Das Geheimnis von Stralsund

Erschienen: Januar 2014

Bibliographische Angaben

  • Lübbe, 2014, Titel: 'Das Geheimnis von Stralsund', Originalausgabe

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Norddeutschland, 1628. In der Geborgenheit ihrer Familie und ihrer Freunde verlebt die Kapitänstochter Sina eine glückliche Kindheit - bis eines Tages das Unheil über ihr Dorf hereinbricht und ihre Familie auf entsetzliche Weise auseinanderreißt. Sina selbst kann im letzten Augenblick nach Stralsund fliehen. Doch auch Stralsund bereitet sich bereits auf eine Belagerung durch die kaiserlichen Truppen vor, und inmitten der Kriegswirren fällt es Sina schwer, das Geheimnis des Rings zu lösen, den ihre sterbende Mutter ihr kurz vor ihrer Flucht gab. Nur Leif, ein junger schwedischer Schiffer, steht ihr bei. Doch kann Sina ihm wirklich trauen?

Das Geheimnis von Stralsund

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Letzte Kommentare:
16.11.2015 19:31:18
Klaus Straubing

Ich bin Stralsunder und durch meine
Tochter auf diesen Roman aufmerksam gemacht worden.
Da ich mich für Geschichte interessiere, ist dieser Roman eine
Erweiterung der Geschichte Stralsunds für mich.
Die Schreibweise von Sabine Weiß hat mich sehr beeindruckt und
fasziniert.
Um mehr geschichtliche Hintergründe zu erfahren, habe ich erst
einmal das Internet bemüht.
Ich kann mich sehr gut an die Handlungsorte versetzen, als wäre ich
selbst dabei.
Ich könnte mir diesen Roman sogar als Film vorstellen, aber das ist
wohl ein Wunschtraum.
Machen Sie weiter so Sabine Weiß!

23.02.2015 18:06:22
Svanvithe

Der Dreißigjährige Krieg wütet schon fast zehn Jahre, als er 1627 die Insel Rügen erreicht. Bis dahin hatte sich das Herzogtum Pommern, zu dem Rügen gehört, neutral verhalten. Doch nun fallen die kaiserlichen Truppen unter Wallenstein ins Land ein, und damit kommt Leid und Tod über die Menschen. Nach der Besetzung, die zu allem Übel auch noch von der Pest begleitet wird, bleiben allein in Bergen, im Zentrum der Insel gelegen, von 1650 Einwohnern im Jahre 1600 dann im Jahre 1630 nur noch 400 "übrig". Insgesamt schrumpft die Inselbevölkerung auf ein Drittel.

Schon im Prolog ihres Romans "Das Geheimnis von Stralsund" bietet Sabine Weiß davon eine erschütternde Kostprobe. Denn der Leser sieht sich unmittelbar hineingezogen in den Angriff auf das Haus einer Familie auf Rügen. Dort kämpfen Sina, ihre Mutter und Angehörige ihres Haushalts um das nackte Überleben, und alles scheint verloren...

Doch bevor der Leser erfährt, ob dies tatsächlich so ist, führt die Geschichte zunächst in friedliche Zeiten zurück. In denen wächst die junge Sina, von ihren Eltern wegen ihrer blauen Augen liebevoll "Eisvogel" genannt, behütet in einem Dorf auf der Halbinsel Mönchgut auf und hat eine besonders enge Bindung zu ihrer fünfjährigen Schwester Dorthie, die in ihrer erfrischenden Fröhlichkeit, Fantasie und Unbekümmertheit für alle ein "Himmelsgeschenk" ist. Gideon, das Familienoberhaupt, sorgt als Schiffer für das Einkommen der Seinen und zeigt viel Verständnis für Sinas Leidenschaft für Meer und Seefahrt. Die Mutter, Ebba, dagegen wartet bei jeder Reise ihres Mann unter Ängsten und Stimmungsschwankungen darauf, dass ihr Mann heil und gesund zurückkehrt.

Die 17-jährige Sina tauscht erste Küsse mit ihrem Jugendfreund Asmus, wartet vergeblich auf das Herzklopfen und ahnt, dass Asmus ihr zwar als ein Freund nahe steht, wohl aber als Ehemann nicht in Frage kommt, obwohl ihre beiden Familien davon ausgehen.

Dann kommen die kaiserlichen Truppen, und die Situation nach der "Einquartierung" der Soldaten ist bedrohlich. Als diese das Anwesen von Sinas Familie angreifen, muss Sina ihre sterbende Mutter im brennenden Haus zurücklassen und flieht mit der kleinen Schwester in einem winzigen Boot mitten hinein in einen Sturm auf der Ostsee. Nur dem Glück und Leif, Erster Steuermann auf dem Schiff des Trunkenbolds Pit Skaap, ist es zu verdanken, dass die beiden gerettet werden und nach Stralsund gelangen, wo sie sich auf die Suche nach David von Garlstorp begeben, wie es ihnen die Mutter mit ihren letzten Worten aufgetragen hat.

Doch Stralsund erweist sich auf Dauer nicht als sicherer Zufluchtsort. Die Hansestadt wird von den Truppen Wallensteins belagert, und in dieser umkämpften Zeit entscheidet sich nicht nur das Schicksal der dort lebenden Menschen, sondern auch das von Sina...

Mit ihrem Roman greift Sabine Weiß ein historisches Ereignis auf, das in die Annalen der Hansestadt Stralsund einging.

*Ende 1627 droht Ungemach in der Gestalt des unter Befehl Wallensteins stehenden kaiserlichen Feldherrns Armin. Dieser will - nachdem der Herzog von Pommern unter Zwang die Einquartierung der kaiserlichen Truppen in seinem Land gebilligt hat, eine Garnison in der Stadt errichten, ohne die dafür erforderlichen Geldmittel aufwenden zu müssen. Da die Stadt dies verständlicherweise ablehnt, Armin die Belagerung ausruft, beschließt der Rat von Stralsund, seine Stadt zu verteidigen und ersucht zu diesem Zweck um Beistand von Dänemark und Schweden. Am 13. Mai 1628 sehen sich 1.000 Söldner und 1.500 Stralsunder 8.000 Mann der kaiserlichen Belagerungsarmee gegenüber und halten den ersten Angriffen stand. Ende Mai treffen die dänischen Schiffe ein. Nicht überall werden sie freudig empfangen. Hunger macht sich unter der Bevölkerung breit. Deshalb fordert eine Bürgerfraktion, dass den Kaiserlichen verhandelt und die Stadt an diese übergeben werden soll. Doch der Rat von Stralsund hält stand. Als Wallenstein einen Monat später Stralsund erreicht, ist die Belagerung immer noch nicht beendet. Erneut lässt er angreifen. Die Verluste auf beiden Seiten sind hoch, ganze Gräben mit Leichen füllen sich. Die Stadt befürchtet, wenn sie der Belagerung nicht mehr standhalten kann, von den kaiserlichen Truppen überrannt zu werden, was Gemetzel und eine kompletten Plünderung zur Folge hat. Deshalb kommt es zu einem Waffenstillstand und zu Friedensverhandlungen, die jedoch beendet werden, als die schwedischen Truppen eintreffen.
Nach mehreren vergeblichen weiteren Angriff scheitert Wallenstein und verlässt mit seinen Truppen Stralsund, die Stätte seiner ersten Niederlage. Die Hansestadt hat zwar erfolgreich Widerstand geleistet, doch bis 1814 bleibt sie unter schwedischer Herrschaft.*

Vor diesem historischen Hintergrund, den die Autorin erkennbar intensiv recherchiert hat, entwirft sie in einem einprägsamen und anschaulichen Schreibstil eine dramatische Geschichte, die auf die Insel Rügen und nach Stralsund führt. Es entsteht ein faszinierendes Bild vom Leben der Menschen in Friedens- und Kriegszeiten. Die gelungene und eindrucksvolle Beschreibungen der örtlichen Gegebenheiten auf der Insel und in Stralsund werden unterstützt durch historische Karten, die auch dem ortsunkundigen Leser eine gute Orientierung und damit unter anderem die Begleitung der jungen Rüganerin Sina ermöglichen.

Sina ist klug und zeichnet sich durch einen energischen Willen aus. Sie hat Rückgrat, lässt sich nicht beirren, ihr Schicksal zu bestimmen. Dass sie nach dem schmerzhaften Verlust der Mutter für eine Zeit die Hoffnung verliert, ist realistisch und wird nachvollziehbar dargestellt.

Mit Leif begegnet dem Leser ein sympathischer junger Mann, der etwas im Leben erreichen will, nämlich selbst eines Tages Schiffsherr sein. Er ist durch die harte Schule seines Vaters gegangen und versucht, seine Pflicht gegenüber dem grausamen Trunkenbold Skaap und gegenüber der Mannschaft zu erfüllen. Überdies ist er fähig, den schmalen Grat zwischen Gehorsam und eigener Entscheidung auszuloten.

Zwischen Leif und Sina wird schon früh ein Band geknüpft. Leif hegt erste zärtliche Gefühle für sie, da kennt er noch nicht einmal ihren Namen. Ihre behutsame Annäherung ist angenehm beschrieben. Zudem hat Leif einen klaren Blick, der in die Zukunft gerichtet ist, so dass er auch Sina bewusst macht, nach dem Tod der Mutter und der Unsicherheit bezüglich ihres Vaters nicht länger in der Trauer zu verharren und nach vorne zu schauen.

Bei Unstimmigkeiten zwischen den beiden weitet die Autorin diese nicht über Gebühr aus und lässt ihre Protagonisten immer wieder einen Schritt auf den anderen zugehen und so zueinander finden. Denn sie haben andere Sorgen. Schließlich gilt es gerade für Sina, das Geheimnis zu lüften, für das sie nach Stralsund gekommen ist.

Sabine Weiß hat ihre Protagonisten bis hin zu den Nebenfiguren mit viel Leben erfüllt. Neben Sina und Leif, für die der Leser sofort Wohlwollen empfindet, sind es auch Gideon und Sten, der zu Gideons Schiffskindern (wie die Schiffsmannschaft genannt wird) gehört, die einem ans Herz wachsen und mit denen er mit bangt. Oder Menschen wie die Magd Marthe, die mehrfach von Söldnern missbraucht wird und es danach lange Zeit nicht absehbar ist, ob sie jemals ins Leben zurückfindet.

Andere dagegen erfahren eine differenzierte Zeichnung. David von Garlstorf, zu dem Ebba ihre Tochter geschickt hat und in dessen Hause Sina und ihre Schwester aufgenommen werden. Lange Zeit ist nicht klar, wie er einzuschätzen ist und welche Rolle er einnimmt. Die Geschwister Asmus und Sophie, beides Freunde von Sina, die im Verlauf der Geschichte eine Entwicklung nehmen, die sich in das Gegenteil ihrer anfänglich aufgezeigten Charaktere kehrt. Besonders Sophie weiß zu überraschen, legt sie doch zunächst eine Oberflächlichkeit und Realitätsferne an den Tag, die einen nicht für sie einnehmen. Im Laufe der Handlung lässt sie jedoch - auch auf Grund eigener Erfahrungen - eine gewisse Entwicklung erkennen, die als angenehm betrachtet werden kann.

Einen interessanten Platz in der Geschichte findet Stoffel, der verwaiste Sohn eines Söldners, der sich bei den kaiserlichen Truppen durchschlägt. Er ist vorwitzig und geradeheraus, stets hungrig, aber bei aller Benachteiligung wissbegierig und klug, so dass er schneller lernt als anderen. Das Leben in einer Kriegsarmee hat ihn geprägt, in der es nur um das nackte Dasein geht, und so sieht er zunächst nur seinen Vorteil. Dann aber wächst er über sich hinaus, und zwar als er ein Ziel hat, nämlich in naher Zukunft Schiffsjunge und damit Teil einer Mannschaft zu werden. Damit wird er zu einem kleinen Helden in der Geschichte, weil er mutig das eigene Leben für einen anderen Menschen riskiert.

Daneben nimmt man es als Leser nicht übel, dass es auch einige ausschließlich negativ gehaltene Charaktere gibt. Es breitet sich tatsächlich so etwas wie Erleichterung aus, dass diese wenigen Protagonisten keinerlei positive Eigenschaften erkennen lassen und sie nach Herzen verdammt werden können.

Die Einflechtung historischer Figuren ist wunderbar gestaltet. Neben Albrecht Wenzel von Wallenstein und seinen Feldherrn Hans Georg von Arnim-Boitzenburg hat auch Oberst Robert Monro, ein schottischer Söldner in dänischen Diensten seinen Auftritt. Ihm und seinen Aufzeichnungen "Monro, His Expedition With the Worthy Scots Regiment Called Mac-Keys" ist es unter anderem zu verdanken, dass die Autorin ein authentisches Bild von Stralsunds Belagerung wiedergeben kann.

Alles in allem offeriert Sabine Weiß dem Leser einen aufregenden Ausflug in den pommerschen Norden während der Zeit des Dreißigjährigen Krieges und beschert ihm damit ein unterhaltsames Leseabenteuer.

01.01.2015 19:28:38
dorli

In ihrem historischen Roman „Das Geheimnis von Stralsund“ entführt Sabine Weiß den Leser in die Jahre 1627 bis 1630 nach Mönchgut auf Rügen und nach Stralsund.

Die 17-jährige Kapitänstochter Sina Cassers lebt mit ihren Eltern und ihrer kleinen Schwester Dorthie auf Mönchgut. Alles wirkt unbekümmert und fröhlich, nichts scheint dieser heilen Welt etwas anhaben zu können.

Die unbeschwerte Zeit endet jäh, als der 30-jährige Krieg die Insel erreicht – Söldner besetzen Rügen, nehmen sich eiskalt und brutal alles, was sie wollen. Es wird geraubt, gebrandschatzt, geschändet, gemordet. Sina flüchtet mit ihrer Schwester in einem kleinen Boot, bekommt vorher von ihrer sterbenden Mutter einen Ring zugesteckt. Sie soll nach Stralsund gehen, bei Daniel von Garlstorf um Hilfe bitten und dort auf ihren sich auf einer Kauffahrt befindenden Vater Gideon warten.

Fast erfroren, werden die beiden Mädchen von dem Schiffer Leif Flake gerettet, der das winzige Boot nur zufällig in der tosenden See entdeckt. Leif bringt Sina und Dorthie nach Stralsund, wo Sina nach ihrer Genesung Daniel von Garlstorf ausfindig machen kann und bei ihm Unterkunft findet.

Während die Stralsunder ihre Stadt hartnäckig gegen die kaiserlichen Truppen verteidigen, hat Sina ganz eigene Probleme. Sie muss sich um die kleine Dorthie kümmern, hält täglich Ausschau nach ihrem immer noch nicht zurückgekehrten Vater, will beim Rat der Stadt den Mord an ihrer Mutter anzeigen und um Hilfe und Unterstützung für Mönchgut bitten. Außerdem beschäftigt sie das Geheimnis um den Ring ihrer Mutter unaufhörlich und sie fühlt sich sehr zu Leif hingezogen.

Auch wenn Sina im Mittelpunkt der Handlung steht, erlebt man einen Teil der Geschichte aus anderen Perspektiven und lernt zum Beispiel das harte Leben auf See kennen, indem man Leif bei seinen unermüdlichen und manchmal gefährlichen Einsätzen für Stralsund begleitet.

Sabine Weiß hat die dramatischen historischen Ereignisse des Krieges hervorragend mit einer lebhaften fiktiven Handlung zu einer spannenden Geschichte verwoben und ein umfassendes, vielschichtiges und vor allen Dingen sehr glaubwürdiges Bild der damaligen Zeit gezeichnet. Die ausführlichen Beschreibungen der Schauplätze und die detaillierten Schilderungen von Sinas Erlebnissen und den Vorgängen in und um Stralsund haben mich ausnahmslos begeistert.

Besonders die jeweils vorherrschende Atmosphäre wird von der Autorin hervorragend vermittelt. Man kann die schönen, heiteren Momente ebenso spüren, wie die Ängste, Sorgen und Hoffnungen der Akteure.

Die Figuren werden von Sabine Weiß alle lebhaft und facettereich dargestellt, selbst kleinste Nebenfiguren wirken nicht oberflächlich, sondern bereichern die Szenerie außerordentlich.

„Das Geheimnis von Stralsund“ ist eine durchweg mitreißende Geschichte, eingebunden in die historischen Ereignisse in und um Stralsund während des 30-jährigen Krieges – spannend und unterhaltend von der ersten bis zur letzten Seite.

04.12.2014 16:36:34
mabuerele

„…Das Schiff deines Lebens segelt durch schweres Wetter, da solltest du dich lieber auf das konzentrieren, was vor dir liegt…“

Wir schreiben das Jahr 1627. Im Mönchsgut auf Rügen lebt die 17jährige Sina mit ihren Eltern und der jüngeren Schwester Dorthie. Gideon, der Vater, ist Schiffer. Das friedliche Leben wird plötzlich gestört, als die kaiserlichen Truppen Rügen besetzen. Das Essen wird knapp. Es kommt zu Überfällen. Auch das Mönchsgut bleibt nicht verschont.
Die Autorin hat einen spannenden und vielschichtigen historischen Roman geschrieben.
Die Protagonisten sind gut charakterisiert. Sina ist eine junge, selbstbewusste Frau. Sie lässt sich nicht einengen. Ohne das Wissen ihrer Eltern hat sie ein gefundenes Boot repariert. Mit ihm flieht sie nach dem Überfall von Rügen.
Leif ist ein junger Schiffer. Er hat einen deutschen Vater und eine schwedische Mutter. Dadurch ist das Leben für ihn in Stralsund nicht immer einfach. Er rettet Sina aus rauer See und nimmt sie mit nach Stralsund.
Daniel von Garlsdorf, ein Stralsunder Kaufmann, nimmt die Kinder auf. Dass damit ein Geheimnis der Vergangenheit ans Tageslicht kommt, von dem er nichts weiß, ahnt er nicht.
Der Schriftstil des Buches lässt sich angenehm lesen. Sehr detailgenau werden die Handlungsorte beschrieben. Das Grausamkeit des Krieges, seine Unmenschlichkeit und das daraus folgende Leid der Bevölkerung sind in jedem Satz spürbar. Sehr gut gefallen hat mir, dass sich die Autorin nicht nur auf die eigentlichen Geschehnisse um die Protagonisten beschränkt, sondern immer wieder auf Hintergründe und diplomatische Verwicklungen verweist. Der Kampf um Stralsund war einer der Wendepunkte im Dreißigjährigen Krieg. Deutlich wird herausgearbeitet, wie die Stadt um ihre Unabhängigkeit und ihren Frieden ringt, aber mehr und mehr in den Sog der Kämpfe gezogen wird.
Gekonnt werden verschiedene persönliche Schicksale in die Geschichte integriert. Verrat und Hilfsbereitschaft, Menschlichkeit und Machtmissbrauch treffen aufeinander. Offene Rechnungen aus der Vergangenheit sollen beglichen werden.
Die Autorin lässt ihren Protagonisten viele Entwicklungsmöglichkeiten. Während Sina mit den Aufgaben wächst, werden anderen zum bloßen Spielball der Mächtigen. Die Kriegsherren wechselten gern einmal die Seite, je nachdem, er mehr zahlte.
Das Buch beginnt mit drei Zitaten. Dem schließt sich ein ausführliches Personenverzeichnis an, wobei die historisch verbürgten Personen gekennzeichnet sind. Ein Glossar und Anmerkungen
vervollständigen den Roman.
Das zweigeteilte Cover mit der jungen Frau am Strand im oberen Teil und der historischen Stadtansicht am unteren Rand passt und hebt sich wohltuend von anderen ab.
Das Buch hat mir sehr gut gefallen. Die Autorin hat in einer fesselnden Handlung persönliche Schicksale im Dreißigjährigen Krieg lebendig gemacht.

02.12.2014 15:20:59
Mohnblume

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Rügen Anno 1628... Sina wächst mit ihrer jüngeren Schwester Glücklich und geborgen in ihrer Familie heran. Ihr Vater Giedon , ist ein angesehener Handelskapitän. Auch Sinas Liebe gilt den Schiffen, sehr zum Missmut ihrer Mutter Ebba. Doch eines Tages ist von heute auf morgen alles vorbei. Der 30 Jährige Krieg ist ausgebrochen und marodierenden, brandschatzenden Söldner haben Rügen besetzt. Sie fallen über die Bevölkerung her , auch Ebba wird Opfer. Der Vater zu See. Im letzten Moment gelingt Sina und ihrer kleinen Schwester die Flucht. Vorher hat die sterbende , Sina noch einen Siegelring in die Hand gedrückt , mit der bitte nach Stralsund zu gehen und dort Daniel von Grailsdorf aufzusuchen und ihn um Hilfe bitten.....

Mit ihrem Boot geraten die beiden in Seenot , in letzter Sekunde , werden sie von Leif einem Schiffer aus dem Tosenden Meer gerettet.

Auf Strahlsund sucht Sina Gralsdorf mit Hilfe von Leif auf , der verhält sich erst ablehnend , und reagiert Eigenartig als er den Ring sieht und wer sie sind. Was für ein Geheimnis verbirgt Familie Gralsdorf und was hat es mit dem mysteriösen Ring auf sich .......

Aber ,auch hier auf Stralsund ist inzwischen der Krieg eingekehrt. Die Lage der Bevölkerung scheint Aussichtslos, Hunger und Tod sind an der Tagesordnung. Auch ihr Vater ist nicht zurückgekehrt.....

Werden Leif und Sina es schaffen , das Geheimnis zu lösen und die Mysteriöse Tante zu finden , die vielleicht helfen könnte. Auch scheint jemand nach dem Leben der beiden Mädchen zu trachten , wem sind sie im Weg. Eine Gefährliche Spurensuche beginnt.

Leif liebt Sina , aber sie ihm gegenüber Scheu und Misstrauisch ... Wird am Ende die Liebe siegen und sie das mysteriöse Rätsel lösen...



Die Autorin Sabine Weiß , hat einen hervorragende Historischen Roman geschaffen. In dem sie dem Leser den 30 Jährigen Krieg näher bringt und lebendig werden lässt. Das ganze ist Spannend geschildert . In flüssigen Sätzen und in einer Klaren Sprache erzählt sie von dem Grauen des 30 Jährigen Krieges. Es ist eine gemischte Mischung aus Liebe , Hoffnung und Historische Geschichte , die sie gekonnt mit einander Verwebt hat. Ihre Protagonisten und das Geschehen sind sehr Bildhaft dargestellt. Sie lässt uns Abtauchen ins 17. Jahrhundert und eins werden mit ihnen. Man kann sich gut in die Personen hinein versetzen Das ganze ist hervorragend und brillant geschildert.