Sherlock Holmes und der Vampir im Tegeler Forst von Wolfgang Schüler

Buchvorstellungund Rezension

Sherlock Holmes und der Vampir im Tegeler Forst von Wolfgang Schüler

Originalausgabe erschienen 2017unter dem Titel „Sherlock Holmes und der Vampir im Tegeler Wald“,, 290 Seiten.ISBN 3954413655.

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Kurzgefasst:

Sherlock Holmes frönt in seinem Cottage in Sussex der Bienenzucht und verfasst seine Memoiren. Aber es sind nicht nur Erfolgsgeschichten, die er niederschreiben kann. So entwischte ihm im Laufe seiner beispiellosen Karriere auch der größte Verbrecher seiner Zeit, den die Welt nur als irren Serienmörder kennt: Jack the Ripper! Von der Öffentlichkeit wird der Ripper längst für tot gehalten. Doch der gnadenlose Verbrecher mit den vielen Gesichtern und den zahllosen Namen ist selbst im Greisenalter immer noch aktiv und fordert seinen Widersacher Holmes nun ein letztes Mal heraus. 
Eine blutige Spur lockt Holmes nach Deutschland, zu den Dreharbeiten von »Nosferatu« in Berlin. Dort sind die Pioniere der Filmkunst mit der Umsetzung von Bram Stokers Roman »Dracula« befasst. Aber ein grausamer Mörder dezimiert das Filmteam nach Art der blutsaugenden Vampire. Im Tegeler Forst, in den Filmateliers in Berlin-Johannistal, in der Hafenstadt Wismar und sogar in den Karpaten jagen Sherlock Holmes und sein treuer Begleiter Dr. Watson nun den wahren »Vampir«, der hinter den bizarren Morden steckt.

Das meint Histo-Couch.de: „Sherlock Holmes jagt Jack the Ripper“85Treffer

Rezension von Jörg Kijanski

1888 halten die Morde von Jack the Ripper ganz London in Atem, bevor diese ebenso plötzlich enden wie sie zuvor begonnen hatten. Inspector Lestrade erkennt Anfang 1890, dass der königliche Leibarzt, Sir William Withey Gull, der gesuchte Serienmörder sein muss. Doch als er diesen verhaften möchte, ist Gull bereits seit zwei Tagen verstorben und dessen Butler gibt sich als der gesuchte Mörder zu erkennen. Da er Lestrade überwältigen kann, gelingt ihm die Flucht.

1890. Der Hochsommer in London ist anstrengend und so beschließen Dr. Watson und Sherlock Holmes einen kleinen Urlaub auf Helgoland zu machen, da das kleine Eiland am 10. August dem Deutschen Reich übergeben werden soll. Dabei lösen sie nebenbei ein kleines Verbrechen auf und begegnen erstmals Jack the Ripper, freilich ohne dies zu jenem Zeitpunkt zu erahnen.

Zeitsprung. Juli 1921. Dr. Watson wird in Kürze 69 Jahre alt, leidet an Harnträufeln, sprich Inkontinenz, und hat nur noch selten Kontakt zu seinem Freund. Dies ändert sich jedoch, denn der Meisterdetektiv hat per Luftpost ein Schreiben erhalten. Eine letzte Herausforderung, offenbar von Jack the Ripper, der sich auf großer Bühne verabschieden möchte.

Ein ungeklärter, über dreißig Jahre alter Fall, kein Wunder also, dass sich Sherlock der Herausforderung stellt, die ihn gemeinsam mit seinem treuen Gefährten nach Berlin führt, wo der Film „Nosferatu“, eine Variante von Bram Stokers Dracula gedreht werden soll.

Wie immer großartig recherchiert

Die Sherlock-Holmes-Reihe von Wolfgang Schüler lebt von den großartigen Recherchen des Autors, die die beiden Protagonisten immer wieder in reale Fälle, hier die Dreharbeiten zu dem großen Film-Klassiker „Nosferatu“, hineinführt. Zuletzt das Attentat von Sarajewo, dann die Lusitania, somit geht fast nur noch Jack the Ripper. Da im „Abgesang“ zudem über das Ableben der beiden Hauptfiguren berichtet wird, könnte der vorliegende Band der letzte Holmes-Roman von Wolfgang Schüler sein. Dies wäre äußerst schade, doch immerhin erfahren wir hier, wer der bekannteste Serienmörder der Geschichte war – oder sollte hier die Phantasie die Realität überflügelt haben?

Zunächst beginnt alles mit einem Rückblick in das Jahr 1888, jenem Jahr indem die grausame Mordserie des Rippers stattfand. Danach folgt der Ausflug nach Helgoland, wo die gealterten Helden dem Mörder erstmals persönlich begegnen. Die eigentliche Geschichte spielt dann über dreißig Jahre später, drei Jahre nach dem großen Krieg. Detailliert und informativ wie immer führt Wolfgang Schüler in die einzelnen Themen ein. Jack the Ripper, die Übergabe Helgolands an das Deutsche Reich, den Aufbau der „Politischen Polizei“ im Berlin der Nachkriegsjahre sowie die Dreharbeiten zu „Nosferatu“. So dauert es denn auch bis Seite 178, bevor im aktuellen Geschehen (1921) ein Mord geschieht. Lange Zeit tappt Holmes im Dunkeln, nur partiell blicken die grandiosen Gedankengänge und Schlussfolgerungen des Meisterdetektivs auf.

Für Sherlock-Holmes-Fans ist der vorliegende Band ein „Muss“, für Jack-the-Ripper-„Fans“ hingegen nicht zwingend. Dennoch, die Schreibweise des Autors, teils einem lebendigem Geschichtsbuch ähnelnd, beeindruckt aufs Neue. Bleibt zu hoffen, dass Wolfgang Schüler noch Ideen in petto hat, um weitere Sherlock-Holmes-Geschichten hervorzuzaubern.

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