Der Schöne im Mohn

Erschienen: Januar 2016

Bibliographische Angaben

  • Gmeiner, 2016, Titel: 'Der Schöne im Mohn', Originalausgabe

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Berlin 1901. Die junge Aktmalerin Emma Bendes arbeitet in ihrem Atelier. Geprägt von einem traumatischen Kindheitserlebnis treibt sie unerbittlich ihren eigenwilligen künstlerischen Stil voran. Immer stärker gerät sie in eine manische Schaffensphase. Zwischen Malerin und Modell entspinnt sich eine verhängnisvolle Dynamik. Ihr letztes Werk »Der Schöne im Mohn« ist Zeuge für alles, was sich ereignet hat ...

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Letzte Kommentare:
18.08.2016 13:27:41
Sandra

Ein faszinierendes Bild einer Malerin um 1900
In ihrem neuen Roman „Der Schöne im Mohn“ stellt Dagmar Fohl das Schicksal einer Malerin um 1900 dar. Es ist faszinierend, wie die Autorin mich in das Innenleben der jungen Malerin Emma Bendes hineingezogen hat. Von den Eltern ungeliebt und vom Tod ihres Bruders erschüttert, beginnt die 13 Jahre alte Emma aus einem inneren Bedürfnis heraus zu zeichnen und zu malen. Mehr und mehr entwickelt sich in ihr eine Vision, die sie auf einen ungewöhnlichen künstlerischen Pfad führt. Sie hat nur noch ein Ziel: Sie will Aktmalerin werden. Emma verlässt das Elternhaus und geht nach Berlin und Paris. Dann lernt sie einen Mann kennen, mit dem sie glaubt, ihre Vision malen zu können. Das Schicksal nimmt seinen Lauf.
Ich habe den Roman verschlungen und konnte Emmas Besessenheit am eigenen Leibe spüren. Das liegt nicht zuletzt daran, dass es Dagmar Fohl gelungen ist, die Psychologie und die Lebensumstände der Malerin absolut glaubwürdig und sprachlich beeindruckend nachfühlbar zu machen. Die Spannung erhöht sich von Seite zu Seite wie bei einem Thriller. Ich habe den Roman nicht aus der Hand legen können, bis ich die letzte Seite gelesen hatte.
Das im Gmeiner-Verlag erschienene gebundene Buch ist sehr hochwertig und künstlerisch gestaltet. Aufmachung und Inhalt des Buches stimmen vollkommen überein. Eine kleine Kostbarkeit. Ich werde es häufig verschenken.

13.08.2016 10:36:03
Meike

Ein besonderer Roman

„Es ist eigenartig, gerade eben verstieg ich mich in die Illusion, es sei nichts geschehen, doch ich sehe dich vor mir und ‚Der Schöne im Mohn’ steht auf der Staffelei, er ist Zeuge für alles, was vorgefallen ist, er ist mein Lebenswerk und damit der Spiegel meines Lebens.“
Selten hat mich eine Lebensgeschichte so berührt, wie die der Berliner Aktmalerin Emma Bendes in ‚Der Schöne im Mohn’. Dagmar Fohl zeichnet in einer sehr niveauvollen, farbigen und einfühlsamen Sprache das Leben und Arbeiten einer jungen Malerin, die Anfang des 20. Jahrhunderts als Schülerin von Käthe Kollwitz ohne Kompromisse ihren künstlerischen Weg verfolgt. Sie hat kein anderes Ziel, als männliche Akte zu malen und begibt sich damit ins Abseits und in ungeahnte Sphären. Um Anatomie studieren und mit nackten männlichen Modellen arbeiten zu können, geht sie nach Paris, kehrt schließlich nach Berlin zurück und trifft auf ihr Traummodell. Immer stärker steigt die Spannung, die die Autorin aufbaut. Wohin treibt es die Malerin?
Ein tief bewegender, spannungsgeladener Roman, der dem Leser das Seelenleben einer obsessiven Malerin näherbringt und gleichzeitig einen interessanten und sachkundigen Einblick in die Aktmalerei und in die Situation der Frauen im Kunstbetrieb der Jahrhundertwende gewährt.
In jeder Hinsicht zu empfehlen. Wunderschön gestaltet ist auch die bibliophile Hardcover-Ausgabe mit Lesebändchen.