Sjón

Hinter dem Pseudonym Sjón verbirgt sich der isländische Schriftsteller Sigurjón Birgir Sigurðsson. Er wurde 1962 in Reykjaik geboren und wuchs in einem Vorort der Hauptstadt auf. Hier fand er nach eigenen Angaben über die Liedtexte von David Bowie und die Isländersagas zur Poesie und brachte schon mit 15 seinen ersten Gedichtband heraus. 1979 schloss er sich der Surrealisten-Punk-Dada-Performance-Lyrikgruppe Medúsa an und veröffentlichte in dieser Zeit bis 1986 auch mehrere Gedichtbände.

Im Jahr 1987 erschien sein erster Roman Stálnótt. Im weiteren Verlauf verfasste er auch Fernsehdrehbücher und Theaterstücke und trat auch als Musiker unter dem Namen Johnny Triumph u.a. mit den Sugarcubes auf. 1989/90 lebte er in den Niederlanden und Mitte der Neunziger in London, wo er vor allem mit der Sängerin Björk zusammenarbeitete und zusammen mit Lars von Trier die Songtexte für den Film Dancer in the Dark schrieb, wofür er auch für den Oscar nominiert wurde.

Für seinen Roman Skugga-Baldur (dt. Schattenfuchs) erhielt er im Jahr 2005 den Literaturpreis des Nordischen Rates. 2006 trat der beim Poesiefestival in Berlin auf, im gleichen Jahr erschien erstmals einer seiner Lyrikbände in deutscher Sprache. 2007 hatte Sjón die Samuel-Fischer-Gastprofessur am Peter Szondi-Institut für Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft der Freien Universität Berlin inne.

Inzwischen lebt Sjón wieder in Rexkjavik, wo er weiterhin als Schrifsteller tätig ist.

Historische Romane von Sjón:

  • (1987) Stálnótt
  • (1989) Engill, pípuhattur og jarðarber
  • (1994) Augu þín sáu mig
  • (2001) Með titrandi tár 
  • (2003) Schattenfuchs Rezension
    Skugga-Baldur
  • (2005) Agróarflísin
  • (2008) Das Gleißen der Nacht
    Rökkurbýsnir