Wenn wir wieder leben von Charlotte Roth

Buchvorstellung

Originalausgabe erschienen 2018unter dem Titel „Wenn wir wieder leben“,, 608 Seiten.ISBN 3-426-52030-3.

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Kurzgefasst:

Das vornehme Ostseebad Zoppot bei Danzig in den 1920er Jahren. Hier herrschen überschäumende Lebenslust und unbeschwerte Sommerfrische.
Die vier Freunde Lore, Gundi, Julius und Erik erfreuen die Kurgäste mit flotten Rhythmen und eingängigen Melodien und träumen vom Durchbruch als Musiker. Bald ist ihnen tatsächlich Erfolg beschieden, auf dem Luxusschiff Wilhelm Gustloff befahren sie die Meere – und ignorieren, dass sich die Zeiten schon lange geändert haben. Gundi verliebt sich in den Sänger Tadek, aber dann überfällt Hitler Polen, und Tadek schließt sich dem Widerstand gegen die Nazi-Besatzer an: Das Ende einer großen Liebe?

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Orange zu »Charlotte Roth: Wenn wir wieder leben«06.07.2018
„Wenn wir wieder leben“ ist das mittlerweile fünfte Buch der Autorin Charlotte Roth und wie ich finde eines der stärksten und persönlichsten, hat doch die Oma der Autorin in Gdansk/ Zoppot gelebt und Charlotte Roth hat die Stadt bei ihren Recherchen mehrfach besucht. Und genau diese Verbundenheit merkt man der Geschichte an, die auf zwei Zeitebenen erzählt wird.
1963 lernen wir Wanda kennen, die Musik liebt, sich aber entschlossen hat Lehrerin zu werden. Wanda lernt an der Uni Andras kennen, dessen Familie während des zweiten Weltkrieges in den KZ´s umgekommen ist. Andras hat es sich zur Aufgabe gemacht, Zeugen aufzuspüren und die Täter von damals vor Gericht zu bringen. Wanda hingegen ist mit ihren Schwestern wohlbehütet und von allen schrecklichen abgeschirmt aufgewachsen und hat zu ihrer Mutter eine sehr enge Bindung. Doch als Wanda nach ihren Wurzeln fragt, bekommt sie keine Antwort. So macht sie sich in Polen auf die Suche nach jemanden, der sich erinnert.
Der zweite Handlungsstrang spielt Gdansk/ Zoppot. Gundi Sonnenschein, das glücklichste Kind der Ostsee, wächst bei ihren Großvater, liebevoll Pop genannt, auf. Alle Herzen fliegen ihr zu und zusammen mit ihren Freunden gründet sie eine Band. Nach anfänglichen Schwierigkeiten landen die vier einen Superhit, auf den auch die erstarkenden Nationalsozialisten aufmerksam werden und Gundi fortan überall den roten Teppich ausrollen. Die vier Freunde befahren zusammen auf den KdF-Schiff Wilhelm Gustloff die Meere und feiern Erfolge. Dass sich die Zeiten geändert haben, die Nationalsozialisten ihre Ideologie verbreiten, Juden und Polen unerwünscht sind und verfolgt werden, merkt Gundi zu spät. Und dann überfällt Hitler Polen.
Der Schreibstil der Autorin ist gewohnt sehr flüssig und als Leser ist man sofort mitten im Geschehen. Man freut, hofft, bangt mit, will die Personen manchmal schütteln und ihnen die Augen öffnen oder sie ganz einfach in den Arm nehmen.
Aber es ist auch kein Buch zum runterlesen, auch wenn der Handlungsstrang um Gundi Sonnenschein zunächst einen Ferieneindruck vermittelt. Dies ändert sich und spätestens ganz am Ende sieht man Gundi mit anderen Augen. Für mich macht sie eine glaubhafte und nachvollziehbare Entwicklung durch und ist für mich ein absoluter Sympathieträger, auch wenn ich nicht alle ihre Entscheidungen gutheiße.
Ein zum Thema passendes Cover, ein ausführliches Nachwort sowie ein Glossar runden den Roman perfekt ab.
Von mir gibt es volle Punktzahl und eine absolute Kauf- und Leseempfehlung.
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