Farina - Der Duft von Köln

Erschienen: Januar 2016

Bibliographische Angaben

  • Emons, 2016, Titel: 'Farina - Der Duft von Köln', Originalausgabe

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Köln 1715. Giovanni Maria Farinas Aussichten sind düster. Es ist die Zeit der Hungersnöte, Kriege und Vertreibung, für Luxuswaren wie Parfüm haben die Menschen kein Geld. Zudem muss sich der Erfinder des Eau de Cologne gegen skrupellose Rivalen zur Wehr setzen. Sein größter Widersacher ist der selbst ernannte Graf Gondo. Es ist der Mann von Giovannis großer Liebe Antonia der Mann, der zwischen ihm und dem Glück steht. Der Mann, der ihn um jeden Preis vernichten will...

Farina - Der Duft von Köln

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Letzte Kommentare:
25.04.2017 21:54:28
mabuerele

„...Macht und Geld verschleiern den Charakter, selbst Verderbtheit wurde unkenntlich in der goldenen Hülle..."

Wir schreiben das Jahr 1715. Während des Kölner Karnevals gerät Giovannni vor dem Kölner Dom in einen Mob. Er wollte seinem Freund Levallé ein Fläschchen seines „Eau de Cologne“ bringen. Im Gedränge fällt das Gefäß runter. Der Geruch lässt die Leute verharren und Giovanni kann friedlich seines Weges gehen.
Im Schloss am Genfer See entdeckt Antonia zufällig ein geheimes Zimmer ihres Gatten Bernardo. Es zeugt von sexuellen Ausschweifungen.
Die Autorin hat einen fesselnden historischen Roman über den Erfinder des Eau de Cologne geschrieben. Die Geschichte hat mich schnell in ihren Bann gezogen. Es ist allerdings der zweite Teil. Doch alles, was ich über den Vorgängerband wissen muss, wird während der Handlung erwähnt.
Die Personen werden gut charakterisiert. Giovanni zeichnet sich durch seinen hervorragenden Geruchssinn aus. Der ist zwar für sein Geschäft ein Segen, kann in manchen Situationen aber auch zum Fluch werden. Allerdings kümmert sich Giovanni vor allem um die Herstellung des Parfüms. Vermarktung, Verkauf und Geschäftsführung liegen zum großen Teil in den Händen seines Bruders Baptist. Der erweist sich als geschickter Geschäftsmann.
Antonia ist Giovannis Jugendliebe.durch eine Intrige, die im ersten Band beschrieben und hier kurz erwähnt wird, gelingt schafft es Bernardo, dass Antonia ihn heiratet. Offiziell duldet er die Begegnungen von Giovanni und Antonia. Wegen ihrer Kinder wird sie Bernardo noch nicht verlassen.
Bernardo hat es aus dem Nichts zu einem Grafentitel und Reichtum gebracht. Er genießt hohes Ansehen in der Gesellschaft. Seine Vergangenheit und der Weg seines Aufstiegs sind vergessen und werden nicht mehr hinterfragt. Das eröffnet ihn die Möglichkeit, nun auch an der völligen Vernichtung von Giovanni zu arbeiten. Dabei geht er sehr geschickt vor. Er ist ein erstklassiger Schauspieler und vermag es, Menschen zu manipulieren.
Der Schriftstil des Buches lässt sich angenehm lesen. Das Buch zeichnet sich durch eine umfassende und exakte Recherche aus. Das wiederum ermöglicht es, die Zeitverhältnisse detailliert zu beschreiben. Krieg und Hungersnot, Vertreibung der Protestanten aus Frankreich sind Themen, die die Handlung beeinflussen. Außerdem begegne ich als Leser etlichen historischen Persönlichkeiten, so der Künstlerin Maria Sybilla Merian und dem Philosophen Voltaire. Ich darf Giovanni nach Paris an den Hof des Sonnenkönigs und in seine italienische Heimat begleiten. Sehr gut gefallen haben mir die vielfältigen Informationen, die gekonnt in die Geschichte integriert wurden. Heilpflanzen und ihre Bedeutung, die Stadtgründung von Karlsruhe und abartige medizinische Experimente sind nur einige der Themen. Natürlich durchzieht die Beschreibung angenehmer und weniger angenehmer Düfte die gesamte Geschichte. Zwei Frauen haben mich besonders beeindruckt. Das ist zum einen Liselotte von der Pfalz. Ihr Gespräch mit Antonia gehört für mich zu den stilistischen Höhepunkten des Buches. Sie ist eine gute Menschenkennerin, kommt schnell zum Punkt und lässt sich nichts vormachen. Zum anderen ist es Paola, eine Tante Giovannis. Sie trägt entscheidend dazu bei, dass Bernardo sein Ziel nicht erreicht.
Obiges Zitat bezieht sich auf Bernardo, dessen Reichtum seinen hinterhältigen Charakter verschleiert.
Ein ausführliches Glossar ergänzt das Buch.
Das schlichte weiße Cover mit der Zierranke und dem Titel, bei dem das erste und das letzte Wort in Goldbuchstaben gesetzt wurde, wirkt edel.
Das Buch hat mir ausgezeichnet gefallen. Es ist nicht nur ein umfassendes Zeitgemälde, sondern ebenfalls spannend und informativ. Sicher werde ich auch Band I noch lesen.