Berengar: Ich bin Barbarossas Klinge

  • Rowohlt
  • Erschienen: Juni 2026
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Carsten Jaehner
931001

Histo-Couch Rezension vonOkt 2026

Der Weg Barbarossas zur Kaiserkrönung.

Köln im Jahr 1154. Der junge Berengar ist der Sohn eines Dienstmannes aus dem Weserland und ist Schüler der Stiftsschule, dort allerdings nicht unbedingt für seinen Lernfleiss bekannt. Bei einem nächtlichen Gezeche trifft er einen Unbekannten, mit dem zusammen er vor den Wachen flieht und so durch seine Frechheit und Kühnheit einen scheinbar neuen Freund findet. Doch ihn erreicht die Nachricht seines Vaters, dass sein älterer Bruder gestorben sei und er nun der Erbe des Familienbesitzes geworden sei. Berengar reist zurück in seiner Heimat, wo er von seinem Vater auf eine Bewährungsprobe gestellt wird.

Diese besteht darin, in den Dienst seines eigenen Dienstherren, Herzog Heinrich dem Löwen, zu treten um nach Italien zu ziehen und dem Kaiser den Weg zur Krönung in Rom zu bereiten. Dieser Kaiser ist Friedrich Barbarossa und ausgerechnet der Mann, den er in Köln des Nachts unter einer Brücke kennen gelernt hat.

Berengar zieht mit einigen Freunden aus der Heimat zum Heer, wo er Heinrich den Löwen bereits kennt, aber niemand weiß und ahnt, dass er bereits den Kaiser kennt. So zieht das Heer Richtung Alpen, doch es scheint im Heer einen Saboteur zu geben, der entweder dem Kaiser schaden oder Berengar an den Kragen will. Berengar beweist sich das eine ums andere Mal als geschickter Kämpfer, entweder in Diensten Heinrichs oder Friedrichs, doch ist die Gefahr der Anschläge noch nicht gebannt. Und Gelegenheiten gibt es auf dem Weg nach Rom genügend, wo gegen einige Heere gekämpft werden muss.

Neue Reihe über die Staufer

Mit „Ich bin Barbarossas Klinge“ beginnt Michael Römling eine neue historische Buchreihe über die Staufer, die den Titelhelden Berengar als Hauptfigur hat. Diese Reihe spielt in der Mitte des 12. Jahrhunderts, wo Berengar als Ritter bei den Kreuzzügen Kaiser Barbarossas zugegen ist. Eigentlich ist Berengars Weg nicht als Ritter vorgesehen, sondern als Geistlicher, doch lassen ihn die Umstände, dass sein älterer Bruder gestorben ist, als Erbe des Familienbesitzes aufrücken. Um sich zu beweisen, soll er im Dienste von Heinrich dem Löwen mit nach Italien reisen, um den zukünftigen Kaiser Friedrich Barbarossa zur Krönung zu begleiten.

Berengar ist ein junger Mann, der gewisse kämpferische Fähigkeiten mitbringt und auch sonst nicht auf den Kopf gefallen ist. Mit ihm reisen einige Freunde vom heimatlichen Hof an der Weser, auf die er sich blind verlassen kann. Doch geschehen auch einige Dinge, die vermuten lassen, dass ihm jemand an den Kragen will. Schnell hat er Erkanbald in Verdacht, der zu einer ihm nicht wohlgesonnenen Familie gehört, doch kann er nicht wirklich beweisen, dass er es ist, und so kann er zunächst nicht in dieser Richtung tätig werden.

Historische belegte Reiseroute

Der Verlauf der Reise folgt in dem Roman exakt der tatsächlichen aus den Jahren 1154 und 1155, wie sie in der Historie belegt ist. Römling schafft es durch seine spannenden Beschreibungen, den Leser an sämtlichen Kämpfen und Belagerungen teilnehmen zu lassen, als wäre man selbst dabei. Dabei werden auch die Taktiken erklärt und die Umstände, warum Listen klappen oder auch nicht. Römling erweist sich als versierter Erzähler, der immer den Überblick behält und den Leser durch die Schlachten und Eroberungen führt.

Dabei beschreibt er Orte und Gegebenheiten unkompliziert und verständlich und lässt auch eine gewisse Portion Humor nicht vermissen. Ob gelegentliche offensichtliche „Modernismen“ nötig sind, mag jeder Leser für sich entscheiden, inzwischen sind die Zitate aus heutiger Zeit wohl eine Art Markenzeichen des Autors geworden. Allerdings merkt man dem Roman die akribische Recherche an, die der Autor im Vorfeld betrieben hat. In einem lesenswerten Nachwort wird dargestellt, wie er sich an die Historie gehalten hat, dieses Nachwort sollte unbedingt gelesen werden.

Schlachten und Belagerungen

Neben Berengar sind seine treuen Begleiter die Hauptfiguren und natürlich Heinrich der Löwe und Friedrich Barbarossa. Eigentlich untersteht Berengar Heinrich, der sein Lehnsherr ist, aber Barbarossa hat Vertrauen zu Berengar gewonnen und leiht sich ihn gewissermaßen für gelegentliche Ausflüge oder Spezialaufgaben aus, da kann Heinrich nichts dagegen sagen. Gelegentlich schimmert durch, dass Barbarossa gerne selbst aktiver ins Geschehen eingreifen würde, aber das schickt sich für einen König nicht, der auf dem Weg ist, sich in Rom als Kaiser krönen zu lassen. In der vorhandenen Konstellation steht aber zu vermuten, dass Barbarossa sich nicht immer wird zurückhalten können.

„Ich bin Barbarossas Klinge“ ist der geklungene Auftakt zu einer neuen, spannenden Reihe aus der Feder von Michael Römling - und der zweite Teil der Reihe ist bereits angekündigt. Die flüssig lesbare Sprache macht Lust auf die Lektüre und die Lesezeit vergeht wie im Flug. So werden die knapp 500 Seiten aus dem Rowohlt Verlag zu einem spannenden historischen Lesevergnügen, dem noch eine historische Karte mit der Reiseroute des Romans vorangestellt ist.

Fazit

Michael Römlings neue Romanreihe über den Ritter Berengar entführt den Leser in die Mitte des 12. Jahrhunderts, in dem man Heinrich den Löwen und Friedrich Barbarossa auf dem Weg zur Kaiserkrönung nach Rom begleitet. Konflikte für weitere Bände der Reihe sind angelegt, und auch die Liebe wird kurz gestreift. Ein rundum gelungener Roman, der Hoffnung auf viele weitere Bände macht.

Berengar: Ich bin Barbarossas Klinge

Michael Römling, Rowohlt

Berengar: Ich bin Barbarossas Klinge

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