Die Täuferin von Jeremiah Pearson

Buchvorstellungund Rezension

Originalausgabe erschienen 2013unter dem Titel „Villeins Trilogy 1: The Brethren“,deutsche Ausgabe erstmals 2015, 608 Seiten.ISBN 3-7857-2537-X.Übersetzung ins Deutsche von Axel Merz.

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Kurzgefasst:

Böhmen, 1517. Kristina ist noch ein Kind, als ihre Eltern auf dem Scheiterhaufen verbrannt werden. Sie seien Ketzer, so das Urteil, Feinde der katholischen Kirche. Weil sie daran glaubten, dass jeder Mensch das Recht hat, Lesen zu lernen. Jahre später will Kristina ihr Werk fortführen. Mit einer kleinen Gruppe Gleichgesinnter macht sie sich auf die gefährliche Reise nach Deutschland, um Verbündete in Mainz zu unterstützen. Doch unterwegs lauern nicht nur Ketzerjäger, sondern auch der Krieg. Bald liegt Kristinas Schicksal in der Hand eines einzigen Mannes: des hitzköpfigen Bauernkriegers Lud.

Das meint Histo-Couch.de: „Eindrucksvolle Geschichtslektion am Vorabend der Reformation“89Treffer

Rezension von Carsten Jaehner

Kunwald in Böhmen, 1517. Die noch junge Kristina ist eine Täuferin, deren Eltern bereits gestorben sind, verbrannt auf dem Scheiterhaufen. Denn Täufer sind der Meinung, dass jeder das Recht haben sollte, Lesen zu lernen, und das ist der herrschenden katholischen Kirche natürlich ein Dorn im Auge. Kristina heiratet den um Jahre älteren Berthold, ehemals Priester, nun aber Täufer mit Leib und Seele. Kristina und Berthold lieben sich trotz des grossen Altersunterschieds und wollen mit ein paar Freunden nach Mainz ziehen, um dort Verbündeten zu helfen und selbst eine Druckerwerkstatt zu eröffnen.

Zur gleichen Zeit muss der junge Leibeigene (genannt Villani) Lud auf Geheiss seines Herrn, dem Ritter Dietrich Geyer von Giebelstadt, mit seiner Truppe in den Krieg gegen die Türken ziehen. Luds Truppe, das sind zwölf Jungen, denen noch nicht einmal ein Bart wächst, die aber ausgesucht wurden, um der Lehnspflicht zu entsprechen und ihr Dorf zu repräsentieren. Alle noch grün hinter den Ohren, vertrauen sie auf Lud und Ritter Dietrich, die den Auftrag haben, die Jungen wieder in die Arme ihrer Familien zurückzubringen.

Im Donautal südlich von Wien müssen Lud und seine Jungs die eine oder andere Demütigung über sich ergehen lassen, als sie nahe Würzburg in den Krieg geraten. hier lernt die Gruppe um Lud auch die Gruppe um Kristina kennen, die auf ihrem Wagen einen schwer verletzten Türken pflegen, der schwer verwundet ist und der, da er als Geisel dienen kann, für alle die Austrittskarte von der Front ist. Ritter Dietrich will den Türken in Mainz ausliefern, wo sich die Täufer eine Druckerei aufbauen wollen. Doch auch Dietrich beabsichtigt, eine Druckerei zu erwerben, um kirchliche Texte zu verbreiten. Doch die aufkommenden Pocken machen allen einen Strich durch die Rechnung.

Ein Krieg und die Pocken

Es ist schon noch ein wenig komplizierter und verworrener, als hier in der Kürze dargestellt werden kann, aber dem geneigten Leser soll nicht zu viel von der Spannung genommen werden. Der amerikanische Schriftsteller Jeremiah Pearson beschreibt ein Kapitel deutscher und europäischer Geschichte, die noch sehr viel Spannung verspricht, zumal Luther im selben Jahr seine 95 Thesen noch an die Tür der Wittenberger Schlosskirche nageln wird.

Pearsons Hauptprotagonisten sind die junge Kristina, eigentlich noch ein Mädchen und gerade so im heiratsfähigen Alter, und der ein bisschen ältere Lud. Beide haben Menschen im Schlepptau, die nicht ihrer eigenen Altersklasse entsprechen: Lud mit seinen zwölf Jungen und Kristina mit ihrem um eine Generation älteren Ehemann Berthold, der sich mit der Zeit als unflexibler und bisweilen feiger Mann herausstellen wird und sich Kristina fragt, ob sie denn mit ihm die richtige Wahl getroffen hat. Das Verhältnis der beiden ist eine interessante Nebenhandlung, von denen Pearson einige in seinen Roman einflicht.

Spannend und vielfältig

Lud hingegen zweifelt immer wieder an seiner Obhut über die Jungen, kennt er doch alle und ihre Eltern von klein auf und will er niemanden von ihnen verlieren. Als sie nach der Schlacht in ihr Heimatdorf zurückkehren, ist dies wie verlassen, denn die Pocken gehen um, und Lud wird beauftragt, das lebende Volk zur Arbeit auf den Feldern zu bewegen, damit sie ihre Abgaben machen können, wenn es Winter wird, sonst geht es an die eigene Habe. Er wird gezwungen, Verantwortung zu übernehmen, und tut dies auch, wenngleich es ihm lieber wäre, es würde ihn nicht treffen. Das macht ihn natürlich nicht beliebt, aber es muss eben getan werden.

Pearson schafft es, den Leser durch seine vielfältigen Handlungsstränge, die immer wieder zueinander finden und dann wieder auseinander gehen, an die Lektüre zu fesseln und trotzdem den Überblick zu behalten. Seine Charaktere sind glaubwürdig und mit vielfachen Eigenschaften geschaffen, die nicht stereotyp sind, so dass sie dem Leser plastisch vor Augen erscheinen und ihn mit auf die Reise nehmen.

Pearson lässt auch die brisanten Themen nicht aus. Pocken, Pest, Krankheit, Lehnstreue und Lehnspflicht, Krieg, Leben und Tod, Verfolgung von Juden und viele mehr. Fast besteht die Gefahr, dass der Roman mit allen möglichen Themen überladen wird, doch Pearson schafft es, die richtige Balance zu finden, bevor es bisweilen in Kitsch umzuschlagen droht, und manchmal ist es tatsächlich knapp. Hier wäre weniger vielleicht mehr.

Viele interessante Charktere

Neben Kristina und Lud gibt es eine Reihe von Charakteren, die für unterhaltsame Lesestunden sorgen. Neben Ritter Dietrich ist dies Kristinas Ehemann Berthold, bei dem sich allerdings bald die Vermutung einstellt, dass er nicht der ist, den Kristina eigentlich heiraten wollte. Dietrich selber ist ein Vetter von Konrad, Prinz von Thüngen, der Fürstbischof ist und der ein Vorreiter in Sachen Druckereien ist. Zudem ist er Fürstbischof und vermutet, dass Dietrich ihm einst in sein Amt folgen will.

Am interessantesten ist jedoch die Figur des Buchdruckers Witter, den sie in Marienberg kennenlernen und dessen Figur sich schicksalshaft mit Kristinas Gruppe verwebt, was nicht nur daran liegt, dass er sich in sie verliebt. Er ist eine geheimnisvolle Figur, eigentlich ein Einzelgänger, mit dunkler Vergangenheit, Druckerkenntnissen und Talent für Sprachen.

Historische Einleitung

Alles in allem ist Jeremiah Pearson eine gesunde und angenehm zu lesende Mischung gelungen, die schnell die Leserschaft an sich fesselt. Die Täuferin ist der erste Teil einer Trilogie, die im englischen Original bereits komplett erschienen ist und deren Folgebände auch hoffentlich im Deutschen nicht mehr lange auf sich warten lassen. Interessenten des ausgehenden Mittelalter und der beginnenden Reformation finden hier eine Trilogie, die sich an einem historischen Scheideweg befindet und von daher ein bislang in dem Umfang nicht häufig beackertes Feld präsentiert.

Eine historische Einleitung bringt den Leser in die richtige Ausgangsposition für den Roman, und ein ausführliches Personenverzeichnis (bei dem nur der Hinweis auf fiktive und reale Personen fehlt) führen den Leser perfekt in den Roman ein, der nach 600 Seiten mit einem kurzen Nachwort endet. Zwei Karten in den Buchdeckeln und ein äußerst liebevoll und ansprechend gestaltetes Coverbild komplettieren ein spannendes und unterhaltsames Leseerlebnis, das Lust auf die Nachfolgebände macht. Sehr ambitioniert und lobenswert.

Ihre Meinung zu »Jeremiah Pearson: Die Täuferin«

Rissa zu »Jeremiah Pearson: Die Täuferin«09.06.2015
**2 Sterne**

Inhalt
Kunwald in Böhmen, 1517: Kristina ist Mitglied einer Gemeinschaft, die sich die Böhmischen Brüder nennt, deren Ziel es ist, die Menschen im Lesen zu unterweisen, damit diese die Heilige Schrift lesen und verstehen können. Dies ist jedoch der Kirche ein Dorn im Auge, will sie doch vorschreiben, was die Menschen zu glauben haben, und so werden die missionierenden Mitglieder dieser Gemeinde als Ketzer verfolgt.
Zur gleichen Zeit südlich von Wien: Unter den verpflichteten Leibeigenen, die sich auf einem Feldzug gegen die Türken befinden, ist auch Lud aus Giebelstadt, der schon mehrfach im Krieg war und nun die Verantwortung für zwölf Spießträger aus seinem Dorf trägt. Doch sie sind nur Spielbälle in den Händen der Obrigkeit…

Meine Meinung
Als ich von diesem Roman, der den Auftakt einer Trilogie bildet, das erste Mal gehört habe, war mein Interesse sofort geweckt, finde ich die angesprochenen Themen wie Bauernaufstand und Reformation doch sehr spannend. Doch schon bald musste ich feststellen, das dieses Buch nicht ganz meine Erwartungen erfüllen konnte.
So hatte ich erwartet, dass das Buch, wenn es schon diesen Titel trägt, auch von einer Anhängerin der Gruppierung handelt, die auch tatsächlich als Täufer bezeichnet wird. Stattdessen scheint es sich bei dem Titel aber um eine Fehlübersetzung oder -interpretation zu handeln, denn Täufer, auch als Wiedertäufer oder Anabaptisten bezeichnet, gab es zum Zeitpunkt der Romanhandlung noch gar nicht. Stattdessen wird im Roman explizit gesagt, dass es sich um die Gruppierung der Böhmischen Brüder handelt. Nun ist eine Fehldarstellung dieser Art kein allzu großes Problem, über das ich gerne hinweg sehe, wenn denn der Rest stimmt. Leider dämpfen zudem diverse Anachronismen den Lesespaß, so dass meiner Meinung nach von guter Recherche keine Rede mehr sein kann.
Inhaltlich bietet der Roman noch nicht allzu viel, obwohl er mit gut 600 Seiten nicht gerade dünn ist. Bauernaufstand und Reformation sind nicht direkt Thema des Buches, vielmehr wird hier der Grundstein für die Fortsetzungen gelegt. Und so geht es hier überwiegend um den Krieg mit den Türken und machtlose Leibeigene, die der Willkür der Obrigkeit ausgesetzt sind sowie die Verfolgung der Ketzer, die ständig in Angst leben müssen, verraten und hingerichtet zu werden. Und obwohl auch diese Themen Spannung versprechen, kommt diese nur gelegentlich auf, oft genug plätschert die Handlung nur so vor sich hin und verliert sich in Details. Zusätzlich werden noch andere Themen angesprochen, die Pocken in Zeiten des Krieges oder auch die Vertreibung der Juden und Marranen aus Spanien, doch finde ich die Darstellung beider Themen nicht sehr gelungen.
Auch die Charaktere hätten besser dargestellt sein können. Sehr schnell wird klar, welche Rolle hier wem zugedacht worden ist. So ist Kristina die gütige junge Frau, die fest in ihrem Glauben ist, ihr Mann Berthold ein Maulheld, der sich über seine Glaubensbrüder stellt, Lud der äußerlich hässliche, innerlich aber reine Leibeigene, der besonders unter den Hänseleien der Mitmenschen zu leiden hat, und Dietrich Geyer der edle Ritter, der sich, im Gegensatz zu seinen Standeskollegen, für seine Leibeigenen einsetzt. Obwohl ihre Rollen selbst klar definiert sind und sie meist wie vorhergesehen handeln, hat es eine ganze Weile gedauert, bis ich auch ein wenig Persönlichkeit bei ihnen entdecken konnte und halbwegs mit ihnen warm wurde. Das wurde durch die Vielzahl an Charakteren, von denen man kaum mehr als den Namen erfährt, noch unterstützt.
Der Schreibstil ist für einen historischen Unterhaltungsroman passend, die Übersetzung konnte mich nicht komplett überzeugen, da hier Begriffe verwendet werden, die in der deutschen Sprache nicht üblich sind oder waren, beispielsweise Villani für die Leibeigenen.
Zwar gibt es ein kurzes Vorwort und ein noch kürzeres Nachwort, in dem auf die Mission der Böhmischen Brüder und auf Dietrich Geyer eingegangen wird, doch fehlt eine Erklärung dazu, wie historisch korrekt das Erzählte wohl tatsächlich ist. Ein sehr ausführliches Personenregister und zwei Karten bieten eine sinnvolle Ergänzung.

Fazit
Ein eher schwacher Reihenauftakt, der vermuten lässt, dass die Geschichte erst im zweiten Band so richtig beginnt. Wer etwas über die Gemeinschaft der Täufer lesen will, ist mit diesem Roman nicht allzu gut beraten, wer sich dagegen einfach unterhalten lassen möchte und nicht viel Wert auf historische Genauigkeit und vielschichtige Charaktere legt, könnte möglicherweise seine Freude mit diesem Buch haben.
rolandreis zu »Jeremiah Pearson: Die Täuferin«28.04.2015
Auf dieses Buch wurde ich zufällig im Buchhandel aufmerksam und der Klappentext machte mich neugierig. Also mitgenommen und losgelesen. Dann benötigte ich aber erst ein paar Seiten um mich in die Geschichte und die Zeit hineinzufinden. Das aber gelang mir immer mehr und das Buch zog mich von Seite zu Seite immer mehr in seinen Bann. Diese Geschichte bietet alles, was gute Unterhaltungsliteratur für mich ausmacht. Eine tolle historische Kulisse, eine spannende Handlung mit Action und Kriegsgeschehen, Liebe und viele facettenreiche Figuren, die man im Kopfkino so richtig vor sich sieht. Für mich war das ein sehr gelungener Auftaktroman zur Triologie um "Den Bund der Freiheit" und ich bin gespannt wie es weitergeht.
Hollygolightly zu »Jeremiah Pearson: Die Täuferin«21.02.2015
Es ist eine turbulente Zeit, über die der amerikanische Autor Jeremiah Pearson schreibt: das Heilige Römische Reich Deutscher Nation im Spätmittelalter bzw. am Beginn der frühen Neuzeit. Wer sich an den Geschichtsunterricht erinnert, der weiß, dass sich ganz Europa in dieser Zeit im Umbruch befand. Dieser Umbruch nahm in vielerlei Formen Gestalt an, am deutlichsten wohl in der Reformation (Martin Luther schlägt die 95 Thesen 1517 ans Kirchenportal zu Wittenberg) und in den Bauernaufständen (der große Deutsche Bauernkrieg ab 1524). Im Grunde sind das – Reformation und Bauernkrieg – auch die zwei großen Themen, denen sich Jeremiah Pearson annimmt, und das macht er, wie es jeder gute Autor von Unterhaltungsliteratur machen sollte, anhand von Figuren, mit denen der Leser mitfühlt, mitleidet und miterlebt. Hier sind es im Besonderen die junge Täuferin Kristina und der Bauernkrieger Lud, die dem Leser zeigen, was es bedeutet, in dieser turbulenten Welt zu leben – einmal als verfolgte Ketzerin, zum anderen als Leibeigener, der seinem Lehnsherrn bis zum Tode verpflichtet ist. In beiden Figuren, so unterschiedlich sie auch sind, lodert jedoch ein Feuer: das Feuer des Widerstands …

Mir hat der erste Teil dieser groß angelegten Saga außerordentlich gut gefallen, und das nicht nur, weil ich ein Faible für die deutsche Geschichte habe. Dieser Roman bietet alles, was gute Unterhaltungsliteratur für mich ausmacht: eine tolle historische Kulisse, eine spannende Handlung mit Action, Kriegsgeschehen und (zarter) Liebe und natürlich viele facettenreiche Figuren, durch deren Augen ich das alles miterlebe. Die perfekte Sofalektüre also, die ich allen Fans von historischen Romanen ans Herz lege. Ich freue mich schon auf Teil 2!
Mathilda zu »Jeremiah Pearson: Die Täuferin«19.02.2015
Normalerweise bin ich bei amerikanischen Autoren, die über europäische Geschichte schreiben, sehr skeptisch (ich hab echt schon Schlimmes lesen müssen :-)), aber bei Jeremiah Pearson bin ich froh, dass ich doch zugegriffen hab: Er spielt schriftstellerisch in einer Liga mit Noah Gordon (übrigens auch Amerikaner :-)) und Ken Follett. Ich finde diese Vergleiche treffend, da auch J. Pearson eine „große“ historische Geschichte unterhaltsam erzählt: eine Geschichte von Verfolgung, Unterdrückung und Aufbegehren. Und das alles noch auf (süd)deutschem Boden … sehr spannend.
Im Zentrum stehen die beiden Hauptfiguren Kristina und Lud, deren Wege sich im Laufe der Handlung kreuzen. Kristina ist eine junge Täuferin, die sich als solche nicht zu erkennen geben darf, da Täufer von der herrschenden katholischen Kirche als Ketzer angesehen, verfolgt und oftmals auf dem Scheiterhaufen verbrannt wurden. So erging es auch Kristinas Eltern, die sie bereits als Kind verlor. Die Täufer glauben fest daran, dass jeder Mensch das Recht hat, lesen zu lernen, um sich damit zum Beispiel die Bibel selbst erschließen zu können (das Lesen der Bibel in Volkssprache war damals bei Todesstrafe untersagt). Damit sind sie der katholischen Kirche ein Dorn im Auge und müssen im Verborgenen bleiben. Kristina und ihre Freunde beschließen aber, ihr Versteck in Böhmen zu verlassen, um Verbündeten in Mainz zu helfen. Dort wollen sie im Geheimen weiter für ihre Ideale arbeiten. Doch bis nach Mainz ist es ein langer, gefahrvoller Weg. Und sie werden nie dort ankommen.
Dann ist da noch Lud, ein Leibeigener (‚Villan‘ im Buch genannt), der mit seinem Lehnsherrn in den Krieg ziehen musste. Lud ist für mich die spannendste Figur von allen: von den Pocken, die ihm Frau und Kinder genommen haben, innerlich und äußerlich entstellt, kämpft er verbittert, unerbittlich und gewaltsam jeden Gegner nieder, der sich ihm in den Weg stellt. Dabei ist er selbst eigentlich sein größter Feind … Doch Lud hat auch eine weichere Seite: Sein Herr Dietrich hat ihm das Kommando über 12 Jungen aus seinem Heimatdorf Giebelstadt anvertraut, die niemals zuvor im Krieg waren – und für das Leben „seiner Jungen“, wie er sie nennt, kämpft er bis aufs Blut, riskiert er sein eigenes Leben.
Wie schon erwähnt, kreuzen sich Luds und Kristinas Wege irgendwann, und von da ab war ich völlig gefangen. Ich will jetzt nicht mehr von der Handlung verraten, nur so viel, dass es nach Würzburg geht und u.a. der Buchdruck eine wichtige Rolle spielen wird. Fürs Herz und den „Thrill“ gibt es auch noch jede Menge (z.B. eine rasante Verfolgungsjagd per Floß auf dem Main). Und die Pocken dürfen ja eigentlich auch in keinem historischen Roman fehlen ;-).
Alles in allem ist dieser 1. Teil wirklich ein gelungener Auftakt. Lieber Autor, lass uns bloß nicht zu lange auf Teil 2 warten.
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