Die Niemalsbraut

Erschienen: Januar 2012

Bibliographische Angaben

  • Rosenheimer, 2012, Titel: 'Die Niemalsbraut', Originalausgabe

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Rita Dell'Agnese
Heimatroman mit Tiefgang

Buch-Rezension von Rita Dell'Agnese Jun 2012


Wie schreibt man einen Heimatroman, ohne sich in klischeehaften Bildern zu verstricken? Angeline Bauer weiß es. Sie legt mit ihrem Roman Die Niemalsbraut eine Geschichte vor, die zwar stark an einen Heimatroman erinnert, aber wesentlich mehr Tiefgang aufweist. Dazu kommen Krimielemente und letztlich ein wunderbare Beobachtung des bäuerlichen Lebens Ende des 19. Jahrhunderts in einem bayerischen Dorf.

Die Niemalsbraut

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Letzte Kommentare:
04.07.2012 10:01:34
Klusi

Der Roman beschreibt einerseits die Suche eines jungen Mädchens nach ihrem Lebensglück, aber er schildert auch die Verhältnisse in der Familie und ihrem Umfeld, wie sie wohl in der damaligen Zeit häufig an der Tagesordnung waren. Im 19. Jahrhundert, als jüngste Tochter eines Bauern, wird Karoline nicht gerade mit Liebe und Fürsorge überhäuft, ganz im Gegenteil, denn alle sehen in ihr die Schuldige für die Misere, in der die Familie steckt. In der Reihenfolge für eine Heirat käme sie erst an sechster Stelle, und Johanna, die Älteste, hat nach einer Enttäuschung geäußert, nie heiraten zu wollen. Damit wären die Aussichten, eine Familie zu gründen, für die jüngeren Schwestern gleich Null.
Ein starkes Motiv gäbe es für Karoline, die Schwestern aus dem Weg haben zu wollen, aber andererseits wird die junge Frau so geradlinig, offen und liebenswert dargestellt, dass man ihr eine schlimme Tat gar nicht zutraut. In einem Umfeld, geprägt von Misstrauen, Vorurteilen und Neid muss Karoline nicht nur für ihr Glück kämpfen und ihre Liebe retten, sondern sich auch gegen ihre Mitmenschen zur Wehr setzen, die nur das sehen, was sie sehen wollen.
Die Autorin trifft mit ihrem Schreibstil den Ton der damaligen Zeit sehr gut. Schonungslos und dabei glaubwürdig und einfühlsam erzählt sie, wie es früher war, denn dramatische Umstände, ähnlich wie in Karolines Fall, waren sicher nicht selten. Dass sich hier, zum normalen Leben einer Bauernfamilie, noch mehrere Kriminalfälle gesellen, macht die Geschichte äußerst spannend. Bis zuletzt ist unklar, was es mit den mysteriösen Todesfällen auf sich hat.
Ein fesselndes und zugleich berührendes Buch, das nur einen Fehler hat: Es ist viel zu schnell gelesen! Dafür ist es prall mit packender Handlung angefüllt, die keine Längen aufweist, sondern den Leser durchgehend in Atem hält.

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