Das Geheimnis des goldenen Reifs

Erschienen: Januar 2013

Bibliographische Angaben

  • Ellert & Richter, 2013, Titel: 'Das Geheimnis des goldenen Reifs', Originalausgabe

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Jkk Jkk
Ein Roman, der spaltet

Buch-Rezension von Jkk Jkk Nov 2013

Im 11. Jahrhundert tobt ein Kampf zwischen den sächsischen Fürsten und König Heinrich IV. Der Pfalzgraf Friedrich von Gozeka wird einer ihrer Anführer. Doch damit gibt er sich nicht zufrieden. Er strebt nach mehr Macht, vor allem als ihm ein geheimnisvoller, magischer Armreif in die Hände fällt. Der Reif wurde einst den zwergenhaften Schwarzalben gestohlen, weswegen der junge Lindfell damit beaufttagt wird, den Reif zurückzuholen, bevor die Menschen ihn missbrauchen können. Bei seiner gefährlichen Suche erhält der Schwarzalbe Unterstützung von zwei Mönchen und der schönen Iva.

Historie mit Fantasy gemischt

Für eingefleischte Historienroman-Lesern ist es sicherlich gewöhnungsbedürftig, wenn Historie mit Fantasty gemischt wird. Doch dem Autor Martin Schemm ist es gut gelungen, geschichtliche Fakten mit dem Fantastischen zu verweben. Geschickt stellt er heidnische Götter, Hexen und Alben dem brodelnden Königreich Heinrichs IV. gegenüber. Seine historischen Figuren sind gut recherchiert und spiegeln das 11. Jahrhundert hervorragend wider. Einzig die traute Zweisamkeit zwischen Heinrich IV. und seiner Frau Bertha stösst etwas auf, denn Kenner wissen, dass es um diese nicht wirklich gut bestellt war. Der Konflikt zwischen dem König und den sächsischen Fürsten wird anschaulich darstellt. Und wie bei den historischen Charakteren auch nimmt sich Schemm viel Zeit, um seine fantastischen Figuren einzuführen.

Kein Funke springt über

Doch obwohl der Schreibstil flüssig und äußerst ansprechend ist, will der Funke nicht so recht überspringen. Und das liegt nicht einmal an der Fantasty. Im Gegenteil, am Ende fesselt diese mehr als die Realgeschichte. Zu ausschweifend sind manche Passagen, gerade die Landschaftsbeschreibungen, sicherlich sehr bildhaft und anschaulich, ermüden den Leser. So stockt immer wieder der Lesefluss, und man ertappt sich dabei, ein paar Seiten überspringen zu wollen. In der zweiten Hälfte des Buches wird es packender und es fällt leichter, dran zu bleiben.

Was dem Autor gut gelungen ist, ist die Beschreibung der alten und neuen Religion, die noch immer vorherrschenden Konflikte zwischen einem oft wütenden Gottvater Wodan und dem heilbringen Gottessohn Jesus. Wunderbar spiegelt sich hier wider, dass der heidnische Glaube nicht nur in kleinen Ritualen nach wie vor weit verbreitet war. Und so passen die Schwarzalben gut in die Szenerie, um diesen darzustellen.

Schemms Roman fesselt und langweilt zugleich. Das Geheimnis des goldenen Reifs spaltet. Dem gut recherchierten Historienroman mit fantasievollen Elementen steht eine erdrückende Langatmigkeit und Spannungslosigkeit gegenüber. Hin- und hergerissen zwischen Faszination und Kopfschütteln sorgt der Roman trotzdem für kurzweilige Unterhaltung.

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