Verhängnis in Dorotheenstadt von Von-Gontard-Krimis

Buchvorstellungund Rezension

Verhängnis in Dorotheenstadt von Von-Gontard-Krimis

Originalausgabe erschienen 2011unter dem Titel „Verhängnis in der Dorotheenstadt“,, 253 Seiten.ISBN nicht vorhanden.

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Kurzgefasst:

Am 7. Juni 1840 wird Friedrich Wilhelm IV. König von Preußen. Wird er Schluss machen mit der Restaurationspolitik seines Vaters, mit der Einschränkung bürgerlicher Rechte und der Verfolgung oppositioneller Studenten? Christian Philipp von Gontard erhofft es sich wie so mancher in Berlin. Doch zunächst hat er andere Sorgen: Am Tag nach der Huldigung des neuen Königs findet Gontard zu seinem Entsetzen die Leiche seines befreundeten Kollegen Gebhardt Heidenreich in dessen Wohnung in der Dorotheenstraße. Als wenig später auch Albertine Knoppe, die Tochter von Heidenreichs Wirtsleuten, tot aufgefunden wird, ahnt Gontard, dass beide einem Gewaltverbrechen zum Opfer gefallen sein müssen. Hat der ominöse Liborius, der mehrmals Gontards Weg kreuzt und offenbar im Dienste der Politischen Polizei steht, mit den Morden zu tun? Was hat es mit jener geheimnisvollen Frau auf sich, der Heidenreich geradezu verfallen gewesen zu sein scheint? Und was bedeutet der seltsame Einstich in der Armbeuge, den beide Leichen aufweisen?

Das meint Histo-Couch.de: „Der Beginn der Von Gontard-Krimis“73

Rezension von Annette Gloser

Am 7. Juni 1840 tritt Friedrich Wilhelm IV. die Nachfolge seines verstorbenen Vaters als König von Preußen an. Am Tag nach der Huldigung erscheint Gebhardt Heidenreich, ein Kollege von Christian Philipp von Gontard, Major der Artillerie und Lehrer an der Artillerieschule, nicht zu seinem Dienst. Als von Gontard später zu seinem Entsetzen Heidenreichs Leiche findet, deutet alles auf eine Alkoholvergiftung hin. Der Offizier macht sich Vorwürfe, denn als Heidenreich ihm am Vortag über eine „kuriose Tatsache“ berichten wollte, hatte er ihn auf den Folgetag vertröstet. Dass es sich um keinen Unfall handelt, beginnt von Gontard zu erahnen, als eine zweite Leiche gefunden wird: die einer jungen Berlinerin, der Heidenreich die Heirat versprochen haben soll. Was hat deren Abschiedsbrief zu bedeuten? Und wie erklärt sich der Einstich in der Armbeuge, den auch schon Heidenreichs Leiche aufwies? Von Gontard wird zum Freizeitermittler. Auf der Suche nach dem Zusammenhang zwischen beiden Morden stößt er auf eine mysteriöse Geschichte.

Mord in historisch interessanter Zeit

Berlin 1840 ist durchaus eine verlockende Zeit. Gerade hat Friedrich Wilhelm IV. den Thron bestiegen, der Romantiker auf dem Thron, der später so kläglich in seiner Regierung scheiterte.  Mit Verhängnis in der Dorotheenstadt beginnt eine Romanreihe, die ihre Leser zum Einen durch einen Kriminalfall unterhalten, zum Anderen jedoch auch über die Entwicklung Berlins ab dem Jahre 1840 informieren will.

Was das Lokalkolorit angeht, so hat Jan Eik aus dem Vollen geschöpft und er bringt eine gehörige Portion Berliner Luft rüber. Vor allem für Berliner Leser ist es besonders interessant, sich vorzustellen, wie klein und provinziell Berlin zu diesem Zeitpunkt noch war. Alleine der Gedanke, dass man am Brandenburger Tor noch sein Pferd einstellen und damit im Tiergarten reiten konnte – sehr hübsch. Insgesamt ein sehr griffiges Genrebild vom Leben in der preußischen Hauptstadt, das sich wirklich zu lesen lohnt. Interessante Persönlichkeiten, die im Jahre 1840 in Berlin lebten, kreuzen den Weg der Protagonisten und wichtige Erfindungen dieser Zeit werden vorgestellt.

Kriminaltechnisch und charakterlich ausbaufähig

Was den Kriminalfall angeht, so gehört dieser nicht gerade zu den anspruchsvollen. Und umso ungeduldiger macht es dann, dass der Herr Gontard so intensiv mit diesem Fall zu ringen hat. Es sei Gontard zugutegehalten, dass er ja erst am Anfang seiner Ermittlerkarriere steht. Erfahrene Krimi-Leser werden jedoch lange vor ihm wissen, wer der Mörder ist. Aber auch bei der Lösung des Falls spielen neue technische Errungenschaften dieser Zeit eine wichtige Rolle.                                                                                                   

Christian Phillip von Gontard (seines Zeichens fiktiver Nachfahre des berühmten Baumeisters Gontard), der in diesem Krimi seinen Einstand als Detektiv feiert, ist als vielschichtige und interessante Persönlichkeit angelegt. Allerdings gerät ein Teil seiner Kollegen an der Artillerieschule dann doch eher zur Karikatur à la Feuerzangenbowle. Und auch das familiäre Umfeld Gontards bleibt eher blass. Hier ist für die Folge-Krimis viel Luft nach oben.

Der Beginn einer bemerkenswerten Reihe

Verhängnis in der Dorotheenstadt ist der Anfang eines ganz besonderen Projektes, mit dem der Jaron Verlag spannende Unterhaltung mit einer gehörigen Portion Bildung unter seine Leser bringen möchte. Dieser Krimi ist zu leicht für hartgesottene Thriller-Fans, aber er bietet Spannung, Unterhaltung und ganz viel Berliner Geschichte. Und insofern ist dieser Krimi der gelungene Auftakt einer ganz besonderen Krimi-Reihe, die man vor allem als Berliner oder Brandenburger unbedingt im Regal haben sollte. Alle anderen dürfen sie natürlich auch lesen.

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