Das Parfum von Patrick Süskind

Buchvorstellungund Rezension

Das Parfum von Patrick Süskind

Originalausgabe erschienen 1985unter dem Titel „Das Parfum. Die Geschichte eines Mörders“,, 319 Seiten.ISBN 3-257-22800-7.

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Kurzgefasst:

Ein rares Meisterwerk zeitgenössischer Prosa, eine dicht gesponnene, psychologisch raffiniert umgesetzte Erzählung, die an die frühen Stücke von Patricia Highsmith erinnert, in ihrer Kunstfertigkeit aber an die Novellistik großer europäischer Erzähltradition anknüpft.

Das meint histo-couch.de: „;Guter Stoff, aber kein Kunstwerk“;80

Rezension von Katharina Lewald

Neben „;Die Päpstin“; und „;Die Säulen der Erde“; gehört Patrick Süskinds „;Das Parfum“; wohl mittlerweile zu den Dauerbrennern in den Regalen der Buchhandlungen. Selten hat es einen historischen Roman gegeben, den so viele Menschen gelesen haben, der so viele Leser begeistert hat. Selten werden historische Romane verfilmt – und doch hat es „;Das Parfum“; geschafft.

Trauriger Start ins Leben

Frankreich im 18. Jahrhundert. Im stinkenden Sündenpfuhl Paris wird Jean-Baptiste Grenouille von einer Fischverkäuferin geboren, die ihn unter ihrem Verkaufstisch zur Welt bringt und einfach liegen lässt. Bald schon werden Passanten auf das schreiende Bündel aufmerksam und wenige Tage später wird Grenouilles Mutter zur Strafe für dieses Verbrechen öffentlich exekutiert.

Grenouilles Kindheit ist von keinen schönen Erinnerungen geprägt, wo er hinkommt, wird er gefürchtet oder gehasst. Er ist hässlich, klein und hat eine Besonderheit an sich, die den meisten Menschen nicht geheuer ist: Er hat keinen Eigengeruch.

„;Sie konnten ihn nicht riechen. Sie hatten Angst vor ihm.“;

Schon früh lernt Grenouille im Leben auf sich allein gestellt zu sein und dabei hilft ihm seine feine Nase, die so empfindlich ist, dass sie über mehrere Kilometer entfernte, nur noch in Spuren vorhandene Gerüche wahrnehmen kann. Bald geht Jean-Baptiste in die Lehre bei einem Parfumeur und erlernt die hohe Kunst des Düftemischens, die ihn jedoch bald nicht mehr erfüllt, ihn beginnt zu langweilen. Nach einigen Jahren, die er weit ab von Menschen auf einem Berg in der Einöde verbringt, kommt er nach Grasse, die Stadt, in der die berühmtesten Parfumeure die berühmtesten Düfte herstellen. Auch dort findet er eine Anstellung als Geselle.

Beiläufige Morde und anregende Düfte

Eines Tages wird er auf ein Mädchen aufmerksam, die nicht nur unglaublich schön ist, sondern auch einen Eigenduft hat, wie ihn Grenouille noch nie bei einem Menschen gerochen hat. Sofort steht für ihn fest: Diesen Duft muss er besitzen. Er ist wie besessen von diesem Gedanken und einige Wochen später kommt es in Grasse zu den ersten Mädchenmorden, die zwei Jahre später ihren grausigen Höhepunkt finden werden…

Zunächst ist zu diesem Buch zu sagen, dass Fans von Krimis alá Elisabeth George oder Karin Slaughter enttäuscht sein dürften. Die Morde des Jean-Baptiste Grenouille geschehen nur im letzten Viertel des Buches und werden fast beiläufig abgehandelt. Im Vordergrund steht eindeutig die Beschreibung des Charakters eines jungen Mannes, der wie besessen von Düften ist und nichts auf der Welt hat, als seine feine Nase.

Psychogramm eines Mörders

Seite für Seite entsteht das Psychogramm eines Möders, der dem Leser erstaunlicherweise bis zuletzt leid tut und den man fast schon sympathisch findet. Während des Lesens ist man mehr als einmal froh im 21. Jahrhundert zu leben und von Straßengestank, ausgelöst durch Kot, Kadaver und verfaulte Lebensmittel, weitestgehend verschont zu sein – oder ihm wenigstens entfliehen zu können. Dies konnten die Pariser Bürger im 18. Jahrhundert natürlich nicht und jeder, der keine so gute Nase hatte, konnte von Glück sagen.

Insgesamt kann man kaum sagen, dass dieser Roman „;das Buch des Jahrhunderts“; oder ähnliches ist. Allerdings ist „;Das Parfum“; durchaus gute Unterhaltung für zwischendurch, mit etwas Tiefgang und vielen Zeilen, die zum Nachdenken anregen. Wer Sarkasmus liebt und kein Problem mit unschönen Gerüchen hat, sollte Patrick Süskinds Bestseller ruhig in die Hand nehmen – wenn auch wenigstens, um mitreden zu können und um mit ruhigem Gewissen den Kinofilm zu sehen.

Ihre Meinung zu »Patrick Süskind: Das Parfum«

Isabel Rommel zu »Patrick Süskind: Das Parfum«12.06.2016
Nach ein bisschen Stöbern muss ich feststellen, dass es zu diesem Buch doch recht unterschiedliche Bewertungen und Rezensionen gibt. Ich muss sagen, mich persönlich hat das Buch sehr beeindruckt.

Die Geschichte bewegt sich auf drei Zeitebenen, die einen Zeitraum von insgesamt 15 Jahren abdecken. Man muss anfangs beim Lesen ganz genau darauf achten, in welcher der drei Ebenen man sich gerade befindet, später ergibt es sich eigentlich von selbst. Für mich persönlich war der Kern des Romans das Schalten und Walten, oder sollte man besser sagen das „Wüten“, des unheimlichen Christman Gniperdoliga, auch „Groperunge“ genannt, der der Überlieferung nach innerhalb von rund dreizehn Jahren mehr als neunhundert Menschen ermordete. Natürlich sind die Aufzeichnungen aus der damaligen Zeit recht spärlich, so dass sich die Autorin hier sicher einigen Spekulationen hingibt, aus denen sie aber eine rundum gelungene, spannende Geschichte zaubert. Immer wieder habe ich als Leserin mitgelitten, besonders natürlich mit der armen Maria aus Boppard, die sich doch eigentlich nur mit ihrem Verlobten vereinen wollte und in die Fänge des Serienmörders gerät. Aber auch das Schicksal der sympathischen Sybille, die verzweifelt ihren verschollenen Bruder sucht, geht einem ans Herz. Sie hat einen ausgesprochen starken Willen und einen Dickschädel, den sie mehr als einmal gegen die Wand fährt. Das Ende der Geschichte ist bald vorhersehbar, dennoch hielt mich das Buch bis zum Schluss in Atem.

Ich kam nicht umhin, bei Christman einige Parallelen zu der Romanfigur Jean-Baptiste Grenouille aus Das Parfum von Patrick Süskind zu ziehen, der jedoch neben Groperunge fast wie ein Waisenkind wirkt. Es ist erschreckend, angsteinflößend und trotzdem auf eine perfide Weise faszinierend, was die Psyche mit manchen Menschen anstellt. Wer leicht zu Albträumen neigt, sollte vielleicht auf diese Lektüre verzichten.
win_fried zu »Patrick Süskind: Das Parfum«16.06.2014
Ich habe das Buch nun bereits zum dritten Mal gelesen und immer wieder bin ich fasziniert und mitgerissen und geschockt. Mit Grenouille hat Süskind eine Romanfigur geschaffen, die beinahe größer ist als die Geschichte, die mit ihm erzählt wird. Auch ich möchte der Histo-Couch-Kritikerin widersprechen: für mich ist "Das Parfüm" tatsächlich ein Kunstwerk. Kein historischer Roman, der den üblichen Genremustern entspricht, aber ein großartiger Roman.
Karin zu »Patrick Süskind: Das Parfum«24.07.2012
Das Parfüm ist eines der wenigen Bücher, die ich 2x gelesen habe. Ich darf mich meinen Vorrednern anschließen, die Mordserie ist nicht im Vordergrund, sondern der charismatische und zugleich hassenswerte Hauptakteuer Grenouille. Auf gekonnte Weise hält Süskind dem Leser den Spiegel vor und zeigt, dass unsere Welt von Sinneswahrnehmungen geprägt ist, sei es Schönheit oder Geruch, die den Verstand schon mal ausschalten können. Insgesamt sehr lesenswert.
Anne zu »Patrick Süskind: Das Parfum«19.06.2011
Mir hat das Buch auch sehr gut gefallen, besonders da es keine typische Geschichte ist, sondern einfach mal etwas komplett anderes. Ich bin zwar auch kein Fan von ewig langen Beschreibungen, aber mir ist es garnicht so sehr aufgefallen da ich auch von der ganzen Story gefesselt war. Ich halte jetzt sogar ein Referat über diesen Roman in der Schule :)
A.R. zu »Patrick Süskind: Das Parfum«26.04.2009
Ein unglaublich faszinierend geschriebenes Buch, das nur schwer aus der Hand zu legen ist. Ich war dermaßen in den Bann gezogen, dass ich es überall mit hin nahm: ins Büro, in die U-Bahn - auch wenn es nur für wenige Stationen war. Süskind bedient sich in diesem Buch einer sehr schönen, detaillierten Erzählweise. Wenn ich dieses Werk - und nicht etwa Effi Briest - in der Schule hätte "durchnehmen" müssen, wäre meine Lust am Lesen damals nicht im Keim erstickt worden.
- sehr zu empfehlen -
muprl zu »Patrick Süskind: Das Parfum«05.03.2009
Wenn die Histo-Couch wertet: "Guter Stoff, aber kein Kunstwerk" muss ich doch mal kurz etwas schreiben. Das Problem ist wahrscheinlich, dass wir es hier mit keinem typischen historischen Roman oder Krimi zu tun haben, sondern eben TATSÄCHLICH mit einem Kunstwerk! Der Maßstab sollte hier anders angelegt werden. Nicht nach Spannung, Identifikationsmöglichkeiten und netter Liebesgeschichte - da verliert der Roman dann tatsächlich etwas. Er ist jedoch von ganz eigener Überzeugungskraft, die, wenn man sich darauf einlässt, dem Leser eine große Faszination beschert, und die man wahrscheinlich nie vergessen wird. Es sind nicht allein die gelungenen Beschreibungen der Gerüche oder die, wahrlich nicht spannenden, sondern eher gruseligen Morde. Das findet man auch anderswo. Doch "Das Parfum" ist voller brillianter Ideen, die wenn man es zulässt, viel über den Menschen aussagen. Nicht Grenouille selbst - er ist wahrlich ein Ausnahmefall, doch er spiegelt die Gesellschaft. Was mit ihm passiert, wie er aufwächst, wie die Menschen mit ihm umgehen und das tragische seiner besonderen Fähigkeiten gehen weit über die bloße Handlungsebene des Romans hinaus.
Außerdem hat Süskind hier das genialste Ende geschrieben, das ich jemals gelesen habe.
Tempe zu »Patrick Süskind: Das Parfum«05.03.2009
Ich habe das Buch gelesen bevor der Film rauskam.
Ich muss sagen die Schreibweise von Patrick Süsskind hat mich fasziniert und inspiriert, nach dem Buch hab ich mich geachtet was man alles so nebenbei richt!!
Als ich den Film sah musste ich zugeben das es sehr nahe an das Buch rankommt und auch emphelenswert ist!
Von mir bekommt es 85 Punkte!
Tallo zu »Patrick Süskind: Das Parfum«28.01.2009
Das Buch habe ich vor einiger Zeit gelesen.

Es fängt spannend an. Man kann es kaum aus der Hand legen. Leider zieht es sich in der Mitte sehr. Mir verging dabei schon die Lust am Lesen. Habe aber weitergelesen und zum Schluss hin wurde es nochmal richtig spannend.

Die Szenen sind alle sehr gut beschrieben. Man kann es sich genau vorstellen.
Stefan83 zu »Patrick Süskind: Das Parfum«21.01.2009
Vielleicht habe ich es einfach zu falschen Zeit gelesen, vielleicht habe ich es nicht wirklich verstanden, vielleicht nicht den Sinn darin erkannt. Oder vielleicht wird dieses rare Meisterwerk zeitgenössischer Prosa (laut dem Klappentext) auch einfach nur völlig überschätzt.

"Das Parfum - Die Geschichte eines Mörders" klang vom Titel und Inhalt her nach einem Buch, das mir eigentlich nur gefallen konnte. Frankreich im frühen 18. Jahrhundert. Zwischen ausgeweideten Forellen, Dreck und Wasserpfützen erblickt Jean-Baptiste Grenouille das Licht der Welt unter dem Verarbeitungstisch eines Fischstands. Von der Mutter, die mehrere Totgeburten hinter sich hat, unbeachtet, hat er das Glück den Weg in die Arme der Kirche zu finden. Und beginnt damit eine Odyssee von einem Ort zum anderen. Von der Amme zum Pfarrer, vom Pfarrer in ein Haus für Waisen, von dort direkt in die Lehre des Gerbers Grimal. Niemand hält es wirklich lange mit diesem Kind aus, dass keinerlei Geruch zu verströmen scheint, selbst sich aber fast nur mithilfe der Nase orientiert.

Grenouille bringt niemandem menschliche Gefühle entgegen, zeigt nie Freude, nie Schmerz oder Trauer. Er ist einfach nur da und damit den meisten unheimlich. Das zudem den Menschen, welche seinen Weg gekreuzt haben, Fortuna im weiteren Verlauf ihres Lebens nur wenig hold ist, verstärkt nur seinen schlechten Ruf. Erst beim Parfumeur Baldini scheint seine Reise ein Ende zu haben. Dort setzt er all sein Geschick und Wissen um die Welt der Düfte ein, um den bis dahin erfolgreichen Händler europaweit bekannt zu machen. Gleichzeitig arbeitet Grenouille insgeheim an dem perfekten Duft, dem wie sich am Ende schließlich herausstellt nur noch das Menschliche fehlt. Und damit beginnen die Morde.

Klingt unheimlich spannend? Leider ist das nicht der Fall. Ab Seite eins an kam ich nicht in diese Geschichte rein, die vor Adjektiven nur so strotzt und auch gern mal über drei Seite mit reinen Aufzählungen von Gerüchen "unterhält". Grenouille blieb mir über die ganze Distanz des Buches hinweg eine fremde Figur, die ich einfach nicht einordnen konnte und hinter deren Handlungen keine Intention deutlich geworden ist. Erst hasst er den Geruch der Menschen, dann braucht er hin, dann verachtet er die Menschheit, dann will er geliebt werden. Die Wechsel in Grenouilles Leben sind so zahlreich, wie nicht nachvollziehbar. Süskind scheint kein Maß zu kennen, ergeht sich in ellenlangen Beschreibungen der olfaktorischen Fixierung seines Protagonisten und wiederholt sich dabei auf penetrante Art und Weise. Durch ganze Passagen hab ich mich durchgeschleppt.

Insbesondere Grenouilles Jahre im Innern des Bergs (Gollum lässt grüßen) und dessen dort vollzogene Selbstfindung im Dufttraumland haben mir die Zornesadern aufs Gesicht getrieben und nahe daran gebracht, das Buch in die Ecke zu knallen. Das habe ich nicht gemacht und wurde zumindest mit einem guten letzten Viertel belohnt, in dem das Tempo endlich anzieht und auch das präsentiert, was ich mir anfangs unter dem Titel vorgestellt hatte. Nach all den Ausschweifungen kommt das Ende jedoch derart abrupt, dass ein bitterer Nachgeschmack bleibt.

Insgesamt ist Das Parfum für mich leider ein eher enttäuschendes Stück Literatur, das mir einfach nicht gelegen und auch kaum unterhalten hat. Und es bleibt das Fazit: Entweder bin ich zu blöd für dieses Buch, oder das Buch ist zu blöd für mich. Letzteres war jedenfalls über lange Strecken mit Sicherheit der Fall.
Kittie zu »Patrick Süskind: Das Parfum«17.12.2008
Ich finde das Patrick Süskinds "das Parfum" ein wunderbares Buch ist,es fasziniert und fesselt einen gradezu.Es ist als wenn man dabei ist,mitten im Geschehen,man kann nicht aufhören zu lesen.Es gibt einen Einblick in das Verlangen,das eigentlich jeder in sich trägt,das Verlangen etwas "Schönes" besitzen zu wollen...

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