Das Haupt der Welt von Rebecca Gablé

Buchvorstellungund Rezension

Originalausgabe erschienen 2013unter dem Titel „Das Haupt der Welt“,, 864 Seiten.ISBN nicht vorhanden.

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Kurzgefasst:

Brandenburg 929: Beim blutigen Sturm durch das deutsche Heer unter König Heinrich I. wird der slawische Fürstensohn Tugomir gefangen genommen. Er und seine Schwester werden nach Magdeburg verschleppt, und bald schon macht sich Tugomir einen Namen als Heiler. Er rettet Heinrichs Sohn Otto das Leben und wird dessen Leibarzt und Lehrer seiner Söhne. Doch noch immer ist er Geisel und Gefangener zwischen zwei Welten. Als sich nach Ottos Krönung die Widersacher formieren, um den König zu stürzen, wendet er sich mit einer ungewöhnlichen Bitte an Tugomir, den Mann, der Freund und Feind zugleich ist …

Das meint Histo-Couch.de: „Der steinige Weg Ottos, der Grosse zu werden“90Treffer

Rezension von Carsten Jaehner

Beim Sturm auf Brandenburg im Jahr 929 unter König Heinrich I. werden von seinem Sohn Otto auch der slawische Fürstensohn Tugomir und dessen Schwester Dragomira gefangen genommen. Otto findet Gefallen an Dragomira und behandelt sie nicht wie eine Gefangene, und auch Tugomir hat Glück und wird gut behandelt. Gerade als sich bei Otto und auch bei König Heinrich Schmerzen einstellen, zeigt es sich, dass Tugomir heilerische Fähigkeiten besitzt, was ihm eine Art Ausnahmestellung am Hof verschafft. Doch immer wieder wiest er darauf hin, dass sein slawisches Volk der Heveller unterdrückt wird und er nicht bereit ist, gegenüber den Sachsen klein beizugeben.

Als feststeht, dass Otto heiraten soll, wird die unstandesgemässe und zudem schwangere Dragomira in ein Kloster abgeschoben und Otto schließlich mit Editha verheiratet, eine Prinzessin aus Wessex, die zudem ihre lebefreudige Schwester Egvina mitbringt, die sofort Gefallen bei Thankmar findet, Ottos älterem Bruder aus einer früheren Ehe König Heinrichs. Zwar ist Thankmar der ältere Bruder, doch bestimmt König Heinrich Otto als seinen Nachfolger, was Thankmar zunächst auch nichts ausmacht, sieht er doch in Otto mehr Führungsstärken als bei sich selbst.

Doch formieren sich um das fränkische Reich zahlreiche Gegner gegen Otto, und er muss versuchen, an mehreren Fronten gleichzeitig zu kämpfen, und wie sich herausstellt, auch gegen seine eigene Familie. Denn nicht nur Thankmar wendet sich gegen ihn, sondern auch sein jüngerer Bruder Henning, der von seiner Mutter angestachelt wird, die Krone zu erobern. Otto wehrt sich gegen alle Feinde und versucht, auch Tugomir auf seine Seite zu bringen, der inzwischen die Tochter seines grössten Feindes geheiratet hat. Als über Otto alle Fronten zusammenzubrechen drohen, kann ihm nur noch ein Wunder helfen.

Familienfehde

Mit ihrem neuen Roman widmet sich die Erfolgsautorin Rebecca Gablé nicht den englischen Waringhams, sondern bleibet in deutschen Landen. Die Geschichte König Ottos I., der später einmal Otto der Große sein wird, ist das Thema ihres Romans Das Haupt der Welt, in der sie auf gut 850 Seiten ein Panoramabild der deutschen Lande im 10. Jahrhundert malt. Dabei beginnt sie auf der Brandenburg im Jahr 929. Ottos Vater Heinrich I. ist König, Otto soll unangefochten sein Nachfolger werfen, und die Franken und Sachsen kämpfen gegen die Slawen, darunter auch die Heveller, deren Anführer, Prinz Tugomir, bei der Schlacht gefangen genommen wird.

Obwohl man bei all den Völkern, die es in dieser mittelalterlichen Zeit gab, leicht den Überblick verlieren kann, zumal es sie heutzutage unter diesen Namen größtenteils gar nicht mehr gibt oder sie woanders als damals zu finden sind, schafft es die Autorin, immer den Überblick zu behalten und den Leser auch nicht unnötig zu verwirren. Hilfreich hierbei ist auch die Karte, die dem Roman vorangestellt bzw. nachgestellt ist und wohin mal der Orientierung halber immer wieder gerne zurückblättert. Auch dies ist ein Teil der Erzählkunst der Autorin, die den Leser nicht mit unbekannten Begriffen, Namen und Völkern allein lässt.

Zeit

Gablé lässt sich Zeit, die handelnden Figuren einzuführen und tut dies auch anhand der komplizierten Geschichte Drumherum. Wer da warum gegen wen kämpft und eine Allianz mit wem anderen bildet, wer sein Fähnchen nach dem Wind dreht und wer wen mit wem betrügt, das alles wird logisch und nachvollziehbar erzählt und erklärt, zumal es in diesen Zeiten durchaus vorkommen konnte, dass die Machtverhältnisse am folgenden Tag schon wieder ganz anders aussahen. Ein kleiner Schwerthieb hier, eine unerwartete Hochzeit dort, eine Geburt drüben, und schon ist alles verschoben. Ottos Familie bildet da keine Ausnahme, im Gegenteil. Gerade Ottos Mutter Mathildis, die lieber Ottos jüngeren Bruder Henning auf den Thron holen würde, spinnt im Hintergrund eine Intrige nach der anderen.

Nachdem König Heinrich gestorben ist und Otto sein Nachfolger geworden ist, scheinen sich die Machtverhältnisse zunächst zu klären, da alle Fürsten zu ihm kommen müssen, um ihm den Treueeid zu leisten. Doch mancher Eid hält nicht länger als bis zum Rückweg zur Tür, und so hat Otto es nicht leicht, sein Reich zusammenzuhalten. Wer Freund ist und wer Feind, das ist nicht immer leicht zu ergründen.

Buntes Spektrum an Charakteren

Neben Otto hat Gablé mit Tugomir, dem Prinzen der Slawen, eine zweite Hauptfigur installiert und deren Weg der Leser mit Spannung verfolgt. Der Bezwinger der Slawen ist Gero, Graf der Ostmark, ein brutaler Fürst, nicht nur gegen seine Feinde, sondern auch gegen seine eigene Familie, und so hat er von Beginn an Tugomir zum Feind, und beide können sich nicht ausstehen, nicht einmal, als Gero gezwungen ist, Tugomir als Heiler wegen der schweren Krankheit seiner Tochter aufzusuchen. Dass sich Tugomir dabei in seine Tochter Alveradis verliebt und umgekehrt, ist so mit das schlimmste was passieren, aber gottseidank erfährt Gero erst sehr spät davon.

Überhaupt hat Gablé ein buntes Spektrum an Charakteren aufzubieten. Neben Otto und Tugomir, die beide versuchen, Freund und Feind zugleich zu sein und ihre Stellung als Herrscher und Gefangener klar zu behalten, stechen vor allem Thankmar und Egvina hervor, die Schwägerin von Otto. Thankmar ist zunächst Sympathieträger, doch entwickelt er sich auch langsam zum Gegner Ottos und macht damit die grösste Wandlung im Roman durch. Egvina ist eine lebenslustige, lebefreudige Dame, die amourösen Abenteuern nicht abgeneigt ist und für ordentlich Schwung in der Familie sorgt.

Ein weiterer nicht zu vernachlässigender Charakter ist Henning, Ottos jüngerer Bruder und nervig wie ein Floh im Pelz. Immer wieder versucht er, Otto zu stürzen und durch Intrigen zu beseitigen, und immer wieder scheitert er und wird von Otto mehr oder weniger begnadigt. Das ist bisweilen sogar nervig, aber da es sich ja nicht um fiktive Figuren, sondern um reale Geschehnisse handelt, kann man ja die Geschichte nicht umschreiben, nur damit man diese lästige Laus los wird. Allerdings findet Rebecca Gablé auch keine überzeugende Begründung dafür, warum Otto Henning nicht einfach wie auch immer endgültig aus dem Weg räumt, was sein gutes Recht wäre.

Über grosse Strecken spannend und packend

Insgesamt ist Das Haupt der Welt ein spannender, bisweilen packender Roman, den man streckenweise nicht aus der Hand legen kann. Das zahlreiche Personal wird nach und nach eingeführt und logisch aufgebaut, die Handlungsstränge werden sinnvoll miteinander verwoben, wenngleich man das Gefühl nicht los wird, dass ein ganz grosser, den kompletten Roman umspannender Bogen eigentlich fehlt und man nicht weiß, wohin der Roman am Ende hinführen will. Dennoch schafft die Autorin ein sinnvolles Ende, wobei durchaus Raum wäre für eine Fortsetzung, denn Otto fehlt noch der Titel „der Grosse“, den er ja schon zu Lebzeiten bekam, und die historische Schlacht vom Lechfeld will auch noch irgendwann geschlagen werden.

Gablé schafft für den Leser ein saftiges Mittelalter und malt eine authentische Kulisse, in die man sich von der ersten Seite an leicht hineindenken kann. Kleinere Handlungsschwächen werden schnell und leicht überbrückt, und unterm Strich kann man froh sein, wenn die eigene Familie nicht so zerfahren und machtbesessen ist wie die hier beschriebenen. Gablé beschreibt intensiv und mit einer feinen Prise Humor, besonders dann, wenn es um die Nordgötter und den Christengott, wegen seiner hauptsächlichen Existenz in der Bibel auch „Buchgott“ genannt, geht.

Empfehlenswert sind vor allem auch die historischen Anmerkungen der Autorin im Anhang, die so einiges aus dem Roman ins rechte Licht rücken, vor allem was die Quellenlage um die Ottonen angeht. Der Anhang sollte aber tatsächlich erst nach der Lektüre des Romane gelesen werden, da sonst zu viel aus der Handlung verraten werden könnte. Warum allerdings der Verlag den Titel Das Haupt der Welt gewählt hat, wird wohl ein Geheimnis bleiben, denn er erschliesst sich nicht wirklich aus der Handlung.

Es geht also viel hin und her in dem Roman, aber die Autorin behält den Überblick und beschert dem geneigten Leser intensive Lesestunden, einen aufregenden Blick in das 10. Jahrhundert und im schlimmsten Fall eine Sehnenscheidenentzündung in der Hand vom Festhalten des aufwändig aufgemachten Buches. Ein Genuss für Histo-Fans, bei dem man bedenkenlos zugreifen kann.

Ihre Meinung zu »Rebecca Gablé: Das Haupt der Welt«

Theres zu »Rebecca Gablé: Das Haupt der Welt«29.06.2017
Kleine Nachkorrektur: Der Satz lautet natürlich: ... "Der Titel "Das Haupt der Welt" und die Kaiserkrone am Cover wären auch für ein historisches, seriöses Fachbuch oder eine populärwissenschaftliche Studie passend gewesen; wenn ein Roman so vermarktet wird wie ein Sachbuch, wird die angebliche oder tatsächliche Seriösität des Buches noch betont. Ihm wird so auch unterstellt, dass es vom Niveau und den Fakten her an wissenschaftlichen Arbeiten heranreicht, also nicht leichte Berieselung, sondern seriöse Wissensvermittlung in unterhaltsamer Form bietet." ...
Theres zu »Rebecca Gablé: Das Haupt der Welt«29.06.2017
Liebe Kitty Cesar: Ich halte es nicht für die Aufgabe eines Lesers oder einer Leserin, es sei denn, das Lesen und die Rezension werden ihm finanziell abgegolten, dass er oder sie für eine Rezension noch unbedingt recherchieren muss, was auf den Hardcover einer früheren Auflage dargestellt ist. Fakt ist nun einmal, dass auf dem jetzigen Cover eine Krone darstellt wird, die Albrecht Dürer im 16. Jahrhundert auf dem (idealisierten) Bild von Karl dem Großen dargestellt hat, mit dem er die Türe bemalte, die als Eingang zum damaligen Aufbewahrungsort der Reichskleinodien in der Folge gedient hat. (Sie kann heute im Germanischen Nationalmuseum in Nürnberg besichtigt werden. Ich vermute einmal, dass Sie dieses Bild meinen.
Dürers Darstellung von Gegenständen, die damals zu den Reichskleinodien zählten, gilt zwar als authentisch, da er diese wohl auch als Vorlage für seine Malerei zur Verfügung hatte, sein Porträt von Karl dem Großen ist aber eindeutig nicht authentisch. Wie ich in einem wissenschaftlichen Aufsatz gelesen haben, existieren jedoch Skizzen, auf denen Karl der Große eine andere Krone trägt, was zeigt, dass zu Dürers Zeit noch nicht einmal klar war, ob diese Krone (so großartig sie auch ist) (diese Originalkrone kann heute in der Schatzkammer in Wien besichtigt werden) tatsächlich zu Dürers Zeiten bereits die Kaiserkrone war, die bei Krönungen verwendet fand, wobei nicht geklärt ist, ob es damals mehrere Kronen gab, die als die Kaiserkronen galten oder eine andere Krone diesen Ruf hatte. Aus Berichten über die beiden letzten Kaiserkrönungen im 15. Jahrhundert, die von Sigismund und Friedrich III. (also aus der Zeit, unmittelbar bevor Dürer dieses Karlbild gemalt hat), in denen sich Details der verwendeten "Kaiserkronen" finden, lassen übrigens den Schluss zu, dass keiner der beiden mit der Krone, die eben heute als "die Kaiserkrone" gilt, gekrönt wurde. Wissenschaftlich ist außerdem inzwischen belegt, dass Karl der Große diese Krone und sämtliche andere Reichskleinodien sicher nicht getragen haben kann, da es sie zu seiner Zeit noch nicht gegeben hat.
Die Heilige Lanze soll zwar tatsächlich aus der Zeit von Otto dem Großen sein, allerdings gibt es auch kritische Gegenansichten, und gesichert ist jedenfalls, dass sie mehrmals umgearbeitet wurde.

Interessant wäre vielleicht noch die Frage, warum die Lanze, der immerhin nachgesagt wurde, dass sie aus der Zeit Ottos ist, durch die Krone, die allerdings seit Dürers Bildern als das Kaiserattribut schlechthin gilt (und tatsächlich eine großartige Arbeit ist), auf dem ursprünglichen Cover durch die Krone ersetzt wurde. Aus ihrer Rezension entnehme ich, dass nach ihren eigenen Recherchen Frau Gablé viel Mitspracherecht bei den Extras haben muss, wenn sie sogar selbst ihre Titel auswählen darf.

Abgesehen davon verrät der Umstand, dass ihr Buch unter einem Titel, der auf das Zitat eines Chronisten zurückgeht publiziert wurde und als Cover ein Dingsymbol zeigt, mehr über den Marktwert, mit die Autorin Gable (oder ist doch eher nur eine Texterstellerin) von ihrem Verlag bzw. ihrer Agentur "verkauft" wird, als über die tatsächliche Qualität des Buches.

Der Titel "Das Haupt der Welt" und die Kaiserkrone am Cover während auch für ein historisches, seriöse Fachbuch oder eine populärwissenschaftliche Studie passend gewesen, wenn ein Roman so vermarktet wird, wird so die angebliche oder tatsächliche Seriösität des Buches betont und ihm wird so auch unterstellt, dass es vom Niveau und den Fakten her an wissenschaftlichen Arbeiten heranreicht, also nicht leichte Berieselung, sondern seriöse Wissensvermittlung in unterhaltsamer Form bietet. (Also etwa dem entspricht, was in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts die populärwissenschaftlichen Sachbücher boten.)

Zum Vergleich: Stellen wir uns vor, dieser Roman wäre nicht unter dem Titel "Das Haupt der Welt" (der auf ein anspruchsvolles Buch verweist), sondern als "Der Heiler des Kaisers" (verweist auf einen 08 / 15-Trivialroman) oder "Die slawischen Geschwister" (lässt die Einstufung noch relativ offen) publiziert worden. Beides sind Titel, die inhaltlich zutreffen, aber natürlich auch die angebliche Qualität des Buches als Roman und mit Blick auf die Historizität wesentlich reduzieren.

Nach der Rezension von Herrn Helmut Pachl hat ihn offensichtlich die Historizität des Romans nicht überzeugt, wobei es woh gerade die schöne "Verpackung" (und vielleicht auch das übrige Marketing) war, das Erwartungen erzeugt hat, die das Buch selbst (zumindest für ihn) nicht erfüllt hat.
Kitty Cesar zu »Rebecca Gablé: Das Haupt der Welt«26.06.2017
Lieber Helmut Pachl: Auf der ersten Hardcoverausgabe des Romans befindet sich keineswegs eine Krone, sondern vielmehr die heilige Lanze, die ja durchaus den ein oder anderen Auftritt im Verlauf der Geschichte hat. Meines Wissens hat zwar Karl der Große schon diese Krone getragen, aber ich mag mich täuschen. Und ja, wenn man richtig recherchiert, dann findet man auch heraus, dass RG ihre Buchtitel niemals leichtfertig aussucht, und dieser hier tatsächlich an einen Ausdruck des Widukind von Corvey angelehnt ist. Und selbst wenn das Cover nur zu Verkaufszwecken so gestaltet worden wäre: jeder Schriftsteller hat immer ein bisschen Werbung und Marketing nötig. Das Berufsrisiko ist auch so schon hoch genug.
rolandreis zu »Rebecca Gablé: Das Haupt der Welt«27.05.2017
"Das Haupt der Welt" ist der erste historische Roman von Rebecca Gablé mit deutschem Hintergrund und spielt im 10. Jahrhundert zur Zeit Otto des Großen. Da ich bisher nur Romane der Autorin, die auf englischem Boden gespielt haben gelesen hatte, war ich sehr gespannt was mich erwartet. Und auch diesmal wurden meine Erwartungen voll erfüllt. Die Protagonisten sind weitgehend historisch belegt und geschickt wurde dabei Geschichte mit Fiktion verbunden. Sowohl Otto als auch Tugomir haben mich auf Anhieb begeistert und es war schwer das Buch zur Seite zu legen um mich meinen täglichen Aufgaben zu widmen. Zu spannend waren die Intrigen am sächsischen Hof Otto des Großen und dem Schicksal von Tugomir dem Heiler. Aber auch die weiteren Protagonisten kommen bei der Autorin nicht zu kurz. So erfährt der Leser auch viel über die Widersacher Ottos, wie zum Beispiel seinem Bruder Henning und die Königsmutter. Damit ergibt sich ein sehr rundes Bild dieser Zeit und man sieht wie Otto der Große all sein Geschick benötigte um sein Reich zusammenzuhalten und zu verteidigen. Die Genauigkeit mit der historischen Personen beschrieben werden, kenne ich nur von ganz wenigen Autoren und Frau Gablé gehört zu Recht zu den Besten ihres Faches. Für mich war dieses Buch wieder ein Volltreffer, immer fesselnd und ohne Längen. Ich bin sehr gespannt auf den vor kurzem erschienenen zweiten Band "Die fremde Königin", der bei mir schon bereitliegt und die Geschichte zur Zeit Otto des Großen fortschreibt.
Annette Walther zu »Rebecca Gablé: Das Haupt der Welt«03.12.2016
Zu Beginn mal ein Hinweis auf die in der Rezension gestellte Frage , warum der Titel "Das Haupt der Welt "vom Verlag gewählt wurde !---> Schon Widukind von Corvey nannte Otto " totius orbis caput", das „Haupt der ganzen Welt“.
Ich kann das Buch nur weiterempfehlen , es war spannend und vor allem der Teil der slawischen Geschichte war für mich sehr spannend !
Horst Dieter Fischer zu »Rebecca Gablé: Das Haupt der Welt«10.11.2016
Das Buch ist gut und spannend. Ich habe es nur zum Schlafen aus der Hand gelegt. Die historischen Daten sind gut eingeflossen. Frage:Wann kommt die Fortsetzung. Ich warte mit ungeduld darauf. Sie sollten die Serie fortsetzen. Meiner Meinung nach gibt es über diesenThemenbereich zuwenigeBücher. Historisches Material gibt es in Hülle und Fülle. Am können und Wissen von Frau Gableliegt es sicher nicht
Helmut Pachl zu »Rebecca Gablé: Das Haupt der Welt«27.04.2016
Wenn der Titel etwas zum Inhalt des Buches aussagen und das Bild der Reichskrone das noch unterstreichen sollen, heißt die Beurteilung: Thema verfehlt!
Es behandelt die Zeit Ottos I. dis zu seiner Krönung als Deutscher König, von der Kaiserwürde ist er am Ende des Buches noch weit entfernt.
Titel und Abbild der Krone, die es damals vermutlich noch nicht gab, sind reißerisch um den Verkauf anzuheizen. Ich hatte geglaubt, dass R. Gablé das nicht nötig hätte.
Tadeusbe zu »Rebecca Gablé: Das Haupt der Welt«21.05.2015
Nach den umfangreichen und zweifellos guten Werken um die fiktive englische Adelsfamilie der Waringhams, zur wohltuenden Abwechslung ein Roman über die deutsche Geschichte des Frühmittelalters, dazu noch aus einer Gegend die einem aus geographischen Gründen näher liegt als Old England.
Soweit so positiv.Leider läßt das" Haupt der Welt" jegliche Spannung, jeden Überraschungsmoment außen vor.Die Geschichte plätschert, trotz dramatischer Ereignisse so vor sich hin.Die Figuren bleiben plakativ und ihre Handlungen voraussehbar.Die Tatsache, das viele der damaligen Ereignisse , Gründe für bestimmte Handlungen, Ansichten usw. im Dunkel der Geschichte liegen und das Bekannte nur subjektiv wahr genommen werden kann, bietet die Möglichkeit gut durchdachte und den realen Ereignissen weitestgehend entsprechende Handlungstränge zu generieren.Leider ist die gesamte Geschichte leicht vorhersehbar, die Funktion als Heiler für die Hauptfigur Tugomir erscheint mir in Anbetracht der Tatsache, das es schon einige Mittelalterromane mit heilenden Personen gibt, arg inflationär und zu konstruiert.Einen wirklichen Zugang zu den Figuren zu bekommen ist mir nicht gelungen.Durchgelesen habe ich das Buch nur aus Interesse an den geschichtlichen Hintergründen, die Brandenburg, das heutige Sachsen-Anhalt und den Berliner Raum betreffen.
Einige der vorhergehenden Kommentatoren kritisieren die Beschreibung der Bettszenen.Ich fand sie absolut harmlos und gemessen an dem von der heutigen Zeit andersartigen Umgang mit Nacktheit und Sexualität im Mittelalter durchaus berechtigt.Es gibt eine Menge guter Romane über das Mittelalter, dieser gehört eher ins gediegene Mittelfeld, ein noch unbekannter Autor hätte damit wohl Schiffbruch erlitten
Hexenweib89 zu »Rebecca Gablé: Das Haupt der Welt«07.05.2015
Endlich, endlich ein Roman, der es geschafft hat, mir auch einmal die Welt des mittelalterlichen deutschen Sprachraums näher zu bringen. Darauf hatte ich lange gewartet - und wer sonst hätte das auch schaffen können? Wieder findet man, was Rebecca Gablé's Romane so einzigartig macht: Farbenfrohe, menschliche, realistisch und zum Greifen nah gezeichnete Charaktere in einer mit großartiger Detailverliebtheit recherchierten und dem Leser zugänglich gemachten Handlung. Mystisch-religiöse Elemente haben mich an 'Hiobs Brüder' erinnert; die Perspektive eines Heilkundigen ist bei Gablé eher ungewohnt, nichtsdestotrotz gewohnt faszinierend und überzeugend gezeichnet.
Bleibt mir nur, zu hoffen, dass es nicht der letzte Roman war, der auf dem Kontinent spielt!
Catie zu »Rebecca Gablé: Das Haupt der Welt«16.04.2015
Mit Verlaub, ich kann nicht feststellen, dass es in einem anderen Gablé-Roman nicht mindestens ebenso hoch hergeht (man denke an Julians und Janets Gewaltakt im "Spiel der Könige"...) Ich finde, sie wahrt sich in diesem Punkt eine gesunde Natürlichkeit- trotz aller Phantasien und sogenannter "Ausschmückungen". Es scheint mir nicht so, als sei sie bei diesem Thema auf besonderen "Zeitgeist" angewiesen.
Aber genug des Vorspiels ;P
Ich fand es interessant, auch einmal eine Roman von R.G. zu lesen, der nicht in England spielt, auch wenn ich jetzt, wo ich das "Haupt der Welt" gelesen habe, zu glauben meine, dass sie sich dort am Wohlsten fühlt. Bevor es mich ins Mittelalter zog, hatte ich eine Vorliebe für Slawen, außerdem bin ich ein Ostkind. Deswegen fiel es mir leicht, mich mit den beiden slawischen Hauptfiguren zu identifizieren, gegen Ende drohte mir die Geschichte aber zu entgleiten. Sicher nicht spannungsmäßig, aber ich steckte irgendwie nicht mehr mitten drin. Ich weiß nicht wieso, vielleicht lag es auch an mir. Schließlich kam es mir zu Beginn vom "König der Purpurnen Stadt" so vor, als spiele das Ganze im 18. Jahrhundert.
Jedenfalls kann ich auch dieses Buch nur empfehlen, es ist informativ, stellenweise amüsant, zeigt aber ebenso die Abgründe, deren die menschliche Seele fähig ist- das bewehrte Gablé'sche Erfolgsrezept.

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