Sherlock Holmes und die Spur des Yeti von Franziska Franke

Buchvorstellungund Rezension

Sherlock Holmes und die Spur des Yeti von Franziska Franke

Originalausgabe erschienen 2017unter dem Titel „Sherlock Holmes und die Spur des Yeti“,, 300 Seiten.ISBN 3954413876.

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Kurzgefasst:

Seine Indien-Reise führt Sherlock Holmes nach Simla im Himalaya-Vorgebirge, wo sein Freund David Tristram ein kleines Anwesen geerbt hat. Dass dessen Verwandter Edward Tristram ausgerechnet in der Hauptstadt von Britisch Indien, die für ihr kühles Wetters berühmt ist, an einer Tropenkrankheit gestorben sein soll, stößt bei Holmes auf Skepsis. Kurz darauf wird der Bergsteiger Elliott Roundtree ermordet, der mit Edward Tristram Ausflüge ins Gebirge unternommen hat, um den Yeti zu fotografieren. Holmes’ berufliches Interesse ist nun endgültig geweckt. Es stellt sich heraus, dass das Mordopfer Tibetisch lernte, weil es beabsichtigte, das geheimnisvolle Reich auf dem Dach der Welt zu bereisen. Etwas, das Europäern strengstens untersagt ist! Um Licht in die dunkle Angelegenheit zu bringen, müssen sich die beiden Ermittler auf die gefährliche Reise nach Tibet begeben.

Das meint Histo-Couch.de: „Mysteriöse Todesfälle führen Sherlock Holmes nach Tibet“70

Rezension von Jörg Kijanski

In dem bereits neunten Fall setzt der große Meisterdetektiv in Begleitung seines Freundes David Tristram und dessen Gattin Violetta seine Indien-Reise fort, die ihn zunächst in die Hauptstadt von British Indien führt. In Simla hat Tristram ein Haus seines entfernten Verwandten Edward geerbt, der vor einiger Zeit unter seltsamen Umständen ums Leben kam. Jedenfalls erscheint es Sherlock Holmes, der weiterhin als Sven Sigerson den Häschern Professor Moriartys zu entkommen sucht, seltsam, dass ein Mann im Vorgebirge des Himalaya ausgerechnet an einer Tropenkrankheit verstorben sein soll.

„Es ist gar nicht so schwer, als Mönch der Gelbmützensekte, als nepalesischer Händler oder als Dorfmusiker verkleidet die Grenze zu überqueren. Aber die Schwierigkeiten fangen im Landesinneren erst richtig an. Um nur ein Beispiel zu nennen, sprechen Sie noch nicht einmal die Landessprache...“

Edward Tristram versuchte offenbar gemeinsam mit dem Bergsteiger Elliott Roundtree erstmals den legendären Yeti zu fotografieren. Auch Roundtree glaubt nicht an einen Unfall, sondern an ein Verbrechen und bittet die beiden Ermittler den Tod seines Freundes aufzuklären. Zu einem zweiten Gespräch kommt es jedoch nicht, denn Roundtree wird am nächsten Morgen am berühmten Yakkhu-Tempel, wo der Affengott verehrt wird, mit durchgeschnittener Kehle aufgefunden. Im weiteren Verlauf der Untersuchungen führt eine vielversprechende Spur die Ermittler nach Tibet, dem Dach der Welt, welches nur leider von Europäern nicht bereist werden darf …

Der Yeti fehlte noch

Wie schon bei den Vorgängern übernimmt David Tristram die Rolle des Dr. Watson, in dem er Laufarbeiten erledigt und mitunter Vermutungen anstellt, die der Meisterdetektiv direkt widerlegen kann. Gleichzeitig ist Holmes wie üblich nicht sehr mitteilsam, so dass weder Tristram noch die Leser dessen Gedanken und Erkenntnissen folgen können. Nah am Original und somit versteht es sich von selbst, dass die Auflösung ein wenig wie ein Zaubertrick daher kommt. Kurz vor Schluss wird ein Mörder wie sonst das Kaninchen aus dem Hut gezaubert, wobei man die Auflösung (Täter und Motiv) nicht vorhersehen konnte.

„Das ist eine Pilgerkarte der heiligen Stadt Lhasa.“

„Die tibetische Hauptstadt ist ja weit größer, als ich dachte.“

„Lhasa hat angeblich dreißigtausend Einwohner. Zwei Drittel davon sind Mönche.“

Der vorliegende Fall setzt die interessante Serie gelungen fort und schließt zeitlich unmittelbar am direkten Vorgänger (... und die schwarze Kobra) an, die die Protagonisten nach Bombay führte. Wie schon dort ist Tristrams Frau Violetta mit von der Partie und schreibt auch einige Passagen der Handlungen selber, während ansonsten der Gemahl der Erzähler ist. 

Die Landschaften bilden einen der erzählerischen Höhepunkte ebenso wie die Strapazen der Reise. Ist Simla, die Hauptstadt, noch ein quirliges Durcheinander, so entpuppt sich das für Europäer eigentlich nicht zugängliche Tibet als ebenso schöne wie entbehrungsreiche Gegend. Die Unterkünfte und Mahlzeiten sind dürftig und auch sonst haben Holmes und Tristram einige unangenehme Überraschungen zu überstehen. Alles in allem bietet Sherlock Holmes und die Spur des Yeti gewohnt solide Krimikost von Franziska Franke. Man könnte auch sagen; bis auf die Örtlichkeiten bleibt alles beim Alten. Lediglich die Deduktionsarbeit des großen Detektivs lässt zu wünschen übrig, da er hiervon nur selten und dann sparsam Gebrauch macht. Dabei ist genau dies ja bei Holmes das berühmte Salz in der Suppe.

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