Lothar-Günter Buchheim

Mit dem Tod von Lothar-Günter Buchheim am 22. Februar 2007 starb ein großer deutscher Schriftsteller und Kunstsammler, der vor allem durch den Roman Das Boot und dessen Verfilmung weltberühmt wurde.

Geboren am 6. Februar 1918 als Sohn der Malerin Charlotte Buchheim in Weimar, zog seine Familie über Rochlitz im Jahr 1932 nach Chemnitz, wo er mit seinem jüngeren Bruder Klaus viele Ausflüge machte, um Landschaftsbilder zu zeichnen. Er wurde schon früh als „;malendes Wunderkind“ bezeichnet. Er besuchte eine Nationalpolitische Erziehungsanstalt (Napola) und arbeitete bereits zu dieser Zeit an Zeitungen und Zeitschriften mit. 1937 zog er nach Italien, wo er sein erstes Reportagebuch Tage und Nächte steigen aus dem Strom verfasste, das später viele Wiederauflagen erlebte. Das Buch wurde 1941 erstmals veröffentlicht, als Buchheim nach Studien in Dresden und München bereits als Freiwilliger der Kriegsmarine beigetreten war. In mehreren Einsätzen auf verschiedenen Kriegsschiffen schaffte er es bis zum Oberleutnant.

Während dieser Zeit machte er sich viele Notizen, aus denen später sein berühmtestes Buch Das Boot entstand. 1944 entkam er mit einem der letzten deutschen U-Boote aus Brest und floh mit viel Glück quer durch Frankreich zurück nach Deutschland.

Nach Kriegsende verfasste er viele Kunstbücher, u.a. über Max Beckmann und Pablo Picasso. Diese Bücher und seine Publikationen über den Zweiten Weltkrieg machten ihn schnell bekannt. Nach der Gründung einer Kunstgalerie in Frankfurt 1949 erschienen ab 1951 auch Kunstbücher in einem eigens dafür gegründeten Verlag, der sich heute in Feldafing befindet. In den folgenden Jahren entstand seine große Kunstsammlung. Er schrieb und malte weiter, bis 1973 endlich Das Boot veröffentlicht wurde. Es erreichte eine Millionenauflage und wurde in mehr als 18 Sprachen übersetzt.

Trotz mehreren Hüftoperationen reiste er rund um die Welt, um zu malen, zu zeichnen und zu schreiben. Diese Reisen sind in zahlreichen Büchern in Wort und Bild von ihm selbst dokumentiert.

Zu Beginn der 80er Jahre beendete Buchheim das Malen und Schreiben für die Öffentlichkeit. Er wollte dann seine gesammelten Werke zunächst im Duisburger Lehmbruck-Museum zeigen, dies scheiterte allerdings nach Meinungsverschiedenheiten mit der Stadt Duisburg. Seine Bilder gingen nun auf Reisen durch viele Länder rund um die Welt. Für den Bau eines eigenen Museums wurde 1995 die Buchheim-Stiftung gegründet. Im selben Jahr erschien die Fortsetzung von Das Boot, Die Festung. Die Trilogie wurde 2000 mit Der Abschied beendet.

Im Jahr 2001 wurde schließlich das Museum der Phantasie, heute bekannt als Buchheim-Museum, in Bernried am Starnberger See eröffnet, dessen Direktor Buchheim bis zu seinem Tod war.

Unter seinen zahlreichen Auszeichnungen befinden sich die Ehrendoktorwürde der Universität – Gesamthochschule Duisburg (1985), die später zurückgegebene Ehrbürgerwürde der Stadt Chemnitz sowie der Bayerische Maximiliansorden für Wissenschaft und Kunst (1998).

Neben seinen Romanen verfasste Buchheim auch Reiseberichte, Kunstbücher, Biographien, Sachbücher über den Zweiten Weltkrieg und zahlreiche Kinderbücher.

Historische Romane von Lothar-Günter Buchheim:

Mehr über Lothar-Günter Buchheim:

Homepage des Buchheim-Museums