Die ferne Hoffnung von Ellin Carsta

Buchvorstellungund Rezension

Die ferne Hoffnung von Ellin Carsta

Originalausgabe erschienen 2018unter dem Titel „Die ferne Hoffnung“,, 362 Seiten.ISBN 1542047889.

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Kurzgefasst:

Hamburg 1888: Als der Familienpatriarch Peter Hansen aus dem Leben scheidet, bleiben seine Söhne Robert, Karl und Georg mit einer großen Aufgabe zurück: Wie können sie in diesen turbulenten Zeiten den Fortbestand des hoch verschuldeten Familienunternehmens und die gesellschaftliche Stellung der Hansens sichern? Eine Plantage im fernen Kamerun bietet die einmalige Chance, die stark wachsende Nachfrage nach Kakao zu bedienen. Was von einem Teil der Familie als großes Abenteuer gesehen wird, ist für die anderen schon in der Vorstellung ein Albtraum. Robert macht sich mit seiner Familie auf den Weg in das Land am Golf von Guinea. Seine Frau Elisabeth kehrt Hamburg nur sehr widerwillig den Rücken, und das Verhältnis zwischen den Eheleuten wird zusehends angespannt. Luise hingegen, ihre jüngste Tochter, findet das Leben auf der Plantage sehr aufregend. Nicht zuletzt, weil mit Hamza, dem Sohn des Vorarbeiters, zum ersten Mal ein Mann in ihr Leben tritt, für den sie starke Gefühle entwickelt …

Das meint Histo-Couch.de: „Kakao, der Lebensmittelpunkt einer Kaufmannsfamilie“70

Rezension von Karin Speck

Die Familie Hansen, das sind die drei Brüder, Robert, Georg und Karl, die gleichberechtigt das Familienunternehmen leiten. Der plötzliche Tod des Familienoberhauptes Peter Hansen hat sie vor eine schwierige Aufgabe gestellt. Der Vater hat Schulden hinterlassen und das Geschäft mit dem Kaffee läuft nicht mehr so wie vorher. Robert hat die zündende Idee, es einmal mit Kakao zu versuchen. Schnell wird aus der Idee ein Plan. Schon bald will er nicht nur mit dem Kakao handeln, sondern selbst eine Plantage bewirtschaften. Er begibt sich mit seiner Frau und den Töchtern nach Kamerun. Alles scheint nach Plan zu laufen, wäre da nur nicht seine Ehefrau Elisabeth, die sich mit der Plantage und dem Leben dort so gar nicht anfreunden kann. Für seine Tochter hingegen scheint es der Himmel auf Erden zu sein.

Abenteuer in Kamerun

Die ferne Hoffnung ist der Auftakt einer Reihe um die Kaufmannsfamilie Hansen aus Hamburg. Ellin Carsta schildert das Leben einer Kaufmannsfamilie aus dem ausgehenden 19. Jahrhundert. Sie erzählt von den Sorgen und Nöten der Menschen. Aber vor allem davon, wie sich diese Familie aus den ererbten Schwierigkeiten heraus kämpft. Durch den Erzählstrang auf der Plantage kommt ein bisschen Exotik mit ins Spiel. Dieser Teil schildert glaubwürdig, wie es damals auf so einer Kakao-Plantage zuging. Für Luise ist es ein Abenteuer, aufregend und fremd, aber auch für die Menschen auf der Plantage ist es nicht minder spannend. Interessant sind bestimmt die Einblicke in die Kolonialisierung Kameruns, leider wird dies nur am Rande behandelt. Dafür schildert sie eindrucksvoll, was es gerade für die erst 15 jährige Luise bedeutet, nach Kamerun auszuwandern. Der Leser kann die Unruhe und Aufgeregtheit der jungen Frau förmlich spüren. Später erzählt sie von diesem Fleckchen Erde und schnell entstehen Bilder im Kopf. Die Plantage wächst vor den Augen der Leser.

Zwei weitere Handlungsstränge erzählen von den beiden Brüdern, die in Hamburg geblieben sind. Hier wird geschildert, wie sie darum kämpfen ihr Familienunternehmen wieder aufzubauen. Während Georg sich ganz dem Kontor in der Heimatstadt widmet, zieht es Karl nach Wien. Auch er hat so seine eigenen Ideen, die er verwirklichen möchte. Die Wiener lieben Schokolade in jeglicher Form und Karl will dies für sich nutzen. Ein Getränk, das für uns heute selbstverständlich ist, wird hier zum Mittelpunkt. Die Szenen, die sich vor allem mit der Herstellung des Kakaos befassen, hätten vielleicht ein wenig länger und ausführlicher sein können, in jedem Fall war es interessant zu lesen, wie mit den Kakaobohnen umgegangen wurde.

Schöne Erzählung über eine Familie aus dem ausgehenden 19. Jahrhundert

Ellin Carsta schildert die Umstände, die dazu führen, dass die Familie einen anderen Weg einschlägt als vom Vater vorgegeben, sehr genau und lässt damit den Leser an dem Schicksal der Hansens teilhaben. Sie gehen dabei mit hanseatischer Gelassenheit vor. Manchmal würde man sich beim Lesen schon ein bisschen mehr Spannung wünschen, aber auf der anderen Seite wechselt Carsta auch immer im richtigen Moment die Szenen. Ihr Erzählstil ist dabei recht modern gehalten und lässt sich somit leicht und locker lesen.

Mit hanseatischer Sturheit setzten die Brüder ihre Idee in die Tat um. Sie scheinen alles richtig zu machen. Aber dann wird doch alles ganz anders, als die Brüder es sich gedacht hatten. Das Leben spielt ihnen sozusagen einen Streich nach dem anderen. Gerade als man sich so richtig mit den Protagonisten angefreundet hat, ist dieser erste Teil dann auch schon vorbei. Der Leser bleibt mit der Frage zurück: Was mag das Schicksal noch für die Familie parat haben? 

Ihre Meinung zu »Ellin Carsta: Die ferne Hoffnung«

BookNERD zu »Ellin Carsta: Die ferne Hoffnung«01.03.2018
Ich habe nun schon einige Bücher von Ellin Carsta gelesen, aber das gefällt mir am besten. Ich liebe den komplexen Aufbau, der sich schon von ihren bisherigen Romanen in ihrer Struktur unterscheidet. Dabei fehlt für mich - anders als hier gesagt - zu keiner Zeit die Spannung. Ich habe das Buch in zwei Tagen ausgelesen und ich bin sehr langsam. Das Buch zieht einen völlig in die Zeit, man lernt die Charaktere zu lieben und zu hassen, Meine Meinung nach hat sich die Autorin hier selbst übertroffen!
Kellerkatze zu »Ellin Carsta: Die ferne Hoffnung«25.02.2018
1888 – Peter Hansen, der wohlhabende Gründer des Hamburger Kaffeekontors Peter Hansen & Söhne, steht vor dem finanziellen Ruin und nimmt sich an seinem 65. Geburtstag das Leben.
Seine drei Söhne Georg, Robert und Karl stehen nun vor der schwierigen Aufgabe, das Kontor und damit auch die Existenzgrundlage ihrer Familien, zu bewahren. Sie entwickeln einen gemeinsamen Plan, der ihre Wege jedoch in ganz unterschiedliche Richtungen führt.

Während Georg im Hamburger Kontor die Stellung hält, zieht Robert mit seiner Frau und seinen beiden Töchtern ins exotische Kamerun um dort eine Kakaoplantage zu übernehmen. Karl errichtet in Wien, wo eine große Nachfrage nach dem neuen Modegetränk herrscht, ein neues Kontor, um die Wiener Kaffeehäuser direkt zu beliefern.

Die Geschichte teilt sich in drei spannende Handlungsstränge - mal findet sich der Leser im gutbürgerlichen Hamburg wieder, wo Georg eher erfolglos versucht, seinen Kakao zu etablieren. Dann geht es ins weltoffene Wien, wo Karl mit Hilfe der charmanten, selbstbewussten Kaffeehausbesitzerin Therese zwar hart arbeiten muss, aber sehr erfolgreich sein neues Geschäft aufbaut.

Am Interessantesten fand ich die sehr anschaulichen Schilderungen von dem Leben auf der Plantage in Kamerun. Während sich besonders Roberts Tochter Luise in dieser ungewohnt unkonventionellen Umgebung schnell einlebt und großes Interesse für die Kakaoproduktion entwickelt, fühlt sich ihre Mutter Elisabeth in den einfachen Verhältnissen nicht wohl und leidet an Heimweh nach der eleganten Hamburger Gesellschaft. Die Hansens pflegen ein ungewöhnlich gutes, fast freundschaftliches Verhältnis zu den einheimischen Arbeitern, Luise hilft mit Begeisterung bei der Kakaoproduktion mit und langsam entwickelt sich zwischen ihr und dem jungen farbigen Arbeiter Hamza eine heimliche Liebe.

*** Meine Meinung: ***

Nachdem ich von der Autorin bereits mit großer Begeisterung die Buchreihe über „Die heimliche Heilerin“ gelesen habe, war meine Vorfreude auf diesen Roman schon sehr groß und wurde nicht nur erfüllt, sondern „Die ferne Hoffnung“ hat meine Erwartungen noch übertroffen.

Ganz, ganz spannend erzählt und sehr gelungen aufgebaut - mit den ineinander verwobenen Schicksalen der Familienmitglieder, vielen interessanten, gut recherchierten Details zur Kakaoherstellung, zum Leben und der Gesellschaft in einer deutschen Kolonie aber auch im Hamburg und Wien des 19. Jahrhunderts machen dieses Buch zu einem außergewöhnlichen Leseerlebnis!

Die Autorin beschreibt nicht nur die jeweiligen Schauplätze, sondern auch die verschiedenen Charaktere auf eine sehr feine und einfühlsame Art, sodass vor meinen Augen ein realistisches Bild entstehen konnte. Die Erzählung bleibt vom Anfang bis zum Ende spannend, und ich freue mich schon sehr auf eine Fortsetzung.

„Die ferne Hoffnung“ empfehle ich wirklich gerne weiter, besonders auch all jenen, die historische Romane mit einem gut recherchierten und spannend aufgearbeiteten Hintergrund zu schätzen wissen.
Zabou1964 zu »Ellin Carsta: Die ferne Hoffnung«20.02.2018
Ich bin ein großer Fan der Autorin Petra Mattfeldt, die hier unter ihrem Pseudonym Ellin Carsta einen neuen historischen Roman veröffentlicht hat. Deshalb habe ich mich sehr gefreut, als ich die Gelegenheit bekam, dieses neue Werk vorab lesen zu dürfen, und bedanke mich beim Verlag ganz herzlich für das kostenlose Leseexemplar.

Die Geschichte beginnt in Hamburg im Jahr 1888. Peter Hansen und seine drei Söhne Georg, Robert und Karl leiten ein Kaffeekontor in der Hansestadt. Als Peter Hansen stirbt, müssen die Söhne erkennen, dass er ihnen einen Haufen Schulden hinterlassen hat. Auf einer Geschäftsreise nach Wien lernen sie einen Plantagenbesitzer kennen, der in Kamerun eine Kakaoplantage betreibt, diese aber verkaufen möchte. Die ungleichen Brüder ergreifen die Chance. Robert geht mit seiner Frau Elisabeth und seinen Töchtern Martha und Luise nach Kamerun, während Georg das Kontor in Hamburg wieder auf Vordermann bringen möchte und Karl in Wien ein neues Kontor gründet. Robert und Luise fühlen sich in Kamerun sofort heimisch. Roberts Ehefrau Elisabeth und die Tochter Martha mögen das deutsche Kolonialland allerdings gar nicht. Erste Konflikte entstehen, die aber noch lange nicht die Spitze des Eisberges sind.

Besonders begeistert haben mich an diesem spannenden Roman die Beschreibungen Kameruns und seiner Einwohner. In einer sehr bildhaften Sprache führt Ellin Carsta dem Leser vor Augen, wie faszinierend und fremdartig das Land und seine Bewohner sind. Aber auch die Geschehnisse in Hamburg und in Wien sind sehr spannend und ausdrucksstark beschrieben. Hier hat mich vor allem die Geschichte des jungen Karl fasziniert.

Ellin Carsta wechselt kapitelweise zwischen den drei Schauplätzen. Durch einige unerwartete Wendungen, die die Geschichte nimmt, bleibt der Roman konstant spannend. Das Ende kam leider viel zu früh. Ich kann es kaum erwarten, diese bewegende Familiensaga weiterzulesen. Mit der Hansen-Saga ist der Autorin neben der „Heimlichen Heilerin“ eine weitere Reihe gelungen, die mich von der ersten Seite an in ihren Bann gezogen hat. Ich bin überzeugt, dass diese Saga viele LeserInnen finden und begeistern wird.

Fazit:
Auftakt zu einer spannenden und bildgewaltigen Familiensaga zwischen Hamburg, Wien und Kamerun.
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