschenden sprachlichen Manier, dass man sich selbst wie magisch ins Wien/Paris/Rom des ausgehenden Barock gezogen fühlt, dass man das damalige Europa zu riechen, schmecken, fühlen und hören glaubt! Das alles und vor allem das philosophisch und politisch erschütternde Ende machen VERITAS zu einem der komplexesten und tiefgründigsten Romane, die je geschrieben wurden, und es ist sicher keine Übertreibung, das Buch zu den zehn bedeutendsten Romanen des zwanzigsten Jahrhunderts zu zählen! Am Ende des Buches war ich so erschüttert, dass ich weinen musste. Einsame Klasse. LESEN!
Judith zu »Moraldi, Rita & Sorti, Francesco: Veritas«13.10.2007
Nein, die Bezeichnung "österreichischer Kaiser" ist korrekt - weil das Original auf Italienisch verfasst wurde. So waren die Kaiser in Italien, Frankreich, Spanien usw. schon im XVII. Jh. genannt. Die Übersetzung hätte aber vielleicht das Problem der verschiedenen Bezeichnungen irgendwie lösen müssen.
Heinz Pannos zu »Moraldi, Rita & Sorti, Francesco: Veritas«11.10.2007
Nun, am Ende des Buches angelangt, kann ich Judith recht geben. Weniger wäre mehr gewesen. Zu meinem angesprochenen Fehler auf Seite 190 "Kaiser Rudolf IV." gründete die Wiener Universität-es war Herzog Rudolf IV., "der Stifter"- kam im Personenverzeichnis ein weiterer Fehler in Bezug auf österreichische Herrscher.
Hier wird Joseph I.1705-17.4.1711 als "österreichischer Kaiser" genannt. Der römisch-deutsche Kaiser Franz II. ist 1804 Begründer des österreichischen Kaiserhauses und als Franz I. erster österreichischer Kaiser. Trotzdem freue ich mich schon auf die Fortsetzungen.
Judith zu »Moraldi, Rita & Sorti, Francesco: Veritas«05.10.2007
Hallo,
Ich habe das Buch vor einem Jahr auf Niederländisch gelesen und jetzt wieder auf Deutsch, da ich in Wien im Gebiet Kunstgeschichte arbeite.
Ein paar Dinge zum Kommentar von Heinz Pannos und dann auch zum Histo-Couch Rezensenten:
-Im Prater waren tatsächlich Hügel. Siehe die damaligen Stadtpläne. Ein Hügel davon ist noch da.
-Neugebäude und Wienerwald. Aufpassen: vom Kahlenberg ist nie die Rede. Es handelt sich hier um den einstigen Wienerwald in der Nähe von Neugebäude.
Was in der Histo-Couch Rezension fehlt:
-Das Buch ist voll Ironie und Gags: Man lacht bis zum Sterben –sowohl mit den Wiener als auch mit den osmanischen Sitten und sogar mit dem Vergleich zum römischen Leben, aber auch mit den Studentenritualien und mit den Bettelstudenten aus „Halb-Asien“ (deren Namen und lustige Neigungen aus Wiener Operetten ausgeborgt wurden), ganz zu schweigen vom Heiligenfledderer Ugonio, vom Tierwächter Frosch, der nur „Weanerisch“ spricht und vom schwulem „Edlen Ritter“! Dazu kommt der immerwitzige Geist des alten Abbé Melani und seine Lügen und Tricks, sowie seine ständigen Berichte über den Stand seiner Hämorrhoiden… (alles Wahrheit!)
-Das Buch ist voll an Musik: komisch, daß der Rezensent (ein Gesangslehrer) es nicht auch mal erwähnt.
-VERITAS (so wie die 2 vorigen Bücher) ist vor allem ein philosophischer Barockroman und nur anscheinend ein Thriller. Also ein wahrer Genuß für diejenigen, die „die wahre Liebe“ suchen: Wer dagegen nur die einfältige Spannung einer „amerikanartigen 20-minutige-Hotel-Verabredung“ im Buch sucht und nicht akzeptiert, die hektische Gegenwart zu verlassen, um sich von den Autoren in die Barockzeit einführen zu lassen, besser Hände weg davon.
-Ich glaube, der Ich-Erzähler wird nie seinen Namen verraten, da er wir alle Leser ist.
Ich finde das Buch nicht nur toll: MIT VERITAS LERNT MAN ZU DENKEN! (wenn man will…)
Heinz Pannos zu »Moraldi, Rita & Sorti, Francesco: Veritas«30.09.2007
Bin zwar noch nicht am Ende des Buches, aber einige Dinge sind meiner Meinung nach nicht ganz korrekt:
1. Auf Seite 190 liest man von einem "Kaiser Rudolf IV. der die Wiener Universität gegründet hat. Es war Herzog Rudolf IV.
2. Im Prater soll es Berge und Hügel gegeben haben. Die muss man aber in den letzten 250 Jahren abgetragen haben.
3.Nach der Verfolgung des Derwisches in die Gegend des Neugebäudes im heutigen Simmering befinden wir uns plötzlich im Wald des Kahlenberges.
Bin gespannt welche Dinge mir noch auffallen werden, aber sondt ist das Buch super.
Ihr Kommentar zu Veritas

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