Maries Schuldschein von Werner Meffert

Buchvorstellung und Rezension

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Originalausgabe erschienen 2008 unter dem Titel „Maries Schuldschein“, , 352 Seiten. ISBN 3770013018.

Kurzgefasst:

Das französisch besetzte Rheinland zu Beginn des 19. Jahrhunderts: Die junge Marie, nach nur kurzem Eheglück verwitwet, kehrt mit ihrer kleinen Tochter in ihr Elternhaus nach Köln zurück. Dort schließt sie sich einer Runde Intellektueller und Freigeister an, die sich mit dem Leben unter dem französischen Regiment arrangiert haben. Sie findet in den Armen des Druckers Jakob auch ein neues Lebensglück, das jedoch nicht lange ungetrübt bleibt. Denn Maries Schwager spinnt neue Intrigen gegen die junge Familie. Schon einmal hatte der Krefelder Tuchfabrikant Marie betrogen: Nach dem Tod ihres Mannes stellte er ihr einen Schuldschein aus, dessen Wert sich nur auf einen Bruchteil des ihr zustehenden Erbes belief. Als die Preußen Köln besetzen, muss Jakob seine Druckerei schließen. Er geht nach Brabant, um sich den Truppen Napoleons anzuschließen. Wieder alleine, sieht sich Marie den Machenschaften ihres zwielichtigen Schwagers ausgesetzt. Sie entschließt sich zu einem riskanten Täuschungsmanöver.

Das meint Histo-Couch.de: „Eine Geschichte, die mehr Tempo vertragen könnte“

von Rita Dell'Agnese

Marie verliebt sich in Robert und erlebt an seiner Seite ein kurzes Eheglück, das von der Geburt der Tochter Hanna gekrönt wird. Doch dann zerstört ein Unfall das Glück des jungen Paares, Roberts früher Tod liefert Marie den Machenschaften ihres zwielichtigen Schwagers aus. Dieser versteht es geschickt, Marie und Hanna das ihnen zustehende Erbe weitgehend vorzuenthalten und sie mit einem Schuldschein abzuspeisen. Marie verlässt Krefeld und kehrt nach Köln zurück, wo sie aufgewachsen ist.

Zunächst scheint es, als ob sie hier ihr stilles Glück finden könnte. Doch dann wird bekannt, dass sie einen Schuldschein besitzt, der ihr dereinst ein großes Vermögen bescheren soll. Damit wird Marie zur Zielscheibe von Glücksrittern und Mitgiftjägern. Erst ihre Verbindung zu Drucker Jakob bringt ihr wieder etwas Ruhe und Liebesglück. Doch ihr Schwager beginnt systematisch, die Existenz des jungen Paares zu zerstören. Hilfreich sind ihm dabei die politischen Wirren. Denn just zu dieser Zeit vertreiben die Preußischen Truppen das französische Heer Napoleons aus der Rheinmetropole Köln.

Roter Faden fehlt

Mit diesem Roman greift Werner Meffert eine Zeit auf, die bisher nur selten Einzug in historischen Romanen gefunden hat. Anschaulich beschreibt er die Wirren um die Rheinmetropole Köln, die zunächst mit den Franzosen in friedlicher Eintracht lebt, dann jedoch dem Preußischen Heer die Türen öffnet und einen politischen Umsturz erlebt, der die ganze Gesellschaft und Wirtschaft durcheinander wirbelt. Gerade darauf hat Werner Meffert das Gewicht des Romans gelegt. Doch die weitschweifigen Erläuterungen zu den politischen Ereignissen gehen letztlich zulasten des Spannungsbogens und des Lesegenusses. Bald wähnt man sich in einem doch eher belehrenden Geschichtsbuch denn in einem Roman, dessen Handlung im Vordergrund stehen sollte. Grundsätzlich fehlt der Romanhandlung etwas der rote Faden und es scheint immer wieder, als ob der Autor sich in den Nebenschauplätzen beziehungsweise den politischen Ereignissen verirrt.

Farblose Figuren

Vielleicht weil das Gewicht des Romans mehr im politischen Geschehen zu finden ist, bleiben die Protagonisten farblos und können bis zuletzt kaum Sympathien wecken. Marie mag das Herz der Leserinnen und Leser nicht so recht rühren, sie wirkt teilweise hölzern und unnahbar. Ihr Vater ist schwächlich und unsicher, die Mutter kümmert sich mehr um ihre Küche denn um Maries Schicksal. Hendelsche, Maries Angestellte, zeigt streckenweise wenig Verantwortungsgefühl und Jakob ist ein Zögerer, der in die Fußstapfen von Maries Vater zu treten scheint. Auch den restlichen Charakteren fehlt das gewisse Etwas, das sie zu Sympathieträgern machen könnte.

Solide Sprache

Dem Roman zugute kommt die solide Sprache von Werner Meffert. Sie ist eingängig zu lesen und könnte durchaus Grundlage für ein etwas temporeicheres Werk sein. Angenehm ist auch die Aufmachung des Buches, wenn auch das Cover mit der Frauenfigur vor der historischen Kulisse mit Dom sich kaum vom Gängigen abhebt. Empfehlenswert ist „Maries Schuldschein“ für all jene, die sich für die Geschichte von Köln interessieren und einen Einblick in die Ereignisse des frühen 19. Jahrhunderts gewinnen wollen.

Ihre Meinung zu »Werner Meffert: Maries Schuldschein«

venatrix zu »Werner Meffert: Maries Schuldschein« 30.10.2014
Die Zeit der Napoleronischen Kriege ist gekennzeichnet durch politische Wirren. Ganze Landstriche änderten mehrmals hintereinander die Oberhäupter. Die Gesetzeslage war undurchsichtig. Ganz klar, dass windige Typen wie Maries Schwager ein leichtes Spiel hatten. Allerdings sind die Figuren in Maris Familie ein wenig zaghaft. Maries Vater, ebenfalls Händler, kommt dem Glücksritter nicht auf die Schliche? Das erscheint ein wenig unglaubwürdig, da er ja auch Handelsbeziehungen bzw. Informationsquellen hat. Wie hat er seine Geschäfte abgewickelt.

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