Luisa, ein Mädchen vom Hunsrück von Cäcilie Alt

Buchvorstellungund Rezension

Luisa, ein Mädchen vom Hunsrück von Cäcilie Alt

Originalausgabe erschienen 2013unter dem Titel „Luisa, ein Mädchen vom Hunsrück“,, 140 Seiten.ISBN nicht vorhanden.

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Kurzgefasst:

Zwei Hunsrücker Bauernfamilien stehen im Mittelpunkt dieses Romans, der von Liebesglück und Liebesleid erzählt, von bäuerlichem Tagwerk im Einklang mit der Natur, vom Krieg, von bitteren Einzelschicksalen und vom menschlichen Miteinander.

Das meint Histo-Couch.de: „Einblick in einen harten Alltag“57

Rezension von Rita Dell'Agnese

Die Zeit nach dem Ersten Weltkrieg ist hart. Auch für die Bauern auf dem Hunsrück. Bauer Hennes und seine Frau Brigitta sind froh um die Mithilfe ihrer beiden Töchter Anna und Luisa. Und doch ist es schwierig für sie, den Hof ohne starke junge Männer zu bestellen. Deshalb sieht sich Hennes nach einem Mann für seine ältere Tochter Anna um. Seine Wahl fällt auf Tobias, den jüngeren Sohn eines befreundeten Bauern. Tatsächlich lässt sich Tobias darauf ein, die mögliche Braut kennen zu lernen, obwohl er sich geschworen hat, dass er sich nicht verkuppeln lässt. Der Hof von Hennes und Brigitta wird Tobias neue Heimat, doch anders, als sich das alle vorgestellt haben. Dann marschiert Deutschland in Polen ein und Tobias muss schließlich in den Krieg ziehen. Er hinterlässt eine verzweifelte Familie.

In einfachen Worten

Cäcilie Alt erzählt die Geschichte einfacher Bauernfamilien. Sie tut dies sehr eindringlich und lässt dadurch die Atmosphäre aufleben, die die damalige Zeit begleitet hat. Viel zur speziellen Aussagekraft des Buches trägt die einfache Sprache bei, die die Autorin gewählt hat, um ihre Geschichte zu erzählen. Sie passt hervorragend zur Welt, die sie schildert. Dadurch entsteht ein stimmiges Bild von einer sehr bodenständigen Gesellschaft, die sich müht, den Alltag zu bewältigen und den Anforderungen an sie gerecht zu werden. Die Autorin zeigt auf, welche Mechanismen dazu führten, ob ein Hof erfolgreich bewirtschaftet werden konnte, und welche Rolle die Bereitschaft des Bauern spielte, sich mit der modernen Entwicklung auseinander zu setzen.

Interessante Konstellationen

Bei der Wahl der Charaktere setzt Cäcilie Alt auf einige interessante Konstellationen. So ist Luisa ein sehr kantiges Mädchen, das sich ihrem Schicksal nicht so recht unterordnen möchte und nach einem anderen als dem zugedachten Leben strebt. Dass sie sich dadurch in eine schwierige Situation bringt, bleibt nicht aus. Dennoch bleibt die Autorin ihrer Protagonistin sehr verbunden. Sie lässt Luisa immer wieder einen Weg finden, der sie aus einem vermeintlichen Abgrund heraus führt. Obwohl Luisa als Hauptfigur die tragende Rolle spielt, werden die anderen Charaktere nicht vergessen, wenn sie auch deutlich weniger Facetten haben.

Etwas hölzern

Obwohl die Geschichte ein eindrückliches Bild vom Bauernstand zwischen den Weltkriegen, von den Mühen während des Zweiten Weltkriegs und dem hoffnungsvollen Aufbruch nach Kriegsende liefert, bleibt der Roman etwas hölzern. Es fehlen die großen Gefühle und auch zu einem nicht unerheblichen Teil die Beweglichkeit der Figuren. Alles wirkt sehr gesetzt, behäbig und oft auch allzu einfach gestrickt. Hier hätte man sich von der Autorin noch einige Feinheiten gewünscht, die der Geschichte zusätzlichen Boden hätten verleihen können. Denn mit gerade mal etwas über 130 Seiten bleibt der Roman sehr bescheiden vom Umfang her. Erst recht, da noch Platz von Gedichten und persönlichen Betrachtungen der Autorin eingenommen wird.

Eher ein Zeitdokument

Letztlich ist Luisa, ein Mädchen vom Hunsrück eher ein Zeitdokument, denn ein historischer Roman. Cäcilie Alt hat sich redlich bemüht, der Handlung einen roten Faden zu verleihen und auch Spannung zu erzeugen. Dass ihr dies nicht ganz gelungen ist, liegt wohl auch an der Zurückhaltung der Autorin, die sich bei ihren Schilderungen in sehr engen Grenzen bewegt und keine Experimente macht. Jede Figur bewegt sich klar in der ihr zugedachten Position und die Gespräche zwischen den Protagonisten lassen keinen Spielraum für aufkeimende Phantasie. Dennoch vermittelt das Werk einen guten Eindruck vom Leben auf dem Lande und kann daher als Intermezzo durchaus genossen werden.

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