So flüchtig wie Wolken
- Ebersbach & Simon
- Erschienen: August 2026
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Leben und Wirken einer Keramikmeisterin aus Leidenschaft.
Guerneville / Kalifornien (USA) 1981: Marguerite Friedlaender zieht im Alter von 85 Jahren Bilanz über ihr Leben. Innerhalb eines Tages schildert die erste Töpfermeisterin Deutschlands ihre persönliche Geschichte, die reich an Herausforderungen und Neuanfängen war.
Zusammenspiel von Kunst und Handwerk
Die Schriftstellerin Irina Slot erzählt in ihrer Romanbiographie „So flüchtig wie Wolken“ den Werdegang der Künstlerin Marguerite Friedlaender. Orientiert an Zeitzeugen – und Archivrecherchen zeichnet Irini Slot ein authentisches Bild von Marguerite Friedlaenders Persönlichkeit und Lebensweg.
Bereits während der ersten Seiten werden die LeserInnen stimmungsvoll in das Buch eingeführt. Die 85jährige Protagonistin blickt mit einem Pott Kaffee auf ihrer Terrasse sitzend auf ihr Leben zurück. Mit einem kurzen Rückblick auf ihre Kindheit wendet sich die Ich-Erzählerin Marguerite Friedlaender ihrem eigentlichen Wendepunkt in ihrer beruflichen Laufbahn zu. Nach einer Ausbildung zur Zeichnerin und Holzbildhauerin an der Berliner Hochschule für Angewandte Kunst ist sie als Porzellanmalerin an der Manufaktur Rudolstadt / Thüringen tätig. 1919 beginnt sie als Studentin der ersten Stunde am Bauhaus im kleinstädtischen Weimar / Thüringen ein Studium im Fachbereich Keramik. Damit ist man bereits mitten im Geschehen. Ausführlich wird das Leben und Schaffen an der nach Avantgardistischem Vorbild geführten Hochschule beschrieben. Die Autorin verwebt hierbei, in einem fließend zusammenhängenden Kontext, die Ziele und Absichten der legendären Hochschule mit den sozial–gesellschaftlichen Verhältnissen in der Weimarer Republik.
Während die Künstlerin auf dem besten Weg ist, sich in ihrem Fachgebiet zu etablieren, bahnen sich ungeahnte Veränderungen sowohl im Weimarer Bauhaus als auch auf politischer Ebene an. In ihrem gut recherchierten Roman schildert die Autorin authentisch den wirtschaftlich bedingten Wandel des Bauhauses und das allmähliche Erstarken der Nationalsozialisten. Dessen ungeachtet avanciert Marguerite Friedlaender zur ersten anerkannten Töpfermeisterin Deutschlands und einer sehr erfolgreichen Mitarbeiterin der Königlich - Preußischen Manufaktur Berlin in der Porzellanherstellung.
Umbrüche und Neuanfänge
Doch die Machtergreifung der Nationalsozialisten führt zu einem jähen Abbruch ihrer bisher erfolgreichen Laufbahn. Die Künstlerin jüdischer Herkunft hat keine andere Möglichkeit, als in die Emigration zu gehen. Berührend erzählt, werden die LeserInnen auf ihre Reise mitgenommen, die ihr Ende in den USA findet. Als Mitgründerin des Kunstzentrums „Pond Farm“ in Kalifornien erlebt die Vertreterin einer minimalistischen Lebensweise einen regelrecht katapultartigen Aufstieg.
Irina Slot, geboren in Moskau, lebt nach mehreren Auslandsaufenthalten seit 2002 in Berlin. Nach verschiedenen Tätigkeiten in der Industrie, akademischen Ausbildungen und Fortbildungen in den Bereichen Wirtschaft und interkulturellem Management promovierte sie 2020 an der TU Berlin im Fachbereich Wirtschaftsingenieurwesen. Seit 2022 ist sie als Professorin und Leiterin der Fachgruppe Wirtschaftsingenieurwissenschaften an der bbw Hochschule Berlin tätig.
Fazit
Die Autorin Irina Slot würdigt in ihrer Romanbiographie „So flüchtig wie Wolken“ in gebührender Weise Marguerite Friedlaender, eine der bedeutendsten Keramikmeisterinnen des 20. Jahrhunderts. Ergänzt durch historische Betrachtungen zu Keramik und Porzellan, wird das bewegende und eindrucksvolle Buch zu einer Fundgrube für LeserInnen mit Interesse am Kunsthandwerk.

Irina Slot, Ebersbach & Simon

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