Die Formel des Feuers von Massimo Marcotullio

Buchvorstellung und Rezension

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Originalausgabe erschienen 2007 unter dem Titel „Il fabbricante del fuoco“, deutsche Ausgabe erstmals 2009 , 432 Seiten. ISBN 3-7857-2363-6. Übersetzung ins Deutsche von Karin Diemerling.

Kurzgefasst:

Das Osmanische Reich im 17. Jahrhundert: Ein geheimnisvolles Manuskript sorgt für Aufruhr: Der Herrscher von Algier ist auf der Suche nach der verloren geglaubten Formel des „Griechischen Feuers“, einer zerstörerischen Kriegswaffe, mit der er sein Imperium auszudehnen gedenkt. Ein Plan, der eine Bedrohung für das gesamte Abendland darstellen würde. Das wissen auch der römische Maler Fulminacci und Beatrice, seine schöne Geliebte, die schon in „Das Blut des Skorpions“ in gefährlicher Mission unterwegs waren. Doch dann wird Beatrice von Piraten entführt, und Fulminacci landet nach wechselvollem Schicksal in Konstantinopel. Die Zeit läuft. Nicht nur Beatrices Leben steht auf dem Spiel, auch Fulminacci gerät in tödliche Gefahr, als er einem mörderischen Komplott auf die Spur kommt, das die Zerstörung des Abendlands nun tatsächlich in greifbare Nähe rückt …

Das meint Histo-Couch.de: „Schwache Fortsetzung der barocken Abenteurer“

von Carsten Jaehner

Im Jahr 1666 hat der Maler Fulminacci endlich einen Auftrag erhalten, der ihm Geld und Ruhm einbringen soll: Er soll den Innenraum einer Kirche auf der Insel Malta gestalten, und so fährt er mit dem Schiff durch das Mittelmeer, begleitet von seiner Geliebten Beatrice und dem stummen Diener Zane. Doch das Schiff wird von Piraten überfallen, die Beatrice mitnehmen, die beiden Männer überleben eine Explosion und geraten auf eine Insel, wobei die Männer nicht wissen, dass Beatrice noch lebt, und umgekehrt genauso.

Während die Männer von Seehändlern nach Palermo mitgenommen werden, wird Beatrice auf den Sklavenmarkt von Algier gebracht und dort zum Herrscher der Stadt gebracht. Hier trifft sie auf die englische Sklavin Charlotte, mit der sie die Flucht plant und durch Zufall ein Gespräch belauscht, dass jemand eine furchterregende Waffe herstellen kann. Sie werden nach Konstantinopel verschleppt, wo sie weiter verkauft werden sollen.

Derweil gibt Fulminacci die Hoffnung nicht auf, dass Beatrice doch überlabt haben könnte und folgt Hinweisen nach Algier und schließlich ebenfalls nach Konstantinopel, begleitet neben Zane von einem englischen Abenteurer namens Jack Fortune, der den beiden noch gute Hilfe leisten wird. In Konstantinopel versucht Fulminacci, seine Beatrice zu finden, doch die darf ihren Palast nicht verlassen. Und dann ist da noch das Geheimnis der fürchterlichen Waffe …

Nette Pirateneinlage zu Beginn

Die Formel des Feuers knüpft nahtlos an seinen Vorgänger Das Blut des Skorpions an. Der erste, eher schwächere und teilweise unkoordinierte Band um die Abenteuer des Malers Fulminacci ist bereits vergessen, aber man kann mühelos in den zweiten Band einsteigen und muss auch den ersten nicht unbedingt kennen. Spielte der erste Band noch in Rom, findet man sich hier des öfteren und ausgiebig auf dem Wasser wieder, und der Autor schafft es, das Leben auf See recht plastisch darzustellen und dem Leser gerade zu Anfang eine schöne Piratengeschichte zu erzählen.

Allerdings zeigen sich schon bald altbekannte Schwächen im Roman, die der Autor im Vergleich zum Vorgänger leider nicht abstellen konnte. Der Zufall spielt ein viel zu große Rolle, viele Begebenheiten regeln sich so fast von allein und fallen den Protagonisten in den Schoß, was bedeutet, dass der Roman keine wirklichen Überraschungen enthält. Der geneigte Leser wird an einigen Stellen schnell vor den Protagonisten Bescheid wissen und wartet nun nur noch darauf, dass die Helden des Romans auch endlich ihren Geistesblitz haben. So verflacht die Spannung des Romans doch zusehends.

Wenig Spannung

Überhaupt hält sich die Spannung in dem Roman in Grenzen, und ein Thriller, wie es der erste Band war, ist Die Formel des Feuers auch nicht. Nach zwei Dritteln des Buches fragt man sich ernsthaft, worum es denn eigentlich geht, abgesehen von Verfolgungsjagden und dem Suchen nach der Geliebten. Der eigentliche Punkt, der auf dem Klappentext mit einer zerstörerischen Wunderwaffe angepriesen wird, wird bis kurz vor Schluß sträflich vernachlässigt und wird auch dann nicht wirklich das Zentrum des Geschehens.

Die Figuren bleiben ähnlich blass wie bereits bekannt und erhalten auch nicht mehr erwähnenswerte Tiefe, auch die neu eingeführten Figuren erweitern das Geschehen nur ungenügend. Der Deus ex machina, der am Ende wieder einmal hilft, nervt sogar, weil er so vorhersehbar ist. Zudem produziert der Autor am Ende einen Cliffhanger, bei dem man sich denkt, dass er sich eigentlich den ganzen Rest vom Roman in Großteilen hätte zusammenkürzen können.

Knappe Steigerung im Erzählstil

Immerhin ist beim Autor ein sprachliche Steigerung zu bemerken, denn die flachen und teilweise peinlichen und unpassenden Ausdrücke aus dem ersten Teil gibt es hier nicht. Das Buch lässt sich flüssig lesen, und man wird die 430 Seiten des Romans schnell durch haben. Die Kapitel sind erfreulich kurz gehalten, wenngleich die Einteilung durch die verschiedenen Erzählsituation nicht wirklich logisch und durchsichtig ist.

Insgesamt konnte sich der Autor zwar sprachlich steigern, von der Spannung her kann er hingegen noch einiges zulegen. Es gibt viel unnötiges Herumgeplätscher, und irgendwie wird man als Leser das Gefühl nicht los, hier doch eher einen Jugendroman vor sich zu haben, denn für diese Zielgruppe scheint der Roman eher geeignet als für Erwachsene. So kann sich der Roman, wenn überhaupt, nur knapp gegen seinen Vorgänger steigern, hat andere Stärken und gleiche Schwächen. Bis auf die Hauptpersonen haben die Romane so eigentlich nichts miteinander zu tun. Sollte ein weiterer Teil der Reihe erscheinen (in Italien ist er das bereits), muss sich der Autor erheblich steigern, wenn er nicht gutwillige Leser vergraulen möchte. Die Lektüre tut nicht weh, man verpasst aber auch nicht viel, wenn man den Roman nicht liest.

 

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