Schule der Elefanten

  • Paul Zsolnay
  • Erschienen: August 2026
  • 0
Schule der Elefanten
Schule der Elefanten
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Monika Wenger
801001

Histo-Couch Rezension vonOkt 2026

Gier, Profit und unglaubliche Anmaßung.

irischen Abenteurer Frederick Carter. Dieser wurde von König Leopold II. von Belgien beauftragt, die Tiere nach Afrika zu bringen und sie als Transportmittel einzusetzen. Gemäß offizieller Darstellung sollte dies der Eindämmung des arabischen Sklavenhandels dienen. In Wahrheit diente das Vorhaben der gierigen Ausbeutung kongolesischer Rohstoffe. Eine Schönfärberei, die von der brutalen Realität ablenkt.

Eine Reise unter unglaublichen Bedingungen

Die Journalistin Sophy Roberts folgt exakt den Spuren von Carters Reise, die vor über hundert Jahren für Aufsehen sorgte. Von Sansibar bis an den Tanganjikasee. Seit Langem verfolgt König Leopold II. das Ziel, die Bodenschätze des Kongos mithilfe von Arbeitselefanten schneller auszuschöpfen. Die Autorin berichtet detailliert über ihre einzelnen Stationen. Sie vergleicht die Gegenwart mit der Vergangenheit und zeigt, unter welchen Bedingungen Frederick Carter, seine Träger, sowie die Mahuts und ihre vier Elefanten die Reise unternommen haben. Die Vegetation, die extremen Verhältnisse und die Verhandlungen mit den Stammeshäuptlingen sind realistisch dargestellt. Carter stand unter enormem Erfolgs- und Zeitdruck. Deshalb wurden die Elefanten teils mit dem Siebenfachen ihres eigentlichen Tragegewichts beladen. Kurze Pausen und ungeeignete Nahrung setzten den Tieren zusätzlich zu. Das gesamte Abenteuer endet in einem Desaster.

Kolonialgeschichte im Spiegel der Gegenwart

Auf ihrer eigenen Reise wurde Sophy Roberts von Rem, einem erfahrenen Massai-Naturforscher, und Wolfe begleitet, dem Sohn eines irischen Freundes. Dadurch wirkt ihre Spurensuche noch anschaulicher. Auf der Suche nach Frederick Carters Route ins Landesinnere beleuchtet Sophy Roberts einen dunklen Abschnitt der afrikanischen Kolonialgeschichte. Sie erzählt von Landnahme, Ausbeutung und Elfenbeinhandel im großen Stil. Mit Sachlichkeit erklärt sie die Strukturen und die Rivalitäten der verschiedenen Stämme. Ein Ringen um Profit, getrieben von der grenzenlosen Gier der Kolonialmacht.

„So ist die Welt“, sagte er. „Wir sind über das hinausgegangen, was wir früher brauchten.“

Die Intensität, mit der sich die Autorin diesem Thema widmet, zeigt sich in den zahlreichen Quellverweisen, Bilder und Anmerkungen. Sie nehmen fast die Hälfte des Buches ein.

Fazit

«Schule der Elefanten» ist kein historischer Roman im eigentlichen Sinne, sondern eher eine sachliche Rekonstruktion verbürgter Ereignisse. Sophy Roberts erzählt äußerst detailliert und informativ. Man spürt die akribische Recherche der Journalistin. Das Buch verlangt Aufmerksamkeit, doch wer sich darauf einlässt, erfährt Erstaunliches über die belgische Kolonialzeit.

Schule der Elefanten

Sophy Roberts, Paul Zsolnay

Schule der Elefanten

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