Mord in der Vogelkoje

Erschienen: Januar 2013

Bibliographische Angaben

  • Rütten und Loening, 2013, Titel: 'Mord in der Vogelkoje', Originalausgabe

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Dirk Jaehner
Ein spannender Wirtschaftskrimi voller Saft und Kraft

Buch-Rezension von Dirk Jaehner Dez 2013

Was ist eine Entenkoje? Wer sich Kari Köster-Lösches Sylt-Krimi Mord in der Vogelkoje" zu Gemüte führt, lernt so einiges über die Lebensweise auf Deutschlands teuerster Insel – die sie offenbar auch zu Zeiten der Weltwirtschaftskrise war. Die Entenkoje von Kampen steht im Mittelpunkt der Handlung. In ihr wurden Enten gefangen und als Delikatesse für Touristen weiterverarbeitet, vielfach sogar eingedost und exportiert. Das, was auf Föhr und anderswo auf Sylt erfolgreich funktioniert, muss doch auch in Kampen klappen, denken sich ein paar auswärtige Investoren. Die hochfliegenden Pläne geraten ins Wanken, als Schutzpolizist Niklas Asmus und seine Verlobte Ose Godbersen bei einem Besuch der stillgelegten Koje einen Toten entdecken. Asmus beginnt zu ermitteln – seine Erfahrungen und sein Instinkt als Rostocker Kriminalinspektor leisten ihm gute Dienste – und stößt auf ein immer undurchdringlicher werdendes Geflecht aus lokalen und fremden Interessen, Schweizer Touristen, ermordete Inselbewohner – sogar die New Yorker Mafia hat ihre Finger im Spiel. Asmus hat alle Hände voll zu tun und muss sich unterwegs auch noch seines Chefs erwehren, der ihm wo immer es geht in den Rücken fällt.

Holperige Wege

Kari Köster-Lösches zweiter Niklas-Asmus-Roman ist – wie übrigens auch der zweite Sönke-Hansen-Fall – ein Wirtschaftskrimi. Jedoch einer mit Saft und Kraft und ohne das trockene Geschwätz über Wertanlagen und riesige Geldbeträge. Die geschäftlichen Verbindungen sind nicht immer einfach zu durchschauen. Das liegt einerseits an dem zahlreich auftretenden Personal, andererseits an den verwinkelten Handlungssträngen. Das hebt ihre Romane aus den üblichen Whodunit-Geschichten heraus. Natürlich möchte man wissen, wer den Toten auf dem Gewissen hat. Doch ist der Weg dahin holperig wie die Wege für Asmus´ Moped auf Sylt.

Meisterhaft beherrscht Köster-Lösche jedoch den historischen und gesellschaftlichen Hintergrund. Der Rechtsruck der Nation ist deutlich spürbar. Die politischen Parteien und ihre Gesinnung haben auch auf Sylt Einfluss, obwohl die reichen Sommergäste sich vom immer mehr aufkommenden nationalistischen Gedankengut noch fernhalten können. Natürlich spielt die Weltwirtschaftskrise eine Rolle und somit die ständige Verteuerung. Wie Asmus und die "eingeborenen" Inselbewohner sich unter diesen Umständen durchs Leben schlagen, spielt ebenfalls eine wichtige Rolle.

Viele Ebenen

Fast könnte der Eindruck entstehen, Köster-Lösche macht mindestens ein Fass zu viel auf. Doch sie hält gekonnt die Balance zwischen den zahlreichen Ebenen, auf denen der Roman sich abspielt. Ein Kriminalfall, ein bisschen gute alte Zeit, ein bisschen Angst vor dem Fortschritt, ein bisschen Politik, ein gerüttelt Maß an historischem Hintergrund und ganz viel Atmosphäre – das sind die Zutaten zu einem lesenswerten Roman.

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Letzte Kommentare:
20.12.2016 15:44:00
Gerwine Ogbuagu

Enten müssen Federn lassen

Auf Sylt der 20er Jahre geht es ganz anders zu als heute.
Die zerfallende Weimarer Republik, der langsame Aufstieg der Nazis, die Währungsreform und die Kontroverse über den Bau des Hindenburgdammes beschäftigen die Gemüter der Einwohner und die Polizei. Die kleine Polizeitruppe hat Zuwachs vom degradierten Oberwachtmeister Nis Asmus aus Rostock bekommen und nun bekommen die bis dahin laxen oder gar nicht stattfindenden Ermittlungen eine neue Qualität.
Ich las den zweiten Band von Köster-Lösches neuer Reihe über den Schupo Asmus, „Tod in der Vogelkoje“ zuerst, als ich kürzlich auf Sylt war. Ich war so gefesselt von der Handlung, dass ich, nach Hause zurückgekommen, auch „Der Tote am Hindenburgdamm“ bestellte und tauchte gleich wieder ein in das Sylt vor 90 Jahren. Er ist auch eine Fundgrube des Wissens, nicht nur der politischen Geschichte sondern über Sylt, Flora und Fauna. Siehe auch meine Rezension ebenso hier.
Das spezifische Wissen über die Vogelkojen und die Entenwelt wird ausgebreitet und mit einer spannenden Handlung verknüpft. Die Enten spielen sogar bei den ausgewanderten Friesen in der „Neuen Welt“ eine große und beliebte Rolle. Die Welt der Künstler und Schriftsteller, die hier damals lebten und wirkten, vorwiegend in Kampen, wird uns nahegebracht. Den Fall aufzuklären ist keine leichte Sache in der geschlossenen Gesellschaft der Sylter mit all ihren speziellen Gepflogenheiten.
Gut, das Asmus wieder Ose zur Seite hat, mit der er jetzt verlobt ist. Zusammen fahren sie auf Asmus Motorrad kreuz und quer durch Sylt um die losen Fäden zusammenzuführen. Viele Befragungen an vielen Orten müssen sein, das Benzin ist teuer und knapp, das Geld wird täglich mehr und ist gleichzeitig stündlich weniger wert.
Der Chef der Wache ist wenig hilfreich, dafür aber die Kollegen, die sich immer besser mit Asmus verstehen und allmählich zusammenhalten.
Ich hoffe, Band 3 ist in Vorbereitung. Dieser Geschichtsunterricht ist unterhaltsam und spannend.