Inspector Swanson und das Schwarze Museum von Robert C. Marley

Buchvorstellungund Rezension

Inspector Swanson und das Schwarze Museum von Robert C. Marley

Originalausgabe erschienen 2017unter dem Titel „Inspector Swanson und das Schwarze Museum“,, 250 Seiten.ISBN 3940855693.

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Kurzgefasst:

London, 1894. Aus Scotland Yards Schwarzem Museum, einer Sammlung von Mordwerkzeugen, verschwindet ein Ausstellungsstück. Wenig später wird die Leiche eines Freimaurers in einem Schlafwagen auf der Bahnstrecke London – York gefunden. Chief Inspector Donald Swanson – selbst Freimaurer – sieht sich gezwungen, in den Kreisen seiner eigenen Logenbrüder zu ermitteln. Als jedoch am Tatort eines weiteren Verbrechens Fingerabdrücke gefunden werden, wendet sich das Blatt ...

Das meint Histo-Couch.de: „Mord im Umfeld der Freimaurer“70

Rezension von Jörg Kijanski

London, Anfang 1894. Neben der Eröffnung des „Schwarzen Museums“, dem Kriminalmuseum von Scotland Yard, steht noch ein weiteres „Großereignis“ an: der Jahresurlaub von Chief Inspector Swanson. Ganze vierzehn Tage am Stück will Swanson mit seiner Frau Annie und den beiden Kindern in seiner schottischen Heimat verbringen. Hierfür nutzen sie den Zug um 16 Uhr 50 ab Paddington, der sie zunächst von London nach York bringen soll. Doch aus der gemeinsamen Reise wird erst einmal nichts, denn ein unvorhergesehener Halt auf freier Strecke hat Folgen. In einem Abteil wurde eine Leiche entdeckt, deren Todesursache äußerst seltsam erscheint. Eine Taschenuhr explodierte, doch das in der Brust steckende Stilett zeigt die wahre Todesursache. Und obwohl noch weitere Fahrgäste im Abteil saßen, kann der Mörder entkommen. Notgedrungen übernimmt Swanson die Ermittlungen und lässt seine Familie alleine weiterfahren.

„Es ist nur so, dass ich es für völlig absurd halte, gleich bei meinem ersten Aufenthalt in England in einen scheußlichen Mord verwickelt zu werden. Sehen Sie, ich komme aus einem Land, wo jedermann eine Waffe trägt, weil er Angst davor hat, jemand könne ihm nach dem Leben trachten. Vor meiner Abreise versicherte man mir, England sei anders. England sei sicher.“

Die Recherchen führen zu einigem Durcheinander, welches schon bei der Identität der Leiche beginnt. Ein bei dem Toten gefundenes Schreiben zeigt zudem, dass der Ermordete offenbar ein Freimaurer war, was dazu führt, dass Swanson – selbst ein Bruder – in den eigenen Reihen ermitteln muss. Zu allem Übel steht ihm dabei ein Journalist im Weg, der die Freimaurer hasst und daher vermutet, dass Swanson die Ermittlungen nicht vorantreiben will …

Als Nebenfiguren geben sich Arthur Conan Doyle und Abraham Stoker die Ehre.

Der neueste Fall für Inspector Swanson verläuft in den vertrauten Bahnen und mit den üblichen Polizisten an seiner Seite. Auf diese kann er sich verlassen, was sich als äußerst hilfreich herausstellen soll, da Swanson im Lauf der Ermittlungen selber unter Mordverdacht gerät. Zunächst gerät jedoch aus ganz anderen Gründen ein gewisser Abraham Stoker unter Verdacht, der mitten in der Nacht auf dem West Highgate Friedhof für seinen Roman recherchiert, der die literarische Welt aus den Angeln heben soll. Ähnlich nett auch die Gastauftritte von Arthur Conan Doyle, der darunter leidet, dass er mit seinen aktuellen Werken kaum Erfolg hat. Vielleicht hätte er Sherlock Holmes doch nicht in den Reichenbachfällen verschwinden lassen sollen.

„Also ich würde auf jemanden tippen, den der arme Kerl kannte.“

„Was Sie nicht sagen, Sir.“

„Sherlock Holmes würde ebenfalls auf jemanden tippen, der den armen Kerl kannte.“

„Das dachte ich mir, Sir.“

„Ich möchte mich nicht aufdrängen, Sergeant. Allerdings glaube ich, ein, zwei Dinge deduzieren zu können.“

Die Spannungskurve ist ansprechend, die Auflösung enthält jedoch ein altbekanntes Muster. Reizvoller ist hingegen, dass es dieses Mal kleinere, wohldosierte Einblicke in die Welt der Freimaurerlogen gibt. Hier gibt es einerseits Aufklärungsbedarf, da nicht wenige Menschen mit den Freimaurern eine okkulte Sekte verbinden, andererseits ist es den Brüdern verboten, mit Profanen (Nicht-Freimaurern) über Interna zu reden. Insgesamt setzt der vierte Teil die Serie in bekannter Manier fort und verweist an manchen Stellen auf den Vorgänger (...und der Magische Zirkel). Mehr historisches Flair würde der Reihe nach wie vor gut bekommen.

Ihre Meinung zu »Robert C. Marley: Inspector Swanson und das Schwarze Museum«

tassieteufel zu »Robert C. Marley: Inspector Swanson und das Schwarze Museum«28.09.2017
Chief Inspektor Donald Swanson freut sich auf den Urlaub mit seiner Familie in Schottland, vorher ist nur noch eine Stipvisite im Schwarzen Museum, dem Kriminalmuseum von Scotland Yard zu absolvieren, das erstmals der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wird und gerade bei der Presse großes Interesse hervorruft.
Als der Chief Inspektor endlich mit Frau und Kindern im Zug sitzt, wird in einem Abteil ein ermordeter Mann aufgefunden. Swanson hat gar keine andere Wahl als zu ermitteln und als sich heraus stellt, dass der Tote Freimauer war, gerät der Inspektor in Zugzwang, ist er doch selbst ein Logenmitglied und muß nun gegen die eigenen Brüder ermitteln.

Der inzwischen 4. Teil dieser sehr gelungenen und viel viktorianisches Flair verbreitenden Reihe bietet wieder einen gut konstruierten und schwer durchschaubaren Krimifall, der neben der glaubwürdigen viktorianischen Kulisse auch durch seine lebensnahen Charaktere überzeugt.
Vom ersten Band an hat mir diese Reihe sehr gut gefallen und auch der 4. Band konnte mich durchweg begeistern! Neben den bereits erwähnten Pluspunkten ist es auch der flüssige und humorvolle Schreibstil des Autors, der dazu beiträgt, dass man das Buch nur schwer aus der Hand legen kann. Chief Inspektor Swanson wird mit einem kniffligen Fall konfrontiert, bei dem er vollsten Einsatz zeigen muß, obwohl er ja eigentlich im Urlaub ist, doch er trägt diesen Umstand mit Humor und seine trockenen, witzigen Kommentare tragen zum großen Unterhaltungswert des Buches bei.
Ganz nebenbei erfährt man auch einiges über die damals noch recht junge Kriminaltechnik und die damaligen Ermittlungsmethoden, hier merkt man wieder, dass der Autor gut recherchiert hat und ein stimmiges Bild dieser Zeit vermitteln kann. Sehr gelungen ist auch die Idee, immer wieder einmal real existierende Personen in die Geschichte einzubauen, so trifft man am Anfang in einer sehr düsteren und für die viktorianischen Ära irgendwie typischen Szene auf einem nächtlichen Friedhof auf Bram Stoker, der dort scheinbar zu Recherchezwecken für ein Buch unterwegs ist und es gibt auch ein Widersehen mit Arthur Conan Doyle, den man ja schon aus einem Vorgängerband kennt.
Der Krimifall ist knifflig und es gelingt dem Autor hier, diverse falsche Spuren zu legen, die die Tätersuche erschweren, auf die letztendliche Lösung wäre ich nicht gekommen, die Auflösung ist aber in sich schlüssig und bietet am Ende eine wirkliche Überraschung!
Wieder sehr schön ist auch das Cover, das nicht nur inhaltlich passend ist, sondern auch wunderbar zum Rest der Reihe paßt!

Fazit: wer sich für viktorianische Krimis begeistert, kann hier wunderbar in diese längst vergangene Zeit eintauchen und mit Inspektor Swanson auf Mördersuche gehen! Neben viel viktorianischem Flair bekommt man vielschichtige und glaubwürdige Charaktere geboten und interessante Informationen zum Stand der Kriminaltechnik.
Sicher ist es nicht notwendig die Vorgängerteile gelesen zu haben, ich kann aber trotzdem nur empfehlen bei dieser tollen Serie der Reihe nach zu lesen!
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