Winter der Welt von Ken Follett

Buchvorstellungund Rezension

Originalausgabe erschienen 2012unter dem Titel „Winter of the World“,deutsche Ausgabe erstmals 2012, 1024 Seiten.ISBN 3-7857-2465-9.Übersetzung ins Deutsche von Dietmar Schmidt, Rainer Schumacher.

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Kurzgefasst:

Es ist eine Zeit des Umbruchs, eine Zeit der Finsternis. Aber auch der Hoffnung, die selbst das tiefste Dunkel erfüllt. Während sich die Lage in Europa gefährlich zuspitzt, versuchen drei junge Menschen heldenhaft ihr Schicksal zu meistern: Der Engländer Lloyd Williams wird Zeuge der Machtergreifung Hitlers und entschließt sich gegen den Faschismus zu kämpfen. Die deutsche Adelige Carla von Ulrich ist entsetzt über das Unrecht, das im Namen des Volkes geschieht, und geht in den Widerstand, während die lebenshungrige Amerikanerin Daisy nur vom sozialen Aufstieg träumt – und eine bitterböse Überraschung erlebt!

Das meint Histo-Couch.de: „Eindrucksvolle Fortsetzung der Jahrhunderttrilogie“92Treffer

Rezension von Bettina Weiß

Europas Weg in eine neue Welt geht weiter. Eine Zeit des Umbruchs ist angebrochen, die Finsternis und Verzweiflung mit sich bringt. Der Erste Weltkrieg ist vorbei, doch die Hoffnungen auf Frieden und Fortschritt haben sich nicht erfüllt. Drei Familien – drei Länder – ein Schicksal.

Wohin führt der Weg Deutschlands?

Deutschland, die junge Demokratie, steht auf schwachen Beinen. Walter von Ullrich ist als Abgeordneter der Sozialdemokraten bemüht, die Demokratie zu schützen und zu stärken. Doch bedroht durch die wirtschaftlichen Schwierigkeiten der Weltwirtschaftskrise wachsen die Sorgen und Nöte der Menschen und die junge Republik kann sich nicht behaupten. Die Faschisten können schnell an Einfluss gewinnen und schließlich die Macht ergreifen. Lloyd Williams, Sohn der Abgeordneten Ethel Leckwith, wird bei einem Besuch in Berlin Zeuge der Machtergreifung. Entsetzt durch das Vorgehen der Nazis wird er zum Feind der Faschisten. Carla von Ullrich, die Tochter von Lady Maud und Walter von Ullrich, sieht die Entwicklung in Deutschland mit Schrecken. Bestürzt durch die Gräueltaten, die im Namen des Volkes begangen werden, setzt sie den Kampf der Eltern für eine bessere Welt im Widerstand fort.

Russland – vom Regen in die Traufe

Russland, Grigori Peschkow, der nach seinem Kampf gegen das Zarenregime auf Neuerungen und ein menschlicheres Russland gesetzt hatte, muss schmerzlich erkennen, dass auch die Bolschewisten ein Schreckensregime führen. Er hat gelernt, seine Überzeugungen zurückzustellen und sich mit dem System zu arrangieren, damit hat er Karriere gemacht. Sein Sohn Wolodja ist mit dem System erwachsen geworden und kämpft einen erfolgreichen Kampf für das System und gegen die Faschisten in Deutschland.

USA – Weltwirtschaftskrise und die Schaffung einer neuen Weltordnung

In den USA hat Präsident Roosevelt mit den Folgen der Weltwirtschaftskrise zu kämpfen und es ziehen bereits die dunklen Schatten der Auseinandersetzung mit Japan am Horizont auf. Gus Dewar, inzwischen Senator und Berater des Präsidenten, verfolgt den Plan, durch die Schaffung einer neuen Weltordnung, den Vereinten Nationen, Auseinandersetzungen der Länder friedlich zu lösen und Kriege zu vermeiden. Durch den Angriff der Japaner auf Pearl Harbor und den Eintritt der USA in den Zweiten Weltkrieg scheinen die Pläne in weite Ferne zu rücken.

Schrecken des Weltkriegs und aufziehender Kalter Friede

Der Roman zeigt eindrucksvoll und höchst spannend, wie sich die Verhältnisse in Europa nach Ende des Ersten Weltkriegs gewandelt haben und wie der Zweite Weltkrieg aufzieht. Die Entwicklung des Faschismus wird nicht einseitig nur auf Deutschland bezogen, sondern auch die Ereignisse in Spanien und die Gefahren in England werden gezeigt. Alle diese Geschehnisse werden von den aus dem ersten Teil der Trilogie bekannten Familien erlebt und durchlitten. Im Mittelpunkt stehen nun nicht mehr die vertrauten Protagonisten, sondern deren Kinder. Auch sie haben Träume und Wünsche wie einst die Eltern, die sich mal erfüllen, häufig aber an dem Verlauf der Geschichte scheitern und sie selbst ebenfalls fast scheitern lassen.

Durch die ganz unterschiedlichen Blickrichtungen auf die Weltpolitik aber auch die Verhältnisse in den Familien entsteht ein umfassenden Bild des Lebens in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Auch wenn die Ereignisse bekannt sind, so gelingt es dem Autor, einen Spannungsbogen zu erzeugen, wie die Veränderungen von den Menschen erlebt werden und wie sie sich bewähren. Es erfolgen keine einseitigen Schuldzuweisungen, alle Protagonisten haben ihren Teil an Schuld und Sühne zu tragen. Die einen können dies besser, die anderen schlechter, aber alle sind in ihren Handlungen nachvollziehbar und glaubhaft.

Am Horizont jedoch bleiben die dunkle Wolken

Ein literarischer, höchst spannender Geschichtsunterricht, der von den Schrecken des Krieges und Gewaltherrschaft erzählt, deren Folgen von den Menschen in ganz Europa getragen werden müssen. Der aber auch zeigt, dass die Hoffnung auf ein gleichberechtigtes Miteinander nie verloren gehen sollte, auch wenn am Horizont die dunklen Wolken bleiben. Damit ist auch der Ausblick auf den Abschluss der Trilogie gemacht, der mit großer Vorfreude erwartet werden darf.

Ihre Meinung zu »Ken Follett: Winter der Welt«

Lisa zu »Ken Follett: Winter der Welt«17.02.2016
Habe nun das 1.Kapitel hinter mir und muss sagen, ich stiegen Tränen in die Augen, was da vor sich, ungeheuer fesselnd, spannend und auch unheimlich was da passiert ist, meine Eltern sind kleine Kinder gewesen in dieser Zeit! Soviel Gewalt und Ungerechtigkeit, wie konnte man das nur ertragen. Bin schon gespannt auf das zweite Kapitel.
Ich finde auch das Buch passt gut in unsere Zeit !! Übergriffe Gewalt !

eine Pflichtlektüre für uns alle !!!!
Claus Ohliger zu »Ken Follett: Winter der Welt«17.11.2015
Meiner Meinung nach der intensivste und eindringlichste Teil der Trilogie, wenn nicht sein bestes Buch überhaupt.

Falls mich ein junger Mensch fragen würde, was ich ihm über die Zeit des Nationalsozialismus zu erzählen wüsste, so lautete meine Antwort: Lies dieses Buch!

Man hat nie den Eindruck, der Autor hätte sich "was aus den Fingern gesaugt". Das Schicksal der Protagonisten erscheint einem realistisch und folgerichtig, authentisch und beispielhaft. Ich bin der Meinung, das man diese Zeit in einem Roman nicht besser darstellen kann!
PMelittaM zu »Ken Follett: Winter der Welt«11.07.2015
Im zweiten Band seiner Jahrhunderttrilogie beleuchtet Ken Follett das Geschehen rund um den zweiten Weltkrieg. Wieder beschreibt er das Leben verschiedener Familien in diversen betroffenen Ländern (Großbritannien, Sowjetunion, USA, Deutschland), verknüpft deren Leben mit den politischen Ereignissen und zeigt so auf, was im Großen und im Kleinen in dieser Zeit passierte.

Der Autor knüpft dabei an den ersten Band an, die Familien, deren Leben er erzählt, sind die selben, nur dass nun die nächste Generation in den Fokus rückt. Aber auch die größtenteils liebgewonnenen Charaktere aus „Sturz der Titanen“ trifft man wieder, erfährt ihr weiteres Schicksal und muss mit ihnen auch Verluste hinnehmen.

Der Roman ist wieder in drei Teile gegliedert, je ein Teil erzählt die Geschehnisse vor dem Krieg bzw. während des Krieges und über seine Nachwirkungen. Ingesamt sind diese Ereignisse komplexer als die im ersten Band erzählten und hätten gut und gerne mehrere Bände gefüllt, Ken Follett erzählt daher verkürzter, Vieles wird nur kurz angesprochen, der Roman beginnt auch erst 1933. Erst nach und nach hat man als Leser das Gefühl an wichtigen Ereignissen dieser Zeit teilzuhaben. Mich hat auch gewundert, dass die Judenverfolgung in Nazideutschland nur eher am Rande angesprochen wurde, es wird zwar über eine jüdische Familie berichtet, die allerdings nie wirklich in den Fokus rückt, das Thema KZ wird ebenso nur marginal berührt. Ganz lässt der Autor die Gräueltaten jener Zeit jedoch nicht ganz außer Acht, thematisiert wird z. B. das Euthanasieprogramm.

Auch die Charaktere kommen mir in diesem Roman nicht so nahe wie im Vorgänger. Das liegt möglicherweise daran, dass man sie in recht großen Abständen trifft, meist liegt ein Jahr oder mehr dazwischen. Einige wenige rücken soweit in den Fokus, dass sie mich stark berührten, z. B. Lloyd Williams, Ethel Williams Sohn. Manche erfahren eine große Veränderung während der Erzählung, vor allem Daisy Peshkov, Lev Peshkovs Tochter, die ich zunächst gar nicht mochte, die sich aber immer mehr in mein Herz schlich.

Sehr interessant auch wieder die Hintergrundinformationen aus den verschiedenen Ländern, die politischen und sozialen Probleme, auch in diesem Band spart der Autor nicht mit Sozialkritik.

Der zweite Band der Jahrhunderttrilogie kann nicht ganz so überzeugen wie der erste, dafür ist das Thema für ein einziges Buch einfach zu komplex. Dennoch ist es ein lesenswerter historischer Roman, der viele Denkanstöße liefert und vor allem dazu anregt, selbst weiter über diese Zeit zu recherchieren. Auch hier absolute Leseempfehlung.
Deutscher zu »Ken Follett: Winter der Welt«07.11.2014
Wie war das in einem seiner Romane mit dem Mann der seine Beine verlor und ein paar Seiten später: "Er wärmte sein Füsse am Kamin?!"
Ken Folletts neue Bücher sind einseitig und voller Historienfehler!
Was sollen diese einseitigen Schuldkomplex-Zuweisungen?
Wer hat Pearl Harbour wirklich zu verantworten?
Wer hat mehrmals für Gespräche geworben?
Wer hat Rudolf Hess umgebracht?
usw. usw.
Klar als Engländer muss man den Verbrecher Churchill , Roosevelt u.a. hochloben...
Hat Ken Follett nichts dazugelernt?
Die Verbrecher bzw. deren Nachfolger sitzen nach wie vor in New York und London usw.in ihren Sesseln..
1000 Seiten für die Zeit-Mülltonne..
Pangloss zu »Ken Follett: Winter der Welt«31.03.2014
Auf der Buchmesse in Leipzig sagte man mir vom Verlag, dass der Roman wohl zur Buchmesse in Frankfurt erschienen würde, was also Oktober 2014 wäre. Sie haben mir auch den deutschen Titel bereits gesagt, aber ich habe ihn leider wieder vergessen... Vielleicht bringt ein Blick auf seine Homepage nähere Informationen...
m. monika zu »Ken Follett: Winter der Welt«31.03.2014
hallo,

*sturz der titanen* und *winter der welt* waren (wie eben bei ken follett) wunderbar und spannend zu lesen.

es soll aber eine trilogie werden, folglich 3 teile. warte schon mit ungeduld auf das 3. buch - weiß wer, wann es erscheinen soll?
angekündigt wurde es für anfang 2014.
schade, dass es so lange auf sich warten läßt, man vergißt fast die thematik der beiden schon erschienenen bände.
hoffentlich ist es bald so weit.
deshalb meine frage: kann bezüglich erscheinungsdatum des nachfolgeromans schon wer einen termin nennen?
habe im handel nachgefragt und mir wurde gesagt, es haben schon sooo viele nachgefragt. anscheinend bin ich nicht die einzig ungeduldige.

mfg.m.monika
Gerhard, Schmidt zu »Ken Follett: Winter der Welt«23.06.2013
Ich habe mich schon auf den zweiten Band der Trilogie gefreut und lese ihn mit großer Spannung - auf Englisch. Leider - das soll als kleine Anmerkung erlaubt sein, nimmt es der Autor mit den deutschen Straßennamen nicht so genau. Auch ist die jetzige russische Botschaft baulich nicht mehr identisch mit der von 1939. Er beschreibt sie aber so, wie sie jetzt - nach dem 2. Weltkrieg bombastisch wieder aufgebaut worden ist. Vorher war sie ein wesentlich kleinerer und eleganter klassizistischer Bau.
Kordula zu »Ken Follett: Winter der Welt«30.01.2013
Ein Tolles Buch, welches ich nur schwer aus der Hand legen konnte. Abwechslungsreiche Abhandlung durch stets wechselnde Schauplätze, ohne je den Überblick zu verlieren. Personen, Ereignisse und Schauplätze werden so anschaulich dargestellt, dass man förmlich mit dem Buch mitlebt. Gute geschichtliche Hintergründe, so dass man neben dem spannenden Roman noch gleichzeitig ein Geschichtbuch liest.
Sehr lesenswert!
€nigma zu »Ken Follett: Winter der Welt«05.01.2013
Der zweite Teil von Ken Folletts Trilogie über das 20. Jahrhundert, "Winter of the world", setzt 9 Jahre nach den im ersten Band ,"Fall of giants" zuletzt geschilderten Ereignissen im Jahre 1933 ein. Insgesamt umfasst der Roman die Jahre 1933 bis 1949.
Die Hauptfiguren sind die Protagonisten des ersten Bandes und deren inzwischen heranwachsende, bzw. erwachsene Kinder. Diese Familien sind über verschiedene Länder verteilt, sind aber familiär verbunden. Wie im Vorgängerband wechseln auch hier die Perspektiven, es wird abwechselnd aus Berlin, Amerika, England und Russland berichtet, wobei die politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen der Dreißiger und Vierziger Jahre des 20. Jahrhunderts schockierend eindringlich, unterhaltsam und gleichzeitig für den politischen "Laien" sehr verständlich präsentiert werden. Die Schreckensherrschaft und unmenschlichen Praktiken der Nazis (z.B. die gezielte Ermordung von Behinderten) werden ebenso schonungslos beschrieben wie der Terror unter Stalin in der UdSSR, die Spionage und Gegenspionage mitsamt den Gefahren für enttarnte Spione und das Rennen zwischen Ost und West um die erfolgreiche Herstellung der Atombombe. Auch die Armut der ersten Nachkriegsjahre und die Differenzen zwischen den Siegermächten, die letztlich in der Teilung des besiegten Deutschlands resultieren, werden thematisiert. Bei alldem nimmt Ken Follett kein Blatt vor den Mund und schildert Szenen, die sensiblen Lesern auf den Magen schlagen können: es werden Folterungen, Hinrichtungen und Vergewaltigungen deutscher Frauen durch russische Soldaten ziemlich detailliert beschrieben.
"Winter of the world" ist kein leicht verdauliches, aber ein ungeheuer informatives Buch, das dem Leser die Geschichte der Kriegs- und Nachkriegsjahre sehr verständlich nahebringt, indem fiktive Familien in einen gut recherchierten historischen Kontext integriert werden.
Mich hat dieser Roman ebenso begeistert wie "Fall of giants" und ich warte schon mit Ungeduld auf den dritten Band, der 2014 erscheinen soll.

Ich gebe eine uneingeschränkte Leseempfehlung für alle Leser, die sorgfältig recherchierte Romane bevorzugen und die sich von der Schilderung tragischer Ereignisse nicht zu sehr deprimieren lassen. Eigentlich sollte die Trilogie auch in den Schulen (Oberstufe) gelesen werden, auch wenn - vermutlich wegen der Sexszenen und Brutalitäten - die offizielle Altersempfehlung (zur englischen Ausgabe) bei 18 Jahren liegt.
Harald Faißt zu »Ken Follett: Winter der Welt«29.12.2012
Winter der Welt - eine faszinierende Lektüre.

Ich habe die 1024 Seiten verschlungen, und es hätten noch 1000 Seiten mehr sein können ...

Trotz der zahlreichen Schauplätze und Protagonisten verliert man als Leser nie den Überblick, denn Ken Follett ist ein grandioser Meister der nachvollziehbaren Konstruktion. Er ist aber vor allem ein Schriftsteller dem es gelungen ist, vor einem sehr ernsten Hintergrund einen ebenso seriösen wie unterhaltenden Roman geschrieben zu haben. Ich freue mich bereits auf den dritten Teil der Jahrhundertsaga.

http://buchundebook.blogspot.de/2012/12/ken-follett-winter-der-welt-eine.html

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