Curzio Malaparte

Der Name von Curzio Malaparte, der 1898 als Sohn eines deutschen Vaters und einer italienischen Mutter in Prato in der Toskana geboren wurde, ist das Pseudonym von Kurt Erich Suckert, das er ab 1925 verwendete. Malaparte ist das Gegenteil von Bonaparte und bedeutet wörtlich übersetzt der schlechte Teil.

1911 wurde er Mitglied der Republikanischen Partei und veröffentlichte 1912 seine ersten Gedichte, ein weiteres Jahr später wurde er Herausgeber einer satirischen Zeitschrift. 1914 meldete er sich als Freiwilliger für den Ersten Weltkrieg und wurde 1918 mit der italienischen Tapferkeitsmedaille in Bronze und dem französischen Kriegskreuz mit Palme ausgezeichnet. Durch einen Gasangriff litt er seitdem bis an sein Lebensende an einem Lungenschaden.

Nach dem Krieg wurde er zunächst Attaché in Warschau. Er sympathisierte mit dem Faschismus und wurde 1921 Mitglied der faschistischen Partei. Mit seinem Buch Viva Caporetto, später unter dem Titel La rivolta die santi maledetti (Der Aufstand der verdammten Heiligen) erschienen, beschrieb er seine Erlebnisse im Krieg und löste unter den Faschisten Proteste aus und wurde vom diplomatischen Dienst abberufen. Von 1928 bis 1931 war er unter anderem Chefredakteur der Tageszeitung La Stampa und wurde 1933 aufgrund kritischer Äußerungen verhaftet, aus der Partei ausgeschlossen und zu fünf Jahren Verbannung auf die Insel Lipari vor Sizilien verurteilt. Durch Intervention einflussreicher Freunde kam er jedoch ein Jahr später wieder frei und lebte unter Hausarrest in der Toskana und auf Ischia. Hier konnte er unter Pseudonym weiterarbeiten. Nach der Gründung der Literaturzeitschrift Prospettive 1937 ging er ein Jahr später als Korrespondent nach Äthiopien.

Im Zweiten Weltkrieg war Malaparte für den Mailänder Corriere Della Sera in Nordafrika, Frankreich, Deutschland und 1940-45 auf dem Balkan, in Finnland und in Russland als Kriegsberichterstatter tätig. Aus den Reportagen, die er im Zweiten Weltkrieg von den Fronten für den Mailänder Corriere della Sera schrieb, entstand 1944 der Roman Kaputt, der in der Nachkriegszeit zu einem enormen Erfolg und gleichzeitig zu einem großen Skandal wurde. In Russland entstand Die Wolga entspringt in Europa, Augenzeugenberichte von der Front in der Ukraine und der Belagerung Leningrads, veröffentlicht 1943. Zudem machte er in den Kriegsjahren unzählige Fotos vom Krieg, die bislang größtenteils unveröffentlicht sind.

In der Nachkriegszeit wandte sich Malaparte dem Kommunismus zu. Während eines China-Aufenthalts erkrankte er an Lungenkrebs, dem er am 19. Juli 1957 in Rom erlag. Kurz zuvor war er noch dem Katholizismus beigetreten.
Ende der 30er Jahre ließ er eine Villa auf Capri errichten, die als Casa Malaparte bekannt wurde. Durch seinen Baustil zählt es noch heute zu den beeindruckendsten Gebäuden der neueren Zeit.

Neben seinen Romanen verfasste Malaparte auch drei Theaterstücke, Gedichte und Kurzgeschichten.

Historische Romane von Curzio Malaparte:

Weitere Romane von Curzio Malaparte:

  • (1921) Der Aufstand der verdammten Heiligen
    Caporetto/ La rivolta die santi maledetti
  • (1927) Avventure di un capitano di sventura
  • (1931) Sodoma e Gomorra
  • (1936) Fughe in prigione
  • (1937) Sangue
  • (1940) Eine Frau wie ich
    Donna come me
  • (1940) Die Wolga entspringt in Europa
    Il Volga nasce in Europa
  • (1946) Don Camaleo
  • (1947) Il sole è cieco
  • (1949) Geschichte von Morgen
    Storia di domani
  • (1956) Verdammte Toskaner
    Maledetti toscani
  • (1957) Verflixte Italiener, posthum
    Racconti italiani